Die Marina Santa Marta

Di., 26.Sep.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1214, 11.850 sm von HH

Diese Marina gehört zur Kette IGY. „We bring the highest level of service to marinas“, wirbt IGY.
In den USA, in der Karibik und nach Lateinamerika.
Nur leider nicht in die Marina Santa Marta.

Wir sind keine Mecker-Fritzen. Wir meckern nicht über die Duschen, die nicht sauber gemacht werden. Nicht über kaltes Wasser bei den Herren und nur manchmal warmes Wasser bei den Damen. Und auch nicht darüber, dass das Internet langsam und störungsanfällig ist.
Das sind alles Dinge, die sowieso nicht zu ändern sind und es ist überall, auch außerhalb von IGY, das gleiche.

Klar, könnte man bei den gepfefferten Preisen (950 EUR Liegegebühren monatlich ohne Langzeitlieger-Rabatt) erwarten, dass solche Dinge perfekt sind.
Aber wir sind in Kolumbien.
Unter uns Seglern wird dann schon kritisiert, dass IGY richtig gutes Geld haben will, aber nicht die Leistung dafür abliefert.

Das, was richtig nervt, sind die vor zwei Monaten installierten Tore.
Mit Hilfe eines Fingerabdruck-Scanner kommt man rein und raus. Zumindest theoretisch.

Der innere Scanner verweigert ungefähr einem Drittel der Steg-Bewohner den Austritt.
Trotz mehrerer Re-Scan-Versuche mit diversen Fingern.

Manchmal komme ich beim zweiten Versuch raus, manchmal noch nicht mal nach zehn Versuchen. Wenn nicht gerade jemand anders in der Nähe ist, der einen funktionierenden Finger hat, steht man wie ein Depp vor der Tür.

Am einfachsten haben es die Kinder, die passen durch die Gitterstäbe. Ich nicht. Oder nur mit der peinlichen Gefahr doch stecken zu bleiben. Das lass ich mal lieber.
Also kletter ich am Tor vorbei. Das ist einfach und führt einem gut vors Auge, wie überflüssig dieses Tor wirklich ist.

Dabei darf man sich nur nicht erwischen lassen, dann gibt es Mecker – ungerechtfertigt, wie ich finde, sollen sie es doch in Ordnung bringen.
Die Anlage ist Video überwacht und das Office sieht alles.

Unser Nachbar Robert, Australier, hat genau wie ich einen schlechten Finger.
Robert ist ebenfalls ungeduldig, etwas zu alt zum Klettern und ein Freund der rohen Gewalt: oben ziehen und unten gleichzeitig treten, in gegenläufige Richtung. Das setzt den Elektromagneten außer Kraft und das Tor springt auf.

Vor fünf Tagen kommt ihm bei so einer Aktion das komplette Tor entgegen. Alle Schweißnähte gerissen. :mrgreen:
Er kann grade noch verhindern, dass ihn die massive Tür erschlägt.

Pflichtbewusst meldet er den Schaden im Büro. Aber jetzt haben sie ihn am Schlafittchen. Es gibt Video-Aufnahmen, die ihn zeigen, wie er am Tor rüttelt und dadurch seien die Schweißnähte gebrochen.

Die Marina hat ihren Skandal. Endlich was los hier.

Alle sind sich einig, dass seine Öffnungs-Methode nicht okay ist, aber dass sie nicht dafür verantwortlich ist, dass Schweißnähte aufbrechen.
Das Marina-Management sieht das anders. Er soll den Schaden bezahlen. Am gleichen Abend schickt Robert einen Fünfzehn-Punkte-Beschwerde-Brief zum IGY Hauptsitz.

Toll. Das Tor-Scanner geht noch immer nicht, ist aber zwischenzeitlich neu geschweißt worden. Das ehemals kalte Herren-Dusch-Wasser ist nun heiß und bei den Frauen kommt nur noch kalt. Und geputzt wird immer noch nicht.

Warum wir bleiben?
Wir basteln noch immer viel am Schiff. Das ist in einer Marina mit Wasser , Strom und Steg einfacher als am Anker.
Und wir haben noch eine Rundreise geplant. Schon nächsten Montag geht es los.
In der Zeit soll Atanga sicher in einem bewachten Hafen liegen. Hinter einem Tor durch das man nur mit Fingerabdruck-Scan gelangt. ;-)

Bequemer Arbeitsplatz vom Skipper

Bequemer Arbeitsplatz vom Skipper

 

Ein Gedanke zu „Die Marina Santa Marta

  1. Regina

    Wie traurig zu lesen, wie sich die Marina in Santa Marta verändert hat! Und teuer ist sie geworden. Als wir im Frühjahr 2017 von unserer USA Reise zurückkehrten, bemerkten auch wir bereits eine Veränderung. Die Belegschaft war plötzlich ausgetauscht und gar nicht mehr so nett. Schade, schade! Diese Marina kann ich nun nicht mehr weiter empfehlen :-(

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