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Aus der Heimat zurück nach Hause

Sa.,11. Sep.2021, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2659, 22.204 sm von HH

Nur 33 Stunden dauert der Ritt von Haustür zu Boottür. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich einmal um die halbe Welt fliegen muss. Leider gibt sich Air France in Paris viel Mühe eine Verspätung heraus zu arbeiten. Beim Bording wird von jedem Passagier neben dem Pass und der Bordkarte noch das Ergebnis eines PCR Testes, die Einreisegenehmigung von Französisch Polynesien (etis) und ein (wenn vorhanden) Impfnachweis kontrolliert. Chaos pur. Einige haben ihre Nachweise auf dem Handy, andere zeigen gedruckte Zettel hervor. Jede Bescheinigung sieht anders aus. Für eine dritte Gruppe kommt die Kontrolle völlig überraschend und es wird in Rucksäcken nach den geforderten Unterlagen gesucht. Der Kontrolleur in meiner Reihe guckt grimmig und schwitzt. Er hält es unter seiner Maske nicht mehr aus. Die hängt ihm sinniger Weise unter dem Kinn. Die Menschen in den Schlangen stehen dicht gedrängt. Die gleichen Personen, die zuvor mit einem gesperrten Sitzplatz zwischen sich gewartet haben. Ein schönes Beispiel für Absurditäten. Das Bording zieht sich über zweieinhalb Stunden und generiert eine Verspätung von anderthalb Stunden.
Dafür brauche ich in Paris nicht durch die Sicherheitskontrolle. Nicht zu verstehen, aber recht so. Einige Akkus, ein neuer Laptop und ein verdächtig aussehender Spannungs-Stabilisator für unser Kurzwellengerät machen mein Handgepäck brisant. Die Passkontrolle erfolgt mit hochgezogener Maske. In Covid-Zeiten zählt nur noch ein Impfnachweis, alles andere fällt durchs Sicherheits-Netz. Der erste Langstreckenflug von zehn Stunden vergeht schleppend. Die Maschine ist voll. Das Film-Angebot ist das gleiche wie auf dem Hinflug vor einem Monat. Die besten Stücke sind also weg. Dafür spendiert Air France Champagner als Aperitif. Geht doch.

Die Air-France-Kollegen in Vancouver holen die Verspätung wieder rein. Es wird nur schnell getankt und einmal kurz durchgewischt. Der zweite Langstreckenflug von 10 Stunden beginnt. Wie beim Hinflug habe ich Glück und einen Dreier-Sitz für mich alleine. Schnell den zweiten Champagner getrunken und einen Rotwein dazu. Ich schlafe wie auf Wolken. Der Pilot gibt Gas und pünktlich landet meine Maschine um fünf Uhr morgens in Papeete. Willkommen in der Südsee: eine dreiköpfige Band mit Blumenkränzen spielt auf der Ukulele. Die Mädchen bei der Kontrolle meines etis und Impfpasses lächeln und schwitzen nicht.

Ich bekomme einen Selbst-Test in die Hand gedrückt. Da ich geimpft bin, muss ich nicht in Quarantäne. Der Selbst-Test reicht aus. Meine beiden Koffer liegen bereits nach zehn Minuten auf dem Laufband, die Zollkontrolle ist so früh am Morgen nicht besetzt. Die letzte Hürde ist somit geschafft. Am Ausgang vom Flughafen soll man den Selbst-Test abgeben. Ich bin im Testen unerfahren und die Anweisungen auf dem mitgelieferten Beutel mit Röhrchen und zwei Stäbchen sind auf Französisch. Daher lasse ich mir helfen. Nicht, dass ich den Test verhaue und es unangenehme Folgen nach sich zieht. Ich muss ein kleines Zelt betreten. Meine Koffer bleiben draußen auf dem Vorplatz stehen. Kann man hier machen, in Südamerika hätte ich Schiss gehabt. Dann einmal im Rachen und in der Nase geprockelt. Das war’s, ich kann gehen. Das nächste Taxi gehört mir und fünfzehn Minuten später und dreißig Dollar ärmer (die heftigen Preise hatte ich schon fast vergessen :lol: ) bin ich bei Achim und Atanga.

