Alfama

18.Okt.14, Lissabon, 1.565 sm von HH

Heute radeln wir, weil er uns so gut gefallen hat, noch einmal zum Flohmarkt. Neben einem Netzwerkkabel (!), einem Steckeradapter für US-Stecker (!!) erwirbt Achim noch einen Saug-Telefonhörer für 2,00 EUR.

Wir haben diese Idee vom Capitano der SY Summer. Dietmar hat ganz begeistert berichtet, wie genial so ein Sauger am Schiffsrumpf funktioniert, wenn man schwimmend die Wasserlinie am Schiff sauber schrubbt. Noch im Trockenversuch haftet das Ding bombenfest in unserem Cockpit. Wir sind gespannt…

Sauger

 

Auf dem Rückweg kommen wir noch durch die Alfama. Auch dieses Stadtviertel von Lissabon wurde vom großen Erdbeben 1755 verschont. Aber anders als im Bairro Alto, gibt es hier statt steiler, schnurgerader Straßen, verwinkelte Gassen, Treppen und Stiegen. Teilweise so eng, dass man fast beide Häuser mit ausgestreckten Armen berühren kann. So eine Art Altstadt ist immer mein absoluter Favorit.

Das Wetter wandelt sich und es ist deutlich wärmer geworden. Unsere voraussichtliche Weiterfahrt wir auf Dienstagmittag festgesetzt. Wir wollen ca. 100 sm weiter in die Algarve bis knapp vor Fago. Dort ist unser Plan in scönen Buchten der Algarve zu ankern, denn nach drei Wochen Gr0ßstadt Lissabon steht uns ein wenig der Sinn nach Ruhe. ;-)

Noch mehr Wartezeit Lissabon

16.Okt.14, Lissabon, 1.565 sm von HH

Da wir gestern den Schimmel entdecken, entschließt Achim sich heute noch zu einer größeren Anti-Muff-Aktion. Wir haben keine sehr tiefe Bildge (der Keller auf einem Schiff), denn bei uns befinden sich im Keller die Wasser- und Dieseltanks und nehmen viel Raum ein.  Aber unter unseren Bodenbrettern ist gerade noch so viel Platz, um Flaschen dort liegend lagern zu können.

Hier bunkern wir für die ganz besonderen Augenblicke unserer Reise einige Fläschchen Sekt und für die Mega-Momente Champagner. Damit sie nicht klappern und zerbrechen, sind sie mit alten Geschirrhandtüchern umwickelt. Unsere Bildge ist sehr trocken, aber ein wenig Feuchtigkeit sammelt sich dort trotzdem immer. Und wie Achim es vermutet hat, riechen die Tücher in der Tat schon muffig. Es ist noch kein Schimmel zu entdecken, aber Baumwolltücher sind eine schlechte Wahl. Also wickelt er alle Flaschen in Antirutsch-Matten aus Kunststoff und wir erhoffen uns weniger Schimmel-Potential.

Da nun schon mal alle Bodenbretter hochgenommen werden, lässt der Skipper es sich nicht nehmen, sämtliche Fächer auszuwischen. Tapfer hantiert er mit Lappen und Eimer, um dem Muff Herr zu werden. :-)

Ich habe die weitaus angenehmere Arbeit, brauche nur einkaufen zu gehen und mich um unser leibliches Wohl zu kümmern: Marinierte Hähnchenkeulen (Knobi, Rosmarin, Thymian, Honig, Balsamico, Chili und Senf) mit einem Zwiebel-Orangen-Salat. Dazu gibt es mit Knoblauch eingeriebenes, geröstetes Brot. Hier verwende ich fertige Tapas Brote, die es hier in 100 Sorten zu kaufen gibt. Leider ist unseres sehr Zwieback-artig. Kennt jemand sich mit diesen Broten aus und kann mir die Unterschiede erklären?

Haehnchen

Wartezeit in Lissabon

15.Okt.14, Lissabon, 1.565 sm von HH

Was man nicht ändern kann, muss man für sich zu Nutze machen.

Unser gestriger Besuch in Belém ist nett und von Erfolg gekrönt, denn beim örtlichem Yacht-Höcker erstehen wir ein Großfall (Band zum Hochziehen des Segels) welches noch ausgetauscht werden muss und nur halb so teuer ist wie in DE.

Also verbringt Achim heute seine Zeit damit ein Auge in das Fall zu spleißen. Wie man sieht, wird er immer besser… Und er baut eine neue 12 Volt Steckdose für unsere WLan-Antenne ein, damit ich auch am Ankerplatz Internet haben kann.

Der beste Spleiß bisher...

Ich dagegen nehme mich der überfälligen Abdeckung für den Außenborder an. Im Yacht-Shop gibt es zwar fertige Hüllen für 33,90 EUR, aber die will ich mir verdienen.

