Die Tuamotus

Do., 02.Mai 19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1796, 17.385 sm von HH

Die Tuamotus bestehen aus 78 Atollen, verteilt auf eine Länge von fast 2.000 Kilometer. Jedes dieser Atolle ist von einem Saumriff umgeben. Dieser Saum besteht aus bewohnbaren Inseln, aus kleinen Inselchen, den sogenannten Motus, Sandbänken und einem Riff, was nur knapp unter der Wasseroberfläche liegt. An diesen Stellen ist eine Einfahrt in die Lagune unmöglich.
Aber fast alle Atolle haben mindestens einen tiefen Pass durch den man in die Lagune gelangen kann. So ein Durchbruch kann wenige Metern bis mehrere hundert Meter breit sein. Aber eins haben sie gemeinsam: sie sind nur (gut) befahrbar bei Stillwasser. Dem Moment zwischen Ebbe und Flut. Dann kommen die Strömungen, die in den Pässen entstehen können, zum Erliegen. Fünf Knoten, acht Knoten, zwölf Knoten. Die Literatur warnt vor aberwitzigen Geschwindigkeiten in den Riffpassagen.

 

Die Einfahrt vom Hao Atoll liegt im Norden

Die Einfahrt vom Hao Atoll liegt im Norden

Hao Atoll - über das Riff schwappt die Lagune aus Süden voll Wasser

Hao Atoll – über das Riff schwappt die Lagune aus Süden voll Wasser

Unser nächstes Ziel-Atoll soll ‚Hao‘ sein. Hao hat eine Länge von über 30 sm und der Pass zur Einfahrt liegt ganz an der Nordspitze des Atolls. Leider erstreckt sich zur Zeit ein Windfeld von Tahiti, über die Tuamotus bis zu uns auf die Gambier Inseln, von 20 bis 30 Knoten Dauerwind. Der Wind kommt aus Südosten und drückt über das Saumriff die Lagune von Hao voll Wasser. Im Norden strömt das überschüssige Wasser durch den Pass wieder aus der Lagune raus. Stillwasser existiert im Augenblick nicht in Hao. Bis auf 20 Knoten (37 Stundenkilometer) soll sich die ausgehende Strömung dort aufbauen. :shock:

Der Starkwind dauert bereits sechs Tagen an. Zwanzig Knoten im Schnitt, Böen bis 35 Knoten. Die letze Nacht bis zum Mittag war es am schlimmsten. Waagerechter Regen und am Vormittag gehen die ersten Schiffe auf Drift, obwohl der Ankergrund aus exzellentem Schlamm besteht. Hektisch ankern die betroffenen Schiffe um. Die Ankerbucht ist ziemlich voll, so dass sich jeder um sein Schiffchen sorgt. Nicht, dass es vom Vormann weggerissen wird. Besorgte Funksprüche von Schiff zu Schiff: „Hey, du kommst mir zu nahe.“
Glaubt man der Vorhersage soll ab Morgen der Spuk zu Ende sein.

Der Wind bringt reichlich kalte Luft aus dem Süden mit. Der Winter ist nah! :mrgreen: (ja, auch hier kennen wir was von GoT). Wir merken deutlich, dass wir uns im südlichen Spätherbst befinden. Die Gambier Inseln befinden sich in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie die Kanaren und dort ist es im Winter ja auch nicht nur lieblich warm. Nachts fallen die Temperaturen ins Bodenlose und morgens müssen wir Socken im Schiff tragen. Pullover-Alarm! Früher müssen die Einwohner in ihren Baströckchen ganz schön gezittert haben.

Bei Sonnenschein ist es herrlich. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Wir nutzen die Regen-Pausen mit schwächerem Wind und machen weiterhin die Insel unsicher. Auf jeder Tour entdecken wir noch etwas Neues. Unser Zwangsaufenthalt von seiner schönen Seite.

