Erst etwas Pech und dann auch noch ein Crash

3.-4.Nov.22, Neuseeland/Opotiki, Tag 3080-81, 24.688 sm von HH
Nach den Bergen liegt unser nächster Stopp wieder am Meer. Opotiki, ein kleiner Ort, keine zehntausend Einwohner.
Der Campingplatz ist ruhig gelegen, am Ortsrand und direkt am Dünenwanderweg. Es ist der preiswerteste Platz bisher, nur 30,00 NZ Dollar, statt 51,00 wie die Luxusbude in Rotorua. Eigentlich sollte uns das stutzig machen.
Unser Zelt bauen wir neben einer Pferdekoppel auf, soweit, so idyllisch. Die sanitären Anlagen sind alt und abgerockt, aber sauber und okay. Die Gemeinschaftsküche ist grausam, hier möchten wir bestimmt nichts kochen. Klar als Touristen zu erkennende Camper sehen wir keine, aber fast alle Cabins sind belegt. Komisch.

Netter Campingplatz – bis man die Küche sieht

Achtung, das Foto kann verstörende Inhalte enthalten :mrgreen:

Unappetitlicher Kühlschrank auf dem Campingplatz

Wir bummeln durch den Ort. Auch der hat schon bessere Tage gesehen. Die Auslagen in den Geschäften stammen aus dem vorigen Jahrhundert, die Tische in einer Fish&Chips Bude sind abgeblättert, Schilder sind beschädigt. Alles sieht abgewohnt aus. Dann fängt es auch noch zu regnen an. So ein Pech.

In Opotiki ist alles etwas abgeblättert . selbst das Willkommenschild

Gemischtwarenladen – mit dem ausdrücklichen Hinweis – die Teepötte sind nicht verkäuflich

Notgedrungen setzen wir uns in den Aufenthaltsraum vom Campingplatz. Die Atmosphäre erinnert den Gemeinschaftsraum in einer Nervenanstalt, wie sie in Filmen gerne dargestellt wird.
Eine ältere Frau setzt ein 50-Teile Kinderpuzzle zusammen – eine gesamte Stunde lang. Zunächst summt sie auch noch lauthals zur dudelnden Musik. Ein Typ mittleren Alters wärmt sich Reis in der Mikrowelle auf und ißt diesen dann mit den Fingern direkt aus der Plastikdose.
Ein anderer Mann dagegen kocht sich aufwendig ein Essen mit Huhn und grünem Spargel. Eine ältliche krumme Frau wohnt in einem Einmannzelt und setzt auch dort ihre Maske nicht ab. Die Herrschaften kennen sich augenscheinlich – sie wechseln allerdings kein Wort miteinander. Ein alterer Mann sitzt schnachend vor dem Fernseher.

Küche und Aufenthaltsraum – die Comics helfen nicht – das ist kein lustiger Ort

Wir kommen ins Plaudern mit einer Frau. Sie sei grade Rentnerin geworden, kommt aus Auckland und macht hier Zwischenstation bevor sie zu Ihrer Farm fährt. Sie klagt über die steigenden Preise, keiner könne sich mehr etwas leisten und es gäbe so viele Odachlose, weil Mieten unbezahlbar geworden seien. Der Staat zahlt Motels viel Geld, damit die Obdachlosen von der Straße kommen. Andere wohnen auf Campingplätzen. Unser Platz scheint so ein Sammelort für gestrandete Seelen zu sein.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir fahren 25 Kilomter zu einem interessanten Wanderweg. Ein Loop, der an einer historischen Brücke beginnen soll. Hier hat sich der Waioeka River tief ins enge Tal eingeschnitten.

Waioeka

Der Waioeka endet in Opotiki

Auf dem Parkplatz die Ernüchterung: etliche Schilder warnen hier vor Autoaufbrüchen. Der Platz ist sprichwörtlich tapeziert mit den Hinweisen. Da meint es jemand ernst.
Hm, das gefällt uns nicht, unser Wagen steht rappel voll zum Schlachten alleine auf dem Platz. Wir packen „alles“ von Wert in den Rucksack und laufen trotzdem ein Stück bergab zu Brücke. Dort noch ein Schild: Brücke gesperrt.
Wir glauben zwar, dass die Brücke hält (und wenn nicht, fällt man ja nur ins Wasser), aber die Warnung vor den Autoeinbrüchen, alles kommt zusammen, wir entscheiden uns, wieder umzudrehen. Aber vorher noch mal die Drohne fliegen lassen, die Landschaft ist sensationell. Au ja!

Wir bauen alles zusammen. Maschine start. Die Drohne soll von meiner Hand aus abheben. Nein, ein Kompass-Fehler verhindert den Start. „Das liegt bestimmt an den dicken Drahtseilen der Brücke“, befindet Achim. „Geh noch etwas zurück.“ Viel Platz ist nicht, dann kommen schon Bäume. „So, jetzt geht es. Fehlermeldung ist weg. Fertig?“
Die Drohne hebt ab. Aber statt vorwärts, von mir weg, taumelt sie rückwärts. Direkt auf mich zu. Ich ducke mich. Drohne taumelt mal vor, mal zurück. Ich gebe Hackengas den Weg bergauf.
Achim kurbelt an der Fernbbedienung. Ohne Erfolg. Dann ist Ruhe, die Drohne bleibt im Baum hängen und landet direkt im Matsch. Au weh.
Oben auf dem Parkplatz kann ich sie sauber machen. Die Rotoren haben nichts abbekommen, also noch ein Versuch, diesmal vom Parkplatz aus.

Drohnenreinigung – danach fliegt sie wieder tadellos

Gesperrte Brücke Tauranga

Der Tag ist nicht der beste in unserer Laufbahn. Findet aber noch einen guten Abschluss am Dünenwanderweg in Opotiki.

Der Dünenwanderweg entschädigt etwas für die gesperrte Brücke

Strand in Opotiki

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