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Segelrevier Vanuatu: Insel-Hopping vom Feinsten

18.07. – 29.07.2026; Vanuatu, Ambrym: Ranon + Malekula: Sandwich Bay, Port Stanley, Norsup; Tag 4.431 – 42; 30.047 sm total

Dieses Inselhüpfen in Vanuatu gefällt uns: 29 Meilen, 37 Meilen, 5 Meilen. Morgens los, nachmittags da. Der Wind kommt verlässlich aus Südost. Passat vom Feinsten. Stärke vier bis fünf, in Böen auch mal sechs.
Allerdings sorgen Kap-Effekte und ‚Wind-folgt-dem-Land‘-Regeln für Wirbel und Ablenkungen. Das ist anspruchsvolles Segeln, da sich alle paar Meilen Windstärke und Richtung ändern. Der große Ozeanschwell rollt ebenfalls aus Südosten an. Die vielen Inseln bringen den durcheinander. Abgelenkt durch Landmasse, weiß das Wasser nicht, was es machen soll. Steile Hacksee steht gegen die lange Dünung. Strömungen und stehende Wellen bilden sich an den Küstenlinien. Noch nie haben wir so viele Warnhinweise für Wellen in der Seekarte gesehen wie hier in Vanuatu.

Vor bis zu vier Knoten Strömung wird gewarnt. Stehende Wellen können entstehen.

Meistens stehe ich die gesamten Strecken am Ruder. Das macht Spaß. Abwechslungsreich und teilweise sogar mit echter Ruderarbeit verbunden. Nur die geraden, langweiligen Abschnitte übergebe ich der Windsteueranlage.

Überfahrt nach Stanley – Spaß am Ruder.

Von Ambrym zurück nach Malekula. Die Insel ist so groß, dass sie gut für drei Ankerplätze ist.

Genauso abwechslungsreich sind die Inseln. Pechschwarzer grober Strand wechselt zu rotbraunem Sand. Oder wir ankern vor Mangroven. Seit heute Morgen ankern wir vor einer weißen Sandbank. Türkise Träume mit kristallklarem Wasser sind noch Mangelware. Das Wasser ist meistens leicht trüb. An vielen Plätzen fühlen sich Dugongs wohl. Und neugierigen Bullenhaien mag das auch gefallen.

Schwarzer Stein-Strand auf Ambrym. Diese Steine werden von Frauen und Kindern in alte Säcke gepackt und nach Port Vila in die Hauptstadt geschifft.

Atanga vor rotbraunem Strand mit gleichfarbiger Kuh.

Südsee-Kulisse ohne Türkis in der Sandwich Bay. Total geschützte Bucht. Hier liegen wir ruhig.

Ankern in der Mausefalle in Port Stanley. Nach hinten haben wir drei Schiffslängen, 40 Meter. Der Ankerplatz hat uns bei 25 Knoten Böen etwas nervös gemacht. Das Riff fällt bei Ebbe trocken.

Die Menschen sind zurückhaltend, aber durchaus neugierig, wenn etwas ihre Aufmerksamkeit erweckt. Als wir auf Ambrym am letzten Tag zum Dinghy zurückkommen, finden wir eine Sauerei vor. Der Benzinschlauch vom Motor hat aus nicht festzustellenden Gründen kontinuierlich über Stunden ins Boot getropft. Mit Wasser vermengt, schwappt ein Liter ölige Zweitakt-Brühe im Dinghy umher.
Und nun? Wohin damit? An den Strand zu kippen, gibt immer so schlechte Presse.
Achim opfert sein Ösfass, einen abgeschnittenen Wasserkanister, und schubst aus dem Lenzloch mit einem Holzstück die Benzinmischung in den Kanister. Längst werden wir beobachtet. Auch eine Horde Kinder ist schon angelaufen gekommen.
Während ich unter dem Baum im Rucksack nach Taschentüchern  zum Wischen suche, sprechen mich drei Männer an: „Was ist passiert?“ Ich erkläre kurz die Situation und bringe Achim die Tücher.
Zum Glück habe ich reichlich. Mit vereinten Kräften, Sand und Salzwasser bekommen wir das Dinghy wieder sauber. Die drei Männer wollen es nun genau wissen. Achim zeigt ihnen den Kanister. „Ich weiß nicht, was ich damit machen soll. Gibt es einen Platz, wo ich das entsorgen kann?“ Eine kollektive Beratung in lokaler Sprache bricht los. „Gib her, wir kümmern uns drum.“ Wie dieses Kümmern aussieht, werden wir wohl nie erfahren …

Achim und seine neugierige Zuschauer-Schar.

