{"id":137618,"date":"2021-06-02T02:29:00","date_gmt":"2021-06-02T02:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/atanga.de\/?p=137618"},"modified":"2021-06-04T01:49:46","modified_gmt":"2021-06-04T01:49:46","slug":"7-jahre-2-fazits","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atanga.de\/?p=137618","title":{"rendered":"7 Jahre &#8211; 2 Fazits"},"content":{"rendered":"<p><em>Di.,01. Jun 2021, Franz.Polynesien,Pazifik, Tag 2557, 21.739 sm von HH<\/em><\/p>\n<p>Das erste Mal, dass wir unseren Jahrestag auf See verbringen. Trotzdem gibt es die \u00fcblichen zwei R\u00fcckblicke &#8211; wie immer getrennt voneinander geschrieben. Der aktuellen Tagesbericht steht unten drunter.<\/p>\n<p><strong>Achim<\/strong><br \/>\nSieben Jahre und kein Ende in Sicht <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_wink.gif\" alt=\";-)\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> . Schwer zu sagen, was war. Im Nachhinein war es ein ruhiges Jahr. Gambier, Tahiti, Moorea, Huahine, Tahaa, Bora Bora. Wenn ich das jetzt so aufz\u00e4hle, dann ist das eigentlich gar nicht so wenig. Wir haben unser sch\u00f6nes Gambier im August verlassen, als der Winter kam und die Wassertemperaturen unertr\u00e4glich niedrige 22\u00b0C erreichten. Unz\u00e4hlige Spazierg\u00e4nge und immer auf der Jagd nach Pampelmusen, Zitronen, Papaya, Bananen, Spinat, Chili, Sternfrucht und Mikro-Tomaten. Schade, wir werden wohl nie zur\u00fcckkehren und so bleibt es eine der sch\u00f6nsten Erinnerungen. Tahiti ist Tahiti und Papeete ist eben eine laute Stadt. Nicht immer ganz sauber und ein Ort, den man nicht auf den ersten Blick liebt. Das kommt aber. Es ist sch\u00f6n hier und die Versorgung ist super. Die Gesellschaftsinseln. Zum Erbrechen kitschig und sch\u00f6n. Lagunen mit den unglaublichsten Farben und alles leer, weil die Welt verr\u00fccktspielt. So wie wir Bora Bora gesehen haben, wird man es so schnell nicht wieder sehen, wenn die Tourismusmaschinerie wieder l\u00e4uft. Dann werden die Charterboote kommen, die Jet-Skis, die Kiter und Surfer. Dann ist es vorbei mit der Idylle, aber es gibt wieder etwas zu verdienen. Ich w\u00fcnsche es den Menschen hier &#8211; so viele Alternativen gibt es nicht.<br \/>\nDas Jahr war ein Corona Jahr. Die Sonnenunterg\u00e4nge in Polynesien sind atemberaubend und geh\u00f6ren wahrscheinlich zu den sch\u00f6nsten der Welt. Sie untermalten unsere Sundowner. Leider wiederholte sich aber auch das immer wieder gleiche Thema w\u00e4hrend dieser Stunden: Wann? Wohin? H\u00f6rt der Mist mal auf? Und was machen die da eigentlich in der Heimat? Gut &#8211; es h\u00e4tte schlimmer f\u00fcr uns kommen k\u00f6nnen. Wir waren im vermutlich besten, gastfreundlichsten und sch\u00f6nsten Inselreich, dass wir uns h\u00e4tten aussuchen k\u00f6nnen. Kein Stress, keine Visa-Probleme, keine Testerei. Die Freiheit hinzusegeln, wohin wir wollen und wann wir wollen. Wer kann das schon sagen? Ich bin dankbar daf\u00fcr und es schmerzt schon jetzt, wenn ich daran denke, dass wir Polynesien verlassen werden. Neuseeland ruft und unsere Atanga braucht professionelle Zuwendung, um sie f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre fit zu machen. Wir freuen uns auf Neuseeland, nicht so sehr auf die Arbeit, aber auf das Land und wer wei\u00df &#8211; von Neuseeland segelt man in nur drei Wochen nach Gambier&#8230;<\/p>\n<p><strong>Sabine<\/strong><br \/>\nFernweh. Reiselust. Diese zwei Treiber sind bei mir der Grund, warum wir \u00fcberhaupt diese Reise begonnen haben. Ich kann mich noch erinnern, wenn wir nach unseren Ostsee-Urlauben mit Atanga durch den Nord-Ostsee-Kanal zur\u00fcck in die Elbe gefahren sind. Mit Begeisterung haben wir an dem schwelligsten und lautesten Platz der Nordhalbkugel festgemacht: direkt neben der Schleuse in Brunsb\u00fcttel. Ein G\u00e4nsehaut-Platz f\u00fcr mich. Das Fernweh konnte ich dort k\u00f6rperlich sp\u00fcren. Die gesch\u00e4ftige Atmosph\u00e4re, ein Signal ert\u00f6nt, jemand ruft ein Kommando in einer fremden Sprache. Es stinkt nach Aufbruch und nach Salz von der Nordsee. Wenn die Tore sich \u00f6ffnen und Frachter und Segelboote in die Elbe entlassen, dann braucht nur nach rechts abbiegen und weiter Richtung Westen fahren. Die ganze Welt direkt vor dem Bug. Auf diesen Moment habe ich sehns\u00fcchtig gewartet.