Hürdenlauf in Luganville

09. – 14.08.2026; Vanuatu/Luganville; Tag 4.453 – 58; 30.098 sm total

 So einiges haben wir über Luganville im Vorwege gelesen. „Schwierige Stadt“, heißt es. Aber es geht nichts über eigene Erfahrungen: Luganville ist mehr als ein simpler Hürdenlauf, eher ein Hindernisparcours in unwegsamem Gelände.

1. Hürde: Wo parken wir das Boot?
Eine Marina gibt es nicht. Sollen wir ankern auf der Stadtseite mit Schwell und auflandigem Wind oder eine Mooring auf der falschen Seite des Meeresarms mieten?
Wir entscheiden uns für die Mooring. Gleich am ersten Nachmittag überholen wir mit gekipptem Tidenstrom unsere eigene Mooring-Leine. Jetzt klopft der harte Ball an Atangas Bug. Sehr unangenehm, nicht nur für den Rumpf. Wir holen die Mooring-Leine dicht.  Ein schnell geschriebener Satz. Gegen zwei Knoten Strömung und mit der Leine unter dem Kiel ziehen wir nicht mal eben den Ball nach oben. Achim muss sogar das Dinghy klarmachen, um von unten arbeiten zu können. Anders wird das nichts. Eine gute Stunde später ist Schluss mit der Klopferei.
In den Mietbedingungen der Moorings steht, dass man das nicht machen soll. Paul, unser Mooring-Vermieter, wohnt in Sichtweite gleich gegenüber, sieht unseren Ball schweben und sagt nichts dazu. Prima, guter Mann.

2. Hürde: Wie kommt man auf die andere Seite?
Die Entfernung von zwei Kilometern ist machbar mit dem eigenen Dinghy. Allerdings ist die Strecke kein glattgezogener Binnenteich. Es kabbelt hart, wenn Wind gegen Strömung steht. Uns steht nicht der Sinn nach Experimenten mit Einkäufen gegen den Schwell zu motoren. Ein Wassertaxi soll es sein. Eine gute Entscheidung, wie gleich die erste Fahrt beweisen soll.

3. Hürde: Wie rufen wir ein Wassertaxi?
Es gibt Telefonnummern der Taxifahrer im Internet. Keiner hat WhatsApp. Wir haben keine SIM-Karte. In Zeiten von Starlink ist das doch überholt, oder? Nee, ist es nicht. Paul war so nett, uns anzubieten, dass er uns einmal (aber nur einmal! – O-Ton) einen Taxifahrer ruft. Wir sollen einfach eine WhatsApp schicken.
Das machen wir am nächsten Morgen. Statt eines Taxis kommt Paul. Er muss ohnehin in die Stadt und nimmt uns mit. Nicht ohne Grund fährt er erstmal einen halben Kilometer am Ufer lang. Jetzt ist der Winkel besser zu Wind und Welle. Beides kommt von hinten. Viel nützt das nicht. Und Paul scheint es eilig zu haben, sehr eilig. In Rekordzeit peitscht er uns durch den Schwell. Die Wellen haben einen knappen Meter. Es ist besser als Achterbahnfahren, nur feuchter. Wir sind tropfnass als wir Luganville erreichen.

Das Wassertaxi kommt auf Anruf, wenn man dann eine SIM-Karte gekauft hat.

Je nach Wetter und Kundenfreundlichkeit sind die Überfahrten unterschiedlich nass. Der Weg zurück mit den Einkäufen ist der holprige.

Auf der anderen Seite hängt Atanga an der Moorring. Es sieht harmlos aus, kann aber garstige Wellen haben in dem Meeresarm.

4. Hürde: Müll!
Der Müll der letzten zwei Monate wartet im Bad und Vorschiff auf die Müllabfuhr. Die kleinen Inseln haben schon genug Probleme mit ihrem eigenen Müll. Biomüll werfen wir nachts über die Kante, den Rest stapeln und falten wir in Tetris-Manier ineinander. Paul winkt gleich ab. Bei mir keine Müllentsorgung!
In Luganville kann man fast überall rote Säcke kaufen. Nur in diesen Säcken darf man seinen Abfall auf entsprechenden Hochgestellen ablegen. Wer noch gelbe Säcke aus Port Vila hat, der hat Pech. Nicht erlaubt in Luganville.

Dem Junior mal eben sagen, dass er den Müll rausbringen soll, funktioniert in Luganville schlecht. Selbst Achim hatte seine Probleme.