Sofort hat Achim die Kinder um sich herum. Wenn ich ihm bei der Arbeit zuschaue, werde ich weggeschickt: „Schau mir nicht auf die Finger.“ Er kann das so gar nicht leiden. Hier nun gleich fünf Augenpaare auf ihn gerichtet. Ich musste aus der Ferne so sehr lachen. :lol:

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Aufregung in den Mangroven

22. – 24. Jun. 26; Vanuatu, Efate, Esema Bay; Tag 4.405 – 7; 29.861 sm total

Zum nächsten Ankerplatz sind es nur 23 Meilen. Was für ein abwechslungsreicher Segeltrip. Wind: 5 bis 30 Knoten; Wellen: platt bis 2,5 Meter. Und obwohl wir Kurse von 230 bis 70 Grad anliegen haben, können wir komplett segeln. Das kann man genießen, wenn man will.

Von Mele nach Esema. Kurvige Strecke. Zwischen den vorgelagerten Inseln ist es super ruhig.

„Ach, die paar Wellen am Kap“, dachte ich noch so. Nein! Als Info für nachfolgende Boote: Hier geht es zur Sache. Aus dem Nichts 2,5 Meter Wellen aus vielen Richtungen. Ein Segler, der uns entgegengekommen ist (am Wind), ist tatsächlich umgedreht. Das war Arbeit am Ruder für eine knappe Stunde.

Außer am Kap ist es schönstes Küstensegeln. Abwechslungsreich wie lange nicht. Da gehe ich auch schon mal fünf Stunden freiwillig ans Ruder.

Der Anker fällt auf zehn Meter vor einer Mangroven-Wand. Vom nahen Dorf hören wir nichts. Ohne Wind und Schwell schläft es sich wie in einem Sarg. Wir können uns nicht an einen so ruhigen Ankerplatz erinnern. Mehr Genuss macht sich breit.

Super Ankerplatz

Wir paddeln mit dem Kajak zwischen den Mangroven umher. Dort treffen wir auf einen Trupp Arbeiter von der Insel gegenüber. Jeden Morgen kommen sie mit ihren einheitlichen Plastikbooten zu unserer Seite rüber gefahren. Zurzeit fangen sie etwas später an, wie man uns berichtet. Flexi-Time ist  das Zauberwort.
Fußball ist der Grund für ihre Verspätung. Irgendeiner im Dorf hat eine Satellitenschüssel. Davor wird sich versammelt und kein einziges Spiel verpasst. Wenn die Leute hören, dass wir aus Deutschland kommen, freuen sich alle über den deutschen Einzug in die nächste Runde.
Vanuatu ist fußballbesessen.

Mit dem Boot zur Arbeit. Heute etwas später, England:Ghana hat die Kollegen aufgehalten. ;-)

Die Arbeiter gehen zu ihren „Gärten“, wie sie sagen. Auf dieser Seite werden Tomaten und Pak Choi angebaut. Auf ihrer Insel Maniok. Ohne das zufällige Treffen hätten wir den Weg in den Dschungel gar nicht entdeckt.
Am zweiten Morgen, als alle noch beim Fußball sitzen, suchen wir die Gärten. Vor unserem geistigen Auge tauchen gepflügte Felder auf. Beinahe wären wir dran vorbei gelaufen. Es ist eher ein wilder Acker. Der Begriff Garten ist dehnbar. :mrgreen:

Den Weg hätten wir nur schwerlich gefunden.

Einer der Gärten. Eine wild gerodete Fläche. In den Löchern stecken zarte Pflänzchen von Pak Choi und Tomaten. Alle tipp-topp. Keine hängenden Blätter, keine Kümmerlinge darunter.