<br \/>\nBeim Gedanken an das letzte Jahr schie\u00dft mir als erstes das Wort &#8218;ausgebremst&#8216; in den Kopf. Fernweh macht sich bei mir das erste Mal seit Beginn der Reise bemerkbar. Wir hatten ein tolles Jahr in Franz\u00f6sisch Polynesien. Ich bin \u00fcbergl\u00fccklich, dass uns der Corona-Wahnsinn ausgerechnet hier erwischt hat. Mit vielen Freiheiten und der M\u00f6glichkeit zwischen den Atollen frei umher zu segeln. Wir haben wohl einen der besten Gastgeber weltweit erwischt. Wir hatten sch\u00f6ne zw\u00f6lf Monate in traumhafter Landschaft und Unterwasserwelt.<br \/>\nDie ersten sechs Jahre waren gepr\u00e4gt vom Pl\u00e4ne schmieden. Wohin es als n\u00e4chstes gehen soll. Was ist wettertechnisch m\u00f6glich, was trauen wir uns zu, was wollen wir unbedingt sehen? St\u00e4ndig gab es was auszuarbeiten: eine Busfahrt durch S\u00fcdamerika oder Ausfl\u00fcge in den Dschungel. Die Luft ist raus. Alle Reisef\u00fchrer liegen ungelesen in der Ecke. Pl\u00e4ne werden nur noch geschmiedet, was es zum Abendessen geben soll und wer abends den Film aussuchen darf. Gegen Hafenblues haben uns neue Hobbies gesucht. Achim hat seit ein paar Monaten eine Ukulele und \u00fcbt flei\u00dfig fast jeden Tag. Und ich habe das N\u00e4hen f\u00fcr mich entdeckt. Erste Tops, ein Einkaufsbeutel und Schlafanz\u00fcge sind schon entstanden. Ein geruhsames Rentnerleben ist eingetreten. Es ist ein gutes Leben, wir k\u00f6nnen die Zeit auch ohne Weiterreise genie\u00dfen. Wir tr\u00e4umen von Gambier und denken zur\u00fcck, dass wir genau vor einem Jahr kiloweise Zitronen gesammelt haben. Regelm\u00e4\u00dfig bringt uns ein Spaziergang im Park von Papeete oder ein spektakul\u00e4rer Sonnenuntergang in Huahine zum seufzen: &#8222;Hier kann man f\u00fcr immer bleiben&#8220;.<br \/>\nWenn da nicht Fernweh und Reiselust w\u00e4ren. Die zwei scharen mit den Hufen. Die Gier neue L\u00e4nder zu entdecken und zu erobern ist ungebrochen. Ich h\u00f6re im Geiste die Schleusen in Brunsb\u00fcttel, ein Kommando wird in einer fremden Sprache gerufen. Noch m\u00fcssen wir uns gedulden und bis es so weit ist, genie\u00dfen wir das hier und jetzt.<\/p>\n<p><strong>Tag 2 &#8211; das Fenster schlie\u00dft sich<br \/>\n<\/strong>Viel zu fr\u00fch, m\u00f6chte man schreien. Halt, es sind noch 60 Meilen \u00fcbrig. Aber der Wind ist gnadenlos. Best\u00e4ndig dreht er weiter nach Osten. Zum Ende der zweiten Nacht sind unsere vorgehaltenen Grade aufgebraucht. Schlimmer noch, mit jeder Meile verschlechtert sich unser Winkel. Wir haben f\u00fcnf Windst\u00e4rken, Fock und Gro\u00df nur leicht gerefft, damit wir wenigstens Strecke machen. Das macht das Leben nicht gerade komfortabel. Schr\u00e4glage nicht zu knapp. Nach genau 48 Stunden ist das Wetterfenster nicht nur zu, jemand hat auch noch die Gardine vorgezogen. Der Wind bl\u00e4st aus 80 Grad &#8211; unser Ziel liegt in 80 Grad. Wir versuchen einen Kreuzschlag. Zum tot lachen. Zehn versegelte Meilen f\u00fcr drei Meilen Strecke gut gemacht. Die Maschine anzuwerfen, ist kein Option. Wir haben zwischen 17 und 20 Knoten Wind, eine Welle von zwei Metern bremst uns aus. Da kommen wir nicht voran. Das w\u00e4re okay f\u00fcr zehn Meilen, nicht f\u00fcr f\u00fcnfzig. Oberhalb von Fakarava liegt noch ein Atoll in das wir k\u00f6nnen. Die Nacht wird zeigen, ob wir dort rein gehen. &#8222;Zum 7ten Jubil\u00e4um den Wind genau auf die Fresse&#8220;, ist Achims Kommentar. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> Happy Jubil\u00e4um, mein Schatz.<\/p>\n<div id=\"attachment_137623\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a class=\"boxersandswipers\" href=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Streckenweise-war-es-etwas-ruppig.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-137623\" class=\"wp-image-137623 size-full\" src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Streckenweise-war-es-etwas-ruppig.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Streckenweise-war-es-etwas-ruppig.jpg 800w, https:\/\/atanga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Streckenweise-war-es-etwas-ruppig-300x225.jpg 300w, https:\/\/atanga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Streckenweise-war-es-etwas-ruppig-768x576.jpg 768w, https:\/\/atanga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Streckenweise-war-es-etwas-ruppig-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-137623\" class=\"wp-caption-text\">Streckenweise ist es etwas ruppig<\/p><\/div>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"gef\u00e4llt mir\" data-post-id=\"137618\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">70    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"doof\" data-post-id=\"137618\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Di.,01. 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