Wer so begrüßt wird, dem soll es wohl gut gehen

Schön war’s in der Heimat. Hat sich was verändert in den letzten drei Jahren? Ja! Ein paar mehr graue Haare bei einigen Freunden – ich nenne keine Namen  :mrgreen: – und Berge an Elektro-Rollern in der Stadt. Eine Pest, die an jeder Ecke steht, den Fußweg versperrt und einen zum Slalom-Laufen zwingt. Eine Pest, bis man mal damit gefahren ist. Sauschnell. Saugeil.
Zum ersten Mal hatte ich beim Heimatbesuch kein Auto zur Verfügung und habe auf Bus und Bahn gesetzt. Das war ein Fehler! Nicht nur, dass es tageweise einen Bahnstreik gab, auch ohne Grund fallen S-Bahnen einfach aus. Auch an meinem letzten Tag bei der Anreise zum Flughafen. Ein Totalausfall. Erst sind wir auf der Strecke stehen geblieben und dann . rückwärts zum letzten Bahnhof zurück gerollt worden. Ein Taxi und eine gute Zeitreserve haben mich vor dem Super-Gau eines verpassten Fluges bewahrt.
Hamburg ist schön. Hamburg ist aber auch voller Menschen. Viel Verkehr, viele Autos, diese Hektik – ich bin es einfach nicht mehr gewöhnt. Die Supermärkte quellen über. Auch hier entwöhnt, frage ich mich, ob das Überangebot wirklich sein muss. Muss es zwanzig verschiedene Erdbeer-Joghurts geben? Von morgens bis abends? Darf niemals etwas ‚aus‘ sein?

Hamburg ist schön. Aber am Wetter muss gearbeitet werden. Zwei gute Tage am Anfang und fünf am Ende. Eine schlechte Quote. Es war so kalt, dass ich mir Schuhe kaufen musste. Und trotzdem, es war eine wunderbare Zeit. Alte und neue Freunde, die Familie wieder zu sehen. Unbezahlbar. Ich danke Euch allen, dass Ihr mir so eine tolle Zeit bereitet habt. Ich komme wieder!

Jawohl – das ist ein Versprechen

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1070 Tage

So.,08. Aug.2021, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2625, 22.204 sm von HH

So lange ist es her, dass ich nicht in Deutschland war. 1070 Tage ein schwankendes Bett. 1070 Tage habe ich keine lange Hose getragen. 1070 Tage ungetrennt von Achim. :mrgreen: Abgesehen von ein paar Einkaufs-Stunden hocken wir 365/7/24 dicht aufeinander. „Das Glück war jeden Tag an Bord“, ein Buchtitel über den wir uns lustig machen, wenn es Stoff für Diskussionen gibt und wir uns nicht sofort einigen können.

Mit 24 Stunden Verspätung geht es für mich nun endlich nach Deutschland. Aus unbekanntem Grund ist mein Flug für heute gecancelt worden. Ich freu mich riesig in die Heimat zu fliegen. Habe aber auch ein paar Bedenken, dass ich verhaltensauffällig sein werde. Wie lauten die Regeln in Deutschland? Nur durch Zufall habe ich heraus gefunden, dass man nicht einfach mehr ins Rathaus geht, um einen neuen Reisepass zu beantragen. Man muss online einen Termin vereinbaren. Dann die Bundesland-Fallstricke: Es gilt chirurgische Masken-Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber nur in Niedersachsen. Luca App und CovPass App – in Französisch Polynesien stehen sie zum Download nicht zur Verfügung. Brauche ich die überhaupt?
Dazu meine Abneigung gegenüber den Masken. Ich trage sie, wo ich muss, aber freiwillig nicht eine Minute zu lange. Da kam mir Fakarava genau recht. Zwei Monate gar keine Maske. Dort hat man sogar in den Geschäften damit aufgehört. Und jetzt Deutschland. Achim ist überzeugt, dass ich auffällig sein werde wie ein Alien. „Man wird mit dem Finger auf dich zeigen und diesen schlimmen Schrei ausstoßen. So wie Donald Sutherland in ‚die Körperfresser‘.“

