Umbauarbeiten – Wir schaffen Stauraum

Da unser Schiff mit den Jahren immer kleiner wurde, haben wir beschlossen, einige Umbauarbeiten vorzunehmen, um den notwendigen Platz zu schaffen. Wieder mal ein Job, der ohne Gert nicht möglich wäre.

Mit Ausnahme von 2 Schränken werden alle Schränke mit Einlegeböden versehen. Auf großer Reise wird der Bedarf an Hängeschränken sowieso eher gering sein, da Anzüge dann wohl eher Kleidungsstücke aus einer anderen Zeit sein werden.

Die Backbordkoje im Vorschiff wird zu einem Regal umgebaut, um unsere Ersatzsegel lagern zu können. Alles wird so eingebaut, dass es sich auch leicht wieder rückgängig machen lässt, sodass im Falle eines Falles, die Kojen wieder beide zur Verfügung stehen.

In der Achterkoje werden auf beiden Seiten zusätzliche Schwalbennester angebracht. Irgendwo müssen die Bücher ja hin.

Das kleine Bad im Vorschiff werden wir auch als solches stilllegen und zu einem Lager umbauen. Dazu wird der alte Waschtisch von Regalen eingefasst und an die Decke wird ein Fach für die Lagerung von Seekarten eingebaut. In diesem Raum soll – sofern wir uns dazu entschließen – auch irgendwann der Wassermacher seinen Platz finden. Borddurchlässe sind hier vorhanden und daher ist es der ideale Ort. Auch müssen die Pressluftflaschen ja irgendwo hin.

Durch diese Umbauten werden wir den Salon als solchen erhalten und für alles einen guten Platz finden. Es deutet sich aber auch schon an, dass wir den Wasserpass wohl einige Zentimeter nach oben verschieben müssen, wenn das Schiff voll beladen ist. Verglichen mit 41 oder 42’’ Yachten eines großen Skandinavischen Herstellers werden wir aber wohl ungleich viel mehr Stauraum haben.

Beschädigungen am Mast

Nachdem unser Boot aus dem Wasser war, haben wir eigenartige Beschädigungen am Mast festgestellt. Parallel zur Schiene verlaufen Kratz- bzw. Scheuerspuren. Teilweise sind die „Eindellungen“ recht tief. So recht erklären können wir bislang nicht, woher diese Beschädigungen kommen. Das einzige, was sich zum Vorjahr geändert hat war, dass wir ein neues Groß bekommen hatten. Die Beschädigungen sind auf der gleiche Seite wie die Lattenaufnahmen. Bislang hat sich der Segelmacher aber noch nicht dazu gemeldet, ob die Lattenaufnahmen Hinweise geben können, ob diese für die Spuren verantworlich sind. Glücklicherweise haben wir eine ganze reihe von Fotos seit 2009, die zeigen, dass die Beschädigungen erst 2012 aufgetreten sind und somit zumindest zeitlich mit Aufziehen des neuen Großsegels zusammenfallen. Was nun tatsächlich zu den Riefen geführt hat, werden wir hoffentlich in diesem Winter klären können.

Die Saison geht zu Ende – Winterplan

Jetzt ist es Ende September und es wird Zeit das Schiff winterfertig zu machen.  Die Saison hätte noch besser sein können und in jedem Fall war sie zu kurz.

Hier nun der Plan für den Winter:

Wassereinbruch im Achterschiff

Es sieht so aus, als ob es eine Undichtigkeit im Ruderbereich gibt. Wir nehmen bei Fahrt (egal ob unter Segeln oder Maschine) Wasser, was sich unter der Achterkoje sammelt. Das muss dringend behoben werden, damit uns nicht das Holz weggammelt.

Ankerwinsch

das Relais klickt, aber es passiert nichts. Ich denke, dass da ein Profi  ran muss

Geräteträger

Backskiste komplett leer machen und Deckenverkleidung in der Achterkabine abbauen. Wenn dann alles gut geht, sollte der Geräteträger zum Ende der Wintersaison stehen. Mal sehen, ob wir auch schon den Windgenerator aufbauen, oder noch eine Saison abwarten.

Elektrik

Da das Schiff ja nun schon 23 Jahre alt ist, gibt es eine große Anzahl von Kabeln, die keine Bedeutung mehr haben. Die Idee ist, alle alten Kabel, die nicht mehr benötigt werden, zu entfernen. Dazu kommt noch das Problem, dass ein Amperemeter Blödsinn anzeigt.

Fäkalientank

Abbsaugevorrichtung einbauen. Das wird nicht so einfach, da man nur schlecht an den alten Tank herankommt. Darüber hinaus muss wohl der Schlauch vom Tank zum Ventil neu gedichtet werden.

