Eine Reise nach Cartagena de Indias

Di., 05.Sep.17, Kolumbien/Cartagena, Tag 1193, 11.850 sm von HH

„Cartagena kennt zwei Temperaturen: heiß oder sehr heiß“, lässt und Maria wissen.
Maria muss es wissen, sie stammt aus Cartagena und ist unser Tour-Guide der ‚Free-Walking-Tour‘ an der wir teilnehmen.

‚Free-Walking‘ wurde bereits 2004 in Berlin erfunden. Seitdem hat sich das Konzept in über 75 Länder verbreitet.
Bei dieser „kostenlosen“ Stadt-Führung zahlen die Teilnehmer am Ende der Tour, was ihnen der Rundgang wert war. Dadurch soll die Qualität und Motivation der Guides erhöht werden. Wir haben von großartigen Touren gelesen und gehört.

Leider ist das der einzige Gag, der Maria in den knapp 90 Minuten einfällt. Lustlos rappelt sie Stammdaten runter, die in jedem Reiseführer zu finden sind. Zudem schleppt sie uns in einen Keksladen, einen Schokoladen-Shop und in ein Schmuck-Geschäft. Es fehlen nur noch die Heizdecken. Schade.

Dabei haben wir uns fast ein Bein ausgerissen, um pünktlich um 16:30 Uhr zur Tour zu erscheinen. Zwischendurch haben wir nicht mehr daran geglaubt, dabei sollte es so einfach sein: Um 9:00 fährt der Bus, der erreicht Cartagena nach vier Stunden, noch 30 Minuten Fahrt mit dem Taxi dazu addiert, ergibt drei Stunden Reserve.

Die verbringen wir im Bus. Statt der versprochenen vier Stunden, tuckern wir fast sieben Stunden durch die Lande. Unter den verschiedenen Buslinien, die es in Kolumbien gibt, erwischen wir ausgerechnet die Bummel-Linie. Nicht klimatisiert, dafür voll besetzt.
Die günstige Fahrkarte von 6,50 EUR hätte uns stutzig machen können.

Zuerst ist es ja noch ganz witzig, dass unterwegs ständig fliegende Händler dazu steigen.
Sie versuchen im Bus Getränke und Leckereien an den Mann zu bringen. Dass die Bude schon brechend voll ist, stört dabei keinen.
Kuchenpakete und fettige Maistaschen werden einfach nach hinten durchgereicht. Der Verkäufer muss dann so lange mitfahren bis der Bus wieder irgendwo anhält. Zum Teil sind das viele, viele Kilometer für einen Umsatz von 90 Cent. :shock:

Schlussendlich erreichen wir Cartagena zur Rush-Hour. Minibus um Minibus, Taxi um Taxi wälzen sich vom Busbahnhof die neun Kilometer in die Altstadt. Im Hotel verzögert sich das Einchecken, zum Glück habe ich die Reservierung auf dem Handy dabei, wir bekommen unser Zimmer. Schnell die Klamotten abgeladen und im halben Dauerlauf (es ist entweder heiß oder sehr heiß in Cartagena :lol: ) zum Treffpunkt unter dem Wahrzeichen der Stadt. Dem Torre del Reloj.

Und dann treffen wir auf die lahme Maria. Sehr schade.

Dafür besticht der erste Eindruck von Cartagena.
Zum Sonnenuntergang erstrahlt die Stadt in ihren schönsten Farben. Und sie ist ‚menschenleer‘. Ein Wunder. Ein Fußballwunder. Kolumbien versucht sich gegen Brasilien. Es geht um die Qualifikation zur WM. Die fußball-verrückten Kolumbianer sitzen in den Kneipen und zu Hause und fiebern für ihre Mannschaft (1:1 übrigens das Ergebnis) und halten die Straßen leer.

Torre del Reloj - Der Uhren-Turm

Torre del Reloj – Der Uhren-Turm

 

Kathedrale San Pedro Claver

Kathedrale San Pedro Claver

 

 

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