Tragödie in Vanuatu

11.09. – 20.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.486 –95; 30.106 sm total

Eine schmale Landzunge schützt unsere Bucht vor Wind und Wellen. Während wir nichts ahnend im türkisenen Wasser ankern, spielt sich ein paar Kilometer hinter der Landzunge eine Tragödie ab.

Ruhig liegt ein See aus Türkis vor uns. Selbst von drei Meter hohen Wellen am Außenriff bekommen wir hier nichts mit.

Am Freitagmorgen legt in Luganville das Versorgungsschiff MV Matui ab. Der ehemalige Garnelen-Trawler ist 15 Meter lang und nur als Frachtschiff zugelassen. Trotzdem befinden sich 53 Personen an Bord. Plus Gepäck, plus Fracht. Die Ladelinie soll bei der Abfahrt unter Wasser gelegen haben.
Ziel ist die 90 Kilometer entfernte Insel Ambae. Vier Stunden Fahrt sind dafür geplant. Doch die Matui erreicht Ambae nicht.

Die Matui. Ein Foto-Fund im Internet einer früheren Fahrt.

Geplante Route der Matui.

In rauer See mit drei Meter Wellen kentert das Versorgungsschiff und sinkt. Die Menschen auf Ambae ahnen nichts von dieser Katastrophe. Sie vermuten eine Verspätung, das ist nichts Ungewohntes für sie. Somit informieren Angehörige erst 24 Stunden nach Abfahrt der Matui die Behörden, dass das Schiff vermisst wird. Über ein AIS oder eine EPIRB verfügt der Frachter nicht.

Erste private Suchaktionen lokaler Fischerboote beginnen. Auch Mark Turnbull wird alarmiert. Ein australischer Arzt, der im Norden Vanuatus lebt und einen Flying-Doctor-Dienst betreibt. Er startet mit seinem Flugzeug, sucht aus der Luft und entdeckt einige Schiffbrüchige, die sich zusammengebunden haben. Er wirft Rettungswesten und Trinkwasser ab.

Am Samstagnachmittag um 15:00 Uhr findet ein Taucher an der Außenseite unserer Landzunge einen vollkommen erschöpften Mann. Ein Überlebender, der sich schwimmend zurück nach Espiritu Santo retten konnte. Jetzt herrscht für alle Gewissheit, die Matui ist gesunken!
Die Rettungsaktion wird ausgeweitet. Größere Schiffe beteiligen sich nun. Die Lunaris schippert im betroffenen Seegebiet. Eine 63-Meter-Luxusyacht in Privatbesitz. Die Besatzung der Lunaris schafft es in der Nacht, drei Schiffbrüchige aufzunehmen. Zufällig erfassen Scheinwerfer die Reflektoren einer Rettungsweste.
Andere können sich schwimmend auf eine winzige Insel retten. Eine weitere Handvoll Überlebender wird von verschiedenen Schiffen gefunden – nach mehr als 36 Stunden im Meer. Rettungsinseln gab es nicht auf der Matui. Die Menschen klammern sich an ein treibendes 1.000-Liter-Fass und an Reifen.

Nach einer Woche wird die Suchaktion abgebrochen. Die Wahrscheinlichkeit, noch lebende Menschen zu finden, ist auf Null gesunken. 14 Personen sind gerettet, zwei Tote wurden geborgen. 37 Menschen bleiben vermisst.

Wir gehen ein paar Tage später auf der Landzunge spazieren. Eine abwechslungsreiche Strecke. Lagunenseite oder die raue Ostseite. Ganz wie man mag. Am Strand finden wir auffällig viele Blumen. Angespülte, letzte Grüße an die Verstorbenen. Auf allen Inseln Vanuatus werden seit Tagen Blumen ins Meer geworfen.

Das Außenriff ist gesäumt mit Blumen.

Ein Stück weiter stoßen wir auf einen Gottesdienst, der provisorisch am Strand abgehalten wird. Mit Blick auf Ambae, das Ziel der verunglückten Matui. Die Einheimischen winken uns herbei. Aber wir lassen sie alleine. Am Strand sitzt eine Frau, die heftig weint.
Nächsten Sonntag wird landesweit ein Gottesdienst stattfinden.