Die Badewanne der Prinzessin

Die Badewanne der Prinzessin

wird dieses kleine Naturbecken mitten im Dschungel genannt

wird dieses kleine Naturbecken mitten im Dschungel genannt

 

Schwarze Perlen

So., 28.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1792, 17.385 sm von HH

Cherry, Aubergine, Ocean oder Champagner? Welche Farbe darf es sein? Selten ist eine schwarze Perle wirklich schwarz. Gold, sky und water green sind weitere Bezeichnungen für die Farbe, die eine schwarze Perle haben kann.

Seit ungefähr hundert Jahren weiß man, wie eine Auster künstlich dazu überredet werden kann, eine Perle zu produzieren. Die Muschelschalen werden einen Zentimeter geöffnet und der Muschel wird ein Nukleus, ein Fremdköper, eingesetzt. Paradoxerweise besteht der aus einem kleinen Stück Perlmutt einer Süßwasserperle. Zusätzlich kommt noch ein Stück Fleisch einer anderen Auster mit dazu. Dieses Stück Fleisch ist der Farbgeber für die Perle, die nun heranwachsen soll. Da Farbe Geschmackssache ist, hat die Färbung den geringsten Einfluss auf den Wert einer Perle. Der Lüster – die Oberflächenreflektion-, die Größe, die Form und die fehlerlose Oberfläche sind die eigentlichen Preistreiber. Eine perfekt runde Perle mit makelloser Oberfläche kann mehrere tausend Euro kosten.

Durch die Impfung mit einem Nukleus wächst in ca. 30% aller Austern eine Perle heran, allerdings sind nur 1,5 Prozent von höchster Qualität. Der Rest ist Minderqualität oder gehört zu dem Ausschuss, den wir auf dem Festplatz gefunden haben.

Nach jedem Regen oder einem windigen Tag fallen weitere Perlen von der Dekoration herunter. Wir brauchen nur einsammeln. Inzwischen sind die Platten mit den aufgeklebten Muscheln und Perlen ganz abgebaut worden. Ein letztes Mal werden wir fündig und finden drei weitere Perlen. Ein Drittel unseres Fundes ist echter Ausschuss: knubbelartige Auswüchse zerstören die Oberfläche. Aber drei Perlen sind fast ohne Oberflächenfehler. Kugelrund und von durchschnittlicher Größe. Die bekomme ich, um mir eine Kette daraus zu basteln. Achim fabriziert sich aus den mittelprächtigen Perlen einen dekadenten Schlüsselanhänger für unseren Schiffs-Schlüssel. :mrgreen:

Schlüsselanhänger aus schwarzen Perlen

Schlüsselanhänger aus schwarzen Perlen

 

Wir besuchen ein Haus im Ort, an dem ein Zettel ‚Perlen-Verkauf‘ klebt. Wir wollen mal schauen, ob wir nicht mehr über Perlen in Erfahrung bringen und vielleicht etwas dazu kaufen können. Als sich die Tür zu der Küche öffnet in der er auch die Perlen gelagert werden, verschlägt es uns die Sprache. Tausend und abertausend Perlen lagern hier in Zipper-Beuteln. Der Herr, der uns hereinlässt, will als erstes wissen, ob wir auf einem Segelboot wohnen oder in einer Pension. Als wir ‚Boot‘ antworten, verliert er sofort das Interesse an uns. Offensichtlich hat er gelernt, dass die meisten Segler zugenähte Taschen haben und sich ein Verkaufsgespräch wahrscheinlich nicht lohnt. Zudem spricht er leider nur Französisch, was es nicht einfacher macht. Als Achim ihn nach ‚Qualität‘ fragt, schüttet er einen Sack voll Perlen auf ein altes Handtuch. Er pickt zwischen den Perlen herum und zeigt er uns ein mittelgroßes Exemplar für 40 USD. Warum er ausgerechnet diese eine Perle auswählt, erschließt sich uns nicht. Ich könnte schwören, sie sieht genauso aus wie die Beste aus meiner neuen Kette aus. ;-)
Danach dreht er uns den Rücken zu, schaufelt irgendwelche Perlen in einen Beutel und lässt uns ratlos vor der Qualitätsperle stehen. Hier kommen wir nicht weiter, also ziehen wir ohne Kauf von dannen.