Wir sitzen beim Mittag, als mein Blick auf eines der Longboote fällt. Da wir uns vor zwei Stunden noch darüber unterhalten haben, wie sorgfältig die Boote in den Mangroven vertäut und außerdem mit einem Anker gesichert werden, fällt es mir sofort auf. Eines der Boote ist auf Abwegen. Kein Zweifel. Da der Grund hier sehr steil abfällt, ist es nur noch eine Frage von Minuten, wann der Kahn richtig Fahrt aufnehmen wird.

Da wir nur mit dem Kajak unterwegs sind, liegt unser Dinghy an Deck. Der Motor ist am Heck festgezurrt. Bevor wir das in Betrieb haben, ist das Boot abgetrieben. Achim zögert nicht lange: „Ich muss das Kajak nehmen. Aber damit kann ich das schwere Boot nicht ziehen. Den fremden Motor lasse ich besser in Ruhe, man weiß nie, wie das aufgenommen wird. Ich renn in den Wald und suche die Leute. Tschüss.“

Den Vorwurf, kein Gas zu geben, braucht Achim sich nicht machen lassen. ;-)

Ich bleibe an Deck und halte Ausschau. Ein Boot kommt von der anderen Seite und fährt zum Dorfanleger mit fünfhundert Metern Abstand. Ich winke wie wild. Man sieht mich nicht. Fünfzehn Minuten später kommt ein zweites Boot. Ich winke. Die beiden Männer winken zurück. Nein, nein, so war das nicht gemeint. Ich winke wilder. Sie verstehen und kommen auf mich zugefahren. Viel muss ich nicht sagen, ein Fingerzeig auf das Boot auf Abwegen reicht. „Tangkiu tumas!“

Und dann kommt auf einmal Hilfe von allen Seiten. Meine herangewunkenen Jungs. Ein Boot aus den südlichen Mangroven schießt auch auf uns zu. Wo das auf einmal herkommt? Und einer der Feldarbeiter paddelt wie verrückt in unserem Kajak auf den driftenden Kahn zu.
Achim war den Weg in den Wald entlanggerannt. Keiner zu sehen. Fast hatte er schon den Garten erreicht, laut rufend: „Eins eurer Boote ist auf Drift, eins der Boote ist auf Drift“, ohne jemanden zu sehen oder zu hören. Bis schließlich ein Mann hinter ihm auftauchte. Gemeinsam sind sie zum Ufer zurückgerannt und Achim hat ihm unser Kajak geliehen.

Der junge Mann erzählt, dass das Boot seinem Onkel gehört. Der wird sich heute Abend freuen. Die Kombination aus Longboot plus 30-PS-Außenborder hat einen Wert von sieben bis zehntausend Euro. Viel Geld für einen Arbeiter, der nur mit Spaten und Machete das Feld bestellt.

Auf jeden Fall bekommt Achim heute einen Helden-Stern von mir. :-)

Ende gut – Boot im Schlepp

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Überfahrt nach Vanuatu

Mo.–Mi., 11.–13.Mai 26; Pazifik; Tag 4.363–5; 29.683 sm total

Der gute Teil: Es war eine der entspanntesten Überfahrten seit langer Zeit. Zunächst erforderte das erste Drittel der Strecke ‚am Wind segeln‘. Auf unserem direkten Weg liegt eine Insel mitten im Weg. Macht nichts, wahrer Wind 14 Knoten. Seglers Glückseligkeit. Wir kommen flott voran ohne große Bolzerei.

Wie ein Golf Green liegt die Windprognose für 48 Stunden vor uns.

Nach sieben Stunden können wir Kurs Tanna anlegen. Jetzt halber Wind. Atanga liegt nun stabil auf der Backe. Nichts wackelt oder klappert.

Nicht nur Grren, manchmal auch Semi-Rough: Ein Squall macht Achim Arbeit.