 

5. Hürde: Supermärkte!
Wenn Luganville eines hat, dann sind das Läden. Auf zwei Kilometer Stadtkern verteilen sich wohl drei Dutzend Geschäfte. Häufig kleine Gemischtwarenläden mit Plastikkram und Konservendosen. Nur drei der Geschäfte dürfen sich „Supermarkt“ nennen. Wir stöbern durch das Angebot.
Es gibt keine Butter, keinen Käse, Joghurt oder Salami. Schokolade: Fehlanzeige. Nicht mal Nutella ist zu finden. Okay, wenn das so ist, müssen wir unsere Frühstücksgewohnheiten umstellen. Selbst wenn wir wollten, würden Müsli oder Porridge nicht funktionieren. Es gibt keine Haferflocken, kein Müsli, keine Cornflakes.
Also Marmelade. Im fünften Geschäft werden wir fündig. Die kleinen Plastikbecher haben mal neben Marmelade gestanden. 120 Gramm „irgendwas mit Frucht“. Auf Angabe des Fruchtanteils hat der Hersteller verzichtet. Kein gutes Zeichen. ;-)

Nudeln gibt es auf der ganzen Welt, nicht in Luganville. Ein Supermarkt hat noch drei Pakete Spaghetti. Die gehören nun uns. Die Spirellis daneben, haben Tierbefall. Als wir schon aufgeben wollen, finden wir im letzten Laden Pasta „made in Turkey“. Verrückt! Wir haben die Wahl zwischen Spaghetti und Hörnchen. Alles ohne Tiere. In den Einkaufswagen.

Die Läden sind voll mit Thunfisch und Kräckern. Die werden in Plastikboxen verkauft, ähnlich wie früher Waschpulvertrommeln aussahen, mit fünf Kilo Fassungsvermögen.
Nur ein Supermarkt hat Konserven wie Erbsen, rote Bete und Kichererbsen. Keine grünen Bohnen, keine Champignons. Die Auswahl ist dünn.
Es kommen harte Zeiten auf uns zu. :mrgreen:

Unbegreiflich die Menge an Thunfisch und Makrelen in Dosen. Jeder Laden hat so ein Regal.

Unverkäufliche Fleischpräsentation. Ich habe Vertrauen in die Leute vor mir in der Schlange. Rindfleisch aus Vanuatu wird sogar nach Neukaledonien exportiert und hat einen exzellenten Ruf. Zu Recht!

Die traurigste Abteilung mit Milchprodukten, die wir je in einer Stadt gesehen haben. Nur Margarine!

6. Hürde: Das Schleppen!
Viele Segler geben den Tipp: Hol dir einen Taxifahrer für einen halben Tag und lass dich von Laden zu Laden fahren. Kostet nur 15 Euro.
Das ist eine gute Idee, wenn man nur zwei Geschäfte abklappern müsste. Aber alles, was wir wollen, ist verstreut. Bei ‚Sing Hung‘ gibt es Reis ausnahmsweise nicht im üblichen 25-Kilo-Sack. Der chinesische Shop gegenüber hat Milch. Ein anderer hat Kartoffeln. Dem Taxifahrer wäre es wahrscheinlich egal, uns nicht. „Und jetzt bitte dreihundert Meter weiter. Kurz halten. Nächster Laden.“

Ich würde die Hälfte vergessen, um den Fahrer nicht warten zu lassen. Also schleppen wir selber. Anstrengender, aber einfacher. Mit fünf Fahrten in die Stadt haben wir eine gefühlte Tonne Nahrung und Bier aufs Schiff geschleppt.
An drei Vormittagen habe ich 28 Gläser Hackbällchen und deren kulinarische Freunde eingekocht.

 

7. Hürde: Dreckwäsche!
Eigentlich hat Paul einen Wäsche-Service für seine Mooring-Mieter im Angebot. Die Maschine ist kaputt. Eine neue ist bestellt. Das nützt uns nichts. Jetzt sollen Handtücher und Bettwäsche gewaschen werden. Es wird Zeit!
In Luganville gibt es eine einzige Wäscherei. Wobei das nicht die richtige Beschreibung ist. In einem Haus wäscht eine Frau in ihrer Waschmaschine Wäsche auch für andere Personen. Das Kilo kostet 3,20 Euro. Trocknen noch einmal extra 2,50 Euro. Theoretisch kann man auch waschen ohne trocknen. Ich versuche, mit der jungen Frau einen Konsens zu finden. Vergeblich. Wann ich trocken bringen soll und nass wieder abholen kann, ist nicht aus ihr herauszuholen. Ob sie kalt wäscht oder mit wenigstens mit 30 Grad ebenfalls nicht. Müsste ich wetten, würde ich auf kalt tippen.

Viel Geld für Kaltwäsche und Trocknen, was auf der nassen Überfahrt mit dem Wassertaxi mit einem Streich zunichte gemacht werden kann.
Ich entscheide mich, es selber zu waschen. Auch kalt. Aber immerhin ist meine Arbeitskraft kostenlos. :mrgreen:
Handtücher machen das, was sie sollen, sie saugen Unmengen an Wasser auf. Der Verbrauch ist alles andere als ‚Eco-Tech‘. Achim fährt zu Paul und holt Wasser. Das ist einfach, wenn man davon absieht, dass der Wasserhahn keinen Schlauch hat und er beim Befüllen, den 20-Liter-Kanister dauerhaft hoch halten muss.

