Mi./Fr., 27./29.Jul.16, St. Georges/Grenada, Tag 788/790, 6.590 sm von HH
(Der nachfolgende Beitrag enthält schockierende Bilder)
Bei einem Einkaufsbummel mit Birgit von der Rebell, kommen wir am Meat Market vorbei.
Der hat nur freitags und samstags geöffnet, daher war ich an den abrissreifen Häusern bislang achtlos vorbei gegangen.
Direkt daneben steht der Schlachthof, ebenfalls geschlossen. Neugierig spähen wir durch ein vergittertes Fenster. Unmöglich kann diese Bruchbude in Betrieb sein.
- Fleisch-Markt oder Abbruchhaus ?
Zwei Arbeiter erblicken uns und fordern uns freudestrahlend auf, doch herein zu kommen.
Was wir dann zu sehen bekommen, würde ich nicht glauben, wäre ich nicht dabei gewesen.
Zunächst stehen wir im Stallbereich. Hier warten die Schlachttiere, die Kühe, Schweine und Schafe auf ihr Schicksal. Das Dach ist teilweise kaputt, so dass bereits Lianen meterlang von der Decke hängen.
Meine Recherche im Internet ergibt: Deutsche Schlachthöfe sind in einen „schwarzen“ und einen „weißen Bereich geteilt. In den schwarzen Bereich kommen die noch lebenden Tiere und Teile, die nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind.
Dann ist dies wohl der schwarze Bereich.
- schwarzer Bereich
Im Schlachthof von St. George’s wird zwischen den beiden Bereichen nicht wirklich unterschieden. Nahtlos kommt man vom Schwarzen ins Weiße.
- Übergang zum weißen Bereich
- der echte weiße Bereich
Der weiße Bereich ist der Schlachtung und Grobzerlegung vorbehalten. Strenge hygienische Maßnahmen bezüglich Raum- und Personalhygiene sind in Deutschland vorgeschrieben.
Dass wir uns nun im weißen Bereich befinden müssen, erkennt man an „weißen“ Kacheln an den Wänden.
Die beiden Jungs, die uns herumführen, versichern, dass selbstverständlich ein „Health-Inspector“ zur Fleischbeschau erscheinen würde.
Na dann. Dann ist ja alles gut.
Und ich dachte schon, man würde auf Grenada das Thema Gesundheit und Hygiene auf die leichte Schulter nehmen. ![]()
- Haken für Fleisch zur Beschau
- durch den Health-Inspector
- leerer Zerlege-Raum
Eine Schlachtung ist in Deutschland eine saubere Angelegenheit. Höchstes Augenmerk wird darauf gelegt, dass Fleisch nicht kontaminiert wird. Geräte- und Raumhygiene haben oberste Priorität.
Die Temperatur ist so niedrig zu halten, dass sich keine Keime bilden. Zudem ist die Kühlkette beim Transport bis zum Verkauf einzuhalten.
Am Freitag, zum Schlachttag, finden wir uns wieder am Schlachthof ein.
Diesmal dürfen wir nicht hinein. Das leuchtet ein.
Wie leicht könnten wir mit unseren Straßenschuhen Keime in den „Reinluft-Raum“ tragen.
Somit bleiben wir Zaungast. Ehrlich gesagt, reicht das bereits.
Ich lass Bilder sprechen:

Unglaublich! Allein die Mülltonne!

Im weißen Bereich

wird am Boden

gearbeitet
Während im Schlachthaus noch die letzte Grobzerlegung erfolgt, läuft ein Haus weiter schon der Verkauf. Die gewünschte Kühlkette dürfte beim Herübertragen von einem Haus zum anderen nicht unterbrochen worden sein.
Die erforderlichen 30 Grad herrschen auch im Verkaufsraum vor.
Hygiene ist wichtig und wird eingehalten. Unter dem Fleisch liegt jeweils ein ein neues Stück Pappe. Der Health-Inspector hat ebenfalls seinen Job gemacht; halbe Schweine tragen einen Stempel. Immerhin.
- Metzgerei
- Saubere Pappe als Hygiene-Unterlage
- Stempel – für was auch immer
Ob die Supermärkte und andere Metzgereien auf der Insel ebenfalls von diesem Schlachthof beliefert wird, konnten wir nicht herausfinden. ![]()
Auf der Seite fleischexperten.de habe ich folgenden schönen Satz gefunden: „Die Branche ist überzeugt: Wer mehr über dieses Lebensmittel weiß, der kann es mit gutem Gewissen genießen!“
Bei uns gibt es heute vegetarisch.










































