Wenn das Boot an Land steht

So., 10.Dez.17, Panama, Puerto Lindo, Tag 1290, 12.217 sm von HH

Wenn das Boot an Land steht, ist Segeln richtig scheiße. :lol:

Bei so einer Aktion gibt es immer einen Verlierer:

Schiff abkratzen ist mein Job.
Unser Unterwasserschiff sieht ganz passabel aus. Achim hat in Santa Marta gute Arbeit geleistet. Nur wenig harter Bewuchs kommt zum Vorschein.
Der grün-schwarze Schleim verschwindet durch den Hochdruckreiniger.
Die unendlichen Stempel-Abdrücke der Seepocken und Muscheln bleiben haften. Die kleinen Füße, die stehen bleiben, müssen mit dem Spachtel abgekratzt werden.
Die wenigsten lassen freiwillig los.

Farbe rühren ist mein Job.
Das neue Zeug stinkt zum Himmel. Ich habe die Wahl zwischen ohnmächtig werden oder ertrinken in meiner Gasmaske. Ich wähle die Maske, der Gestank ist zu arg. Heiß ist es unter der Maske. Der Schweiß fließt.
Ich brauche fast eine Stunde, bis ich 20 Liter Farbe zu einer homogenen Masse gerührt habe. Oben steht das Dünne und unten hat sich eine unfügsame Schicht Dickes abgelagert. Schwer und zäh wie Teer.

 

Wir haben immer Selbst-Polierendes Antifouling. Das bedeutet, dass sich beim Segeln eine mikrodünne Schicht abfährt, vorhandenen Bewuchs mit in die Tiefe reißt und sich eine neue, aktive Antifouling-Schicht bildet. Das funktioniert gut und wir sind zufrieden.

Allerdings trägt sich an immer gleichen Stellen die Farbschicht schneller ab. Gut zu erkennen an den grünen Flecken. Dort schimmert bereits das Gel-Shield durch.
Außerdem hält das Antifouling schlecht auf unserem Wasserpass, den wir vor zwei Jahren einfach über gepinselt haben.

Diesmal haben wir uns Primer besorgt und tragen ihn an den kritischen Stellen auf.
Der Primer soll für besser Haftung vom Antifouling sorgen. Man darf gespannt sein.

In den anderen Jahren haben wir immer nur 10 Liter Farbe verbraucht. Dieses Jahr verpinseln wir den ganzen Pott Antifouling. „Viel hilft viel“, hat Oma immer gesagt.
Hoffentlich stimmt das. Im schlimmsten Fall müssen wir trotzdem in 12 Monaten wieder aus dem Wasser und hätten die Hälfte der Farbe verbrannt (250 EUR).
Dafür brauchen wir nicht den halbleeren riesigen Eimer Farbe mit uns herum schippern.

Und wir sind wieder zu schwarzem Antifouling zurück gekehrt, was uns final besser gefällt.
Das fühlt sich nach der Trocknung wie Latex-Farbe an, leicht gummi-artig. Hempl Markenware.
Hoffentlich weiß die Farbe das auch.

Bei so einer Aktion gibt es auch immer einen Gewinner: Klebeband abreißen, ist Achims Job. :mrgreen:

Der Klebeband-Abreißer

Der Klebeband-Abreißer

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