Den Handtüchern habe ich eine Behandlung mit Bleiche gegönnt. Sie hatten den Geruch von vergessenem Badezeug, das eine Woche im Schulranzen lag. Jetzt hängen sie seit 30 Stunden im Regen und fangen wahrscheinlich wieder zu stinken an. :cry:

Ein echtes Pony-Hof-Leben für uns beide.
Und dann sind da auch noch die echten Erfolgsgeschichten.

Die Lichtblicke

1. Lichtblick: Der Frische-Markt!
Der kann mit überbordenden Märkten in Südamerika nicht mithalten. Jedoch sind wir zufrieden. Das erste Mal finden wir Weißkohl in Vanuatu. In rauen Mengen liegen Gurken, Tomaten und grüne Paprika auf den Tischen. Die Früchteseite bietet das Übliche: Bananen, Pampelmusen und Papaya. Alles ist preiswerter als in Port Vila.
Der einzige Pferdefuß: der Markt liegt am Ende des Stadtkerns. „Was, du willst zwei Kürbisse …?“

Eine Rarität auf dem Markt – haben wir noch nie gesehen. Weder in echt, noch auf dem Markt. Palmendiebe. Die größte Landkrabbe. die es gibt, soll ausgezeichnet im Geschmack sein.

Günstiger Einkauf: 8 Euro. Allein die Gurke wiegt über ein Kilo. Guter Geschmack, keine Schmorgurke.

2. Lichtblick: Gasflasche füllen!
Wir haben eine Flasche aus Neukaledonien im Gebrauch. Gefüllt wiegt die 25 Kilo. Zu viel, um sie durch die Stadt zu schleppen. Wir halten ein Taxi an. Achtzig Prozent aller Autos in Luganville sind Taxen. Kleinstwagen, Kia oder Hyundai. Unser Taxi ist von innen so schmutzig, dass man die Sahara mit der Menge an Sand nachbilden könnte.
Aber der Fahrer ist nett und kennt die Gasstation. Er wartet, während die Flasche gefüllt wird, und fasst auch sofort beim Tragen mit an. Die volle Flasche lassen wir am Wassertaxi-Steg. „Hier wird nichts geklaut“, hat uns Paul versichert. „Ich kann Bierkästen und Benzinkanister im Boot stehen lassen.“ Wir setzten auf diese Versicherung und binden unsere Gasflasche mit einem Strick am Baum fest. Am Ufer finde ich einen vertrockneten Palmenwedel. Den stecken wir auf die Flasche. Das ist Trick 17!
Auf Tanna haben wir Palmenwedel auf einem nicht fertigen Kanu gesehen. Das sah so merkwürdig aus und ergab keinen Sinn. In einem Bericht haben wir dann gelesen, dass dies typisch in Vanuatu sei. Palmenwedel auf etwas gelegt, bedeutet „in Arbeit, tabu, Hand ab“. Weiß man das mal, fallen einem diese Palmenwedel im Alltag häufiger auf. Sogar in Port Vila in der Marina war eine Baustelle so gekennzeichnet.

Der junge Mann an der Füllstation zuckt nicht zusammen: Französischer Anschluss auf Deutsch mit einem Adapter getrimmt. Von Deutsch dann auf Amerikanisch mit einem zweitem Adapter. Es gäbe Länder, da würden wir damit vom Hof gejagt.

Kennst du den Trick, ist deine Gasbuddel auch noch da, wenn du nach Stunden wiederkommst. Kein unerheblicher Wert, so frisch gefüllt. Ungefähr 100 Euro mit neuer Flasche, die wir hätten kaufen müssen.

3. Lichtblick: Das Versorgungsschiff!
Von unserem Platz kann man die ganze Stadtzeile überblicken. Mir fällt sofort der kleine Feeder mit zwei Kränen im Einsatz auf. Ein Versorgungsschiff, der Größe nach zu urteilen aus Australien.
Und richtig! Zwei Tage später gibt es Käse, Butter und Schokolade in einem der Supermärkte.

Hipp hipp hurra. Lunganville muss man nur zur richtigen Zeit besuchen.

Luganville ist keine Schönheit. Es liegt auch viel Müll herum. Aber es gibt Viertel-Hähnchen mit Pommes. Das haben wir uns schwer verdient.