Nur ein Grund, warum ich Masken scheußlich finde

Überall liegen die Mistdinger rum

Die Vorbereitungen für den Flug waren leicht holperig. Einige meiner „Winterklamotten“ haben Flecken unbekannter Herkunft. Durch eine Deckundichtigkeit ist rostiges (?) Wasser in mein Kleiderfach getröpfelt. Auch langärmelige T-Shirts sahen schon mal besser aus. Freunde der Sonne in Deutschland, ich bin nicht nur scharf auf eure Duschen, nein auch auf eure Waschmaschine.
Meine Lederhandtasche, seit drei Jahren ungenutzt gelagert im Schiffs-Keller – in zwei Tüten luftdicht verpackt – hat einen Müffelfaktor. Genau wie der Koffer. Und Hilfe, ich habe eigentlich gar keine Jacke für „Sommer“ in Deutschland. Es muss die (inzwischen wieder moderne) Strickjacke aus den 2000er Jahren her halten. Alles egal, ich freu mich riesig.

Und Achim bleibt hier und passt auf unser Schiffchen auf. Für 30 Tage. Das Glück war jeden Tag an Bord. :-)

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Mal wieder Papeete

Mo.,02. Aug.2021, Franz.Polynesien/Tahiti/Papeete, Tag 2619, 22.204 sm von HH

Die Überfahrt war erste Sahne. Dabei fing es am Vorabend mit leichtem Magengrummeln an. Im wahrsten Wortsinn. Schuld waren die Hähnchenkeulen, die es zum Abendbrot gab. Achim war richtig schlecht, mir nur ein bisschen. Somit gehen die extra für die Überfahrt mit gebratenen Keulen über die Kante. Die Schiffshalter freuen sich.

Morgens geht es uns aber wieder gut. Aufbruch. Die Wettervorhersage stimmt mit der Realität überein. Vier Windstärken von schräg hinten. Mäßige Dünung. Atanga liegt leicht auf der Seite, nichts wackelt, nichts klappert. Geruhsamer Schlaf bereits in der ersten Nacht. Champagner-Segeln wie es neuerdings genannt wird. Zwischen fünf und sieben Knoten gleiten wir voran. Segeln kann ja sooo schön sein. Nur die Versorgung ist ohne die Hühnerkeulen etwas dünn. Das Versorgungsschiff wollte auch nicht mehr vor unserer Abfahrt kommen und ein paar ersehnte Gurken oder Tomaten bringen. Wir wühlen uns durch weniger beliebte Reste im Vorratsschrank. Mal sehen, was noch zu Krautsalat und Kartoffelsalat passen könnte. Vielleicht sind wir auch deshalb so schnell. Atanga ist zum Leichtgewicht geworden.

Unser Wetterfenster-Glück hält knapp 48 Stunden, dann bricht der Wind – wie vorher gesagt, man höre und staune – zusammen. Aber da sind wir längst nah an Tahiti.  Die letzten dreißig Meilen motoren wir direkt bis zur Marina. Und unser Glück hält an. Wir finden tatsächlich einen freien Platz. Das freut mich für Achim. Für ihn ist es alleine in der Marina zu wohnen angenehmer als am Anker zu hängen. Direkt gegenüber liegt die JajaPami, alte Sundowner-Mitstreiter :mrgreen: Hier weiß ich ihn gut aufgehoben.
Und Morgen wird erst mal ordentlich eingekauft. Im Wunderland Tahiti.

Das erste Morgenlicht nach einer sternenklaren Nacht – wundervolle Momente

 

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Verflixte Segelplanung

Fr.,30. Jul.2021, Franz.Polynesien/Tuamotu/Fakarava/Rotoava, Tag 2616, 21.949 sm von HH

Wenn wir uns in einem einig sind, dann darin, dass wir uns bei zeitlichen Planungen eine Reserve einrechnen. Achim ist noch ein bisschen strenger als ich. Da es aber mein Flug ist, der am 8. August morgens früh in Papeete startet, durfte ich bestimmen, dass unsere Abfahrt nach Tahiti am 28. Juli sein sollte. Meine Rechnung war einfach – drei Tage maximale Segelzeit (ungefähr 230 Seemeilen), Ankunft also spätestens am 31 Juli. Gute Reserve für ein gutes Gefühl.
Morgen ist der 31.Juli und wir dümpeln noch immer in Fakarava. Die Reserve schmilzt in der Flaute dahin. Von den acht Wochen, die wir jetzt hier sind, hat es sieben Wochen mit Windstärke vier bis fünf aus Osten geweht. Jeden Tag. Mal etwas weniger, mal etwas mehr. Wenig Wind hatten wir zwischendurch nur mal für drei Tage.
Das Hoch, was uns den Sturm in Hiriva bescherte, hat den gesamten Wind abgesogen. Seit zehn Tagen haben wir Flaute. Anfängerfehler! Niemals, wirklich niemals Ort und Zeitpunkt gleichzeitig festlegen.

