Kategoriearchiv: An Land

Acht Wochen Osterinsel – ein Fazit

Mo., 25.Feb.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1730, 15.744 sm von HH

Dringende Empfehlung: Unbedingt machen!
Wir waren absolut begeistert. Trotz der heftigen Rollerei am Ankerplatz und unseres kleinen Dinghy-Überschlags. Hüstel, räusper, wir haben in den Wochen danach gelernt, wie man mit solchen Brechern umgehen kann. Der Rest war spitze und hat unsere Erwartungen übertroffen.

Die Osterinsel gilt als einer der isoliertesten Orte der Welt. Zur nächsten bewohnten Insel sind es zweitausend, zum Festland gar fast viertausend Kilometer. Aber isoliert ist die Insel schon längst nicht mehr. Täglich kommt ein Flieger aus Santiago oder Tahiti. Bringt frisches Obst aus Chile und Fleisch aus Argentinien mit. Versorgungsschiffe ankern vor der Insel, sie bringen Autos oder liefern Treibstoff an.

Die Osterinsel ist eindeutig touristisch. Ja, sogar Kreuzfahrtschiffe kommen hier vorbei.
Diese sind von uns nun endgültig zum Klassenfeind erklärt. :mrgreen:
Als ob es hier kein Platz gebe, versuchen sie mitten zwischen uns Seglern zu ankern. Die rasselnde Kette reißt uns aus dem Tiefschlaf. Ankert er direkt neben uns? Ein Blick nach oben bestätigt alle Befürchtungen. Das AIS zeigt einen Abstand unter 150 Metern. Muss das sein?  Die Generatoren vom Kreuzer zerreißen die Idylle.
Der weiß hoffentlich, dass er mitten in unserem Badezimmer parkt? Schluss mit hüllenloser Duscherei auf der Badeplattform. Oder man hat die einmalige Gelegenheit den zweihundert Zuschauern auf ihren Balkonen den nackten Arsch zu zeigen. Das hätte Symbolcharakter. :lol:

Na, der parkt ja direkt in unserem Badezimmer

Gleich müssen wir die Fender raus holen

Hanga Roa ist also fest in Touristenhand. Aber trotzdem angenehm. Kleine Souvenir-Buden stehen neben urigen „Supermärkten“. Fisch und lokales Gemüse werden direkt von der Ladefläche des Pickup verkauft. Einige der einheimischen Frauen tragen Blumenkränze (okay, aus Plastik), die Damen im Telefonladen haben eine Blume hinter dem Ohr. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wird großgeschrieben. Wir bekommen allerdings die Info: „Wenn du die Leute hier schon freundlich findest, dann warte ab bis du in Französisch Polynesien bis. Da sind die Leute freundlich.“

Es geht behäbig zu im Ort. Dazu gehören drei Stunden Mittagspause und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Während des Tapati Festivals war etwas mehr Trubel, jetzt wirkt Hanga Roa wieder verschlafen.
Die meisten der Abendveranstaltungen vom Festival haben wir leider verpasst. Die Einfahrt im Hafen ist tagsüber schon tricky, in stockdunkler Nacht wird sie zum Kamikaze-Ritt. Hohe Wellen, die man abwarten muss, sind schwer auszumachen. Und dann gilt es absolut geradeaus zu steuern. Rechts und links lauern die Felsen. Wir haben es uns nur zweimal getraut. Die Veranstaltungen, die wir sehen konnten, haben uns begeistert. Am ersten Abend sind Kinder aufgetreten. Kinderveranstaltungen sind ja immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Meistens finden diese nur die anwesenden Eltern toll. Aber auf der Osterinsel ist alles anders, die Kinder waren tatsächlich klasse.

Abendvorstellung mit Bodypainting

Abendvorstellung mit Bodypainting

Die Insel behält einige ihrer Geheimnisse für sich. Noch immer kennen wir nicht den Grund, warum die Ureinwohner so plötzlich mit dem Bau der Moai aufgehört haben. Und das gefällt mir. Ein Blick in diese unergründlichen Gesichter mit diesem so herrlich verkniffenen Mund genügt.
Großartige Stein-Gesellen, großartige Leistung. Sinnlos und doch sinnvoll.

Wundervoll und geheimnisvoll - absolut eine Reise wert

Wundervoll und geheimnisvoll – absolut eine Reise wert

Jetzt geht leider unsere Zeit zu Ende. Morgen geht es weiter. Unser Ziel sind die nächsten Nachbarn der Rapanui: die 50 Einwohner von Pitcairn. Dort spielt eine andere Liga. Die Nachkommen der englischen Bounty-Meuterer und einigen Polynesiern gelten, nun, ich sag mal vorsichtig, als schwierig. Über zweihundert Jahre Inzucht sollen nicht nur gutes Blut hervorgebracht haben.
Es sind tausend Seemeilen bis dahin. Die Strecke hat den Ruf widerborstig zu sein. Wir werden sehen.