 

18

Gourmet-Ebbe auf 15° Süd

08.08.2026; Vanuatu/Luganville; Tag 4.452; 30.098 sm total

Über sieben Wochen haben wir keinen Laden von innen gesehen: Und nun sind wir pleite! Im Schrank mit den Konserven klappert es beim Segeln. Besondere Leckerlis, wie ein Stück Feta, edle Salami und eingelegte Paprika, sind schon längst Geschichte. Edle Niederegger-Ostereier, noch aus Deutschland, haben wir auf vier Tage gestreckt. Die letzte schnöde Schokolade ist im Anbruch.

Den Speiseplan mit Fisch zu bereichern, kann gefährlich sein. Ein Fisch sprang vom Haken, zweimal gab es Köderverlust. Aber dann, ein schöner Mahi-Mahi brachte eine Portion fürs Nachbarboot und vier Mahlzeiten für uns. Ein zu kleiner Gelbflossen-Thun hätte zurück ins Meer gehört, aber er schluckte den Köder zu gierig. Der Haken saß im Auge, Operation aussichtslos. Somit eine weitere fette Mahlzeit für uns.

Angelglück. Ein Mahi Mahi (Goldmakrele) in genau richtiger Größe.

Der Thunfisch war noch arg klein. Dafür ist dann das Filetieren einfacher.

Außer Obst, Gemüse und ein paar Eiern gab es auf den Inseln nichts zu kaufen. Die Ausgaben für Lebensmittel erreichen in zwei Monaten keine 30,00 Euro. Plus zwei T-Shirts. Aber das (Achtung! Es folgt ein Buchhalterwitz), ist ein echter Aktivtausch. Die Ausgabe bleibt also gewinnneutral. :mrgreen:

Ein paar Mal haben wir frisches Zeug kaufen können. Auf den Inseln übrigens viel preiswerter als in der Hauptstadt. Dieser große Strunk Kochbananen kostet grade mal 8,00 Euro.

Nachdem die dick ausgebratenen Bananen bei Achim nicht so gut angekommen sind, habe ich Chips ausprobiert. Lecker für uns beide. Muss wiederholt werden.

Da wir wussten, dass wir nicht auf See kochen müssen, habe ich diesmal kaum fertige Gerichte eingekocht, sondern Fleischportionen. Zum Renner sind Hackbällchen geworden. In Kürbissuppe, in Tomatensauce. Mit Sahne oder mit Soja.
Das letzte Glas gab es gestern mit Pinienkernen (tatsächlich, ein paar Schmankerl sind noch da) und drei Ecken „Lachender Kuh“. Der Schmelzkäse der Weltumsegler. Durch Lagerung im Kühlschrank nicht kaputt zu kriegen.
Das erste Mal habe ich Hühnerschenkel eingekocht. Als Bratschenkel zubereitet, von den Knochen gepult und mit Bratensatz in Gläsern eingekocht. In Sahnesauce mit Gemüse oder auch zu Pasta sehr zu empfehlen.

Schlecht ging es uns nicht. Ein Gefrierschrank wäre fein, aber es geht auch so. Allerdings nahmen Gerichte mit Hülsenfrüchten rapide zu. Süß- und andere Kartoffeln sind verputzt. Ein paar Knoblauchzehen und eine kümmerliche Zwiebel kullern in ihrer Kiste.
Es herrscht gähnende Leere in allen Schaps. Zwei Dosen Sauerkraut – keine Verwendung dafür. Seit wann fahren wir die eigentlich mit uns herum? Die Beschriftung ist Englisch. Best before Januar 2026. Na dann! Ich drehe sie in der Hand, stelle sie zurück. Bevor es nun Sauerkraut-Salat mit Kräckern und Oliven gibt, muss ein Supermarkt her.

Um den Käsebestand etwas zu strecken, gab es Bananenbrot (echte Bananen) auf Marmelade als Mittags-Snack. Folgt mir für weitere ästhetische Rezeptideen. ;-)

Wir sind pleite. Bestandsliste ganz simpel. Zettel in die Innentür des Schranks geklebt. Schneller als jede Excel-Liste.

Wir hängen nun vor Luganville an einer Mooring. Luganville ist nach Port Vila die einzige größere Stadt in Vanuatu. Es gibt Supermärkte. Nicht so gut bestückt wie in Port Vila, heißt es. Drückt die Daumen, dass wir uns hier für die nächsten drei Monate eindecken können. Falls nicht, treten wir in den Hungerstreik.

 

 

40

Die Kinder in Vanuatu

31.07.2026; Vanuatu/Malekula/Norsup; Tag 4.444; 30.047 sm total

Wir folgen Olson in seinem Ausleger-Kanu mit unserem Kajak an den Strand. „Willkommen auf Norsup. Ich zeige euch die Insel.“ Norsup ist winzig, es gibt keinen Strom, keine Straßen, kein Auto. Trinkwasser muss aus einem Brunnen per Hand nach oben gezogen werden. Schnell haben wir einen Trupp Kinder neben uns. Anfänglich scheu, tauen sie auf, sobald wir sie nach ihren Namen fragen. Julie, Thomas, Samalia, Max und Jill.

