{"id":135216,"date":"2018-12-23T00:12:00","date_gmt":"2018-12-23T00:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/atanga.de\/?p=135216"},"modified":"2018-12-23T01:04:07","modified_gmt":"2018-12-23T01:04:07","slug":"tag-14-osterinsel-held-an-bord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atanga.de\/?p=135216","title":{"rendered":"Tag 14 =&gt;Osterinsel &#8211; Held an Bord"},"content":{"rendered":"<p>Sa., 22.Dez.18, S\u00fcd-Pazifik, Tag 1665, 14.800 sm von HH<br \/>\nNach drei Stunden D\u00fcmpelei werden wir dann doch t\u00e4tig. Der Blister (das bunte Leichtwindsegel) wird hergeholt. Das Setzen gelingt problemlos. Wir haben einen Bergeschlauch, eine d\u00fcnnen H\u00fclle aus Tuch, in dem der Blister steckt. Dieser Schlauch wird mit einem Fall (das sind die B\u00e4nder die im Mast bist nach oben f\u00fchren) bis in die Mastspitze gezogen. Anschlie\u00dfend wird mit einer Leine der Schlauch zusammen gerafft und das Segel entfaltet sich. Wir nehmen Fahrt auf, das Segel verrichtet seinen Dienst. Soweit so gut.<br \/>\nDie Freude w\u00e4hrt nicht lange. Nat\u00fcrlich kommt nach kurzer Zeit wieder Wind auf. Der Blister muss zur\u00fcck in seinen Schlauch. Kein Problem. Das  klappt als ob wir Profis w\u00e4ren. Dann zieht Achim an dem Fall, um den 15 Meter langen Schlauch wieder an Deck zu holen. Er zieht und zieht. Nichts. Das Fall ist verklemmt. Uns ist klar, dass der Schlauch nicht am Mast h\u00e4ngen bleiben kann.  Die 50 cm dicke Wurst schlackert ungesichert hin und her und w\u00fcrde sich aufreiben. Dann k\u00e4me der Blister aus seinem Gef\u00e4ngnis und br\u00e4chte uns bei viel Wind in arge Schwierigkeiten.<br \/>\nEs gibt nur einen Weg das verklemmte Fall zu l\u00f6sen: wir brauchen jemanden, der in den Mast klettert. Alle Augen auf Achim. Etwas blass um die Nase holt er sein Klettergeschirr. An dem befestigen wir ein weiteres Fall, so dass ich ihn von unten sichern kann, falls er abrutschen sollte. Das verhindert einen Einschlag auf Deck. Diese Methode wenden wir immer an, wenn Achim in den Mast klettern muss. Nur dass wir sonst ruhig im Hafen liegen, ohne Schiffsbewegung. Nicht verhindern kann die Sicherung, dass Achim, sollte er den Halt verlieren, in der D\u00fcnung hin und her pendeln wurde. Ohne Verletzungen bek\u00e4me er kaum den Mast wieder zu fassen. Die Beschleunigungen in sechstzehn Meter H\u00f6he sind enorm.<br \/>\n&#8222;Gut stramm halten&#8220;, gibt Achim mir auf den Weg, &#8222;du darfst nicht die Spannung  verlieren.&#8220; Ich nicke nerv\u00f6s. Dann erklimmt er auch schon die ersten Maststufen. Ich halte das Fall auf Spannung. Pl\u00f6tzlich ist Schluss, ich merke, dass er nicht weiter klettert. Ein Blick nach oben. Achim h\u00e4ngt in sechs Meter H\u00f6he an der ersten Saling. In inniger Umarmung klammert den Mast. &#8222;Ich brauche eine Pause&#8220;, ruft er mir zu, &#8222;es schaukelt ganz ordentlich.&#8220; Du lieber Himmel. Und er muss noch zehn Meter h\u00f6her. Mir zittern die Knie. Wie mag Achim das erst ergehen?  