Von der Spielerfrau zur Schmuckdesignerin

Von der Spielerfrau zur Schmuckdesignerin

Mit Bordmitteln designter Perlenschmuck. :-)

Unsere Pläne 2019/2020

Sa., 27.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1791, 17.385 sm von HH

Eigentlich wollten wir bereits heute weiter. Aber schlechtes Wetter verzögert die Abfahrt. Dabei ist es eher das schlechte Wetter am Endziel als hier vor Ort. Auf den Toamotus bläst es laut Wetterkarte mit 23 Knoten Durchschnittswind. Zuviel für die heiklen Passeinfahrten in die Atolle. Heftige Strömung entstehen an den schmalen Durchgängen zum Atoll und machen eine Einfahrt (unter Umständen) unmöglich.

Ab 1. Mai ist offiziell die Zyklon-Saison beendet, dann kann man sich überall gefahrlos hinbewegen. Leider ist die Saison kurz und schon ab November sucht man sich besser einen zyklonsicheren Ankerplatz. Den findet man üblicherweise in Neuseeland oder Australien.
Wer dann noch eine zweite Südsee-Saison dranhängen möchte, muss sich aus Süd-Westen zurück quälen. Oder er verlässt sich auf einen der Plätze, der als Zyklon-Hole angepriesen wird. Das ist nichts für unsere Nerven. Viele dieser Löcher haben sich, sowohl in der Karibik als auch im Pazifik, als Falle erwiesen.

im Moment erscheinen uns sechs Monate Südsee definitiv als zu kurz. Also, was tun? Einige Segler fahren zurück auf die Marquesas ganz im Osten, die als zyklonsicher gelten. Wir haben uns die Australinseln und die Gambierinseln als Alternative überlegt. Gegen den Uhrzeigersinn würden wir eine Runde über die Tuamotus bis nach Tahiti segeln und dann ab November in den Süden stechen.
Die Atolle Austral und Gambier gelten als relativ sicher. Alle Jubeljahre gibt es einen Zyklon, der soweit südlich reicht. Wir halten das Risiko für kalkulierbar. Das Ganze hat nur einen Haken: kaum eine Crew macht das! :shock:
Warum nicht, ist uns noch nicht ganz klar. Der Wind soll in den Austral-Inseln unbeständig sein. Der Wind soll dort kräftig sein. Und die Temperaturen sollen im Süden deutlich kühler sein. Wobei Letzteres für mich eher als großer Vorteil erscheint. Am Ende der Runde (ca. 2.700 sm = 5.000 Kilometer) würden wir dann wieder hier in Rikitea landen.

Wenn sich andeutet, dass sich der kräftige Wind aus den Tuamotus verzieht, brechen wir auf. Auf unserem Weg sammeln wir weitere Berichte über unsere Idee. Und schauen uns an, ob die einsame Südsee für uns das Richtige ist und wir tatsächlich eine zweite Saison bleiben wollen.

geplante Route 2019/2020

geplante Route 2019/2020

Südsee-Alltag

Fr., 19.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1783, 17.385 sm von HH

