Unser Dinghy schwimmt wieder…

Sa., 02.Dez.17, Panama, Puerto Lindo, Tag 1281, 12.217 sm von HH

… allerdings immer noch mit Loch.

Die Bedingungen zum Flicken sind denkbar schlecht.
Es hätte keine blödere Stelle sein können. Genau dort, wo eine umlaufende Gummiwulst verläuft, strömt die Luft raus. Fast unmöglich an der Stelle vernünftig zu reparieren.

Die Anleitung für den Kleber empfiehlt: Keine Luftfeuchtigkeit über 60% und Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad. :mrgreen:
Das Zeug bindet in so schnell ab, dass es schwierig ist, die zweite (erforderliche) Lage aufzubringen.
Und dann muss das Ganze auch noch in einer Regenpause passieren.

Achim gibt alles.

Nach 48 Stunden Wartezeit hat sich der Kleber ausreichend vernetzt. Solange darf das Dinghy nicht belastet werden. Ungeduldig harren wir an Bord aus.

Die Probe-Pumpung zeigt den Misserfolg sofort: pffft!

Trotz Loch können wir das Dinghy benutzen, um an Land zu kommen. Durch unseren festen RIP-Boden aus Aluminium sinken wir nicht, aber auf der Wulst kann man nicht sitzen und somit nicht anständig fahren.
Ein Dauerzustand ist es nicht. Fahren Pumpen, fahren, pumpen.

Unser Ankerplatz befindet sich schon ziemlich am Arm der Heide. Internet von Restaurants oder gar ein public Wifi existiert nicht.

Aus Portobelo bringen wir eine lokale Sim-Karte mit, damit wir recherchieren können, wo wir einen Dinghy-Doktor oder gar ein neues Dinghy finden.
Die Aktivierung der 2GB Karte erweist sich zunächst als leichte Aufgabe. Aber bereits nach 200 MB ist Schluss.
Durch verzweifeltes Klicken auf diverse Links, Kaufoptionen und Auflad-Button läuft die Karte plötzlich wieder. :-)
Nun ist Wochenende und kaum jemand ist zu erreichen.

Panama ist topografisch irgendwie schwierig.
Es fängst damit an, dass man glaubt, es verläuft als schmale Landbrücke in Nord-Süd-Richtung.
Dabei liegt es waagerecht auf der Landkarte.

Die Musik in Panama spielt am Kanal. In Colon auf der Atlantik-Seite, hauptsächlich jedoch in Panama City im Pazifik. Der Rest des Landes ist wenig besiedelt und schlummert vor sich hin.

Die Hauptattraktion in Panama sollen die San Blas Inseln sein.
Die liegen zur Zeit östlich von uns (ca. 100 km) und Colon mit neuem Dinghy wartet 70 km westlich.

Was tun?

Da wir noch immer keinen Termin zum Kranen haben, könnten wir zuerst die schönen San Blas Inseln besuchen. Das ist zwar gegen die deutsche Regel ‚erst die Arbeit, dann das Vergnügen‘, würde aber unsere Wartezeit angenehm verkürzen.
Für diese Zwecke reicht das Loch-Dinghy (wohl) noch aus.

Dagegen spricht, dass es den ganzen Tag regnet. Wir wissen gesichert von Mitseglern, dass es im Osten auf den Inseln nicht besser aussieht.
Türkise Buchten an Traumstränden sind bei Regen eben auch nur grau, da können wir auch in Puerto Lindo bleiben. Hier haben wir eine Art Infrastruktur und Internet, was wir brauchen, um ein Dinghy zur organisieren und endlich einen Platz zum Kranen zu finden.

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