Kategoriearchiv: Allgemein

Der Wind kommt

Di., 21.Nov.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1270, 11.850 sm von HH

Endlich, endlich. Wir bekommen Wind. Am Samstag.

Viele Crews scharren seit Tagen ungeduldig mit den Hufen.
Die Eiligen können nicht warten und wollen Donnerstag starten. Für uns kommt es nun auf zwei Tage länger auch nicht mehr an. Wir fahren Samstag.

Fast drei Wochen haben wir fest gesessen, mussten sogar noch zur Immigration und unseren Aufenthalt verlängern lassen.
Etwas nervig und befremdlich. Statt nur einen neuen Stempel in den Pass zu drücken, haben wir alle zehn Fingerabdrücke abgeben müssen. Die sind wahrscheinlich direkt zu Trumpi durchgereicht worden. :mrgreen:

Nach fünf Monaten Aufenthalt im Land macht diese Maßnahme wenig Sinn.
Aber sich dagegen wehren, ist zwecklos. Von Panama wissen wir, dass dort ebenfalls alle Fingerabdrücke genommen werden.
In absehbarer Zeit wird das sicherlich weltweiter Standard werden.

Unser Termin zum Kranen ist weg. Wir sind jetzt eingetragen auf einer Warteliste.
Mal sehen, wir gut das klappen wird.
Die Werft ist gleich um die Ecke, wo wir in Panama einklarieren wollen. Und die berühmten ‚San Blas Inseln‘ liegen auch gleich um die Ecke.

Wir freuen uns jetzt auf klares Wasser und schnorcheln mit bunten Fischen.

Alltag in Südamerika

Mo., 13.Nov.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1262, 11.850 sm von HH

Wir kommen hier nicht weg. Also machen wir Dinge, die man so macht im Alltag.

Ich brauche für unser verrostetes Tischbein weißen Lack für Metall. Eine winzige Menge soll mir reichen. In dem Stadt-Viertel der Maler suche ich mir einen beliebigen Laden aus.

Der junge Mann hinter dem Tresen scheint meine Anfrage zu verstehen. Er verschwindet nach hinten und kommt mit einer Fünf-Liter-Dose ‚Weiß‘ zurück.
Das mit der ‚winzigen Menge‘ ist wohl verloren gegangen. Ich frage nach einer kleineren Dose. Hat er nicht. Aber das ist kein Problem.
Er reißt sofort die brandneue Dose auf, rührt die Farbe und füllt mir geschickte in eine alte Cola Flasche meine winzige Menge ab. Der Schweinkram an der Cola-Buddel hält sich in Grenzen, das Teil ist noch transportfähig. Nur einen knappen Euro will er für seinen Service haben. Südamerika! Zum Niederknien unkompliziert.

Die Farbe entpuppt sich dann als unstreichbar. Als fadenziehende Masse bekomme ich sie nur in Streifen auf das Tischbein gepinselt.
Südamerika! Es gibt alles, aber nicht alles ist zu gebrauchen.

Es ist mal wieder so weit, ich muss zum Friseur. Als gebranntes Friseur-Kind suche ich mir einen richtigen Salon: Klimatisiert und keine Open-Air-Bude an der Ecke.
Die junge Frau macht einen guten Job. Ich fühle das, ich sehe das. Ich entspanne mich und atme auf. Bis zum Schluss der Pony dran ist. Mehr ein Unfall als ein Haar-Schnitt.

Pony-Unfall

Pony-Unfall

 

Den habe ich jetzt so gut es ging begradigt. Dazu musste ich auf Prinz-Eisenherz-Niveau kürzen. Was soll’s, der alte Spruch behält seine Gültigkeit: wächst ja wieder.
Südamerika! :cry:

Kleine Besorgungen beschäftigen uns den halben Tag.
Beim Optiker mal eben die Brille richten lassen? So einfach ist das nicht. Beim Optiker kann man Brillen kaufen. Mehr nicht. Die Optiker-Werkstatt ist am anderen Ende der Stadt.
Eine Art Sammelwerkstatt für alle Optiker.

Im Stoffladen gibt es kein Garn. Dazu muss man drei Straßen weiter.
Im Garnladen gibt es kein Nähmaschinenöl. Dazu muss man drei Straßen weiter.
Südamerika! Zum Verrücktwerden kompliziert.

Südamerika, wir lieben Dich.

Santa Marta lässt uns nicht los

Mo., 06.Nov.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1255, 11.850 sm von HH

Kein guter Wind für uns in Sicht. Das Wetterfenster für Morgen hat sich in einen Wirbel mit Gegenwind gekehrt. Oder gar kein Wind.
Da brauchen wir uns nicht auf den Weg machen.

Im Prinzip ist das nicht schlimm. Ist ja schön hier.
Nur wenn man sich mal entschieden hat, abzureisen, dann soll es auch los gehen.
Es ist auf den Punkt eingekauft und alles vorbereitet. Wenn es sich noch lange verzögert, wird Achim sogar noch einmal tauchen müssen, um den Propeller zu säubern.

Unser Krantermin in Panama ist nicht zu halten und muss verschoben werden.

Bis zum 21. November dürfen wir noch in Kolumbien bleiben, dann ist ein halbes Jahr rum.
Bis dahin wird doch wohl Wind kommen?

Wann wollt ihr durch den Kanal?