Inzwischen liegt Lunaris hinter uns in der Palikulo-Bucht. Die Eigner sind nicht bekannt. Es gibt Agenturen, die solche Schiffe anonym kaufen, um die Besitzer zu schützen.
Gestern Abend ist die Besatzung der Lunaris an Land gefahren. Am Strand stehen Frauen in traditioneller Kleidung und nehmen sie in Empfang. Die Frauen stehen bis zur Hüfte im Wasser und schlagen mit den Händen rhythmisch auf die Oberfläche. Sie führen einen Etëtung, einen Wassertanz auf.
Durch synchrone Schlag- und Klatschbewegungen erzeugen sie eine Vielfalt an Tönen. Der Wind trägt die Klänge bis auf Atanga. Von weitem gleicht es kleinen Trommeln.
Eine traditionelle Ehrung. Ein lebendiges „Dankeschön“ der Dorfgemeinschaft und zugleich symbolische Aufnahme als geschätzte Freunde der Gemeinschaft.
Danke, Lunaris.

Ein Wassertanz für die Lunaris Besatzung.

Die Lunaris in der Palikulo Bay ankert hinter uns.

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Eines Tages werden wir reisen wie Ihr

15.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.490; 30.106 sm total

Wir ankern in der Palikulo Bay. Von hier kommen wir per Anhalter oder mit dem Bus in die Stadt. Es sind nur zehn Kilometer. Der Besuch bei der Immigration ist halb erfolgreich. „Euer Visumsantrag wird in der Hauptstadt bearbeitet.“ Der Beamte in Luganville zuckt mit den Schultern. „Das System funktioniert heute nicht. Ich gebe Euch eine Nummer von Ella, der könnt Ihr eine Nachricht schreiben.“
Immerhin gibt er Entwarnung: Solange unser Antrag läuft, sind wir legal im Land. Auch über unseren ursprünglichen Ablauftermin hinaus.
Von Ella erhalten wir bisher keine Antwort.

Den Stadtbesuch nutzen wir aus und decken uns mit ein paar frischen Lebensmitteln ein. Rund um die Bucht gibt es nur ein paar Dörfer mit Verkaufsbuden.

 

Shop Nummer eins hat geschlossen.

Shop Nummer zwei hat gebackene Teigteilchen im Angebot.

 

So nah an Luganville haben die Siedlungen nicht mehr den Kustom-Charakter, wie auf den kleinen Inseln. Das bedauert auch Tahi, der uns anspricht, als wir an seinem Haus vorbeispazieren. „Heutzutage macht keiner mehr etwas freiwillig für den Nachbarn. Alle wollen Geld.“
Er lädt uns auf sein Grundstück ein. Stellt uns seine Frau und drei Töchter vor, die im Garten arbeiten oder aufs erste Enkelkind aufpassen. Seine zwei Brüder mit ihren Familien wohnen hier ebenfalls. Die Gräber der Vorfahren liegen zwischen den Häusern.

Am Grundstücksende haben wir Blick auf Atanga. Tahi wird philosophisch, als wir erzählen, dass wir die ganze Strecke aus Deutschland gesegelt sind: „Wir reisen so nicht. Bleiben auf unseren Inseln. Ich war noch nie in Fiji. Dabei stammt mein Vater von dort.“ Er erkundigt sich nach unseren Familien. „Keine Kinder? Oh, das tut mir schrecklich leid.“ Als wir ihm von den kleinen Familien in Deutschland erzählen, dass unsere Eltern verstorben sind und ich keine Geschwister habe, ist sein Gesicht ein einziges Bedauern. „Wir leben eng mit der Familie zusammen. Ohne geht es nicht. Aber eines Tages werden unsere Familien auch kleiner werden. Und wir werden reisen wie Ihr.“

Tahi macht sich viele Gedanken. Betont, dass er sich sehr freut, uns bei sich begrüßen zu können.

Zum Abschied schenkt er uns Trinknüsse. So ganz ist ‚Kustom‘ doch noch nicht verschwunden. Wir haben zum Revanchieren nichts dabei, aber dann fallen Achim die Müsliriegel ein, die wir als Snack eingepackt haben. Tochter, Mutter und Tahi freuen sich. Alle drei nehmen gerne die ungewohnten Leckerbissen.

Nüsse schlachten auf Atanga bitte in Vanuatu-Manier. Knochen und Fleisch heilen von alleine, der Decksbelag nicht.

