{"id":132664,"date":"2017-07-01T22:25:00","date_gmt":"2017-07-01T22:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/atanga.de\/?p=132664"},"modified":"2017-07-06T21:38:01","modified_gmt":"2017-07-06T21:38:01","slug":"tag-6-santa-marta-segel-drueckeberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atanga.de\/?p=132664","title":{"rendered":"Tag 6-Santa Marta- Segel Dr\u00fcckeberger"},"content":{"rendered":"<p>Sa., 01.Jul.17, Karibisches Meer, Tag 1127, 11.770 sm von HH<br \/>\nDie Ereignisse \u00fcberschlagen sich. Ich beginne mit meinem pers\u00f6nlichen Waterloo. Ein Freiflug quer durchs Schiff. Von der Pantry bis in die Navi-Ecke. Dort bremst mich Achims Bein aus, sonst w\u00e4re ich mit dem Kopf noch aufs Holz geknallt. So ist nur das Stei\u00dfbein h\u00e4sslich geprellt. Sitzen ist nicht mehr so toll. Der weise Spruch &#8218;eine Hand f\u00fcrs Schiff&#8216; war beim Abwasch in Vergessenheit geraten. Zum Gl\u00fcck hatte ich nicht noch das Kartoffelsch\u00e4l-Messer in der Hand, sonst wird man bei solch einem Flug leicht zur Gatten-M\u00f6rderin. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> Der Tag beginnt, nach der tutti Nacht, mit Flaute. Schon wieder. Ein Hauch von Wind zwingt uns den Jockel anzuschmei\u00dfen. Das h\u00e4lt elf Stunden bis zum Nachmittag an. Das Meer liegt glatt vor uns als jemand die Windmaschine anwirft. Innerhalb einer Stunde erst Segel setzten, dann Segel 1. Reff, Segel 2.Reff, Segel 3. Reff. 15 Knoten Wind, dann 20. Zwei Meter Welle stehen auch gleich zur Seite, um zu helfen, es ungem\u00fctlich zu machen.  Es wird dunkel, wir gehen so in die Nacht. Meine Wache bis 2:00 Uhr ist noch ganz okay. Achim bekommt es dann dick: dauerhaft 25 Knoten, Boen wieder deutlich in den 30ern. Windrichtung 70 Grad, genau da wollen wir hin.<br \/>\nUm 6:00 Uhr, als er mich weckt, sind wir in der Nacht 34 Seemeilen gesegelt und haben 4 (in Worten vier) Meilen in die richtige Richtung gut gemacht. Es ist zum Heulen. Der aktuelle Wetterbericht legt noch einen drauf: der Wind wird zunehmen.<br \/>\nIrgendwann ist mal Schluss. Wir wissen wie Material und Menschen fressend noch mehr Wind sein kann. Wir brauchen einen Plan B. Mit dem Wind ablaufen und zur\u00fcck segeln kommt nicht in Frage. Aber im Nord-Osten ist das Land nicht weit. Zum Greifen nah. Eine Ankerbucht nur 37 Meilen entfernt. Das klingt verlockend. Das klingt nach dem Paradies.  Allerdings bedeutet dies, Segel runter und bei 25 Knoten genau gegen den Wind diese Meilen zu motoren. Wir brauchen f\u00fcnf Minuten und die Entscheidung ist getroffen. Man darf uns gerne Segel-Dr\u00fcckeber schipfen. Ein Zuckerschlecken wird motoren ebenfalls nicht, aber es ist ein Leiden mit Ende. In zehn, zw\u00f6lf Stunden sollte das abgearbeitet sein. Die S\u00fcd-Ost Str\u00f6mung, die verhindert hat, dass wir heute Nacht voran gekommen sind, wird uns helfen. Wir nehmen Kurs.<br \/>\nDie ersten zwei Stunden  l\u00e4uft es gut. Der Autopilot kommt gut mit den Wellen klar. Dann nimmt der Wind zu, die Wellen werden h\u00f6her, wir werden aus dem Ruder geworfen und auf den alten Kurs zur\u00fcck zu gehen, schafft unser Autopilot nicht. Wir m\u00fcssen per Hand Ruder gehen. Das ist etwas, was man auch im Stehen machen kann, also muss das Crew-Mitglied mit Sitzfleisch-Problemen ran. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/><br \/>\nAtanga macht einen guten Job. Die meisten Wellen durchschneidet sie butterweich. Der Wind legt einen drauf, die Wellen auch. Spa\u00df macht das nicht.  Alle f\u00fcnfzehn Minuten kommt ein besonderes Exemplar auf uns zu gerollt. Steil. Mit wei\u00dfem, brechenden Kamm. Drei Meter hoch, vielleicht vier.   Wie im Film &#8218;der Sturm&#8216; steigt Atanga die Welle hoch. Der Bug steht in der Luft. Zwei, drei Meter h\u00e4ngen \u00fcber dem Wellen-Kamm. Wir scheinen einen Moment schwerelos zu verharren. Dann kommt der Bauchklatscher. Mit einem lauten Knall fallen wir ins Wellental. Die Gischt spritzt Meter hoch. Wir werden auf einen Knoten Speed ausgebremst.  Nach sechs Stunden wird es ruhiger. Der Autopilot kann wieder ran. Die Landabdeckung dr\u00fcckt die Wellen auf anderthalb Meter runter. Alles wird ertr\u00e4glicher. Land kommt in Sicht. Jetzt ist es 17:00 Uhr und wir hoffen noch vor dem Dunkelwerden unsere Bucht zu erreichen.<br \/>\nRest Meilen nach Ost: 57<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"gef\u00e4llt mir\" data-post-id=\"132664\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">2    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"doof\" data-post-id=\"132664\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sa., 01.Jul.17, Karibisches Meer, Tag 1127, 11.770 sm von HH Die Ereignisse \u00fcberschlagen sich. 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