Französisch Polynesien öffnet die Grenzen

So.,19.Jul.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva, Tag 2240, 20.254 sm von HH

Seit dem 15. Juli lässt Französisch Polynesien wieder ausländische Touristen ins Land. Der President Fritch ließ verlauten, dass Land brauche die Einnahmen aus dem Tourismus. Und es sei wahrscheinlich nicht zu verhindern, dass das Virus ins Land gebracht wird. Französisch Polynesien müsse damit leben. Ankommende Gäste, und auch die neue Riege der Beamten, sollen einen negativen Corona-Test vorweisen und sich nach vier Tagen im Land erneut einem Test unterziehen.
Eine Maskenpflicht besteht in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf den Fähren. Und wenn der erforderliche Mindest-Abstand halten nicht eingehalten werden kann. Damit sind die kleinen Inseln, weit weg von Tahiti, raus aus der Maskenpflicht.

Die Welt trägt Maske und gewöhnt sich scheinbar langsam daran. Dagegen sind wir Aliens. Wenn wir wieder zivilisiertes Gebiet betreten, müssen wir erst mal angelernt werden. Wir besitzen nicht mal Masken, außer Staubmasken, die wir beim Lockdown zweimal tragen mussten. Ich glaube, es wird Zeit, dass ich uns welche nähe. Wer weiß, was die Öffnung der Grenze noch für Regeln nach sich bringt. Wir hoffen, dass die Atoll-Bewohner gut mit der Entscheidung ihres Presidenten leben können. Was wird passieren, wenn das Virus auf die Atolle getragen wird? Wer bekommt dann die Schuld? Wir persönlich haben keine Angst vor Corona. Weder dass wir uns anstecken, noch dass wir schlimm erkranken. Die Gefahr sich Dengue-Fieber oder eine Malaria einzufangen, war unterwegs schon viel größer.
Auf der ganzen Welt sind es die ‚anderen‘, die Ausländer, die Fremden, die Schuld bekommen. Das macht uns mehr Sorgen als das Virus selber.

Neuseeland fährt einen komplett anderen Stiefel. Das erklärte Ziel sei ein Corona freies Land – Grenzen zu, bis ein Impfstoff gefunden wird. Wenn man Kommentare der Kiwis darüber liest, so scheint die Mehrheit damit einverstanden.
Trotzdem erhellt ein Lichtstreifen unseren Neuseeländischen Einreise-Horizont. Die Organisation ‚Sail South Pacific‘, die einreisewilligen Seglern helfen möchte nach Neuseeland zu kommen, hat sich gemeldet. Neuseeland hat erstmals signalisiert, dass Segler aus dem Südpazifik die Einreise genehmigt werden könnte. Allerdings wie überall auf der Welt geht es um den schnöden Mammon. Wer als Segler kommen will, soll aufzeichnen welchen Vorteil Neuseeland davon hat. Gern gesehen ist, wer fünfzigtausend NZ-Dollar (ca. 30.000 EUR) im Land beabsichtigt zu lassen. Und nein, Aufwendungen für den Lebensunterhalt sind nicht darin enthalten. Der Kiwi möchte gerne, dass man dieses Geld in Schiffs-Ausrüstung oder Reparaturen investiert.
Wir haben nach sechs Jahren durchaus Refit-Bedarf, wollten unsere Osmose komplett (und diesmal richtig) beheben; das Deck will Pflege, der Motor schreit nach Wartung; neue Poster und ein neues Bimini stehen zur Diskussion. Aber hey, soviel Geld wollten wir dann nun doch nicht für Atanga (sorry, Mädchen) ausgeben. Wir haben jetzt den brandneuen Fragenkatalog der Neuseeländer runter geladen und brüten über den Antworten zu den drolligen Fragen: ‚wie beabsichtigen Sie gebrauchte Masken zu entsorgen‘ und ‚ist gewährleistet, dass Crew-Mitglieder zwei Meter Abstand einhalten können‘. :mrgreen:

Wir sind noch immer in Gambier. Das Ankerfeld hat sich deutlich geleert, die meisten Boote sind jetzt in den Tuamotu. Uns erreichen reuige Nachrichten: das Wetter sei grauslich vor Ort – Regen und andauernd so viel Wind, dass man nichts unternehmen kann und ständig den Ankerplatz wechseln muss. Bei uns ist das Wetter besser, zwar kühler, aber herbstlich angenehm.

Weiterhin herbstlich schöne Wandertage

Mangareva, die schöne Insel, die uns einfach nicht gehen lassen will

 

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