Wir streifen durch die weitläufig verstreuten Siedlungen. Einige hundert Menschen wohnen hier. Es wird gerufen und gewunken, wenn man uns entdeckt. Wenn wir wollten, könnten wir an jedem zweiten Haus ein Schwätzchen halten. Ob wir Hilfe brauchen, fragen uns die Leute.

Für den Kirchgang werfen sich alle in ihr bestes Kleidungsstück.

Und sehen sehr adrett aus. Die Alltagskleidung der Ni-Vanuatu ist oft in einem schlechteren Zustand – mit Löchern und Flicken haben wir gesehen. Vollzeit arbeiten bringt beim Mindestlohn keine 400 Euro im Monat. Da wird Kleidung bis zum Ende getragen.

Die Infrastruktur rund um die Bucht ist einfach. Das öffentliche Stromnetz aus Luganville reicht nicht bis in die Außenbereiche. Treibstoff für Generatoren ist teuer und kommt selten zum Einsatz. „Unser Trinkwasser sammeln wir mit Regenwassertanks an den Dächern. Ist das aufgebraucht, geht man zum Nachbarn“, hat uns Tahi erzählt. „Nutzwasser zum Wäschewaschen oder zur Gartenbewässerung holen wir aus Brunnen.“

Wasser holen in ausrangierten Eimern – ehemals Behälter für Frühstücks-Cracker.

Balkon-Kraftwerk auf vanuatisch. Das reicht zum Handy laden und für ein paar Lampen.

Öffentliche Minibusse verkehren unregelmäßig. Die Einheimischen nutzen wie wir Pick-ups per Anhalter als Transportmittel. Oder es wird ein Taxi gerufen. Tahi geht zu Fuß nach Luganville: „Ich kenne die Abkürzung durch den Wald. Früher konnte man auch über die Landebahn vom Flughafen laufen. Da steht jetzt ein Zaun.“ Er tritt gegen einen Baumstamm. Den Zaun findet er überflüssig.

Die meisten Anwohner der Bucht haben kein Auto. Pkw-Taxen quälen sich auf schlechten Wegen durch die Siedlungen. Wir sind zu Fuß häufig schneller.

Einmal haben wir Glück auf unserem Weg nach Luganville, dass wir einen Bus erwischen. Das andere Mal trampen wir und müssen zwei Kilometer zu Fuß gehen.

 

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Krasse Planänderung

08.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.483; 30.106 sm total

„Sie haben eine Lücke in Ihrem Lebenslauf.“
Jedes Mal, wenn mein Blick auf unsere Australienkarte fällt, kommt mir dieser Satz aus der Personalabteilung in den Sinn.

Vor zwei Monaten habe ich in Port Vila auf einer Mauer gesessen und auf Achim gewartet. Wieder fällt mir unsere Lücke im Lebenslauf ein. Und dass uns der Pazifik so gut gefällt. Einmal raus, dann kommen wir nicht zurück.
Als Achim mich an der Mauer abholt, mache ich den Vorschlag: „Was hältst du davon, wenn wir noch eine weitere Saison im Pazifik bleiben? Lass uns nach Australien segeln. Da gibt es eine Lücke zu stopfen.“
Ich blicke in große Augen, gefolgt von einem schiefen Grinsen. „Lass mich drüber nachdenken.“ Das Denken fällt kurz aus, bereits am Abend ist es beschlossene Sache. Wir ändern unsere Pläne.

Diese Lücke in der Australienrunde ist der Stein des Anstoßes.
Die wollen wir mit Atanga und nicht mit dem Auto schließen (das gibt prima Raum für weitere Planänderungen ;-) ).

Die Vorbereitungen dafür sind recht einfach. Wir brauchen nur hinzusegeln. Schlappe 1.200 Meilen bis nach Cairns. Bis Mitte November geht das gefahrlos. Wir sind noch außerhalb der Zyklonsaison. Der Wind wird schräg von hinten oder der Seite kommen – wahrscheinlich von der ersten bis zur letzten Meile.

Strecke Vanuatu nach Cairns. Nichts im Weg, Kurs 266°. Klingt so erstmal einfach.

Wind nach Cairns. So sieht es nahezu jeden Tag in der Vorhersage aus. Klingt so erstmal einfach.