Typischer Rundgang durch ein Kastom-Dorf. Sofort hat man Kinder im Schlepptau.

Der Inselbrunnen. Norsup ist extrem einfach. Wir haben auch schon Brunnen mit solarbetriebenen Pumpen gesehen.

Olson spricht Englisch, die Kinder Französisch. Das ist etwas kompliziert in Vanuatu. Zuerst lernen Kinder ihre eigene „Insel“-Sprache, danach Bislama, als verbindendes Element aller Einwohner und danach noch Englisch oder Französisch. Für uns nicht durchschaubar, wohnen Menschen aus englischem und französischem Schulsystem durcheinander in der gleichen Gemeinschaft.

Samalia ist besonders zutraulich. Lächelt viel, kuschelt mit ihrem Arm an meinem, sucht Körperkontakt. Ich kann noch weniger Französisch als sie, wir verstehen uns trotzdem. Samalia gewinnt an Mut, streckt ihre Hand aus und befühlt mein Haar. Was sie fühlt, gefällt ihr offenbar. Sie strahlt und macht eine Streichelbewegung.

Während wir weiter unsere Inselrunde drehen, finde ich in meiner Hosentasche eine silbrige Kette. Nichts Wertvolles. Die habe ich auf einer anderen Insel am Strand gefunden und vergessen, im Dorf an einen Baum zu hängen zum Wiederfinden. Spontan schenke ich Samalia die Kette.
Das Eis ist gebrochen. Sie fragt nun offen, ob sie meine Haare anfassen darf. Ich nicke und nutze die einmalige Gelegenheit: Ich darf auch!
Die Ni-Vanuatu bezeichnen selber ihre Haare auf Englisch als „puffy“. Das beschreibt das enorme Volumen und den Bausch-Effekt der Locken gut.
Es ist fest, aber weich, flaumig und einfach „plusterig“.

Als wir wieder das Kajak erreichen, verlässt uns Olson. Wenn wir mögen, können wir gerne noch am Strand spazieren gehen. Er gibt den Kindern mit auf den Weg, dass sie einfach Bislama mit uns sprechen sollen, das würden wir schon verstehen.

Am Strand fängt Samalia an, nach Muscheln zu suchen. Sie bringt mir eine. Dann eine zweite. Die anderen Kinder folgen ihrem Beispiel. Schnell habe ich beide Hände voll. Achim kramt im Rucksack nach irgendeinem Behälter. Zur großen Begeisterung der Kinder findet er einen großen Beutel. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Die Kinder brechen in kollektives Sammelfieber aus. Sie strömen über den Strand und füllen den Beutel. Zum Abschied schleppen sie selbstbewusst für uns das Kajak zum Wasser. Sie lassen keinen Zweifel, dass sie die Aufgabe übernehmen wollen. Sie winken uns so lange nach, bis wir Atanga erreicht haben. „Tankyu tumas! Lukim yu!“

Alle helfen mit. Der größte Spaß ist, wenn ich so tue, als könnte ich den Beutel nicht mehr tragen.

Ein wenig ungerecht war es ja schon. Ich hatte aber nur die eine Kette. Die anderen Kinder haben es mit scheinbarer Gelassenheit genommen.

Die Beute. Das freut den Zoll im nächsten Land.

Die schönsten Schnecken dürfen bleiben.

 

Solche unbeschwerten Momente und die herzliche Art der Erwachsenen machen für uns den Umgang mit den Ni-Vanuatu einfach und angenehm zugleich.
Es sind die Kinder, die es zu etwas Besonderem machen. Die Größeren, die bereits Englisch oder Französisch gelernt haben, testen ihre Kenntnisse schon bei erster Annäherung: „Wie heißt du? Woher kommst du?“ Von den meisten Seglern bekommen sie Australien oder Neuseeland zur Antwort, Deutschland ist mal etwas anderes. „Ui, Deutschland, das ist aber weit weg!“ Man sieht es förmlich in ihren Köpfen rattern, wie weit das wirklich weg sein könnte. Achims Spruch, genau auf der anderen Seite der Welt, führt zu Heiterkeitsausbrüchen.

Wenn ich die Kinder frage, ob ich ein Foto machen darf, wird ungeduldig gezappelt. „Warum fragst du denn jetzt erst?“ Sofort wird sich in Positur geworfen. Ein Blick auf das Ergebnis im Display führt zu noch mehr Gelächter. Sie können nicht genug davon bekommen.

Fast immer wird ein Blick aufs Display eingefordert.

Auffällig sind die guten Zähne. Keine Süßigkeiten zu haben, hat Vorteile. Auch die Erwachsenen haben meistens noch ein sehr gutes Gebiss.

