Tag 9 ==> NZ – Weiterhin windig

Mo.,25. Okt.2021, Pazifik, Tag 2703, 23.306 sm von HH

Mit unserem Wahnsinns-Tempo rasen wir durch die stockdunkle Nacht. Der Mond zeigt sich inzwischen leider erst gegen Mitternacht. Unheimlich, wie das fahle Mondlicht die grauen Wasserberge hinter uns in Szene setzt. Hell leuchten die weissen Schaumkronen auf, die sich durch ein giftiges Fauchen bemerkbar machen. Mir ist es unter Deck wohler. Gemuetlich auf dem Sofa mit einem Buch. Der Wind blaest konstant ohne viel Staerkenwechsel. Ich habe wenig zu tun. Erst ab zwei Uhr wird es etwas ruhiger. Der Windmesser faellt auf 17 bis 19 Knoten. Gut fuer Achim, der die Nachtwache nach mir hat – er kann seine 20 Minuten Power-Nickerchen halten.

Der Morgen zeigt sich grau. Tief haengen schwere Wolken am Himmel. Sie bringen zum Glueck nur etwas Nieselregen. Um 9.00 frischt es erneut auf. Dauerhaft sechs Windstaerken. In Boeen geht es bis 35 Knoten hoch. Wir luven an (das machen alle Schiffe so, wenn der Wind zunimmt). Wir luven für unseren Geschmack zu viel an. Von uns beiden ist keiner erpicht, so einen Wind von der Seite oder gar vorlich zu kriegen. Und die Wellen (wir haben uns inzwischen gemeinschaftlich auf vier Meter geeinigt) sollen bitte auch achterlich bleiben. Dann machen diese Wasserberge durchaus Spass. Sanft wird Atanga angehoben, die Welle laeuft unter uns durch, kaum erhoehter Speed, und sanft werden wir im Wellental wieder abgesetzt. Bis die naechste Welle uns anhebt.
Diese „following seas“, wie sie in guten Wuenschen fuer eine sichere Reise genannt werden, verwandeln sich in garstige Biester, wenn sie von der Seite kommen. Nicht nur, dass einige an die Bordwand klopfen und Wasserschwaelle auf den Wachgaenger spritzen. Sie druecken uns so stark zur Seite, dass Achim meint, es sei Zeit, sich auch hinter der Sprayhood hockend, anzugurten. :shock: Der Wind kommt nun wieder in Schueben. Mal ein Feld von dreissig Minuten mit viel Wind, dann fast ein laues Lueftchen von 15 Knoten. Wir sind dann gut beschaeftigt, unsere Herta nachzuregeln.

Wir segeln uebrigens mit dem Gross und Vorsegel im zweiten Reff. Wenn wir zu schnell werden und haeufig in Spitzen und im Surf neun Knoten aufblitzen, dann reffen wir auf Wunsch einer einzelnen Dame das Vorsegel etwas ein. Wird der Wind schwaecher, lassen wir eine oder zwei Umdrehungen wieder raus. Nachteil: um so kleiner das Vorsegel, desto luvgieriger werden wir. Mir sind die neun (und mehrfach sogar 10) Knoten aber einfach zu gruselig, um sie dauerhaft ertragen zu koennen. Mir fällt dann immer ein, dass unsere Rumpfgeschwindigkeit nur 8,7 Knoten beträgt. Wenn ich schlafe, kann der Skipper es halten wie er will. :mrgrren:

Essen: Tortellini vom Vortag – in der Pfanne aufgebraten. Abends bleibt die Kueche kalt. Es ist so ruppig, dass ich auf kochendes Wasser auf dem schwingenden Herd keine Meinung habe. Ich schneide einen Krautsalat und dazu gibt es kaltes Huhn (aus dem Carrefour – Vakuum gezogen – fertig gegrillt und dann geraeuchert).

Tagesmeilen – 148 (Hammer!) – Restmeilen: bis Minerva noch 661 plus ungefaehr 800 nach NZ runter = 1461 Rest.

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