Archiv der Kategorie: Spanien

Achim allein zu Haus

…und Angst essen Seele auf.

Die Vorbereitungen, dass während meiner Abwesenheit hier ab Mittwoch alles weiterhin in geordneten Bahnen von Statten geht, laufen auf Hochtouren:

-umfangreiche to-do-Liste erstellen- Das sind zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen kommt der Käpt’n dann nicht auf dumme Gedanken, zum anderen werden Dinge abgearbeitet.

-Vorräte anschleppen- Kochen ist ja nicht so seins. Also müssen Lebensmittel eingekauft werden, die auch Achim zubereiten kann. Wir befinden uns jetzt auf dem Niveau von Ravioli-Dose öffnen (wahlweise warm machen oder direkt aus der Dose löffeln), irgendwas mit Eiern, irgendwas mit Nudeln oder von vorne beginnen, Ravioli-Dose öffnen… :mrgreen:

-Wein und Biervorräte aufstocken- Verhindert wirkungsvoll diverse Kneipengänge. Ein AIS Sender für allein gelassene Skipper sollte erfunden werden.

Sachdienliche Tipps, falls ich etwas vergessen habe, sind herzlich willkommen.

Eine verlorene Schlacht ist noch kein verlorener Krieg

Letzte Nacht schlafen wir zunächst sicher wie in Abrahams Schoss. Neues Netz an der Luke, neuer Vorhang und nach einem weiteren Versprühen von Gift sind alle noch vorhandenen Blutsauger ins Jenseits befördert. Wir schlafen nur luschig zugedeckt und siegessicher wird viel Haut gezeigt.

Bis ich plötzlich mitten in der Nacht von einem Geräusch geweckt werde. Das laute Knatzen eines Bodenbrettes läßt mich hochschrecken.

Mein Skipper, Ehemann, Freund, Geliebter und Wegbegleiter schleicht sich heimlich in unser Schlafgemach zurück. Ich wittere den Braten sofort, denn die Autan-Wolke, die er um sich hat, ist nicht zu überriechen. Da will er sich autanisiert wieder hinlegen und mich den erneut eingedrungenen Biestern überlassen. Nur durch Zufall werde ich wach, um dieser unglaublichen Tat gewahr zu werden. :shock:

Unser Prototyp an der Luke funktioniert nicht, wenn es windig ist. Dann wird das Netz aus seiner Nut herausgerissen und hängt halb runter. Jetzt fragt man sich natürlich, wie kann das alles angehen. Die Luke ist grad mal 55 cm x 45 cm groß, halb freigelegt ergibt das nur ein Loch von 25 x 20 cm. Wie kann eine Mücke so ein verhältnismäßig kleines Schlupfloch von draußen finden? Sehen wird sie es ja wohl kaum… Da fühlt man sich an Nazguls erinnert, die die Witterung und Ortung per Hilfe direkt aus Mordor aufnehmen.

Nun, somit war der heutige (Regen)Tag erneut durch Näharbeiten gerettet. Wir geben uns nicht geschlagen!

Luken-Netz Version II

Luken-Netz Version II

Krieg

Die letzten zwei Nächte waren, trotz des neuen Moskitoschutzes und abendlichem Sprühens in der Achterkoje und im Flur davor, keine Vergnügen. Und da die Mücken uns heute Morgen zu Mutanten haben werden lassen, ist jetzt Krieg angesagt. :shock:

Es ist noch genug Gaze da, um für die Tür einen Vorhang zu nähen. Das Stück ist zwar etwas zu breit und dafür etwas zu kurz, also habe ich es unten einfach ein wenig verlängert. Da hilft Omas Schrägband wieder dabei. Denn ich habe noch zweimal 5 Meter in 5 cm Breite aufbewahrt. (Merke: wenn man seinen kompletten Haushalt auflöst, einschließlich Bett, Geschirr, DVD’s, Bücher und Klamotten, ist wichtig, dass man so eine wichtige Kleinigkeit wie Schrägband nicht nur behält, sondern auch mit aufs Schiff nimmt)

Das es sich bei der Gaze um ein normales Mücken-Set für Häuser-Fenster handelt, ist auch noch eine Rolle Klebeklett mit dabei, so dass alles fix und fertig hängt. Der Tunnel unten fürs Gardinenblei ist auch schon genäht.

Hier bleibt nur noch Montag das passende Geschäft zu finden um ein Bleiband kaufen zu können, alles andere ist vorbereitet (cinta de plomo para la cortina).

Da wollen wir doch mal sehen, wer hier den Kampf gewinnt. :evil:

 

Blutsauger

Seit ein paar Tagen haben Mücken bei uns Einzug gehalten.

Zunächst hat mich persönlich das nicht so gestört, da sie nachts nur Achim belästig und gestochen haben. Dann habe ich aber morgens Stiche an meinen Beinen und Armen gefunden. Ganz werde ich den Verdacht nicht los, dass nachts Körperteile von mir aufgedeckt wurden, damit ich als Mücken-Buffet dienen kann.

Und die vorletzte Nacht war dann richtig schlimm (schlimm, schlimm, schlimm). Mit gefühlten 80 Dezibel wurden wir beide so aggressiv besummt, dass die Nacht einfach nur gruselig war. Finden kann man die Biester gar nicht, denn die sind mikroklein und es gibt einfach zu viele Ecken in denen sie sich verstecken können.

Wir haben dann gestern, bevor wir nach Santiago gefahren sind, dass Schiff mit Gift ausgeräuchert. Aber nur mit mäßigem Erfolg, denn heute Nacht wurden wir erneut besucht. Ob es neue Kameraden waren oder die alten überlebt haben, ist unbekannt.

Aus so gegebenem Anlass und da es heute sowieso regnen soll, habe ich ein altes, aber recht unpopuläres Projekt wieder hervorgeholt: Mückenschutz für unsere Luken. Den Zuschnitt der Gaze und den Tunnel für ein Bändsel hatte ich hatte ich schon mal im letzten Jahr angefangen. Da das Ganze aber nicht recht funktioniert hat, habe ich es wieder zur Seite gelegt. Dass immer erst Leidensdruck entstehen muss, damit man Dinge weitermacht…

Unsere Luken haben eine Nut für die schnell ein passendes Bändsel gefunden ist, welches man dort hineindrücken kann. Im Fundus von Omas Nähkästchen-Inhalt finde ich dann noch Schrägband (wofür man auch immer sowas im richtigen Leben benötigt) und nutze dieses zur Verstärkung des Tunnels. Denn jetzt kann ich mit der Nähmaschine die Gaze auf dieses Seitenband nähen ohne dass sich alles zusammenzieht bzw. gar nicht richtig vernäht wird. Dann das Bändsel für die Nut in den Tunnel eingezogen, auf die richtige Länge gebracht, noch zusammengenäht und mit etwas Hitze verschmolzen. Zum Öffnen und Schließen des Fensters müssen wir eine Hälfte der Gaze aus der Nut ziehen, dafür habe ich noch zwei kleine Schlaufen angenäht.

Die Mücke der letzten Nacht kommt nun garantiert nicht wieder raus ;-)

Jetzt schauen wir uns das eine Weile an, ob der Prototyp funktioniert. Wenn ja, dann geht das in Serie und wenn mal wieder Regenwetter ist, dann nähe ich für die anderen Luken auch noch solchen Mückenschutz.