09.07. – 12.07.2026; Vanuatu, Malekula, Gaspard Bay; Tag 4.422 – 26; 29.954 sm total
Das Schöne an Vanuatu: In Tagestrips kann man Inseln und Ankerplätze wechseln und der Wind kommt verlässlich aus Südost. Super planbar, wenn wir weiterwollen.
Wir verstecken uns eine Insel weiter in den Mangroven. Der scheußliche Schwell aus dem Süden sollte hier nicht ankommen.
Vor diesem Schwell sind wir von Epi geflohen:

Die Strecken sind zudem auch noch abwechslungsreich mit Blick auf Vulkane. Allerdings sorgen die vielen Inseln für ein konfuses Wellenbild.
Erstmalig ist die Anfahrt etwas tricky. Bislang haben wir Buchen in Vanuatu einfach angesteuert – achte auf Korallen rechts und links – keine Untiefen oder Blöcke versperrten die Einfahrt. Diesmal müssen wir im Zickzack um Riffe navigieren. Navionics ist recht genau, zusätzlich läuft ein Satellitenbild-Overlay auf dem Laptop mit. Und die Sonne im Rücken.
Wir liegen herrlich ruhig. Und dann sind sie da, die Meerjungfrauen. Ein halbes Dutzend Dugongs ploppt neben Atanga an der Wasseroberfläche auf. Wohl kaum ein Tier wurde von der menschlichen Phantasie so verdreht wie der Dugong. Die alten Seefahrer machten aus der gemütlichen Seekuh die sagenumwobenen Meerjungfrauen.
Wie kann man ein plumpes, rüsselnasiges Tier mit einer grazilen Nixe verwechseln?
Vielleicht weil Dugong-Mütter ihre Milchdrüsen im Brustbereich (unter den Flipper-Flossen) haben. Wenn sie ihr Kalb säugen, halten sie es oft mit einer Flosse umschlungen, während sie vertikal im Wasser treiben und den Kopf an der Oberfläche haben. Aus der Ferne könnte das für einsame Matrosen verblüffend menschlich ausgesehen haben.
Wir bekommen das nicht zu sehen.

Suchbild mit Dugong. Nahe ans Boot kommen sie leider nicht. Als wir mit dem Kajak unterwegs waren, haben sie sich gar nicht gezeigt. Sich mit Außenborder nähern, ist in Vanuatu verboten.
Im Gegensatz zu Manatis (die eine runde Flosse haben) besitzen Dugongs eine gegabelte Schwanzflosse – exakt so, wie wir uns den Schwanz von Arielle der Meerjungfrau vorstellen.
Die berühmteste Seemanns-Illusion geht auf Kolumbus zurück. 1493 schrieb er in sein Logbuch, er habe vor der Küste der Dominikanischen Republik drei Meerjungfrauen gesehen. Er notierte enttäuscht, dass sie „nicht annähernd so schön seien, wie man sie auf Gemälden malt“ und dass ihre Gesichter „einige männliche Züge“ aufwiesen.
Für uns ist es ein riesiger Spaß, die Tiere zu beobachten. Dabei darf man allerdings nicht einschlafen. Das Auftauchen geht blitzschnell: Sie strecken nur kurz die Nasenlöcher aus dem Wasser, atmen innerhalb weniger Sekunden ein und aus, und tauchen wieder ab.






