05.-06. März 2026; Australien/Tasmanien/Queenstown; Tag 25-26, Tageskilometer 131, gesamt 1.407 km
Tassie hat die Form eines recht gleichmäßigen Dreiecks. Teil man die Insel in der Mitte, dann wohnen im Westen weniger als fünf Prozent der Tasmanier. Krass.
Wir verlassen unseren wilden Campingplatz und kommen durch Zeehan.

Geteiltes Tasmanien. Stanham und Queenstown erfahren immerhin noch eine Erwähnung auf der Karte. Das sind nicht mal Kleinstädte.Der Rest ist Nationalpark oder Schutzgebiet. Und Holzwirtschaft.
In seiner Blütezeit war Zeehan so reich durch Silber- und Bleifunde, dass es einen fast absurden Luxus bot. Es gab über 20 Hotels und eine prächtige Oper, das Gaiety Theatre. Man erzählte sich, dass die Bergleute so viel Geld hatten, dass sie Champagner aus Eimern tranken und die Schauspielerinnen mit Silbermünzen bewarfen, wenn ihnen der Auftritt gefiel.
Über 20.000 Menschen wohnten hier, jetzt sind es keine tausend. Der Verfall der Stadt ist an jeder Ecke zu sehen. Tourismus auf kleiner Flamme, ein paar Mountain-Bike-Strecken werden beworben.
Unser nächster Stopp liegt wieder am Wasser: Strahan. Keine Minenstadt, sondern das einstige Sägewerk-Zentrum von Tasmanien. Die begehrte Huon Kiefer wurde hier verarbeitet. Sie wächst extrem langsam (oft nur 1 mm pro Jahr) und kann über 3.000 Jahre alt werden. Das Holz enthält so viel Methyl-Eugenol, dass es fäulnisresistent ist. Es riecht herrlich und ist für den Schiffbau perfekt. Die Mühlen in Strahan verarbeiteten dieses Holz im Akkord, um Schiffe für das gesamte Britische Empire zu bauen.

Der Hafen von Stranhan. Witziger Weise haben wir hier die Teilnehmer der ‚Rund Tasmanien Rally‘ wieder getroffen. Einige Boote waren eine Woche in Stanley an der Nut gefangen.
Heute profitiert die Stadt von ihrem idyllischen Hafen und der Tatsache, dass die ‚Coast Wilderness Railway‘ hier ihre Endstation hat. Die Bahn wurde nicht gebaut, um Touristen die schöne Aussicht zu zeigen. Sie war eine reine Kupfer-Autobahn, um das Metall aus Queenstown verschiffbar zu machen. Da es keine Straßen gab und der Fluss zu wild war, blieb nur die Schiene. Die Arbeiter mussten sich mit Äxten und Schaufeln durch einen der dichtesten Dschungel der Welt graben.

Das Foto ist während des Baus entstanden. 1899.
Die Herren im Anzug wollten den Erfolg dokumentieren, und die Arbeiter wurden oft als Zeichen der „Bezwingung der Natur“ mit ins Bild genommen. Dass sie auf einer Brückenkonstruktion stehen, sollte die technische Meisterschaft unterstreichen – man blickte buchstäblich auf die Wildnis herab, die man gerade besiegt hatte. [Abfotografiert im Bahnhof von Queenstown]
Zu sehen bekommen wir die Bahn in Queenstown. Hier quartieren wir uns zwei Nächte ein und unternehmen ein paar Streifzüge durch den Ort. Die Bahn ist die Hauptattraktion. Selbst wenn wir mit ihr fahren wollten: „Ausgebucht bis Ende März.“

Vielleicht schaut der Heizer deswegen auch so verzweifelt, weil er weiß, dass er gleich wieder aus dem Bahnhof fährt, die Lok abkoppeln, Weichen stellen und alles wieder zusammenfügen muss.

Werbefoto für die Zugfahrt – schade dass keiner der Fahrgäste das so sieht. [abfotografiert im Bahnhof von Queenstown]
- Campingplatz: 33,00 Euro
Camp Kitchen Talk
Da unser kleines Wohnmobil kein Raumwunder ist, kochen wir, wenn möglich, in den Camp-Küchen. Das ist meistens sehr brauchbar. Je mehr Dauergäste und Wiederholer ein Platz hat, desto besser die Küchen. Dann gibt es auch oft die Gelegenheit für ein Schwätzchen. Vor ein paar Tagen wurden wir sogar eingeladen, unbedingt in Horbart vor unserem Abflug bei unseren Tischnachbarn vorbeizuschauen. Sehr angenehm.
Kommen viele Touristen, sprich viel Durchgangsverkehr, ändert sich häufig das Bild. Benehmen ist Glücksache. Gäste sitzen mit dem Hintern und barfuß auf dem Esstisch und kochen ein Süppchen auf ihrem eigenen Kocher. Wer das macht, wischt auch mit dem Lappen in der Spüle den Fußboden (selber gesehen!). Augen auf beim Lappengebrauch. ![]()
Und manchmal schämen sich auch die Camp-Betreiber nicht. ein Dreckloch als Küche anzubieten. So in Queenstown. Bäh. Dann kochen wir in unserer Puppenstube.

Bähhh – der Preis für eine Übernachtung sagt nichts aus über die Qualität. Dieser Platz kostet 33,00 Euro.