Für alle, die das ebenfalls erleben wollen Revierführer Osterinsel

***neueste Nachrichten***neueste Nachrichten***neueste Nachrichten
Ich habe gerade den obigen Bericht fertig geschrieben, da kommt ein Funkspruch von der Armada: wir sollen schon etwas früher zu ihnen kommen zum Ausklarieren. Also packen wir unsere Pässe ein, schwingen uns in Schlauchboot und steuern auf die Hafeneinfahrt zu. Es ist absolut windstill, nur leichter Nieselregen fällt.
Puh, da läuft aber eine hohe Dünung zwischen den Felsen rein. Achim dreht seine Runden vor der Zone, wo die Wellen anfangen sich zu brechen. Wir warten und beobachten. So haben wir es die letzten Wochen gelernt. Hier sind wir sicher. Die Wellen sind uns deutlich zu hoch. Wir zögern. Da können wir nicht rein. Achim dreht eine weitere Runde, vielleicht kommt ja noch eine ruhige Phase.
Nein, alle Wellen bleiben hoch. Wir entscheiden nicht in den Hafen zu fahren. Dann müssen wir eben Morgen ausklarieren.
Wir drehen um, fahren Richtung Schiff. Eine runde, fette Dünung läuft unter uns durch. Und da, vor uns, kommt noch eine. Achim gibt Gas. Ach du heiliger Bimbam, die baut sich aber auf. Viel zu früh! Hier brechen die Wellen noch nicht! Sie wird höher und höher. Sie bildet diese berühmte Röhre aus. Sie wird durscheinend und türkis. Direkt vor uns jetzt diese Wand. Zweimeter fünfzig hoch. Mindestens. Vielleicht drei Meter. Ich glaube nicht, dass wir es schaffen. Unser Dinghy arbeitet sich senkrecht den Wellenberg hoch. So wie die ‚Andrea Gail‘ mit Georg Clooney in ‚der perfekte Sturm‘. Achim hockt auf dem Dinghyboden. Ich mache mich klein, meine Brille hab ich in der Hand, für einen besseren Ort ist keine Zeit. Wir klettern und klettern. Dann schlagen wir hinter dem Monster hart aufs Wasser im Wellental. Wir haben überlebt! Achim ist käsig um die Nase. Der Schreck ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. :lol:
Mensch, an dieser Stelle hatten wir noch keine Welle brechen sehen. Gib mir ‚high five‘ – wir haben überlebt. Schwein gehabt. Jetzt wird es aber wirklich so langsam Zeit, dass wir hier weg kommen.

Haka Pei – Bananenschlitten Rennen

So., 10.Feb.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1715, 15.744 sm von HH

Heute steht der sportliche Höhepunkt des Tapati Festivals an: Schlitten fahren auf Bananen-Stämmen. Dazu werden zwei Stämme zusammengebunden und der so entstandene Schlitten erhält rechts und links ein paar Haltegriffe. Den dicken Strunk voran, sausen die Wagemutigen an einem Krater im Inselinneren einen grasbewachsenen Abhang hinunter. Bei 45 Grad Neigung erreichen die Schlitten eine Geschwindigkeit bis 60 Stundenkilometer.
Zufällig haben wir vor zwei Tagen in Hanga Roa gesehen, wie sie verladen werden. Gigantische Teile. Kein Wunder, dass in allen Nachrichten von Tahiti bis Chile von diesem Rennen berichtet wird.
Ungefährlich ist der Wettkampf nicht. Eine echte Mutprobe für Verrückte. Bleibt der Strunk im Gras stecken, kommt es schon mal zu Überschlägen. Letztes Jahr soll das Rennen ausgefallen sein, weil der ewige Gewinner vergangener Jahre sich schwer verletzte.

Um überhaupt zum Krater kommen zu können, mieten wir uns ein Auto. Wir teilen uns das mit Ferry und Brigitte. Die Crew der Alrisha ist vor ein paar Tagen aus Galapagos angekommen.
Mit deutsch-österreichischer Pünktlichkeit sind wir bereits eine Stunde vor dem Start am Krater Maunga Pu’i. Die Rennstrecke ist mit Fähnchen markiert. Rechts und links davon dürfen sich die Zuschauer hinter einer unsichtbaren Linie am Hang verteilen.

Die Mittagssonne sticht. Die Insel-Profis haben Sonnenschirme und Eiskisten dabei. Die Feuerwehr steht bereit. Grills werden aufgebaut und aus Boxen kühle Melonen-Stücke verkauft. Die Veranstaltung ist gut besucht. Die ganze Insel ist auf den Beinen. Selbst nach 13.00 Uhr, der offiziellen Startzeit, strömen die Leute herbei. Dann trifft noch ein Krankenwagen ein.

