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Gourmet-Ebbe auf 15° Süd

08.08.2026; Vanuatu/Luganville; Tag 4.452; 30.098 sm total

Über sieben Wochen haben wir keinen Laden von innen gesehen: Und nun sind wir pleite! Im Schrank mit den Konserven klappert es beim Segeln. Besondere Leckerlis, wie ein Stück Feta, edle Salami und eingelegte Paprika, sind schon längst Geschichte. Edle Niederegger-Ostereier, noch aus Deutschland, haben wir auf vier Tage gestreckt. Die letzte schnöde Schokolade ist im Anbruch.

Den Speiseplan mit Fisch zu bereichern, kann gefährlich sein. Ein Fisch sprang vom Haken, zweimal gab es Köderverlust. Aber dann, ein schöner Mahi-Mahi brachte eine Portion fürs Nachbarboot und vier Mahlzeiten für uns. Ein zu kleiner Gelbflossen-Thun hätte zurück ins Meer gehört, aber er schluckte den Köder zu gierig. Der Haken saß im Auge, Operation aussichtslos. Somit eine weitere fette Mahlzeit für uns.

Angelglück. Ein Mahi Mahi (Goldmakrele) in genau richtiger Größe.

Der Thunfisch war noch arg klein. Dafür ist dann das Filetieren einfacher.

Außer Obst, Gemüse und ein paar Eiern gab es auf den Inseln nichts zu kaufen. Die Ausgaben für Lebensmittel erreichen in zwei Monaten keine 30,00 Euro. Plus zwei T-Shirts. Aber das (Achtung! Es folgt ein Buchhalterwitz), ist ein echter Aktivtausch. Die Ausgabe bleibt also gewinnneutral. :mrgreen:

Ein paar Mal haben wir frisches Zeug kaufen können. Auf den Inseln übrigens viel preiswerter als in der Hauptstadt. Dieser große Strunk Kochbananen kostet grade mal 8,00 Euro.

Nachdem die dick ausgebratenen Bananen bei Achim nicht so gut angekommen sind, habe ich Chips ausprobiert. Lecker für uns beide. Muss wiederholt werden.

Da wir wussten, dass wir nicht auf See kochen müssen, habe ich diesmal kaum fertige Gerichte eingekocht, sondern Fleischportionen. Zum Renner sind Hackbällchen geworden. In Kürbissuppe, in Tomatensauce. Mit Sahne oder mit Soja.
Das letzte Glas gab es gestern mit Pinienkernen (tatsächlich, ein paar Schmankerl sind noch da) und drei Ecken „Lachender Kuh“. Der Schmelzkäse der Weltumsegler. Durch Lagerung im Kühlschrank nicht kaputt zu kriegen.
Das erste Mal habe ich Hühnerschenkel eingekocht. Als Bratschenkel zubereitet, von den Knochen gepult und mit Bratensatz in Gläsern eingekocht. In Sahnesauce mit Gemüse oder auch zu Pasta sehr zu empfehlen.

Schlecht ging es uns nicht. Ein Gefrierschrank wäre fein, aber es geht auch so. Allerdings nahmen Gerichte mit Hülsenfrüchten rapide zu. Süß- und andere Kartoffeln sind verputzt. Ein paar Knoblauchzehen und eine kümmerliche Zwiebel kullern in ihrer Kiste.
Es herrscht gähnende Leere in allen Schaps. Zwei Dosen Sauerkraut – keine Verwendung dafür. Seit wann fahren wir die eigentlich mit uns herum? Die Beschriftung ist Englisch. Best before Januar 2026. Na dann! Ich drehe sie in der Hand, stelle sie zurück. Bevor es nun Sauerkraut-Salat mit Kräckern und Oliven gibt, muss ein Supermarkt her.

Um den Käsebestand etwas zu strecken, gab es Bananenbrot (echte Bananen) auf Marmelade als Mittags-Snack. Folgt mir für weitere ästhetische Rezeptideen. ;-)

Wir sind pleite. Bestandsliste ganz simpel. Zettel in die Innentür des Schranks geklebt. Schneller als jede Excel-Liste.

Wir hängen nun vor Luganville an einer Mooring. Luganville ist nach Port Vila die einzige größere Stadt in Vanuatu. Es gibt Supermärkte. Nicht so gut bestückt wie in Port Vila, heißt es. Drückt die Daumen, dass wir uns hier für die nächsten drei Monate eindecken können. Falls nicht, treten wir in den Hungerstreik.

 

 

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