Die Tage verrinnen. Der Insel-Alltag ist geruhsam, aber ausgefüllt. Manchmal regnet es – nein, es schüttet. Innerhalb von zwei Stunden sind unsere Wassertanks voll bis zum Überlaufen. Fünfhundert Liter gefangen mit ‚German Engeneering‘. Alle zehn Tage kommt eine Schlechtwetterfront von drei Tagen Dauer durch.
An solchen Tagen verschwatzen wir den Vormittag bei unseren netten Schweizer Nachbarn oder erledigen ein paar Reparaturen. Das Dinghy Cover brauchte ein paar Flicken und Achim hat endlich den Fehler beim Außenborder (the Bitch, wie er das Teil liebevoll nennt) gefunden. Der Vergaser macht seit der Osterinsel-Reparatur keine Probleme mehr, trotzdem lief die Kiste noch immer nicht richtig. Hier in Gambier ist dann der Not-Aus-Schalter kaputt gegangen. Im Grunde ein Glücksfall, weil Achim jetzt den Fehler für den stotterigen Lauf des Motors entdecken konnte: Der Schlüssel vom Notaus hat nicht sauber die Leitung getrennt. Dadurch wurde die Zündung immer mal wieder kurz geschlossen und ‚The Bitch‘ lief unrund.
Ein neuer Schalter muss her, damit man beim Ausschalten des Außenborders keine geflankt bekommt. Unmöglich hier zu bekommen. Also hat Achim einen Kippschalter aus seinem Fundus eingebaut. Der hat genau drei Tage gehalten bis Salzwasser an den Schalter kam und der Schalter unter Strom stand. Eine neue Idee musste her. In meinem Nähkästchen fand sich ein alter Jackenknopf, der jetzt erfolgreich unser neuer Notaus-Schalter geworden
ist. Aus dem Boden einer Plastik-Dose in der mal Nüsse waren, wird ein neues Schauglas für die Tankanzeige am Tankdeckel, der schon seit Monaten zu Staub zerbröselt war.
Alles Schrott, was produziert wird, unser Außenborder ist nicht mal drei Jahre alt. :cry:

Bei gutem Wetter gehen wir sammeln und jagen. Auf unseren Touren über die schöne Insel werden wir fündig: Chili-Schoten, Papaya, wilden Basilikum und sogar einen Kürbis können wir erlegen. Leider bereits im ersten Drittel der Strecke. „Ist nicht mein Lieblings-Gemüse. Wenn Du ihn willst, musst du ihn selber tragen“, lehnt Achim meinen Tragewunsch dankend ab. Dafür puckelt er mir zentnerweise Pampelmusen und Kokos-Nüsse an Bord.

Die anderen Inseln im Atoll müssen noch warten

Immer wieder schöne Aussichten

 

Und wir sind unter die Perlen-Sammler gegangen. Auf dem Festival konnte man für relativ wenig Geld Perlenschmuck kaufen. Leider alles im Oma-Style, Perlenketten halt, so gar nicht mein Geschmack. Dann gibt es hier noch eine Langzeit-Seglerin, die Perlenschmuck selber herstellt. Der ist moderner mit Lederbändern gefertigt, asymmetrisch aufgefädelt und ganz chic. Der Schmuck erscheint mir aber zu teuer zu sein.. 80 bis 190 USD soll dort ein Kettchen kosten. Wenn ich mir anschaue, wie inflationär bei der Dekoration für das Festival mit Perlen ‚um sich geschmissen‘ wird, können Perlen vor Ort nicht teuer sein. Hunderte von Perlen wurden mit der Heißklebepistole auf Muscheln und Stoff geklebt. Nun fällt diese Dekoration auseinander. Man braucht sich nur noch bücken und die Perlen einsammeln. :-) Diese sind natürlich nicht fehlerfrei, aber das sind die Perlen im Schmuck vom Fest und der Seglerin ebenfalls nicht. Jetzt muss Achim mir nur noch Löcher in die Perlen bohren.

schwarze Perlen sind grau, blau-grau oder anthrazit - unsere haben 1,2 cm Durchmesser und sind somit mittelgroß

schwarze Perlen sind grau, blau-grau oder anthrazit – unsere haben 1,2 cm Durchmesser und sind somit mittelgroß

