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Überfahrt nach Vanuatu

Mo.–Mi., 11.–13.Mai 26; Pazifik; Tag 4.363–5; 29.683 sm total

Der gute Teil: Es war eine der entspanntesten Überfahrten seit langer Zeit. Zunächst erforderte das erste Drittel der Strecke ‚am Wind segeln‘. Auf unserem direkten Weg liegt eine Insel mitten im Weg. Macht nichts, wahrer Wind 14 Knoten. Seglers Glückseligkeit. Wir kommen flott voran ohne große Bolzerei.

Wie ein Golf Green liegt die Windprognose für 48 Stunden vor uns.

Nach sieben Stunden können wir Kurs Tanna anlegen. Jetzt halber Wind. Atanga liegt nun stabil auf der Backe. Nichts wackelt oder klappert.

Nicht nur Grren, manchmal auch Semi-Rough: Ein Squall macht Achim Arbeit.

 

Der schlechte Teil: Darüber möchte ich den Mantel des Schweigens legen. Während Atanga glänzte, ging es mies. Dauerübelkeit, Darmkrämpfe und feststeckende Blähungen.
Am ersten Abend hatten wir noch die Reste der vorgekochten Hühnersuppe. Danach gab es nur noch altes Baguette und Knäckebrot. Ich war zu nichts fähig. Achim – der Held der Überfahrt – hat sich am zweiten Abend Nudeln gekocht und mit Ketchup gekrönt. Besonders in der ersten Nacht hat er einen erheblichen Teil meiner Wache mit übernommen.
Wir sind beide hohlwangig und haben Ringe unter den Augen. Dankbar, dass die Überfahrt so einfach war.

 

Die Ankunft: Am dritten Morgen dann Tanna in Sicht. Endlich bin ich wieder brauchbar. Die Einfahrt von ‚Port Resolution‘ liegt an der Ostseite von Tanna. Ungebremst rollt der Pazifik gegen die Küste. Ein Saumriff gibt es nicht. Wenn man aus Südwesten kommt, muss man einen Knick von 180 Grad fahren. Das bringt den Genuss von Schwell auf alle Bootseiten. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt, dann fällt der Anker auf 4,5 Meter.

Südspitze von Tanna – alles voller Vulkane.

Der Yasur liegt genau neben unserem Ankerplatz. Alle paar Minuten pafft er dunkle Wolken in den Himmel. Das wird noch spannend hier.

243 sm von Casy nach Port Resolution. Wir haben zwei Tage und drei Stunden gebraucht. Genau, wie das Routingprogramm es berechnet hat (siehe Bericht Vanuatu Tag 1).
Ob es nun an der guten Performance der Crew oder des Programms gelegen hat. Man weiß es nicht. ;-)

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