Noch bin ich entspannt. Denn natürlich habe ich neben der zweiten Reserve noch die erste Haupt-Reserve eingeplant. Außerdem haben wir herausgefunden, dass ich für meinen Flug keinen PCR-Test brauche. Das spart einen dreiviertel Tag Rennerei in Papeete. Ich kann einen weiteren Tag auf die Reservebank legen.
Die Windvorhersage verspricht segelbaren Wind ab Morgen. Allerdings schwach und nur für zwei, drei Tage, dann folgt das nächste Flautenloch. Wollen wir nicht motoren, müssen wir Morgen los. Die Vorbereitungen sind jetzt fast abgeschlossen: Vorkochen, Dinghy verzurren, was fliegen kann, wird verstaut und alle Spielzeuge wieder an ihre angestammten Plätze gelagert.

Fakarava verabschiedet sich spannend von uns. Wir lernen eindrücklich, dass es in diesem Atoll nur so vor Haien wimmelt. Achim schnorchelt am Propeller, um noch ein paar Gewächse zu entfernen. Und ich will gerade duschen gehen (wie immer mit Sprung ins Meer) – meine Brille liegt schon auf dem Tisch. Da sehe ich Achim in einem Affenzahn an Atanga vorbei zur Badeleiter schwimmen. „Nanu, was hat er denn?“, denke ich. „Oh, das ist ja ein großer Schiffhalter unter ihm“, denke ich dann. „Oh, oh. Oh weia, das ist ja ein Hai“, begreife ich. Wenn ich ihn ohne Brille sehen kann, muss er groß sein. Während Achim an der Badeleiter versucht aus seinen Flossen zu kommen, renne ich nach meiner Brille. Dann hetzte ich schnell zur Reeling zurück. Da kommt wieder, der Oschi. Er schwimmt nah unter der Wasseroberfläche, ist gut zu erkennen. Dreht noch einen Halbkreis um Atanga und verschwindet. Dann hat Achim sich auch endlich von seinen Flossen befreit und kann aus dem Wasser steigen.
Wir sind ganz gut in Hai-Bestimmung, unseren Lieblings-Fischen: Es war definitiv kein Ammenhai, der nicht mal Zähne hat, aber eine gute Größe erreichen kann. Es war auch kein spaddeliger Weißspitzen-Riffhai. Es war überhaupt gar kein Riffhai. Da er recht hell erschien von oben und keinerlei Färbung aufwies, tippen wir auf einen Zitronenhai. Ausgewaschen kann er drei Meter lang sein. Sie gelten als harmlos. Aber weiß der Hai das auch? Meine Dusche fällt dann heute etwas kürzer aus und ohne ausladende Schwimmbewegungen weg vom Schiff. :mrgreen:

 

Ciao, Fakarava, du warst toll und hast uns viel Spaß gemacht.

Auf Wiedersehen Fakarava

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Müll

Mi.,28. Jul.2021, Franz.Polynesien/Tuamotu/Fakarava/Rotoava, Tag 2614, 21.949 sm von HH

Unser Müll – angesammelt in knapp fünf Wochen

 

Diese Menge Müll haben wir in knapp fünf Wochen erzeugt. Und dass, obwohl vielfach die Umverpackungen direkt nach dem Einkauf entsorgt worden sind. Reis und andere Schüttgüter bewahren wir in Plastikflaschen auf. Wir vermeiden Müll, wo es geht, aber viele Lebensmittel bekommt man ohne dreifach Verpackung ja gar nicht gekauft. Viel von unserem Müll-Volumen stammt von Konservendosen und Gläsern, halbwegs guter Müll, aber es ist erschreckend viel.
Es blutet das Herz den Müll auf einer Insel wie Fakarava zu entsorgen. Möchte man doch lieber täglich den Strand vom Müll befreien. Aber das Sammeln ist frustrierend. Nach jedem Sturm liegt wieder alles voll.

