{"id":135851,"date":"2019-06-17T02:06:00","date_gmt":"2019-06-17T02:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/atanga.de\/?p=135851"},"modified":"2019-06-17T18:47:55","modified_gmt":"2019-06-17T18:47:55","slug":"wenn-voll-dann-voll-part-two","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atanga.de\/?p=135851","title":{"rendered":"Wenn voll, dann voll &#8211; Part two"},"content":{"rendered":"<p><em>Fr., 14.Jun. 19, Franz.Polyn.\/Tuamotu\/Insel Hao\/d&#8217;Otepa, Tag 1839, 17.889 sm von HH<\/em><\/p>\n<p>Der Platz, an dem die Fischer bei starkem S\u00fcdwind ihr Boot festmachen, ist jetzt von einem franz\u00f6sischen Einhandsegler besetzt. Ob die Mooring noch in Ordnung ist, wissen die Fischer nicht genau, daher binden sie ihr Boot zus\u00e4tzlich an B\u00e4umen fest. Der junge Mann liegt genau in Schussrichtung von Vanessa und Nicky. Beide Damen statten dem Franzosen einen Besuch ab und bitten ihn, die Mooring zu kontrollieren und zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. &#8222;Kiss my Hintern&#8220;, l\u00e4sst er beide Frauen f\u00fchlen. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_evil.gif\" alt=\":evil:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/><\/p>\n<p>Unser deutscher Freund, nennen wir ihn Erwin, hat in der Zwischenzeit ein zweites Schiff ins P\u00e4ckchen genommen. Die Dreier-Gruppe kommt nun dem Franzosen an der wackeligen Mooring so nah, dass der vorsichtig ausmisst, ob der Platz f\u00fcr ihn \u00fcberhaupt noch ausreichend ist, falls er sich drehen sollte. Wenn ein Franzose am Anker Angst bekommt, dann wei\u00dft du, dass du Mist gebaut hast. Der Hafen gibt es jetzt zwei Gruppen: die Gleichg\u00fcltigen: &#8222;Come over, here is plenty of room&#8220; und die Vorsichtigen. Wobei letztere Gruppe deutlich kleiner ist.<\/p>\n<p>Erwin geh\u00f6rt zu den Gleichg\u00fcltigen. Erwin trifft auf der Pier auf Achim. Es wurde zu einem lockeren Treffen f\u00fcr alle Crews aufgerufen. In kleinen Gr\u00fcppchen stehen wir Segler beieinander und plauschen. Erwin ist irgendwie auf Krawall geb\u00fcrstet beginnt mit Achim sofort den Wettkampf &#8218;wer von uns hat die dicksten Eier?&#8216;: mein schweres Schiff, mein Edelstahlanker, meine Antarktis-Reise und meine harten Erfahrungen: &#8222;ja, ja, 40 Knoten Wind, kennt man ja&#8230;&#8220;. Die Themen wechseln schnell, Erwin hat zu allem etwas Gro\u00dfes beizusteuern. Achim l\u00e4sst sich nicht (zumindest kaum <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> ) auf dieses Spielchen ein. Erwin l\u00e4sst nicht locker. Mir, als stumme Beobachterin, kommt es so vor, als suche er gezielt nach einem Thema, was Achim hochbringt. Man kann die Antipathie zwischen den beiden f\u00f6rmlich greifen. Der volle Hafen bietet sich f\u00fcr Erwin als provokantes Thema an.<\/p>\n<p>Achim berichtet, dass wir am Anfang nur mit zwei bis vier Schiffen hier gelegen haben und es zu dem Zeitpunkt sowohl sch\u00f6ner, als auch sicherer fanden. &#8222;Ihr seid schon seit vier Wochen hier? Vielleicht sollte man mal mit dem B\u00fcrgermeister sprechen und alle Schiffe nach einem Monat raus schmei\u00dfen lassen. &#8220; Achim bleibt ruhig. Erwin versucht es mit den im P\u00e4ckchen liegenden Schiffen: &#8222;Die anderen zwei Boote an der Pier auf meiner Seite wollten niemanden ins P\u00e4ckchen nehmen. F\u00fcr mich kein Problem.