Tag 5 =>Osterinsel – Tölpel-Alarm

Do., 13.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1656, 13.868 sm von HH
„Ach du Schreck, wir haben einen Tölpel im Cockpit und der hat uns drei Fische ins Cockpit gekotzt“, ruft Achim mir hinterher. Es ist 2:00 Uhr morgens, wir haben Wachwechsel und ich bin grade dabei ins Bett zu krabbeln. Tatsächlich, direkt am Niedergang liegen die halbverdauten Fische. Ist das jetzt eine tote Maus auf der Fußmatte, wie Katzen sie liebevoll vor die Tür legen? Und wo kommt dieser Vogel her?
Ich kümmere mich um die noch magenwarmen Fische. Buh, das stinkt. Wie Fisch von letzter Woche. Achim nimmt sich den Tölpel vor. Alleine kommt er aus dem Cockpit nicht wieder raus. Panisch breitet er die Flügel aus, versucht zu entkommen. Aber mit zwei Meter Spannweite eckt er immer wieder irgendwo an. Er sitzt in der Falle. Als Achim ihn mit großen Lederhandschuhen greifen will, wird er grantig. Laut fauchend und krächztend reißt er den Schnabel auf und hackt nach seinem Retter. Ein echter Killer! Da will sich jemand nicht helfen lassen, eindeutig. „Wie fängt man so einen Tölpel?“ „Du musst nur beherzt zugreifen“, weiß ich aus sicherer Entfernung. Ob er einen Widerhaken im Schnabel hat, überlege ich noch so, behalte das aber lieber für mich. Da kriegt Achim ihn zu fassen. Etwas unglücklich am Flügel. Der Bursche entwischt ihm an der Bordkante, verheddert sich noch kurz in der Reffleine, dann ist er frei und fällt ins Wasser. Gerettet. Höchstwahrscheinlich. Diese Tölpel können ja schwimmen und verletzt hat er sich nicht. Schnell ist er in der Dunkelheit verschwunden. Zurück bleibt eine Feder und eine riesige Sauerei. Vor lauter Angst hat er nicht nur seine Fische verloren. Das ganze Cockpit ist vollgekackt. Putzen um halb drei Uhr morgens, super.
Im Hellen sehen wir dann, dass einer der Tölpel, die es sich auch in der zweiten Nacht am Bugkorb bequem gemacht haben, fehlt. Wir vermuten, dass er nachts abgerutscht ist und bei einem Wieder-Anflug, abgelenkt durch den Lichtschein aus dem Salon, versehentlich im Cockpit gelandet ist. Seinen Kumpel juckt das nicht weiter. Den ganzen Tag bleibt er noch bei uns. Geht zwischendurch Fische fangen und kommt wieder. Ob sie sich vermissen?
Die Segelbedingungen sind gleichbleibend angenehm. Dazu scheint heute endlich die Sonne. Ein perfekter Segeltag. Die Richtung passt noch immer nicht ganz (wir fahren 240 bis 250 Grad, statt gewünschte 220 Grad, aber das wird schon noch).
Und am Nachmittag dann unsere erste Walsichtung. :-) Ein Trupp Pilot-Wale zieht keine zehn Meter an uns vorbei. Toll. Die Tiere interessieren sich allerdings kein Stück für uns, schade.
Essen: Abendessen: Paprika-Hack-Pfanne mediterran mit Zwiebeln, Knoblauch, dazu Reis. Frühstück: Noch immer das Brot. Mit Schinken und Salami. Jetzt schon recht kauintensiv. Soll ja bekömmlicher sein. :mrgreen: Mittag: Den Rest der Paprikapfanne für mich. Achim bekommt zwei Tortillas mit einer Frijoles-Füllung (das mexikanische Bohnenmus, allerdings aus hellen Bohnen und nicht aus den Schwarzen) plus Zwiebeln und Tomatenwürfel.
Meilen: Tagesmeilen 123 (wir sind etwas schneller geworden, was aber am Schiebe-Strom liegen muss. Segelstellung und Wind haben sich nicht geändert), Rest 1.834 sm auf direktem Weg

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