13. – 15. Februar 2026; Australien/Tasmanien/Coles Bay; Tag 5-7, Tageskilometer 207, gesamt 346 km
In vielen Ranglisten wird die Wineglass Bay unter die Top 10 der schönsten Buchten der Welt gezählt. Warum sie diesen Namen trägt, ist unklar. Ist es die perfekte Sichel, die an einen Weinkelch erinnert? Oder stammt der Name aus einer weniger romantischen Vergangenheit — vom Blut der Wale, die hier früher abgeschlachtet wurden und das klare Wasser wie Rotwein färbten?
Um die Bucht zu sehen, muss man sich einen Berg über etliche Stufen hochschnaufen. Wir sind nicht allein. Viele Besucher wollen diesen Blick. Zeitweise staut es sich förmlich. Und der Campingplatz-Wart hatte recht: Die Alten sind unterwegs. Das meistgesehene Wanderutensil sind Kniebandagen.

Umleitung für den Rückweg. Damit die Menschenmassen sich auf dem Weg nicht begegnen, gibt es für den Rückweg eine andere Strecke. 250.000 Besucher jährlich auf der Strecke. Alle heute da.
Für die perfekte Sicht ist das Wetter heute nicht optimal. Die Sonne schafft es nicht durch die Wolken. Der weiße Sand will nicht leuchten. Auch der Blickwinkel ist nicht ideal. Die spektakulären Fotos dieser ikonischen Bucht entstehen meist aus der Luft.
Die Wineglass Bay liegt im Freycinet Nationalpark auf einer verwinkelten Halbinsel. Überall tauchen überraschend neue Buchten auf. Besonders die Honeymoon Bay mit ihren rosa Granitfelsen gefällt uns. Nur noch als Attraktion dritten Grades gehandelt, ist es hier angenehm leer.

Extrem klares Wasser – übersät mit Austernschalen, vereinzelt Jakobsmuscheln dazwischen und Miesmuscheln.
Zwischen Selfies, Kniebandagen und den fließenden Besuchermassen merkt man aber immer noch, dass Freycinet hält, was die Listen versprechen. Die Buchten sind wild, rosa, türkis — und trotz aller Menschen noch nicht gezähmt.

Das ist kein Hof der Wohnwagen verkauft. Das ist der Campingplatz mit Wineglass Bay Besuchern. Es ist proppe voll …
– Campingplatz 33,50 Euro pro Nacht, powered.
Talk über einen 4×4 als Mietwagen
Als wir uns für Tasmanien begeistert haben, war schnell klar: Wir möchten ein Off-Road-Auto. Kein unbewegliches Wohnmobil, mit dem man schlecht parken und wenden kann. Wir wollten unsere Freiheit auch über zwölf Kilometer Schotter hinaus.
Wir dachten: Wer einen 4×4 mietet, sei frei. Falsch gedacht.
Auf Nachfrage bekamen wir den Hinweis, dass es für Ungeübte gar nicht so einfach sei, „off road“ zu fahren. Schwere Forstfahrzeuge könnten uns begegnen. Die Straßen seien schmal und hätten steile Schultern. Äste würden im Weg hängen.
Etwas umständlich formuliert stand dort im Grunde, auch mit einem Allradfahrzeug dürfen wir nur auf Asphalt unterwegs sein.
In der Zwischenzeit hatte ich schon tolle Wege abseits der Highways gefunden. Die sollten es nun auch sein. Achim hatte sich längst auf 4×4 eingeschossen.
Also habe ich die Strategie gegenüber der Vermietung geändert.
Beiläufig unsere Runde durch Australien erwähnt.
Zugesagt, dass wir weder an den Strand noch durch Flüsse oder „echte“ Off-Road-Strecken fahren würden. Wobei offen blieb, was Off-Road eigentlich bedeutet. Das ist ungefähr so schwammig wie „Outback“. Jeder versteht etwas anderes darunter. ![]()
Zusätzlich habe ich die von uns gewünschten Straßen namentlich genannt, damit der Vermieter überhaupt versteht, was wir vorhaben. Das alles hat geholfen. Wir bekamen die Erlaubnis, auf unbefestigten Straßen zu fahren. Sehr gut.
Eine Einschränkungen ist geblieben: Bei einem Überschlag stehen wir in der Vollhaftung.
Da wir das nicht vorhaben und das Risiko für kalkulierbar halten, haben wir uns für den Off-Roader entschieden.

Unsere erste Schotterpiste – 40 Kilometer Wald, statt 80 Kilometer Highway. Könnte auch jedes Wohnmobil fahren, ist aber nicht erlaubt.