&#8220; &#8222;F\u00fcr dich vielleicht nicht, aber f\u00fcr den Franzosen neben Dir schon. Ich w\u00fcrde auch nur im Notfall jemanden ins P\u00e4ckchen nehmen.&#8220; &#8222;Was bist du denn f\u00fcr einer. Das geh\u00f6rt sich so.&#8220; Mir wachsen schon vom Zuh\u00f6ren Wutpilze im Gesicht &#8211; Achim bleibt ruhig. Er ist dabei seine Meinung zu begr\u00fcnden (neben uns liegt ja der Engl\u00e4nder, der in jedem Fall ein Schiff, was bei uns l\u00e4ngsseits ginge, weghauen w\u00fcrde), da wechselt Erwin erneut das Thema: &#8222;Und wie haltet ihr es mit eurem Schwarzwassertank? Ich habe ja eine Vakuumanlage. Da kann ich sieben Tage mein Schmutzwasser sammeln.&#8220; Er guckt lauernd. Die Entsorgung der F\u00e4kalien ist in jeder Bucht ein brisantes Thema. Achim steigt aus: &#8222;Sch\u00f6n f\u00fcr dich, dass du so eine Anlage hast. Mit dir m\u00f6chte ich mich nicht mehr unterhalten. Das ist Zeitverschwendung f\u00fcr mich.&#8220; Spricht, dreht sich um und wendet sich einer anderen Gruppe zu. Mich l\u00e4sst er bei dem Problemfall stehen.<\/p>\n<p>Erwin dreht sich zu seiner Frau und berichtet ihr aufgebracht, dass Achim ihn einfach stehen lassen hat. Das ist zu viel f\u00fcr sein Ego. Er quatscht jetzt auf mich ein. Ohne zu wissen, ob wir einen F\u00e4kalientag haben und wenn ja, wie wir ihn nutzen, unterstellt er uns ungeb\u00fchrliches Toiletten-Verhalten. &#8222;Wenn der F\u00e4kalientank voll ist, dann f\u00e4hrt man zur Entleerung raus. Das macht jedes anst\u00e4ndige Schiff. Ich brauch das nicht, ich habe ja diese Vakuumanlage&#8220;, wiederholt sich Erwin. Jede Diskussion mit ihm ist sinnlos &#8211; n\u00e4chtliche Entleerung, Str\u00f6mung, Schiffe ohne Tank, erz\u00e4hl mir nicht, dass du alle 7 Tage raus f\u00e4hrst&#8230; Er erw\u00e4hnt immer wieder seine geile Vakuumanlage. Nach einem kurzen Meinungsaustausch an Argumenten, bleibt mir nur, es Achim gleichzutun: &#8222;Mit dir zu sprechen ist Zeitverschwendung&#8220;. Das ist das Signal zum Aufbruch f\u00fcr Erwin. Er will nicht mehr bleiben. Frau Erwin muss ebenfalls mit und die befreundete Frau vom Nachbarschiff darf auch nicht l\u00e4nger bleiben. Ein deutscher Kleingartenkrieg am Relings-Zaun . <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_wink.gif\" alt=\";-)\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> Das erste deutsche Schiff, das wir seit Ecuador treffen und dann sowas.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"gef\u00e4llt mir\" data-post-id=\"135851\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">3    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"doof\" data-post-id=\"135851\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr., 14.Jun. 19, Franz.Polyn.\/Tuamotu\/Insel Hao\/d&#8217;Otepa, Tag 1839, 17.889 sm von HH Der Platz, an dem die Fischer bei starkem S\u00fcdwind ihr Boot festmachen, ist jetzt von einem franz\u00f6sischen Einhandsegler besetzt. 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