Dann merke ich, dass er weiter klettert. Wenn sich Atanga ganz besonders schlimm auf die Seite legt, ist oben Pause. Ich sehe wieder die Umarmung. Was Achim sonst routiniert wie ein Affe erledigt, dauert heute ewig. Ich konzentriere mich auf mein Fall. Vom Ziehen tun mir hier unten schon die H\u00e4nde weh. Ich mag nicht dran denken, wie es seinen H\u00e4nden geht.<br \/>\nOben angekommen ist das Problem recht schnell gel\u00f6st. Der Sch\u00e4kel hat sich ungl\u00fccklich hinter einer Rolle verklemmt. So stark verkeilt als w\u00e4re er mit einem Hammer dort hinein getrieben worden. Die L\u00f6sung hei\u00dft Sch\u00e4kel \u00f6ffnen und den Schlauch auf Deck fallen lassen. Achim hat zum \u00d6ffnen seinen Letherman dabei. Das ist pures Gl\u00fcck. Dar\u00fcber nachgedacht hat er nicht. Er h\u00e4tte dann tats\u00e4chlich ein zweites Mal klettern m\u00fcssen <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> Mit zittrigen Gummih\u00e4nden \u00f6ffnet er den Sch\u00e4kel. Dort oben hat der Mast Ausschl\u00e4ge von drei Metern zu jeder Seite. Und das bei nur 10 Grad Kr\u00e4ngung. Einige der Wellen dr\u00fccken uns durchaus noch kr\u00e4ftiger auf die Seite. Dazu kommen die Fliehkr\u00e4fte, die ich schon an Deck sp\u00fcre und zeitweise aus der Bahn geworfen werde. Da soll man wohl Gummiarme haben.<br \/>\nIch trete zur Seite. Der Bergeschlauch kommt runter. Schnell hole ich die H\u00e4lfte  an Deck, die ins Wasser gefallen ist. Dann kommt Achim runter. &#8222;Ich habe Wackelbeine&#8220;, grinst er mich an. Das Grinsen f\u00e4llt noch etwas schief aus. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_smile.gif\" alt=\":-)\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/>  Wir umarmen und begl\u00fcckw\u00fcnschen uns. Tausend Steine fallen mir vom Herzen. Wir tanzen, jubeln und freuen uns. Ein paar Blessuren vom fest klammern an  Oberarmen, Schienbeinen und Handgelenken sind nicht der Rede wert. Sp\u00e4ter in der Nacht lese ich im Logbuch, dass er unter die Beschreibung des Geschehens &#8218;Horror&#8216; geschrieben hat.<br \/>\nDas Segel kann nichts daf\u00fcr, trotzdem steht Morgen bei Ebay Kleinanzeigen: Blister zu verkaufen.<br \/>\nEssen: Abendessen: W\u00fcrstchen (so eine Art Hot Dog Wurst aus Bah\u00eda) mit dem Kartoffelsalat und Krautsalat (auch mal sch\u00f6n nicht kochen zu m\u00fcssen) Fr\u00fchst\u00fcck: Brot mit Salami, K\u00e4se und Mortadella Mittag: Die verbliebenen W\u00fcrstchen vom Vorabend in Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln angebraten. Spiegelei drauf. Fertig. Dazu Cole Slaw (amerikanischer Krautsalat mit Mayo\/Joghurt und M\u00f6hren &#8211; meine Kohlk\u00f6pfe, die als Langzeitgem\u00fcse gedacht waren, neigen zum Gammeln und m\u00fcssen verarbeitet werden). Ein Rest vom Milchreis zum Nachtisch.<br \/>\nMeilen: Tagesmeilen 80 , Rest 925 sm auf direktem Weg<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"gef\u00e4llt mir\" data-post-id=\"135216\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">2    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"doof\" data-post-id=\"135216\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sa., 22.Dez.18, S\u00fcd-Pazifik, Tag 1665, 14.800 sm von HH Nach drei Stunden D\u00fcmpelei werden wir dann doch t\u00e4tig. 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