 

Der schlechte Teil: Darüber möchte ich den Mantel des Schweigens legen. Während Atanga glänzte, ging es mies. Dauerübelkeit, Darmkrämpfe und feststeckende Blähungen.
Am ersten Abend hatten wir noch die Reste der vorgekochten Hühnersuppe. Danach gab es nur noch altes Baguette und Knäckebrot. Ich war zu nichts fähig. Achim – der Held der Überfahrt – hat sich am zweiten Abend Nudeln gekocht und mit Ketchup gekrönt. Besonders in der ersten Nacht hat er einen erheblichen Teil meiner Wache mit übernommen.
Wir sind beide hohlwangig und haben Ringe unter den Augen. Dankbar, dass die Überfahrt so einfach war.

 

Die Ankunft: Am dritten Morgen dann Tanna in Sicht. Endlich bin ich wieder brauchbar. Die Einfahrt von ‚Port Resolution‘ liegt an der Ostseite von Tanna. Ungebremst rollt der Pazifik gegen die Küste. Ein Saumriff gibt es nicht. Wenn man aus Südwesten kommt, muss man einen Knick von 180 Grad fahren. Das bringt den Genuss von Schwell auf alle Bootseiten. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt, dann fällt der Anker auf 4,5 Meter.

Südspitze von Tanna – alles voller Vulkane.

Der Yasur liegt genau neben unserem Ankerplatz. Alle paar Minuten pafft er dunkle Wolken in den Himmel. Das wird noch spannend hier.

243 sm von Casy nach Port Resolution. Wir haben zwei Tage und drei Stunden gebraucht. Genau, wie das Routingprogramm es berechnet hat (siehe Bericht Vanuatu Tag 1).
Ob es nun an der guten Performance der Crew oder des Programms gelegen hat. Man weiß es nicht. ;-)

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Richtung Vanuatu – Tag 1

Sonntag, 10. Mai 2026; Cosy Nord/Neukaledonien

Weit sind wir nicht gekommen. :mrgreen:

Wir sind nicht mal aus der Hafenbucht von Nouméa raus, da ist schon das Deck geflutet. Eine fiese Hacksee mit Wind genau auf die Nase macht uns das Fortkommen schwer. Fast stampfen wir uns fest. Beim Wunsch nach südlichen Winden haben wir die Hafenausfahrt komplett vergessen.
Von Freitag auf Samstag hatte ich mit Achims Margen-und Darmgeschichte in etwas schwächerer Form zu tun. Viel Übelkeit. Die kommt bei der ekligen Welle spontan zurück. Als wir den Kurs ändern können, wird es besser. Sowohl mein Wohlbefinden als auch unser Vorankommen.

Nach 32 Meilen suchen wir uns eine Mooring hinter der kleinen Insel Casy in der Proni-Bucht. Das war von Anfang an so geplant und stellt sich am späten Nachmittag als gute Idee heraus. Ich komme nicht mehr von der Toilette runter. Das hätte ich nicht auf See haben müssen. Etwas Hühnerbrühe und zwei Stunden Schlaf helfen. Am Abend geht es mir besser. Die Nacht ist ruhig. Ich hoffe, dass es so bleibt, zu 100% fit bin ich noch nicht. Zum Glück ist Achim durch.

Jetzt ist es Montagmorgen. Es ist noch früh, gleich geht es los. Nur noch zwölf Meilen bis zur Passausfahrt. Die Windvorhersage sieht gut aus. Unser Ziel ist die Insel Tanna, ungefähr 200 Meilen entfernt. Das Routingprogramm sagt: zwei Tage, drei Stunden. Ahoi!

Ruhig und komplett alleine verbringen wir die Nacht hinter Casy. Eine schöne Ecke von Neukaledonien. Es wird abends jetzt schon um 18:00 dunkel. Der Winteranfang ist nah.

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Butter bei die Starlink

4. Februar 2026; Neukaledonien/Nouméa; Tag 4.267

„Game Changer“. „Internet Revolution“. „Lebensveränderer“.
Von Langfahrtseglern (und Campern) bekommt Starlink viele ehrfürchtige Bezeichnungen.

Wir haben seit neun Monaten Starlink im Einsatz. Neun Monate ohne Sim-Karten, ohne WLAN-Suche, ohne Gigabyte-Panik. Die Technik hat unser Leben an Bord verändert – mehr als erwartet.