Die Kids in Vanuatu wachsen im Trupp auf. Kleine Geschwister immer im Schlepp. Helikopter-Eltern gibt es nicht. Sobald die Kleinen laufen können, ziehen sie los, klettern auf Palmen, paddeln im Meer und knacken Kokosnüsse mit Macheten. Spielzeug? Dafür fehlt das Geld. Sie spielen mit unreifen Pampelmusen Fußball, bis der Ball platzt. Dann wird sich eine neue Frucht vom Baum geholt.

Faden- oder Hexenspiel. Ich habe mich schlecht an die Abnahmen erinnert und total versagt. Natürlich unter johlendem Gelächter.

Die Muster sind kompliziert. Das Band sind verknotete Grashalme.

Gelernter Umgang mit der Machete von klein auf. Mädchen oder Jungen macht dabei keinen Unterschied.

Im Dorf kennt jeder jeden. Vanuatu ist nicht gewaltfrei, so ein Paradies ist wohl auf der ganzen Welt nicht zu finden. Aber in den kleinen Gemeinschaften bleiben Täter nicht anonym. Sobald ein Fremder im Dorf auftaucht, hat er das inoffizielle „Okay“ der Ältesten – sonst wäre er gar nicht da. Dieser Schutz gibt den Kindern die Freiheit, einfach unbedarft anzudocken. Urvertrauen ist das Wort, das mir dazu in den Sinn kommt.
Diese chaotischen, ehrlichen Begegnungen mit den Rasselbanden werden uns tief in Erinnerung bleiben.

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Segelrevier Vanuatu: Insel-Hopping vom Feinsten

18.07. – 29.07.2026; Vanuatu, Ambrym: Ranon + Malekula: Sandwich Bay, Port Stanley, Norsup; Tag 4.431 – 42; 30.047 sm total

Dieses Inselhüpfen in Vanuatu gefällt uns: 29 Meilen, 37 Meilen, 5 Meilen. Morgens los, nachmittags da. Der Wind kommt verlässlich aus Südost. Passat vom Feinsten. Stärke vier bis fünf, in Böen auch mal sechs.
Allerdings sorgen Kap-Effekte und ‚Wind-folgt-dem-Land‘-Regeln für Wirbel und Ablenkungen. Das ist anspruchsvolles Segeln, da sich alle paar Meilen Windstärke und Richtung ändern. Der große Ozeanschwell rollt ebenfalls aus Südosten an. Die vielen Inseln bringen den durcheinander. Abgelenkt durch Landmasse, weiß das Wasser nicht, was es machen soll. Steile Hacksee steht gegen die lange Dünung. Strömungen und stehende Wellen bilden sich an den Küstenlinien. Noch nie haben wir so viele Warnhinweise für Wellen in der Seekarte gesehen wie hier in Vanuatu.

Vor bis zu vier Knoten Strömung wird gewarnt. Stehende Wellen können entstehen.

Meistens stehe ich die gesamten Strecken am Ruder. Das macht Spaß. Abwechslungsreich und teilweise sogar mit echter Ruderarbeit verbunden. Nur die geraden, langweiligen Abschnitte übergebe ich der Windsteueranlage.

Überfahrt nach Stanley – Spaß am Ruder.

Von Ambrym zurück nach Malekula. Die Insel ist so groß, dass sie gut für drei Ankerplätze ist.

Genauso abwechslungsreich sind die Inseln. Pechschwarzer grober Strand wechselt zu rotbraunem Sand. Oder wir ankern vor Mangroven. Seit heute Morgen ankern wir vor einer weißen Sandbank. Türkise Träume mit kristallklarem Wasser sind noch Mangelware. Das Wasser ist meistens leicht trüb. An vielen Plätzen fühlen sich Dugongs wohl. Und neugierigen Bullenhaien mag das auch gefallen.

Schwarzer Stein-Strand auf Ambrym. Diese Steine werden von Frauen und Kindern in alte Säcke gepackt und nach Port Vila in die Hauptstadt geschifft.

Atanga vor rotbraunem Strand mit gleichfarbiger Kuh.

Südsee-Kulisse ohne Türkis in der Sandwich Bay. Total geschützte Bucht. Hier liegen wir ruhig.

Ankern in der Mausefalle in Port Stanley. Nach hinten haben wir drei Schiffslängen, 40 Meter. Der Ankerplatz hat uns bei 25 Knoten Böen etwas nervös gemacht. Das Riff fällt bei Ebbe trocken.

