{"id":135222,"date":"2018-12-28T00:17:00","date_gmt":"2018-12-28T00:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/atanga.de\/?p=135222"},"modified":"2018-12-28T01:04:31","modified_gmt":"2018-12-28T01:04:31","slug":"tag-19-osterinsel-wasser-camping","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atanga.de\/?p=135222","title":{"rendered":"Tag 19 =&gt;Osterinsel &#8211; Wasser Camping"},"content":{"rendered":"<p>Do., 27.Dez.18, S\u00fcd-Pazifik, Tag 1670, 15.222 sm von HH<br \/>\nIm Grunde genommen ist so ein Langstreckent\u00f6rn wie Campen in einem Zweimannzelt auf einer vom Regen durchgeweichten Wiese w\u00e4hrend eines Festivals: alles etwas primitiv und schmuddelig. Unseren Abwasch erledigen wir in einer Mikromenge Wasser (ein bis anderthalb Liter). Mehr k\u00f6nnen wir in unser flaches Abwaschbecken bei Schr\u00e4glage nicht f\u00fcllen. Eine echte Fehlkonstruktion auf dem Kahn. Mit so einer kleinen Menge Wasser kann man nicht vern\u00fcnftig sp\u00fclen. St\u00e4rkehaltige Speisereste, wie Kartoffeln, bleiben unweigerlich an den Tellern haften. Das trocknen wir mit dem Geschirrhandtuch einfach weg. Nach drei Tagen ist das Handtuch steif und nach f\u00fcnf f\u00e4ngt es an zu m\u00fcffeln. Ein Quell der Freude sind auch die Anti-Rutschmatten mit denen die Ablagefl\u00e4chen in der Pantry gepflastert sind. An den Farbflecken kann man die Speisefolge der letzten Tage erkennen. Einen Abklatsch-Test w\u00fcrde ich auf den Dingern nicht machen wollen. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_lol.gif\" alt=\":lol:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/><br \/>\nIm Salon liegt dick der Staub. Auf den Laptop Deckel steht Sau geschrieben. Im Cockpit wehen Brotkr\u00fcmel in die L\u00f6cher der Gr\u00e4ting.  Dort liegen sie in guter Gesellschaft mit Paprikakernen, verlorenen Reisk\u00f6rnern und versch\u00fctteter Milch.  Aus dem Waschbecken Haare fischen, das Cockpit von der Salzschicht befreien und die Pantry halbwegs in Ordnung halten, das liegt grade noch drin. Vor ein paar Tagen habe ich im Salon den Fu\u00dfboden mit einem Handfeger gefegt. Das ist anstrengender als ein Marathon-Lauf, obwohl es schon echt schaukelfrei war. Der Rest muss bis zur Ankunft so schmuddelig bleiben.<br \/>\nAuch bei dem Mahlzeiten verrohen die Sitten. Mit Messer und Gabel essen, ist die meiste Zeit unm\u00f6glich. Eine Hand h\u00e4lt den Teller (wir nehmen meistens Sch\u00fcsseln, da flutschen die Eier nicht so leicht runter, wenn man mal eine halbe Sekunde nicht aufpasst), die andere Hand h\u00e4lt die Gabel. Brocken, die zu gro\u00df f\u00fcr den Mund sind, werden durchgebissen und der \u00fcbersch\u00fcssige Rest in die Sch\u00fcssel zur\u00fcck fallen lassen. Achim leckt schon mal einen Teller ab. &#8222;Du willst doch nicht so viel Sauce im Abwaschwasser haben&#8220;, guckt er mich unschuldig an.<br \/>\nUnd dann ist da noch die Geschichte mit dem Klopapier. Das sammeln wir in einem kleinen Eimer im Bad. Das Papier aus der Plastikt\u00fcte entleere ich dann au\u00dfen Bords. Nat\u00fcrlich zur windabgewandten Seite. Das hat trotzdem seine T\u00fccken. Man kann den Beutel nicht einfach \u00fcber die Reling h\u00e4ngen und glauben, dass der brisante Inhalt in die Fluten gleitet. Wie kleine, wei\u00dfe Drachen fliegt das Papier in die H\u00f6he, ger\u00e4t in Windwirbel neben dem Schiff und wird geschickt aufs Deck zur\u00fcck geleitet. Selbst wenn ich mich ganz tief \u00fcber die Fu\u00dfreling beuge, gibt es diese Wind-Strudel. Da gilt es, den Kopf flach zu halten. Eine T\u00e4tigkeit, die Achim komplett verweigert. Wer einmal gebrauchtes Klopapier von Deck gesammelt hat, der wei\u00df wie Langstrecke schmecken kann. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/><br \/>\nWind und Wellen: In einem konstanten S\u00fcd-Ost-Passat von 12 bis 14 Knoten ziehen wir seit \u00fcber 24 Stunden unsere Bahn. Squalls und Flautengebiete sind verschwunden. Perfektes Segelwetter, m\u00f6chte ich sagen. Eine D\u00fcnung von zwei Meter hebt uns an, um uns im n\u00e4chsten Wellental sanft wieder abzusetzen. Bei jeder zehnten Woge harmoniert das Zusammenspiel von Welle und Schiff nicht perfekt, dann werden wir garstig auf die Seite gedr\u00fcckt. Wir haben trotzdem  nichts auszustehen. Dazu das blaue Meer mit einem Blau so blau.<br \/>\nEssen: Abendessen: Spaghetti Bolognese Fr\u00fchst\u00fcck: Brot mit Salami, K\u00e4se und Mortadella Mittag: Bratnudeln mit Ei. Unsere Orangen entpuppen sich als reine Saftorangen. Aus ihrem Saft plus dem einiger Limetten koche ich mit etwas Ingwer einen Sirup. Der kommt als Topping auf Apfelst\u00fccke mit Joghurt. Schleck!<br \/>\nMeilen: Tagesmeilen 101 , Rest 515 sm auf direktem Weg. Noch f\u00fcnf Tage, sagt die realistische Prognose. Vielleicht sechs.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"gef\u00e4llt mir\" data-post-id=\"135222\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"doof\" data-post-id=\"135222\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Do., 27.Dez.18, S\u00fcd-Pazifik, Tag 1670, 15.222 sm von HH Im Grunde genommen ist so ein Langstreckent\u00f6rn wie Campen in einem Zweimannzelt auf einer vom Regen durchgeweichten Wiese w\u00e4hrend eines Festivals: alles etwas primitiv und schmuddelig. 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