Die Hardware
Wir haben uns für Starlink „Mini“ entschieden.

 

Starlink Standard Starlink Mini
Maße 59 x 38 cm;
Familienpizza-Karton
30 x 25 cm;
DIN A4-Format
Gewicht 3.2 kg; Schleppfaktor 1.1 kg; Leichtgewicht
WLAN (Wi-Fi 6); Empfang noch auf dem Nachbarschiff möglich (Wi-Fi 5); reicht fürs Vorschiff
Router Extern; Kabelsalat plus wohin mit dem Router? Intern; alles in der Platte versteckt
Watt Hungrig (75 Watt) Diät-Modus (25 Watt)
Speed „Gib ihm!“ (300+ Mbit/s) „Reicht locker!“ (150 Mbit/s
Empfang Sturmfest:
Empfang auch bei Unwetter und Schnee
Schönwetterfreund: Empfang bei dicken Wolken schon mal wackelig
Hitze Auch für 45 Grad im Outback gemacht Soll bei praller Sonne auch mal drosseln

Der eingebaute Router hat den Vorteil: keine Kabel, kein zusätzlicher Kasten. Unser hat allerdings eine kleine Macke. Gelegentlich schaltet er einfach ab und kippt uns aus dem Internet. An- und Ausschalten hilft. Manchmal braucht es drei Versuche. Der Eindruck verdichtet sich, dass es vermehrt auftritt, wenn andere Starlink-Antennen in der Nähe sind.
Wer hat ebenfalls eine Mini und kennt dieses Phänomen? Oder haben wir einen echten Montags-Starlink an Bord?

Die Installation
Auf den meisten Booten bekommt der Starlink eine Installation am Heck. Auf mehr oder weniger eleganten Trägern ragt dann das Ofenblech in den Himmel. Durch unser Mittelcockpit ist der Weg zum Heck lang und verbaut. Ein Plätzchen hätten wir am Heckträger wohl noch gefunden, aber für die Stromversorgung wären einige Baumaßnahmen erforderlich gewesen.

Installationsvarianten. Auf langer Stange, mehr als prominent, oder geschickt am Heckträger angebaut.

Daher hat Achim experementiert: Unsere Antenne steht im Cockpit auf einem der beiden Ablagefächer neben dem Niedergang. Verdeckt von Bimini, halb verdeckt von der Sprayhood. Je nach Segelkurs sind sogar noch Baum und Mast im Weg.

Unsere Mini steht im Cockpit auf einer Antirutsch-Matte. Das funktioniert auch auf See. Zusätzlich sichern wir sie am Aufstellfuß mit einem Bändsel.
Die Stromversorgung verschwindet in der Klappe und kommt direkt aus der Navigation über dem Niedergang. Schöne Lösung ohne Kabelsalat.

Zum Verstauen hat Achim unter die Klappe eine Einschubvorrichtung geschraubt. Ganz simpel gehalten aus Holzleisten und einem Kunststoff-Schneidbrett.
Klappe zu – Starlink weg.

 

Eigentlich möchte die Mini freie Sicht zu ihrem Satelliten. Bei uns funktioniert die Verbindung trotz Abdeckung erstaunlich gut. Nur, wenn alles gegen uns steht, dann geht der Empfang tatsächlich in den Keller. Wer Starlink zum Arbeiten benötigt, wird diese Lösung vermutlich nicht lieben. Für uns als geplagte WLAN-Nutzer funktioniert es.

Die Mini hat keinen Motor und muss manuell zum Satelliten ausgerichtet werden. Nach jeder Wende und jedem Kurswechsel erneut. Da haben wir kurze Wege. Statt auf See ans Heck stolpern zu müssen, können wir bequem vom Cockpit die Antenne ausrichten.
Einen weiteren Haken hat diese Installation. Unsere Mini-Antenne fiept. Ich taube Nuss höre das Geräusch nur äußerst selten. Aber Achim ist schon mal etwas genervt davon.