Die Menschen sind zurückhaltend, aber durchaus neugierig, wenn etwas ihre Aufmerksamkeit erweckt. Als wir auf Ambrym am letzten Tag zum Dinghy zurückkommen, finden wir eine Sauerei vor. Der Benzinschlauch vom Motor hat aus nicht festzustellenden Gründen kontinuierlich über Stunden ins Boot getropft. Mit Wasser vermengt, schwappt ein Liter ölige Zweitakt-Brühe im Dinghy umher.
Und nun? Wohin damit? An den Strand zu kippen, gibt immer so schlechte Presse.
Achim opfert sein Ösfass, einen abgeschnittenen Wasserkanister, und schubst aus dem Lenzloch mit einem Holzstück die Benzinmischung in den Kanister. Längst werden wir beobachtet. Auch eine Horde Kinder ist schon angelaufen gekommen.
Während ich unter dem Baum im Rucksack nach Taschentüchern  zum Wischen suche, sprechen mich drei Männer an: „Was ist passiert?“ Ich erkläre kurz die Situation und bringe Achim die Tücher.
Zum Glück habe ich reichlich. Mit vereinten Kräften, Sand und Salzwasser bekommen wir das Dinghy wieder sauber. Die drei Männer wollen es nun genau wissen. Achim zeigt ihnen den Kanister. „Ich weiß nicht, was ich damit machen soll. Gibt es einen Platz, wo ich das entsorgen kann?“ Eine kollektive Beratung in lokaler Sprache bricht los. „Gib her, wir kümmern uns drum.“ Wie dieses Kümmern aussieht, werden wir wohl nie erfahren …

Achim und seine neugierige Zuschauer-Schar.

Sofort hat Achim die Kinder um sich herum. Wenn ich ihm bei der Arbeit zuschaue, werde ich weggeschickt: „Schau mir nicht auf die Finger.“ Er kann das so gar nicht leiden. Hier nun gleich fünf Augenpaare auf ihn gerichtet. Ich musste aus der Ferne so sehr lachen. :lol:

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Schweinischer Aufstieg: Der harte Weg zum Chief

17.07.2026; Vanuatu, Ambrym, Ranon; Tag 4.431; 29.976 sm total

 

Warnung für empfindliche Gemüter: Dieser Bericht kann Spuren von Tierquälerei enthalten.

Rette sich, wer kann.

 

Am zweiten Morgen finden wir unseren Weg nach Fanla alleine. Der Höhepunkt des Festivals steht auf dem Programm, der Maskentanz – der Rom-Dance.
Die Häuptlinge stehen versammelt auf dem Festplatz. Von der Seite huschen Blättergestalten herbei. Ihre knöchellangen Umhänge aus trockenen Bananenblättern rascheln. An den Fußgelenken klappern braune Samenkapseln. Das Auffälligste sind die Masken. Geometrische Muster als Gesicht, zauselige Bärte aus Pflanzenfasern und Federn am Kopfende. Das Gesamtkostüm misst über zwei Meter, verhüllt die darunter steckenden Männer komplett.

Rom Dance auf Ambrym. Die Tänzer geben ihre menschliche Identität auf und verkörpern Geister.

Die kräftigen Farben sind alle natürlich: Pflanzensäfte, Kalk und Mineralien.

Tanz und Gesang ähneln dem Vortag. Jedoch rücken die Männer heute immer näher, ihr rhythmisches Stampfen wird schneller und schneller. Zum Glück ist es taghell. Im Schein eines Feuers würde man leicht an Geister glauben.

Nur auserwählte Männer besitzen das Recht, die Masken herzustellen und zu tragen. Nach dem Tanz zerstören die Männer die Masken im Wald. Dies verhindert, dass die aufgerufenen Geister im Dorf verbleiben. Gruppenbild mit dem obersten Chief von Fanla/Ambrym.

Als der Tanz zu Ende ist, füllt sich der Platz mehr und mehr mit Einheimischen. Ihr persönlicher Festival-Höhepunkt ist gekommen. Eines der Mitglieder der erlauchten Häuptlinge soll heute vom ersten Grad in den zweiten erhoben werden. Die wichtigste Währung in diesem Ranking-System sind Schweine — insbesondere Eber, deren Stoßzähne sich kreisförmig über Jahre hinweg eingerollt haben. Um einen neuen Rang zu erwerben, muss der Anwärter Schweine an die bereits höherrangigen Ältesten opfern.

Und schon geht es los. Ein kleines schwarzes Schwein wird unter lautem Quicken mit einer Schnur am Vorderbein auf den Tanzplatz gezogen. Es schreit wie am Spieß. Einer der Chiefs tritt vor mit einem reich verzierten Holzhammer. Er überreicht den Hammer dem Ranganwärter. Der will doch nicht etwa? Doch! Und er tut es auch! Er hebt den Hammer. Ich lasse die Kamera laufen und schaue weg. Ein lautes Klatschen ist zu hören. Das Schwein schreit. Es klatscht erneut. Und noch einmal. Das Schwein ist ruhig. Ich mache die Augen wieder auf. Es lebt. Taumelt, stolpert. Das Publikum ist erstarrt. Kein Mucks ist zu hören. Selbst das Schwein ist still. Der Schreck über die Szene ist förmlich greifbar. Erleichtertes Aufatmen, als das taumelnde Schwein abgeführt wird. „Bitte hinter den Kulissen erschlagen“, geht ein stummes Flehen durch die Reihen der westlichen Besucher. Wir brauchen einen Moment, um uns von der Szene zu erholen.

