Bogotá im Schnelldurchlauf

 

Mo., 02.Okt.17, Kolumbien/Bogotá, Tag 1220, 11.850 sm von HH

Mit dreieinhalb Stunden Verspätung erreichen wir erst um nach 16:00 Uhr unser Hostel in Bogotá. Wir können uns aber freuen, überhaupt angekommen zu sein. Avianca, die Airline mit der wir geflogen sind, streikt. Viele Flüge werden komplett gestrichen. Unser ist ’nur‘ überbucht, so dass wir auf eine Maschine später gelegt werden. Somit dann doch wieder Schwein gehabt.

Am Nachmittag wollten wir das Goldmuseum besuchen. Ist es bei soviel Verspätung für die Hauptattraktion Bogotás dann schon zu spät?
Ich sitze in Santa Marta auf dem Flughafen und prüfe, ob wir das trotz Verspätung noch schaffen könnten. Die Öffnungszeiten vom Museum, schnell gefunden.
Peinlich. Montags Ruhetag. In jedem Fall hätten wir nichts vom Museum gesehen.
So eine Reiseleitung sollte man feuern. Das war mir komplett entgangen.
Somit hab ich dann doch wieder Schwein, dass wir Verspätung haben und erst kurz vor Geschäftsschluss anreisen.

Ein bisschen traurig bin ich schon, das Museum hätte ich gerne gesehen. Es soll einzigartig sein.

Als Hamburger fühlt man sich in Bogotá gleich wie zu Hause: Trübes Nieselwetter, 15 Grad. Wir sind auf 2.600 Meter Höhe.
Bis zum Dunkelwerden bleibt uns nicht viel Zeit die Altstadt zu besichtigen.

Junge Leute, die ganze Stadt ist voll mit Studenten. Die Altstadt ist hipp.
Kneipen, Restaurants, Bars. Man sitzt draußen trotz Schmuddel-Wetter. Aufgeräumt, sauber, urban, modern.

Zum  richtig Wohlfühlen ist die Stadt trotzdem nicht.
An jeder Ecke stehen kräftige junge Männer von privaten Sicherheits-Diensten. Bewaffnet mit Schlagstöcken und 60 kg schweren Rottweilern. Die Kampfmaschinen haben alle einen Maulkorb um.

Dazwischen Polizei-Präsenz. In der kurzen Zeit unseres Stadtbummels sehen wir zweimal, wie Passanten durchsucht werden: Arme an die Hauswand und Beine gespreizt, werden sie abgetastet. Ob Drogen oder Waffen Ziel der Suche sind, ist unklar.

Ab 20:00 Uhr sind die Straßen bereits deutlich geleert. Wir sehen zu, dass wir vom Restaurant direkt ins Hotel kommen. Das ist verbarrikadiert, nur wer klingelt, wird rein gelassen.
Von Anfang an wollten wir nur eine Nacht in Bogotá bleiben. Wir gratulieren uns.

Morgen geht es mit dem Bus in die Pampa, in die Tatacoa-Wüste. Wahrscheinlich gibt es da noch nicht mal Internet.
In jedem Fall keine Polizei, keine Kampfhunde und kaum Menschen. :-)

 

 

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