Fr., 26.Feb.16, Französisch Guyana/Kourou, Tag 636, 5.573 sm von HH
…Weltraum-Bahnhof und Raketen-Rampen!
Was nach High Tech und Star Treck – new Generation- klingt, entpuppt sich als Leichtbauhallen im Look von Raumschiff Orion.
Wir sind einigermaßen entsetzt und enttäuscht. Und dabei fängt alles so vielversprechend an.
Bereits um 8:00 Uhr ist Beginn der kostenlosen, dreistündigen Tour.
Großer Wert wird auf Sicherheit gelegt.
Unsere Pässe werden einbehalten und gegen laminierte Visiteur-Karten eingetauscht, die wir ans Revers zu klemmen haben. Dann noch Körper-Scanner und Taschenkontrolle.
Achim muss seinen Leather-Man abgeben. Könnte er damit doch an der Ariane wichtige Teile abschrauben. ![]()
Dann sitzen alle im klimatisierten Bus und die Fahrt beginnt.
Endlose Straßen durch niedriges Buschland führen uns über das Gelände. Es gibt zur Zeit drei Start-Rampen: für die Ariane, für Soyuz-Raketen und die kleinen Vega-Raketen.
Diese sind kilometerweit auseinander gebaut, damit eine Fehlstart-Rakete nicht alles abräumen würde.
- ramponierter Weltraumbahnhof
- Bauplatz für Ariane 6
Jedes Mal, wenn wir in einen neuen Sektor einfahren, müssen wir durch Straßensperren.
Es kommt jemand von der Security in den Bus und kontrolliert, ob wirklich alle Gäste eine Visiteur-Karte angeklemmt haben. Absolut albern, dieser Ausweis ist in fünf Minuten nachgebastelt.
- Sicherheit wird groß geschrieben
Das Gelände wird von der Französischen Fremdenlegion bewacht. Bis zu 200 Mann übernehmen diesen Job.
Die Feuerwehr kommt aus Paris, denn nur dort hat die Feuerwehr einen Armee-Status und darf im Dschungel diese Aufgabe übernehmen.
Der erste Stopp ist bei der Soyuz-Rampe.
Wir dürfen aussteigen, um in ein angekohltes Loch zu blicken.
Dieses Loch wird zur Ablenkung der Hitze des Düsenstrahls der Antriebskörper benötigt. Ansonsten würde jedes Mal die gesamte Haltekonstruktion der Rakete abfackeln.
- Soyuz-Abschuss-Rampe
Bei der Ariane-Rampe dürfen wir nur in gebührender Entfernung aus dem Bus steigen.
Das Beste sind hier auf die mitreisenden asiatischen Kollegen, die sich in Rage knipsen.
- Ariane-Rampe
- Asiaten bei der Arbeit
Netterweise fährt der Bus nah an der Rampe vorbei. Wieder High Tec, die begeistert: dürrer Maschendraht, etwas luschig angebracht, wie mir scheint, schützt Stecker und Schalter.
- Wie schlampig ist das bitte?
Der letzte und dritte Halt ist im Herzen der Ariane-Anlage: Das Ground Control.
Wir glauben an Zeitreisen: Diese Kulisse stammt doch direkt aus der Apollo 11 Mission!
Ein Laptop zwischen den Röhren-Monitoren und einem antiquierten 12-Zöller, ist wahrscheinlich privat und wurde versehentlich vergessen. ![]()
Das modernste sind noch die Mäuse…
- Apollo 11 Kulisse
- vergessener Laptop
- moderner Arbeitsplatz
- High Tech
Sich einen Ariane-Start zu mieten, kostet immerhin 150 Millinen EUR.
Da kann man als Kunde eigentlich ‚Intel inside‘ erwarten. ![]()
In einem Film wird uns gezeigt, wie die Satelliten zusammengebaut, der Treibstoff hergestellt und die Treibsätze an die Rakete gebaut werden.
Im Film ist von Clean-Rooms die Rede in denen bei Überdruck und in , endlich, Raumanzügen unter klinischen Verhältnissen die Satelliten aufbereitet werden.
Das erste Mal bekommen wir den Eindruck, hier wird im 21. Jahrhundert gearbeitet.
- geht doch
Auch die Jupiter-Lounge versöhnt.
Hierher werden die Kunden und Presse gebeten, um bei einem Raketen-Start live dabei sein zu können. Große Monitor-Wände übertragen die Vorbereitungen, den Countdown und Start.
Dieser kann wahlweise auch von der Terrasse aus beobachtet werden.
- VIP-Lounge
Der nächste Start ist in der Nacht vom 8./9. März.
Um ihn in der Jupiter-Lounge sehen zu können, benötigt man eine Einladung.
Um die kann man per e-Mail bitten. Das haben wir getan und nun heißt es abwarten, ob wir eingeladen werden.
Unglücklicher Weise wird ein wichtiger Satellit zur Übertragung der Olympischen Spiele nach oben geschossen. So kann es sein, dass die Bude bereits mit Presse belegt ist.














Klingt ja sehr suspekt. Hoffentlich geht nichts schief beim Start und es fällt Euch am Ende noch was auf den Kopf