Allerdings, auf einem Schiff „macht man nicht mal eben was“, ohne dass nicht etwas anderes dazwischen kommt: Als Achim mir die Nähmaschine unter der Salon-Sitzbank herausholt, findet er in dem angrenzenden Schuh-Schapp auf unseren Wanderschuhen Schimmel. Also alle Klappen ausgeräumt, mit Essigwasser ausgewischt, die Schuhe entschimmelt und alles wieder eingeräumt. Schimmel ist auf Segelyachten nichts Ungewöhnliches, aber natürlich total unerwünscht. Die Luftfeuchtigkeit ist seit Wochen hoch (sogar das Salz ist nicht streufähig), die Temperaturen mit um die 20 Grad nicht gerade heiß und alle Schränke sind voll gestopft und schlecht belüftet. Vor allem die Schapps „ganz unten“ an die man nur selten ran muss.

Nachdem dieser Zwischenfall abgearbeitet ist, geht es aber endlich ans Nähen…Zur Mittagspause gibt es aus ein paar gekochten Kartoffeln vom Vortag, Zwiebeln, Tomaten, Eiern und einer Dose Würstchen (5 Dosen hab ich freigegeben zum Verzehr noch in Europa) einen kleinen Imbiss. Ein Würstchen wird für dieses Mahl nicht benötigt und bleibt in der Dose.

Beim Abwasch nach dem Essen, kippt diese Dose, zunächst unbemerkt, um. Aber sie kippt nicht einfach irgendwo um, sondern direkt am bzw. über dem Kühlschrank (zur Erinnerung: Toplader). Das fettige Wurstwasser findet problemlos seinen Weg an der Klappe vorbei in den Kühlschrank hinein.

Das Ausräumen, Saubermachen (ich möchte meinen, dass alle Teile etwas von der Brühe abbekommen haben) und Wiedereinräumen zieht sich. Das aller Ärgerlichste daran ist, dass ich das vor 10 Tagen erst gemacht hatte, der Kühlschrank war also nicht sowieso gerade „fällig“ zum Putzen.

Eigentlich ist der Tag gelaufen, aber ich nähe tapfer weiter und bin zufrieden mit dem Ergebnis. Das entschädigt etwas für die Zwischenfälle.

Die beste Hülle bisher ;-)

Wir sitzen fest in Lissabon

14.Okt.2014, Lissabon, 1.565 sm von HH

Wir hatten ja gehofft, dass wir am Mittwoch weiter kommen könnten, aber daraus wird nichts. Sonntag und gestern hat es fast ununterbrochen, zum Teil sogar sintflutartig, geregnet. Straßen standen unter Wasser und wir hatten für ca. 2 Stunden Stromausfall.

Heute Morgen sieht es ganz friedlich aus, es scheint die Sonne und der Wind ist eingeschlafen. Aber das ist wohl nur die Ruhe vor der nächsten Front, die reinkommen soll. Und dieser Wind kommt dann auch noch aus Süd und genau da wollen wir hin…

Es ist auch in den Temperaturen deutlich runter gegangen. Morgens haben wir nur noch 15 Grad im Schiff und erreichen dann mit 19 Grad den Tageshöchstpunkt :shock: So wie es ausschaut, kommen wir frühestens Samstag hier weg. Da es heute ruhig sein wird, fahren wir noch einmal nach Belem und hoffen vor dem nächsten Regen wieder zurück zu sein :mrgreen:

Flohmarkt

11.Okt.14, Lissabon, 1.565 sm von HH

Melly und Dirk sehen wir nach unserem schönen Abend nicht wieder, da ihr Flieger sie  bereits um 7:30 (Ortszeit oder Bootszeit ist jetzt bei mir durcheinander :mrgreen: ) Heim bringt. Mit Petra und Andreas halten wir noch ein Schwätzchen, bevor auch sie sich auf ihren weiteren Weg machen.

Wir warten jetzt auf den richtigen Wind, der uns an die Algarve bringen soll. Leider hält die Störung, die auch für den Regen an meinen Geburtstag gesorgt hat und heute nur eine Temeratur von 20 Grad bringt, noch etwas an. Mit Chance kommen wir aber am Mittwoch weiter.

Also machen wir weiter alleine Lissabon unsicher. Heute besuchen wir den Flohmarkt, der samstags bezeichnender Weise auf dem „Markt der Diebin“ abgehalten wird. Das haben wir letzte Woche verpasst und wollen das unbedingt nachholen. Wir sind zu Hause schon immer gerne auf Flohmärkte gegangen und sind also sehr gespannt. Wir werden nicht ettäuscht, denn ein sehr schöner und recht großer Markt mit viel Trödel erwartet uns. Wenig Händler mit Neuware und wenig Stände, die nur absoluten Mist verkaufen. Ein großer Unterschied zu Deutschland ist, dass es an jedem 10.ten Stand Ersatzteile für Kronleuchter gibt und dass alte Kacheln (nach Jahrhunderten sortiert) angeboten werden. Auch bei uns eher unüblich, dass lauthals Space-Cookies offeriert werden und Manschettenknöpfe mit SS-Runen ausliegen. :shock:

Ein netter Bummel, der etwas den Abschieds-Schmerz schmälert.