Mit Heißkleber verklebte Perlen - im Hunderter Maßstab verarbeitet

Mit Heißkleber verklebte Perlen – im Hunderter Maßstab verarbeitet

Und es geschehen immer unerwartete Dinge: mal funktioniert das Internet für einige Tage nicht oder es kommt überraschend das angekündigte Versorgungs-Schiff einen Tag zu früh. Diesmal sind wir erfolgreicher beim Auffinden der angelieferten Waren und halten nachmittags echte Tomaten in den Händen. :mrgreen:
Dann wieder sieht Achim einen Menschenpulk an der Pier. Ein Muschelhorn erklingt. Was ist da los? Wir springen schnell ins Dinghy. Eine Karfreitags-Prozession läuft singend vom Hafen bis zur Kirche. Gefolgt vom Muschelbläser, der statt Kirchenglocke zum Appell ruft.

Wenn wir nicht nach Essen jagen, fahren wir bei gutem Wetter mit den Kajaks. An Deck nerven sie ja schon etwas, denn genau genommen sind zwei Stück doch etwas viel für unser kleines Schiff. Aber es war ein großartiger Kauf, erweitern sie doch unseren Radius unglaublich.
Wir wollten schon längst die unbewohnten Nachbarinseln im Atoll besucht haben, aber auf Mangareva gibt es einfach zu viel zu tun. Und schlechtes Wetter wird in einer einsamen Bucht auch nicht besser. Das ist mit ein wenig Unterhaltung besser zu ertragen.

Kajak-Ausflug

Kajak-Ausflug

Festival ‚Te Matapukurega‘

Mi., 10.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1774, 17.385 sm von HH

Langschläfer sind die Rikiteaner nicht. Bereits um 8:00 Uhr morgens läuft die Parade zum Festival auf. Wie bei den Olympischen Spielen tragen die teilnehmenden Gruppen die Namen ihrer Herkunfts-Insel auf Schildern vor sich her. Bunt gekleidet oder in traditionellen Kostümen. Und wieder Blumenkränze auf dem Kopf. Jetzt wird auch klar, warum die Truppe aus Hiva Oa mit kleinem Gepäck anreisen konnte. Sie haben sich heute Morgen ihre Klamotten frisch im Wald gepflückt. :mrgreen:

Parade von der Kirche zum Festplatz

Parade von der Kirche zum Festplatz

Frische Palmenwedel und Farn als erneuerbare Klamotten

Frische Palmenwedel und Farn als erneuerbare Klamotten


Ein Gesicht im Zug kommt uns bekannt vor. Das Schild gibt Aufklärung: eine kleine Delegation von Tänzern ist auch aus Rapa Nui, der Osterinsel, angereist.
Unter lauter Trommel-Begleitung zieht der Tross Richtung Festplatz. Der besteht aus einer Fußballfeld großen Fläche, abgestreut mit feinsten Korallensand. Unter kleinen Holzverschlägen wird Kunsthandwerk der teilnehmenden Atolle angeboten: Perlenschmuck, Flechtwerk und bedruckte Stoffe. Unter Zeltplanen wird schon am Aufbau des Buffets gearbeitet.

Zuschauer im Tross

Zuschauer im Tross

 

Die Reden vom Bürgermeister, vom Dorf-Sheriff und anderen wichtigen Persönlichkeiten ziehen sich. Geduldig warten die Gruppen auf ihre persönliche Vorstellung. Noch mehr Reden werden gesprochen. Merci und Maururu, ‚danke‘ auf tahitianisch, fällt häufig.

Die Rede vom Bürgermeister zieht sich, da kann man schon mal einschlafen

Die Rede vom Bürgermeister zieht sich, da kann man schon mal einschlafen

Die Atolle sprechen eine ähnliche Sprache, verstehen einander, nur die Repräsentantin der Osterinsel muss übersetzt werden. Das Ganze hat gewisse Längen, da einiges auch noch auf Französisch wiederholt wird.
Jedes Atoll gibt schon mal eine kleine Kostprobe seines Könnens und dann folgt auch schon das Essen.