Als Hürde bleibt das Thema mit den Visa übrig. Von unserem Tasmanien-Besuch haben wir noch ein 3-Monate-E-Visum. Das ist gültig bis Mitte Dezember. Damit kommen wir problemlos rein. Dann können wir alle drei Monate in Australien um weitere drei Monate verlängern. Der Pferdefuß dabei: Wir müssen jeweils für einen Tag ausfliegen. Wohin ist egal. Deutschland (hurra, liebe Menschen besuchen), Neuseeland (pfui!, aber warum nicht?) oder nach Borneo (Affen bestaunen).
Die Möglichkeiten sind unerschöpflich.

Damit wir bis zum Ende der neuen Zyklon-Zeit – im Mai – nur einmal ausfliegen müssen, wollen wir nicht vor dem 1. November in Australien ankommen.
Bis hierher ein guter Plan.
Leider läuft unser Visum für Vanuatu am Samstag aus. In vier Tagen. Selbst wenn wir trödeln, wären wir zu früh in Cairns. Daher ist die schlaue Idee geboren, in Vanuatu einen Monat Verlängerung zu beantragen.

In Luganville waren wir bei der Immigration, um zu fragen, wie wir das anstellen sollen. Die nette Beamtin: „Ihr müsst das online machen. Am besten fünf Tage vorher.“
Das war Achim zu knapp. Der Antrag ist letzte Woche rausgegangen und hat den Status „unter Bearbeitung“ erhalten. Seitdem still ruht der See.

Immigration Office. Lange Schlange, aber der Weg zum Visa-Schalter ist frei. Hier melden die Menschen auch die Geburten ihrer Kinder an.

Der Sprechschlitz liegt kurz über Kniehöhe. Nicht optimal für längere Diskussionen.

Wir sind nicht so ruhig. Sollte bis Samstag nichts kommen, sind wir dann bereits illegal? Oder nicht? Morgen fahren wir noch einmal nach Luganville und hoffen auf Auskünfte.

Die Idee, am letzten Tag offiziell auszuklarieren und uns vier Wochen in irgendwelchen Buchten zu verstecken, haben wir verworfen. Es ist beliebig unwahrscheinlich, dass Vanuatu davon etwas mitbekommt. Die Offiziellen hatten ja nicht mal ein Funkgerät beim Einklarieren, geschweige denn ein Fahrzeug. Aber die Belohnungen, falls wir erwischt werden, sind zu groß. Es stehen bis zu 100.000 Euro im Raum, plus Meldung an ein internationales „rotes Register“ mit Visa-Vergehen.
Außerdem haben wir vor den Fragen in Australien deutlich Respekt. Die Inselstaaten im Pazifik werden zunehmend als Drogenstrecke von Südamerika aus genutzt. „Wo waren sie eigentlich die letzten sechs Wochen? Ach, der feine Herr ist Chemiker. Dann wollen wir doch mal schauen …“

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The Next Generation

01.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.476; 30.106 sm total

Das Elend fängt mit einer Fehleinschätzung an. „Wo kommt denn bloß der Mohn her?“, wundere ich mich. „Wir hatten doch gar nichts mit Mohn!“ Ich wische die Krümel zwischen den Tellern im Schrank weg und denke nicht weiter drüber nach. Zwei Tage später finde ich die nächste Ladung an der gleichen Stelle. Eine genauere Betrachtung – diesmal ohne Brille – treibt mir Sorgenfalten ins Gesicht. Nix Mohn, es handelt sich eindeutig um Kakerlaken-Kacke.
Schöner Mist! Wenn Kakerlaken Mohnkörner großen Dreck hinterlassen können, dürften es Kavenzmänner sein.

Als Sofortmaßnahme baue ich aus Eierkartons Kakerlaken-Hotels. Bestückt mit Borsäure und Zucker. Seit Edgar der Schabe weiß jeder, Kakerlaken lieben Zucker. Zusätzlich kaufen wir Fressköder im Supermarkt. Beide Methoden wirken als Kaskadengift. Die Wirkstoffe werden ins Nest getragen und vergiften dort die Nachkommen.

 

Kakerlaken-Hotels bestückt mit Borsäure.

Borsäure ist ein weißes Pulver. Rein von der Optik hofft man dann, dass das Beutelchen nicht vom Zoll gefunden wird. :mrgreen:

Es dauert eine Zeit, da tauchen die ersten Leichen auf. Große Biester. Wahrscheinlich handelt es sich um die flugwillige amerikanische Schabe. Es dauert eine noch längere Zeit, da tauchen Baby-Kakerlaken auf. Die sind noch nicht so flink auf den Beinen wie ihre Eltern. Wir erwischen ein halbes Dutzend. Das reicht nicht! Ein Eipaket enthält 14 bis 16 Eier. Der Rest der Brut entkommt, häutet sich, wächst zu mittelgroßen Schaben heran. Wir erwischen weitere zwei.

