Muxia (by sabine)

Natürlich muss nach vier Wochen Segelabstinenz draußen eine Dünung von zwei Metern herrschen. Dadurch, dass wir die ersten zwei Stunden noch motoren müssen, rollen wir fürchterlich hin und her. Dies wird erst besser als wir Segel setzen können, Schiff, Geschwindigkeit und Welle bilden nun eine bessere Einheit.

Da ich die ersten Stunden lieber an Deck bin als unten zu wühlen (führt sonst zu akutem Unwohlsein) und diesen Umstand etwas ausnutze als es an den Abwasch geht, ist Achim so fürsorglich und erledigt das alleine. Aber kleine Sünden werden sofort bestraft – meine ein paar Stunden später im Hafen…
Nach 10 Meilen können wir Segel setzten und kommen mehr als flott voran. Kurz vor der Hafeneinfahrt haben statt schützender Windabdeckung erstmal noch einen Kapeffekt, so dass wir uns in Boen von über 30 kn kräftig auf die Seite legen.
Dabei kippt unbemerkt die Geschirrspülmittel-Flasche um, die leider nach dem letzten Abwasch nicht geschlossen wurde… :shock:
Knapp eine halbe Packung ergießt sich auf, neben und in die Arbeitsfläche und Spüle. :shock:
Das beim Wischen entstehende Schaumbad überlässt der Verursacher mir alleine…

Wir bleiben 1 Tag und 2 Nächte in Muxia, einem 5.600 Seelenort. Dieser etwas schmucklose Ort ist touristisch etwas erschlossen, da es hier eine Wallfahrtskirche gibt, sozusagen als Verlängerung des Jacob-Weges. Diese ist aber gerade in Renovierung.
Hübsch ist es nur in der Gegend um den ungewöhnlichen Friedhof herum.

Alte und neue Eigner

Eine Meldung vom 13. August müssen wir noch nachholen:

Vom 10. bis 13. August waren unsere direkten Liegeplatz-Nachbarn Alfred, Uta und ihr Sohn Tilmann.
Es handelt sich hierbei um die Vorbesitzer von unserer Atanga als diese noch Nordlicht hieß.
Alfred und Uta sind bereits Rentner, überwintern seit drei Jahren in Portugal, machen im Sommer die Küste unsicher und überführen jetzt ihr Schiff nach Deutschland.
Dieses Treffen ist kein Zufall, sondern war von uns geplant, da wir seit dem Kauf von Atanga vor fünf Jahren, den Kontakt gehalten haben.
Leider hatte die Windspiel-Crew eine ruppige Fahrt nach La Coruña, so dass Alfred erstmal ins Krankenhaus musste: Diagnose, zwei gebrochene Rippen.
Aber bereits nach drei Tagen befand er sich auf dem Weg der Besserung, so dass die drei, wie geplant, die Weiterreise über die Biskaya antreten konnten.

Wir hatten trotz dieser widrigen Umstände einige Zeit zum Plaudern. Dabei stellen Achim & ich fest, dass die drei immer wieder sehnsüchtig zu unserer Atanga rüber schielten… Als wir sie fragen, warum sind sich alle einig, sie ist das schönere Schiff. ;-)

Auch für uns ist die Zeit in La Coruña nun abgelaufen. Nachdem die letzten drei Tage recht schlechtes, regnerisches, kaltes Wetter war, scheint heute endlich wieder die Sonne. Der Wind hat auf die richtige Richtung gedreht, so dass wir Morgen früh nach Muxia (50 sm, knapp 100 km) aufbrechen werden.

10 Jahre Eigner von Atanga

10 Jahre Eigner von Atanga

Was ist hier bloß passiert…?

Gestern Abend bin ich nach mehr als 13 Stunden wohlbehalten in La Coruña angekommen. Leider zunächst ohne Koffer. Aber eine sehr nette Dame bei Lost and Found hat sich kompetent der Sache angenommen. Ich habe um 21:00 eine SMS auf deutsch(!) erhalten, dass mein Koffer zwischen 21:30 und 23:30 gebracht würde.
Das hat nur aus dem Grunde nicht geklappt, weil dann hier im Marina Office keiner mehr arbeitet.
Aber heute Morgen konnte ich ihn dann in Empfang nehmen.

Meine 12 Tage Aufenthalt in Deutschland haben am Schiff keine nennenswerten Spuren hinterlassen.
Achim hat sich echt Mühe gegeben, alles wieder in den vorherigen Stand zurück zu versetzten.
Aber was ist nur mit ihm passiert? Gestern fiel es mir im Dunkeln gar nicht so auf, aber heute Morgen der Schock. :shock:

Veilchen! Woher? Man weiß es nicht…
Mir hat er erzählt, es sei beim Bimini abbauen passiert. Aber kann das Bimini aus Persenning-Stoff solche Spuren hinterlassen?
Ich muss mal Zeitzeugen hier in der Marina ausfindig machen, die vielleicht Details berichten können…image

 

Zurück im Paradies

So, ich bin wieder zu Hause und das Ravioli-Lotterleben hat ein Ende. Es wird zum Kochen wieder der Spritzschutz aufgehängt und täglich Obst & Gemüse gegessen.

Allen Freunden, der Familie, der Eintags-Freundin und dem besten Kumpel möchte ich herzlichen Dank sagen, dass ihr mich so lieb aufgenommen, umsorgt, verpflegt, verwöhnt und bespaßt habt. Danke für Gartenrunden mit und ohne Rosenbogen, spannende Inselbesuche, für’s Auto leihen, Koffer verschenken, lustige & tolle Gespräche und die Kochlöffel Aktion (an dieser Stelle gibt es den Aufmerksamkeits-Orden, ich hatte es nur einmal kurz erwähnt). Und dann natürlich die kulinarischen Highlights im Schierweg… 3 Sterne minimum.

Aber so schön es auch bei Euch war, so muss ich doch wieder zurück in mein gewähltes Paradies. Und es hat sich ja auch final so recht keiner bereit erklärt mich auf Garantie dauerhaft aufnehmen zu wollen… ;-) Bis zum nächsten Mal.

Eure Sabine/Bine

P.S. Und bei denen es diesmal nicht geklappt hat, wir holen das unbedingt nach.