Borddurchlässe

Prüfen und ggf. erneuern lassen

Maschine

Rost entfernen

Ostsee 24.08.- 09.09.2012

Törndaten:

Finkenwerder -> Giselau -> Schilksee -> Fynshav -> Bagö -> Middelfart -> Assens -> Söby -> Sonderburg -> Schilksee -> Brunsbüttel -> Finkenwerder

Distanz: 373 NM

Neuer Rekord FdW: 8,74 kn (halber bis leicht vorlicher Wind 20-25kn)

Da wir schon ab Freitag Urlaub hatten, sind wir am Donnerstag auf das Schiff gegangen, um uns häuslich einzurichten, und um Freitag in aller Ruhe mit dem Hochwasser auslaufen zu können.

Schon beim letzten Törn zickte der Motor beim Anlassen und war nur durch das Parallelschalten der Batteriebänke davon zu überzeugen anzuspringen. Also machte unternahm ich am Donnerstagabend noch einmal einen Versuch. Der Anlasser drehte auch diesmal nur widerwillig und die Maschine sprang nicht an. Das war schon eine Enttäuschung, wollten wir doch am Freitag auslaufen. Wir haben dann die Batterien die ganze Nachte geladen und am nächsten Morgen sprang der Motor dann gerade so eben an, bevor die Batterie den Geist aufgeben wollte.

Guter Rat war nun teuer. Wir riefen daher bei dem Yachtservice in Grünendeich, um eine Ferndiagnose zu erstellen. Vermutet wurde, dass die Starterbatterie hin ist. Die Annahme war, dass wenn der Anlasser noch dreht, dieser auch nicht kaputt ist. Also haben wir eine neue Starterbatterie bestellt. Da die 180Ah Batterie für die Navi auch nicht mehr ganz neu ist, haben wir die Gelegenheit wahrgenommen und auch diese neu bestellt.

Voller Hoffnung haben wir also in Grünendeich festgemacht und die neuen Batterien eingebaut. Und …. Nichts tat sich. Als nächstes tippte man auf das Relais für den Anlasser. Dieses wurde also auch ausgetauscht und ….Nichts tat sich. Jetzt war klar, dass der Anlasser kaputt ist. Mittlerweile war es aber auch Freitagnachmittag und wir wollten eigentlich nicht in Grünendeich Urlaub machen. Es wurde also flugs bei Marx nachgefragt und tatsächlich hatten sie unseren Anlasser auf Lager. Per Express sollte dieser nun nach Grünendeich geschickt werden, sodass er Samstag morgens eingebaut werden könnte. Pünktlich gegen 09:30 kam der Monteur auf unser Schiff (mit dem neuen Anlasser unter dem Arm) und eine halbe Stunde später war der Anlasser getauscht.

Und… die Maschine startete besser als je zuvor und unser Urlaub war gerettet.

N.B.: der Schock kam etwas später, als wir die Rechnung für das Original Ersatzteil bekamen.

Der Rest des Urlaubs verlief nun erstmal ostseetypisch ruhig und entspannend. Wir hatten schönes und auch warmes Wetter. Wir machten also einige sehr schöne Fahrradtouren und wollten dabei eigentlich Brombeeren sammeln, die Bine zu Marmelade verarbeiten wollte. Wir mussten allerdings feststellen, dass die Brombeeren dieses Jahr noch weit hinter der Erwartung lagen und so dauerte es bis Söby bis Bine nach 1,5 Std. der schmerzhaften Ernte genug Früchte hatte, um die Marmeladenproduktion anzuwerfen. Das Ergebnis konnte sich allerdings sehen lassen.

Denmark_5

Da das „Produkt“ allerdings noch nicht verzehrbar bar, mussten wir uns zunächst mit etwas zugekauftem Erdbeerkuchen behelfen. Verzehrt wurde das wertvolle Stück, als wir im Stadthafen von Sonderburg lagen. Interessanterweise  war insbesondere dieser Hafen ausgesprochen gut besucht.

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Auch mit dem Wind hatten wir Glück. Es wehte ausreichend stark und manchmal auch aus der richtigen Richtung. Meist bekamen wir ihn direkt auf die Nase oder direkt von hinten. Wir machten also gut Fahrt – mussten aber auch ein wenig kreuzen. Das mit dem guten Wind hatte allerdings den entscheidenden Nachteil, dass ich nicht zum Angeln gekommen bin und somit die Fischküche kalt blieb.

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Bei über 5kn Fahrt bekommt man den Köder kaum unter Wasser und auch würden die Dorsche wohl kaum einem so schnellen „Fisch“ folgen wollen.

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Auffallend war allerdings auch, dass die meisten Häfen relativ leer waren und auch auf Nachfrage beim Hafenmeister in Söby wurde uns gesagt, dass die gesamte Saison wohl nicht der ganz große Erfolg war.

Eigentlich wollten wir auf der Rückfahrt von Middelfart vor Fænø ankern. Alles war fertig und wir fuhren den Ankerplatz an. Als ich allerdings den Knopf zum Ablassen des Ankers drückte tat sich nichts. Das Relais klickte zwar – aber es bewegte sich nichts. Enttäuscht änderten wir unseren Plan und fuhren stattdessen nach Assens. Dort versuchte ich den Anker einfach fallen zu lassen, was allerdings zunächst nicht funktionierte. Erst nach etwas Zugabe von Caramba und WD40 löste sich die Kettenaufnahme und der Anker rauschte nach unten. Hochholen musste ich ihn allerdings händisch, da die Winsch, wie schon gesagt, nicht lief.

