Tag 7 ==> NZ – Feuerprobe

Sa.,23. Okt.2021, Pazifik, Tag 2701, 23.015 sm von HH

Die Nacht ist nach dem ruppigen Tag total lau. Von 1:00 bis 4:30 Uhr kommen wir noch gerade so voran. Schleichen bei maximal 10 Knoten Wind durch die mondhelle Nacht. Der Wind kommt jetzt sehr oestlich. Damit haetten wir in sieben Tagen alle Windrichtungen durch. Im Morgengrauen geht dann die Post ab. Eine dunkle Regenfront rueckt naeher. Der Wind frischt auf 25 Knoten auf. Wir luven stark an (gehen mit dem Bug mehr in den Wind). Jemand muss die Windsteueranlage nachjustieren. Es erwischt Achim, weil ich gerade Brote schmiere. Mit Regenjacke und ohne Hose (Profi!) geht er ans Ruder. Es regnet junge Hunde. Was nach einem fuenf Minuten Job aussieht, zieht sich. Nach einer halben Stunde sitzt der Skipper noch immer draussen. Damit es mir nicht auf die Butterbrote regnet, ziehe ich das Schiebeluk zu und stecke beiden Schotten ein. Das hatten wir auch noch nicht so oft. Achim sitzt im Regen und ich versuche mich im Trocknen auf den Beinen zu halten. Der Wind dreht total durch. In Schueben geht er runter auf 12 Knoten und hoch auf 25 und zurueck auf 15 Knoten – im Wechsel von wenigen Minuten. Das schafft unsere Wind-Herta nicht. In den Boen luvt Atanga einfach zu stark an, das Vorsegel flattert. Ich reiche Achim durch einen Schlitz im Schiebeluk seine Brot-Anteile hoch, waehrend er Atanga auf Kurs haelt. Bloss nicht raus gehen. Es sieht scheusslich aus :mrgreen:

Nach einer Stunde bittet Achim um Abloesung – ihm sei kalt, sagt er. Ich krame meine Segelhose her. Ungenutzt im Schrank seit mindestens sechs Jahren, wuerde ich schaetzen. Im vollen Segel-Ornat (Vollprofi) loese ich Achim ab. Nach drei Stunden hoert es zumindest mal auf zu regnen. Dafuer nimmt der Wind noch weiter zu. 30er Boen. Wenigstens achterlich. Aber kalt ist es tatsaechlich.
Seit nun mehr neun Stunden baut der Wind eine ansehnliche Welle auf. Wir koennen beide Wellenhoehen schlecht schaetzen. Das kann man auch in unserem Logbuch sehen. Alle vier Stunden schreiben wir Position, Windrichtung und den ganzen Krempel auf. Sehr selten steht dort bei Wellenhoehe ‚zwei Meter‘. Wir hatten schon die Situation, dass wir ueber Funk ein anderes Boot – 5 Meilen hinter uns – sagen gehoert haben, was sie drei Meter Welle haetten. Bei uns stand 1,5 Meter. Heute Nachmittag hat sich Achim aber nicht gescheut <3 Meter zu schreiben. Ich wuerde mich sogar trauen auf 4 Meter zu erhoehen. In jedem Fall die hoechsten Wellen in sieben Jahren. Mit solchen Bedingungen hatten wir eigentlich erst im letzten Drittel gerechnet. Hoffentlich ist das jetzt nicht nur ein Vorgeplaenkel. :-)

Uns geht es aber trotzdem gut. Und wir sind nicht mehr allein. Ein Katamaran tauchte letzte Nacht auf dem AIS hinter uns auf. Sie seien einen Tag nach uns in Bora Bora gestartet. Die Mannschaft hat das gleiche Ziel wie wir. Nur, dass sie natuerlich viel schneller sind. Morgen werden sie wohl an uns vorbei gezogen sein.

Essen: Mittags Reste vom Vorabend. Abends gibt es Hackbaellchen (Praemiere – ich habe gebratene Hackbaellchen eingekocht – unbedingt zu empfehlen) mit Tomatensuppe und Reiseinlage.

Tagesmeilen – 109 (mittelmaessig – Schuld ist die Nacht mit lauem Lueftchen) – Restmeilen: bis Minerva noch 952 plus ungefaehr 800 nach NZ runter = 1752 Rest.

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Ein Gedanke zu „Tag 7 ==> NZ – Feuerprobe

  1. Solvey Knorr

    Ich verfolge Eure Überreise nach NZ mit großer Spannung. Und hoffe , dass Ihr das ohne zu große Probleme schaffen werdet.
    Und danach habt Ihr eine tolle Zeit in NZ- ohne Stress.

    Das wünsche ich Euch von ganzem Herzen.

    Solvey ( uralte Kooegin von Achim)

    Antworten

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