{"id":137947,"date":"2021-11-06T02:16:00","date_gmt":"2021-11-06T02:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/atanga.de\/?p=137947"},"modified":"2021-11-10T00:25:14","modified_gmt":"2021-11-10T00:25:14","slug":"tag-20-nz-flaute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atanga.de\/?p=137947","title":{"rendered":"Tag 20 ==&gt; NZ &#8211; Flaute"},"content":{"rendered":"<p><em>Sa.,6.Nov.2021, Pazifik, Tag 2714, 24.576 sm von HH<\/em><\/p>\n<p>Am Nachmittag ist es dann endg\u00fcltig vorbei mit dem Wind. Der Motor l\u00e4uft &#8211; noch knapp 200 Meilen bis zum Ziel. Da reicht der Diesel locker ohne die Reserven zu ber\u00fchren. Super, so soll das sein.<br \/>\nKaum l\u00e4uft der Motor bekommen wir Besuch. Zuerst denke ich, das ist aber eine gro\u00dfe M\u00f6we. Und so gewandt. Schlagartig erfolgt die Erkenntnis: da fliegt unser erster Albatros. Er dreht eine kurze Runde um Atanga. Elegant im Flugstil, leuchtend wei\u00df von der Nachmittagsonne beschienen. Es hei\u00dft, dass die neuseel\u00e4ndischen Albatrosse ab dem 33sten Breitengrad erscheinen. Unser ist p\u00fcnktlich wie ein Grenzposten zur Stelle. Jetzt ist auch wieder klar, warum wir diese Reise eigentlich unternehmen. Einen Albatros bekommt man fast ausschlie\u00dflich auf See zu sehen. Sie kommen nur zum Br\u00fcten an Land. Auf der S\u00fcdinsel Neuseelands gibt es eine Brut-Kolonie. Dort kann man mal Gl\u00fcck haben.<\/p>\n<p>Die Nacht verl\u00e4uft ereignislos. Unser 110 PS starker Yanmar h\u00e4mmert uns in den Schlaf. Der im Grunde viel zu gro\u00dfe Motor (f\u00fcr unsere Schiffsgr\u00f6\u00dfe) ist kein Fl\u00fcsterwunder.<br \/>\nDer Morgen bringt Aktivit\u00e4t. Die Braut soll f\u00fcr die Ankunft h\u00fcbsch gemacht werden. Unser Cockpit wirkt durch die leeren Bimini-B\u00fcgel wie ein W\u00e4sche-Trockenplatz. Wie ich schon schrieb, ist die Konstruktion, nun, ich sag mal, abenteuerlich. Bevor man die B\u00fcgel kippen kann, muss die Gro\u00dfschot durch die B\u00fcgel gezogen und der Baum zur Seite geklappt werden. Ein paar Schrauben l\u00f6sen und fertig. Unter Segel unm\u00f6glich &#8211; jetzt kein Problem.<\/p>\n<p>Und dann leckt unser K\u00fchlwasser vom Yanmar. Es tropft in recht kurzen Abst\u00e4nden. Wer kennt es nicht von fr\u00fcher, ein alter Renalut, der auch ewig K\u00fchlwasser verloren hat? Es scheint ein Schlauch-Schellen-Problem zu sein. Kleiner Fehler, gro\u00dfe Wirkung. Achim k\u00f6nnte den Schlauch wechseln, aber eine Operation am offenen (hei\u00dfen) Herzen m\u00f6chte er gerne vermeiden. Er versucht die Undichtigkeit mit ResQ-Tape abzudichten. Keine Chance. Auf dem feuchte Schlauch klebt es nicht. Also kippen wir Wasser in den Ausgleichsbeh\u00e4lter in der Hoffnung, dass der Motor dieses Wasser ansaugt. Macht er! Jetzt brauchen wir nur noch alle vier Stunden einen Liter nachkippen und kommen hoffentlich ohne platzende Maschine in Opua an.<\/p>\n<p>Essen: Es gibt noch mal Chili con Carne. Ein Glas mit Hack muss noch weg. Und dann habe ich den Fragebogen der neuseel\u00e4ndischen Beh\u00f6rden ausgef\u00fcllt, was wir noch an &#8222;gef\u00e4hrlichen&#8220; Lebensmitteln und Gegenst\u00e4nden an Bord haben. Von Muskatn\u00fcssen bis zum Strohhut kommt da allerlei Zeug zusammen. Gerne h\u00e4tte ich gemogelt, aber Achim w\u00fcrde das sowieso bem\u00e4ngeln, also ist meine zweitbeste Strategie Nebelkerzen f\u00fcr den Kontrolleur zu werfen. <img src=\"https:\/\/atanga.de\/wp-content\/plugins\/classic-smilies\/img\/icon_mrgreen.gif\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/> Kreuze brav Reis als vorhanden an und schreibe daneben: wei\u00dfer Reis, Sushi Reis und Milchreis. Und Gries nicht vergessen. Alles in Schriftgrad drei und ohne Sonntagsschrift.<br \/>\nIch bin gespannt, wie das ablaufen wird. Fr\u00fcher, also b.c. (before corona not before christ), kamen Hunde an Bord zum Lebensmittel schn\u00fcffeln. Das soll es im Augenblick nicht geben.<br \/>\nDiese Aktionen kommen leider sowieso rund 250 Jahre zu sp\u00e4t. Bereits die ersten Europ\u00e4er, die Neuseeland betraten, haben es versaut. Und wer war es? Kein geringerer als der ber\u00fchmte K\u00e4pt&#8217;n Cook und seine Leute. In den Aufzeichnungen von Georg Forster, dem botanischen Begleiter Cooks, habe ich folgendes gelesen: &#8222;Zwar hatten wir eine Menge europ\u00e4ischen Gartensamens von der besten Art ausges\u00e4t, allein das Unkraut wird jede n\u00fctzliche Art bald ersticken&#8220;. und &#8222;Wir hatten noch f\u00fcnf G\u00e4nse und vier Mutterschafe vom Kap der Guten Hoffnung da gelassen. Seiet fruchtbar und mehret euch. Hoffentlich werden sie sich \u00fcber das ganze Land ausbreiten.&#8220;<\/p>\n<p>Tagesmeilen &#8211; 121 &#8211; Restmeilen direkter Kurs: 97 &#8211; eta: Sonntagvormittag NZ time = +12 Stunden HH time. Year!<br \/>\nPosition: 34\u00b0 20,9 S &#8211; 175\u00b0 34,2 E<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"gef\u00e4llt mir\" data-post-id=\"137947\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">64    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"doof\" data-post-id=\"137947\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sa.,6.Nov.2021, Pazifik, Tag 2714, 24.576 sm von HH Am Nachmittag ist es dann endg\u00fcltig vorbei mit dem Wind. 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