Do., 02.Nov.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1251, 11.850 sm von HH

Das ist Thema Nummer eins hier in der Marina.
Gespräche drehen sich nur noch um die ca. 70 km breite Wasser-Strecke zwischen Atlantik und Pazifik. „Wann wollt ihr durch den Kanal?“, kein Segler-Treffen ohne diese Frage.
„Mit Agenten oder ohne?“ „Habt ihr schon Leinenhandler?“
Die Fragen drehen sich im Kreis.

Wir möchten noch in diesem Jahr durch. So unser Plan.
Dafür müssen wir allerdings erst mal nach Panama. Und das ist der kleine Haken.
Die Strecke ist ein häufig windarmes Loch und wir haben nicht viel Lust, die 330 sm zu motoren. Somit sitzen wir in der Marina und warten auf unseren Wind.

In den letzten vier Monaten sind wir fast festgewachsen an unserem Steg.
Es musste einer ins Wasser und Propeller, Welle und Rumpf vom Bewuchs zu befreien. Eine eklige Angelegenheit in Santa Marta. Wenn es regnet, spült eine Menge Dreck in die Marina. Die gesamte Überflutung der Straßen von Santa Marta ergießen sich in den Hafen.
Ich erwarte eigentlich immer, dass ein toter Hund vorbei getrieben kommt.

Achim mag nicht wirklich in die Brühe steigen. Für 100 USD bekommt man zwei Jungs, die den Job übernehmen. Auch fies. Selber mag man es nicht tun, aber andere machen lassen. :shock: Eine Regenpause von einigen Tagen lässt das Wasser ganz passabel aussehen, also geht Achim selber. Zwei leere Tauchflaschen später ist er fertig. Ohne diese Maßnahme wären wir nicht einen Zentimeter voran gekommen. Der Propeller war ein Riff!

Unsere Dicht- und Lackierarbeiten sind abgeschlossen. Ein Ölwechsel ist vollbracht, der Impeller gewechselt und das Rigg ist gecheckt. Wir haben einige Dinge neu organisiert, umgeschichtet, genäht und verändert. Neben den großen Projekten sind viele Kleinigkeiten von uns abgearbeitet worden.

Ich habe eingekocht und das Schiff mit Köstlichkeiten und Notwendigkeiten, wie Shampoo, Zahnbürsten und Klopapier beladen. In Panama soll es zwar auch noch alles geben, aber hier kennen wir uns aus und haben die Zeit, da der Wind auf sich warten lässt.

Du weißt, dass Du auf einem Segelboot und in den Tropen lebst, wenn WD40 Dein bester Freund ist. Nieten in den Schuhen, Reißverschlüsse am Rucksack und die Wirbel an den Gitarren. Es gibt nichts, was nicht oxidiert.
Sogar unsere schöne Nähmaschine war am Aufblühen. :cry:

Die Marina füllt sich. Vor ein paar Wochen lagen wir hier noch alleine mit zwei Handvoll Schiffen. Jetzt kommen täglich neue Segler. Die meisten haben das gleiche Ziel wie wir: „Wann wollt ihr noch mal durch den Kanal?“

In Panama haben wir noch einen Termin, um Atanga aus dem Wasser zu nehmen. Nur zum Antifouling streichen, mehr steht nicht auf dem Programm.
In Santa Marta gibt es zwar auch einen Kran, aber den Yard können wir nicht empfehlen. Es fehlen die Erfahrungen mit Segelschiffen und wir haben viele Geschichten über Pannen anderer Segler gehört.

Am Dienstag , Mittwoch könnte es den richtigen Wind für uns geben. Auf, auf, in Richtung Kanal.

WordPress Überraschungen … mal was Anderes

Sa., 20.Okt.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1238, 11.850 sm von HH

Nachdem wir gestern wie üblich die anstehenden Updates der Plugins gemacht hatten, erschien beim Aufrufen der Atanga.de Seite eine Fehlermeldung:

Warning: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback…….

Was den Fehler verursachte, konnte ich aber leider nicht herausfinden. Es gibt sehr viele Einträge im Netz zu dem Thema, nur eben keine Lösungen.

Wenn der Fehler (wenn es denn überhaupt ein relevanter Fehler ist) nicht behoben werden kann, dann wollte ich zumindest aber die Fehlermeldung unterdrücken.

Hierzu gab es relativ schnell den richtigen Tipp:

Diese Zeile in der wp-config.php sollte eigentlich ausreichen, die Fehlermeldung zu unterdrücken:

define(‚WP_DEBUG‘, false);

In unserem Fall reichte die jedoch nicht. Wenn der Hoster eine andere Policy fährt, dann müssen folgende Zeilen in die wp-config.php eingefügt werden:

ini_set(‚display_errors‘,’Off‘);

ini_set(‚error_reporting‘, E_ALL );

define(‚WP_DEBUG‘, false);

define(‚WP_DEBUG_DISPLAY‘, false);

 

In unserem Fall hat das wunderbar funktioniert. Wahrscheinlich wäre die Fehlermeldung mit dem nächsten update der Plugins wieder verschwunden, aber es sah einfach unschön aus.

Vielleicht hilft dies ja dem in oder anderen Blogger, wenn die Meldung plötzlich auf seiner Seite auftaucht.

…vor dem Überschreiben der wp-config.php empfiehlt es sich, die alte Datei zu sichern.