Der Stromverbrauch
Der größte Vorteil für uns ist der niedrige Stromverbrauch. Zeitgleich mit dem Starlink ist eine Lithium-Batterie (für unsere kleine Verbraucherbank) an Bord gekommen. Solar und Wind bringen genug Strom rein, dass wir am Anker die Antenne Tag und Nacht durchlaufen lassen könn(t)en. Auf See haben wir durch die Navigation und Funk zusätzliche Verbraucher. Somit schalten wir beim Segeln den Starlink nur stundenweise ein.

Verträge und Kosten
An diesem Punkt muss gearbeitet werden. Transparenz wird von Elon klein geschrieben.
Das Internet ist voll mit Fragen zu Tarifen, Kündigungen und Laufzeiten. Je nachdem, wo man die Antenne kauft, gelten andere Tarife. An Land gelten andere Verträge als auf See. Ein Dschungel.

Wir haben unsere Antenne in Australien aktiviert. Um im Küstenbereich – bis zwölf Seemeilen – Starlink nutzen zu können, mussten wir den Tarif „Roaming unlimited“ wählen.  Für 112 Euro (195 AUD) im Monat.
Nachteil: Außerhalb der 12-Meilen-Zone schalten „Roam-Tarife“ ab. Wir haben bei der Überfahrt nach Neukaledonien den „Ocean Modus“ dazu gebucht. Dieser Tarif wird nach Einheiten berechnet: 1,83 Euro pro verbrauchtem Gigabyte. Es soll Gebiete geben, da muss man komplette Ocean-Pakete kaufen. Gigabyte, die man auf See nicht verbraucht hat, verfallen. Bei uns wurde exakt abgerechnet. Angeblich haben wir während der zehntägigen Überfahrt 25 GB verbraucht. Das kommt uns realistisch vor.

Starlink in Neukaledonien
Bei der Ankunft in Neukaledonien haben wir den „Ocean“-Tarif gekündigt und laufen seitdem auf dem australischen „Roam“. Örtliche Sim-Karten sind grausam teuer. Fünfzig Euro im Monat für 25 GB. Da fiel die Entscheidung recht leicht, Starlink einfach durchlaufen zu lassen.

Sobald man länger als zwei Monate in einem neuen Land bleibt (Umzug von Australien nach Neukaledonien), erwartet Starlink, dass man seine Service-Adresse ändert. Macht man dies nicht, kann der Dienst unterbrochen werden.
Wir haben dies komplett ignoriert, denn Neukaledonien bietet gar keinen Starlink-Service an. Der Hauptakteur ist das OPT-NC, ein staatliches Unternehmen, das in Neukaledonien ein gesetzlich verankertes Monopol auf Telekommunikation unterhält. Und die OPT-Leute mögen Starlink gar nicht gerne, da ihre Einnahmen durch die US-Konkurrenz gefährdet werden.
Neue Antennen kann man in Neukaledonien nicht aktivieren. Unsere Liegenachbarn laufen auf Fiji, Neuseeland oder Australien.

Wir haben in den ersten Monaten immer damit gerechnet, dass uns der Starlink-Saft abgedreht wird. Aber nichts ist passiert. Der Dienst läuft tadellos durch.
Starlink respektiert in den meisten Fällen die nationalen Wünsche anderer Länder und verhängt ein „Geo-Fencing“. Klack, mit Überschreiten der 12-Meilen-Zone schaltet die Antenne ab. Südafrika oder Namibia sind solche Beispiele.
Die Abkommen zwischen Neukaledonien und Starlink sind ausstehend. Elons Satelliten fliegen ungerührt über uns hinweg. Empfang jederzeit möglich.

Game Changer
Jawohl! Das darf man wohl behaupten. Wir können plötzlich streamen und brauchen nicht mehr die ewig alten Filme von Konserve zu sehen. Vorbei die Zeiten, in denen wir Gigabyte gezählt haben, um bis Ende des Monats auszukommen. Oder irgendwo vor einer Post gesessen haben, weil nur dort der Empfang möglich war. Auf See haben wir bessere Wetterinformationen. Ein echtes Sicherheitsplus.

Und die Kosten? Natürlich ist es teurer. Wir zahlen jetzt das Doppelte von dem, was wir vorher für Internet ausgegeben haben. Ist es perfekt? Nein!

Jeder Game Changer hat seinen Preis. ;-)

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