Die wilden Kerle und Mädchen aus Hiva Oa

Die wilden Kerle und Mädchen aus Hiva Oa

Die dazugehörigen Trommler

Die dazugehörigen Trommler

Das halbe Dorf ist dabei mit seinen Kokosnuss-Tellern.
Mehrfach werden wir aufgefordert, uns ebenfalls zu bedienen. Ich mach es kurz: es ist besser als es aussieht. :-) Die schleimigen Breie sind Mango- und Banane-„Chutneys“. Die lila Würfel bestehen ebenfalls aus Banane. Dazu gibt es Maniok und Yucca mit Kokosmilch. Oder wahlweise Brotfrucht mit Kokosmilch. Oder Muschelsalat mit Kokosmilch. Es fehlt an allem: an Salz, an Schärfe und Gewürzen. Essbar, aber schon arg fad.

Skepsis am Buffet

Skepsis am Buffet

Abends geht es dann zur Sache. Jedes Atoll bringt seinen eigenen Stil mit. Brav im Chor gesungene ‚Aloha-Südseeklänge‘, wie man es sich vorstellt, stammen aus Tubuai. Lieblich und sanft. Die Damen der Austral-Inseln treten in züchtigen Baumwollkleidern auf.

Sängerinnen aus Tubuai

Sängerinnen aus Tubuai

Die Mädchen aus Hao dagegen, lassen die Hüften kreisen. Die Baströcke wippen, die Blicke versprechen alles und nichts. Achim versteht nicht, warum es nur auf der ‚Bounty‘ zur Meuterei kam. Er ist der Meinung, beim Anblick der Mädchen hätte eigentlich jeder Matrose seinen verwanzten Kahn verlassen müssen.

Hüfttanz im Baströckchen

Hüfttanz im Baströckchen

Nymphe beim Hüftschwung

Nymphe beim Hüftschwung

Die wilde Gang aus Hiva Oa lässt keinen Zweifel aufkommen, dass man früher in der Südsee auch im Kochtopf landen konnte. Mit Fackeln, viel Geschrei und Geheule liefern sie einen starken Auftritt. Das wilde Gebaren mit den angemalten Gesichtern und den rollenden Augen kommt auch beim heimischen Publikum großartig an. Hiva Oa kassiert den kräftigsten Applaus.

Gänsehaut-Auftritt mit Fackeln

Gänsehaut-Auftritt mit Fackeln

Drei Abende werden wir aufs köstlichste unterhalten. Während der gesungen Tänze oder dem getanzten Gesang werden auch immer wieder Geschichten erzählt: eine Liebesgeschichte, ein Mädchenraub, ein Überfall mit erfolgreicher Verteidigung des bösen Gegners. Die Geschichten berichten von der Vergangenheit der abgeschiedenen Inseln.

Immer werden Geschichten bei den Tänzen erzählt

Immer werden Geschichten bei den Tänzen erzählt

Das Fest ‚Te Matapukarega‘ auf Mangareva dient dem Flechten und Erhalten von Beziehungen über die weiten Entfernungen der Atolle hinaus, dem Erhalt der Bruderschaft der Polynesier. Erst das zweite Mal ist das kleine Gambier Atoll Gastgeber für solch eine Veranstaltung, die dieses Mal unter dem Motto ‚Te Tutakiraga‘ – ‚die Zusammenkunft‘ läuft. ‚Te Tutakiraga‘ ist ein heiliges Wort in der polynesischen Geschichte, das die Aussage bestätigt: Du bist ein Polynesier, egal wo du geboren wurdest, welchen Tanz du tanzt oder welchen Dialekt du spricht. Das Motto scheint gelungen, wenn man sich am letzten Vormittag die Darsteller anschaut. Alle zusammen tanzen begeistert den Tanz von Mangareva.