Der Hammer.
Der eigentliche Punkt dieses Hammers ist, dass der Chief ihn nach den Schlägen auf das Schwein zurück auf die Matte legt, wo wir Touristen geschnitzte Masken und Tusker kaufen können.

Das Schwein

Dass das Schwein überlebt hat, scheint im traditionellen Bezahlsystem kein „Fehler“ zu sein. Dem Ranganwärter wird gratuliert – er ist offiziell aufgestiegen. Mit dem Einzug christlicher Missionare wurde das tatsächliche Schlachten vor Ort in manchen Dörfern durch symbolische Handlungen ersetzt.
Das heutige Schwein wird entweder weiter gehegt oder, sollten die Kopfverletzungen zu stark sein, landet es im Erdofen.

Tatsächlich können wir uns über den niedrigen Rang des heutigen Grade-Taking-Schauspiels freuen. Insgesamt kann man dreizehn Stufen auf der Chief-Karriereleiter erreichen. Niemand wird durch Geburt oder Familientradition zum Chief. Diese Ehre muss man sich schlicht leisten können. Bei hohen Rängen kann die Bezahlung aus Dutzenden Schweinen bestehen. Nicht auszudenken, wäre so eine Knüppelei.

Tradition und Moderne in Reinkultur: Keine Show, sondern das Schweine-Kloppen wird für die Enkel festgehalten. Fast alle Teilnehmer tragen die auffälligen Zähne um den Hals oder auch als Armreifen.

Zum Schluss wird uns noch die harte Währung ‚Schwein‘ vorgeführt. Ein Eber mit bereits halbkreisförmig ausgebildeten ‚Tuskern‘. Dies sind die Eckzähne des Unterkiefers. Damit die überhaupt kreisförmig wachsen, werden dem jungen Schwein die oberen Eckzähne ausgeschlagen. Der untere Zahn wächst nun ohne Gegenspieler ungehindert weiter. Er krümmt sich im Bogen. Durchbohrt dabei häufig den eigenen Kiefer oder die Wangenwand des Ebers. Durch die Einwachsungen im Maul kann das Tier ab einem bestimmten Stadium kaum noch richtig kauen. Es muss jahrelang von Hand mit weichem Brei gefüttert werden.

Tusker schon gut gewachsen.

Die kulturelle Bedeutung der Tusker steckt in der Arbeit: Je mehr Windungen der Zahn hat, desto mehr Arbeit, Fürsorge und Wohlstand stecken im Tier. Heutige Marktpreise:

  • Livo – leicht gebogen – 40 bis 70 Euro
  • Rungwe – vollständiger Kreis – 200 Euro
  • Imbuile – zwei oder drei Windungen – gegen solch einen Zahn werden sogar heute noch Boote und ganze Landstriche getauscht.

Zähne zum Kauf im Angebot.
Das abgenutzte Preisschild (ungefähr 160 Euro) lässt vermuten, dass die Zähne nicht gut gehen …

Der kreisförmige Stoßzahn ist das zentrale Nationalsymbol – er ist sogar auf der Nationalflagge und den Münzen Vanuatus abgebildet. Ab heute bekommt der Name ‚Tusker‘ fürs lokale Bier eine ganz andere Note.

Info-Box

  • Jedes Jahr im Juli findet das Rom-Dance-Festival auf Ambrym statt. Der genaue Termin wird kurz vorher im Internet veröffentlicht.
  • Der Eintritt für westliche Besucher ist geschmalzen: pro Tag und Person 6.000 Vatu (knapp 50 Euro).
  • Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Am besten einen Tag vorher im Dorf Ranon melden. Dort findet man Lokals, die Bescheid wissen. Bei uns „tauchte auf einmal John“ auf. Selber wohnhaft in Fanla, kennt er sich aus.
  • Vor Ranon kann man sehr gut ankern auf 8 Meter Wassertiefe. Wir hatten tagelang heftige Fallböen von über 35 Knoten. Der Ankergrund ist ausgezeichnet – kein einziges Boot (13 Stück) ist geslipt.
  • Trotz Eintritt und Guide mit Warnweste ist der Rom-Dance kein Touristenspektakel. Es gibt nachgestellte Shows für Kreuzfahrt-Gäste, die finden nicht in Fanla statt und es wird nicht auf Schweine eingeknüppelt.
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