Mit einem Körper, den nur eine Mutter lieben kann. Ein Amerikaner oder Australier. Die sehen sich sehr ähnlich.

Inzwischen haben wir das Land gewechselt. Die Geschichte zieht sich seit Nouméa, genau gesagt seit April. Wir wähnen uns schabenfrei, als an einem lauen Abend im Juni ein mausgroßes Teil in der Pantry landet. Das Biest ist so fett, dass es nicht mal eben in einer Ritze verschwinden kann. Achim ist schnell wie der Blitz. Gute Leistung!  Ein paar Tage später sehe ich am Dinghy-Dock eine Schabe am Nachbar-Schlauchboot hochklettern. Ich kann sie zum Schwimmen überreden.

An Bord ist Ruhe. Kein Mohn, keine Häute, keine weiteren Funde. Wir atmen auf.
Zu früh. Es erfolgen erneut Sichtungen und Fänge von mittelgroßen Schaben. Ob es sich um unsere Nouméa-Brut oder eine neue Familie handelt, ist nicht überliefert. Wir wechseln die Fallen, kontrollieren, putzen und passen auf.

Und tatsächlich, seit vier Wochen ist es friedlich. Wir erklären Atanga nun wirklich für kakerlakenfrei. Bis gestern. Die nächste Generation ist da. Ein kleines Tier rennt rotzfrech am hellen Tag im Cockpit umher. Aber auf Achim ist Verlass. Platsch. Weidmanns Dank. Zu hell der Körper, zu tagaktiv, um ein echter Amerikaner zu sein. Dazu kommen gestreifte Beine.

Es könnte eine Außenschabe sein. Dies sind keine Schädlinge, sondern sie fressen verrottendes Pflanzenmaterial im Garten. Es soll keine Vermehrung im Haus stattfinden. Was auf einem Boot passiert, ist natürlich nicht beschrieben. Hoffentlich weiß die Außenschabe, dass sie ohne Grünabfall nach ein paar Tagen zu verenden hat.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Kakerlake bitte zuerst.

Nicht nur, dass die Viecher eklig sind, sie richten echten Schaden an. Hier die Gummidichtung unseres Schnellkochtopfes. Als ob es in den Ritzen der Bodenbretter nicht genügend Krümel zu finden gäbe. Auch die Ringdichtung hat Frass-Spuren. Achim meint, das sei Abrieb vom Schaukeln. Ich sage, es waren die Amerikaner. Abrieb hatten wir in zwölf Jahren nicht  …

 

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Schietwetter in Vanuatu – zum Glück gibt es Tasmanien.

25.08.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.469; 30.106 sm total

Von Fiji bis zu den Salomonen zieht sich ein Wolkenband. Wobei „Wolkenband“ die Situation ziemlich verniedlicht. Die Wolkendecke ist so dick, dass selbst Starlink nur mühsam den Kontakt zur Außenwelt hält.

Ein Wolken“band“ von über 2500 Kilometer Länge. Wir haben Kontakt zu Seglern sowohl in Fiji als auch Salomonen: Alle berichten von dem gleichen schlechten Wetter.
Ab Morgen soll es besser werden.

Wir waren seit über einer Woche nicht von Bord.  Grau, grau, grau. Regen, Niesel, Regen. Und Wind. Homeoffice ist angesagt. Damit der Bordkoller nicht zuschlägt und irgendwann böse Worte fallen, beschäftigen wir uns mit Dingen, die gute Laune machen. Und so ist zwischen Wind und Regen etwas Schönes entstanden.

Vielleicht ist bei Euch ja auch Schietwetter? Dann ab aufs Sofa und kommt mit uns auf die Reise — der Film über unsere Tasmanien-Rundreise ist fertig.

Viel Spaß beim Anschauen.

Der You-Tube-Link behauptet „Fehler bei der Konfiguration des Videoplayers. Fehler 153.“
Warum das so ist, können wir im Augenblick nicht herausfinden. Der Link funktioniert tadellos.

#34 Tasmanien – Einmal rund im 4×4 Camper.

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