Auf den kleinen Inseln gibt es keine vernünftige Müllentsorgung. Etwas abgelegen vom Ort, in einer Sackgasse oder im Wald findet man sie unweigerlich, wenn man über die Inseln wandert. Der Müll wird auf einen Haufen gekippt und lieblos angezündet. Der Plastikmüll brennt nicht heiß genug ab. Schwelbrände sorgen für maximalen Ausstoß von schädlichen Gasen. Über die angekohlten Reste wird Schotter oder Erde gekippt. Aber besser als alles ins Meer zu kippen.

Schwelbrand auf der Kippe auf Fakarava

hier Hao

Müllkippe auf Gambier

Große Müllkippe auf Bora Bora mit viel mehr Menschen – Folien sollen das Einsickern von Giften verhindern

So weit wir gesehen haben, gibt es auf fast allen Inseln Behälter zum Sammeln von Uhren- und Taschenlampen-Batterien. Die Boxen sind meistens randvoll. Autobatterien dienen häufig als Gewicht für Planen oder Pavillons. Oder sie stehen irgendwo dutzendweise hinter einem Schuppen einer kleinen Werkstatt. Das Anliefern von Neuware klappt reibungslos, die Rückführung ist ausbaufähig.
Es werden auch Dosen und Glas gesammelt – auf Tahiti, Gambier, Hao und Fakarava. Das Prinzip der Mülltrennung hat sich aber noch nicht komplett herum gesprochen. Zwischen Dosen liegen Glasflaschen und Plastik oder die Sammelbehälter stehen leer. Da in Deutschland auch nach vierzig Jahren Mülltrennung Container noch immer falsch befüllt werden, ist es sicher auch in Französisch Polynesien noch ein langer steiniger Weg. Dabei sind die Polynesier sehr ordentlich. Überall wird geharkt und gefegt. Auch außerhalb des eigenen Grundstückes wird für Ordnung gesorgt. Überall stehen Mülltonnen, die benutzt werden.

Auf Gambier wurde der Bevölkerung letztes Jahr eine Schredder-Maschine für Glas und Metall präsentiert. Eine groß aufgebautsche Aktion anlässlich der Feierlichkeiten zum französischen National-Feiertag. Hoffentlich hält die Maschine länger als der Vorgänger. Die alte Pressmaschine für Metall scheint nach einiger Zeit kaputt gegangen zu sein, wie anklagende Haufen von Metalldosen beweisen. Ob die gepressten Ballen jemals mit dem Versorgungsschiff zum Recycling gebracht werden? Bsld dürften sie komplett eingewachsen sein.

Mühsam gesammelte Dosen und Flaschen warten auf ihre Pressung – vergeblich – die Maschine ist schon lange kaputt

Gepresse Dosen – stehen jetzt im Wald und sind kurz davor überwuchert zu werden – daneben ein Schrott-Bagger

Präsentation von einer neuen Dosenquetsche und Glas-Schredder-Maschine auf Gambier

Kaputte Autos, Bagger und Baummaschinen bleiben stehen, wo sie kaputt gehen und gammeln am Straßenrand oder im Wald vor sich hin. Hier scheint kein Abtransport durch ein Schiff zu erfolgen. Schrottkarren stehen überall verteilt, auf allen Inseln. Uns erscheinen es noch zu wenig Autos zu sein. Gut möglich, dass die ein oder andere Karre auch am Außenriff landet. Aber das ist Spekulation. Auf Hao wurden allerdings nach Abbau der miltärischen Anlagen für die Atombombenversuche, Schrott und kontaminiertes Material am Riff versenkt.

Baumaschinen-Friedhof auf Moorea direkt an der Hauptstraße

Schrottautos in der Insel-Idylle von Tahaa

Müll – die Geißel der ganzen Welt. Wie sollen wir dem nur Herr werden? Man mag nicht darüber nachdenken und jedes Auffischen einer treibenden Wasserflasche kommt mir zunehmend albern und überflüssig vor. Aber Aufgeben ist auch keine Option. Also weiter sammeln und vermeiden.

Plastik-Müll am Außenriff – Hao

Das traurige Außenriff. Jeder Kringel auf dem Foto ist Plastikmüll – gut zu erkennen auf dem hochauflösendem Foto. Dazwischen liegt auch noch Makro- und Mikromüll. Wir werden alle an unserem Plastik ersticken.

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