Kurz vor Erreichen von Kiel Schilksee haben wir festgestellt, dass unser Fäkalientank bis zum Bersten gefüllt ist und sich nicht ablassen ließ. Also bin ich todesmutig und nur notdürftig mit Tropenanzug gegen die eisigen Ostseetemperaturen geschützt in Schilksee in den Hafen „gesprungen“ und habe versucht die Blockade von unten mit einem Schweißdraht zu lösen. Außer dass mir dabei sehr kalt wurde, habe ich allerdings nichts erreicht. So eine Sch….

Wir ließen also das Ventil offen – in der Hoffnung, dass sich der Verstopfung löst und wir den wenig angenehmen Inhalt irgendwie loswerden. Leider ließ sich dies aber während unserer Heimfahrt durch den Kanal nicht feststellen.

Also wurden schon mal Pläne gemacht, wie wir die 70l aus dem Tank bekommen, ohne dass sich alles ins Schiff ergießt.

Am letzten Tag an Bord habe ich dann noch mal versucht von unten mit einem Gartenschlauch in den Tank zu spritzen, um die Verstopfung zu lösen. Also unbequem auf den Steg gelegt, langen Arm gemacht, Gartenschlauch in Borddurchlass gesteckt, voll Power gegeben und …. schon spritzte feinster Inhalt aus der Belüftung über meinen Rücken.

Fazit: der Tank hatte sich in den letzten 2 Tagen doch irgendwie entleert (puh) und der Durchgang war wieder offen. Im Winterlager werden wir dann mal endlich die überfällige Vorrichtung für die Absaugung einbauen. Das wird nicht so einfach, da, als das Schiff 1989 gebaut wurde, niemand über diese Notwendigkeit nachgedacht hat. Somit ist nicht wirklich viel Platz an der Stelle, wo der Tank angebracht ist.

Ein letztes kleineres Problem gibt es dann auch noch zu lösen. Das Schiff nimmt im Ruderbereich bei Fahrt Wasser auf. Noch kann ich aber nicht sagen, ob unser Ruderschaft Fett gedichtet ist, oder ob hier eine größere Reparatur auf uns zukommt.

Der Winter kann also kommen – wir werden genug zu tun haben.

 

 

Ostsee 28 Mai-10 Juni 2012

Törndaten:

Finkenwerder -> Giselau Schleuse -> Schilksee -> Bagenkop -> Korsör -> Nyborg -> Lundeborg -> Marstal -> Schilksee -> Giselau Schleuse -> Brunsbüttel -> Finkenwerder

Distanz: 370 NM

Neuer Rekord FdW von Bine: 8,70 kn (halber Wind 20-25kn)

Da kauft man sich eine Angelerlaubnis für Dänemark, wirft die Angel aus und keine 30min später hat man einen schönen 60cm langen Dorsch an der Angel.  Der Fisch landete noch am gleichen Abend im Ofen und in unseren Mägen.

Fisch

Leider oder besser Gott sei Dank war der Wind in der übrigen Zeit so stark, dass wir von Bord nicht mehr geangelt haben. Dafür blieben wir zum ersten Mal während der gesamten Zeit von Flauten verschont.

Der nächste Törn kommt bestimmt und dann werden wir das mit dem Angeln nachholen.

Kurz vor unserem Urlaub haben wir uns noch ein paar bordtaugliche Fahrräder gekauft. Für Bine gab es ein Dahon und für mich ein Birdy. Beide Räder haben sich auf unseren Touren ausgezeichnet bewährt. Schon unsere erste Ausfahrt von Korsör nach Skælskør verlief über 40 km.

Fahrrad

Nur Bine tat am nächsten Tag das Hinterteil etwas weh. Hier ist wohl ein neuer Sattel fällig. Ansonsten war die Anschaffung der (gebrauchten) Räder jeden Cent wert. Entsprechendes gilt auch für diezwei 20l Satteltaschen von Ortlieb, die sich hervorragend an Bines Fahrrad anbringen ließen.

Zum Wetter gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Es war oft sonnig, hat nicht geregnet und war immer windig.

Bine_Korsoer
Also eigentlich optimal. Lediglich die Temperaturen bewegten sich auf April Niveau, sodass wir es uns im Cockpit mit einigen Decken gemütlich machen mussten. Das war urgemütlich und hatte meist ausgedehnte Nickerchen zur Folge.

War nicht schlimm, aber oft sagten wir „..ein bischen wärmer wär schon schön„.

Unser neuer Herd (ENO Open Sea)hat sich im Prinzip bestens bewährt. Ofen und Grill funktionieren super und eröffnen ganz neue kulinarische Perspektiven.

Herd

Negativ bleibt derzeit nur anzumerken, dass einer der Knöpfe schon nach weniger als einer Woche Benutzung auseinander fiel.