Wir warten. Es wird 14:00 Uhr, dann 14:30. Einen Grund für die Verspätung erfahren wir nicht.
Endlich kommt Bewegung in die Truppe, die auf dem Gipfel steht. „Jetzt geht es los“, verkündet eine Lautsprecherstimme. Acht Schlittenfahrer werden aufgezählt.
Aber plötzlich wird nach ‚Ambulancia, Ambulancia‘ gerufen. Per stiller Post macht die Info die Runde, dass jemand einen Stein an den Kopf bekommen haben soll. Oben auf dem Gipfel. Uns kommt das spanisch vor. Aber der einzige Krankenwagen der Insel sammelt einen Verletzten auf und fährt davon. Per Lautsprecher hören wir, dass ohne Ambulanz das Rennen nicht gestartet wird.
Okay, wir warten weiter. Der Krankenwagen sollte in einer halben Stunde wieder zurück sein. Und richtig, jetzt kann es los gehen mit über zwei Stunden Verspätung.

Der erste Schlitten saust den Abhang runter. Davon bekommen wir nicht viel mit. Wir sind überrascht, der Startpunkt ist bei den Fähnchen auf der gegenüberliegenden Seite und alles geht sehr schnell. Wir warten auf den zweiten Schlitten. Diesmal wissen wir wohin wir schauen müssen. Da kommt er. Brettert den Abhang runter. Aber dann Tumult hinter den Fähnchen. Der Schlitten verschwindet in den Zuschauern, er scheint vom Weg abgekommen zu sein. Menschen laufen aufgeregt zusammen. Wieder hören wir ‚Ambulancia, Ambulancia‘.
Schnell spricht sich herum, dass eine Zuschauerin vom Schlitten getroffen worden sein soll. Die Sanitäter brauchen lange, um die Verletzte in den Wagen zu bringen, dann fährt der Krankenwagen davon. Der Lautsprecher verkündet: „Das Rennen ist abgebrochen.“

Ein kollektives Aufseufzen ertönt. Menschen sammeln ihre Sachen zusammen und traben den Hang hinunter. Die Betroffenheit ist spürbar, so hatte man sich den Sonntag nicht vorgestellt.
Wir stehen mit Ferry und Brigitte unschlüssig am Hang. Wir haben Zeit. So schnell kommen wir sowieso nicht mit dem Auto von dem Wiesen-Parkplatz.

Da entsteht erneut Tumult am Kratergipfel. Eine Fahne wird geschwungen. Die Aufpasser scheuchen schnell ein paar Zuschauer hinter die Absperrung. Und dann kommt auch schon der erste Schlitten angeschossen. Nein, das wollen die Jungs sich nicht nehmen lassen. Sie wollen heute und jetzt ihre Mutprobe. Zuviel Adrenalin hat sich aufgestaut. Das muss raus. Hier lässt sich heute keiner das Rutschen verbieten.
Ein Schlitten nach dem anderen braust den Abhang runter. Atemberaubend. Ein unglaubliche Show. Wie kann man so durchgeknallt sein? Bis zu fünfzig Zentimeter heben die Jungs von ihren Strunken ab. Sie klammern sich fest – bloß nicht den Halt verlieren.
Zwei Jungs fahren im 2er Bob. Übermütig. Tollkühn. Verrückt. Zu wagemutig? Der Hintermann steigt bei voller Fahrt ab. Macht einen Überschlag. Dreht zwei komplette Räder in der Luft. Er steht zum Glück sofort wieder auf.
Alle Schlitten-Fahrer bleiben unverletzt. Okay, ihre blauen Flecken wird man Morgen erst sehen.

Der 2er Schlitten

Der 2er Schlitten

 

 

Der Pilot

Der Pilot

Ein Wehmutstropfen dieses Spektakels ist die verletzte Zuschauerin. Wir könnte nichts über sie heraus finden. Hörten aber, dass sie nach dem Zusammenstoß bewegungslos liegen geblieben sein soll. Wir wünschen ihr alles Gute.
Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass dies das letzte ‚Haka Pei‘ gewesen sein könnte.

Rapanui Berufskleidung

Rapanui Berufskleidung

Bananen-Rennen

Fr., 08.Feb.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1713, 15.744 sm von HH

Ich kann nichts dafür. Die Jungs beim Bananen-Wettlauf tragen wieder nur ihre knappe Rapanui-Sport-Uniform. Um jeden Verdacht der einseitigen Berichterstattung im Keim zu ersticken, hier ein Foto des Damen-Teams. :mrgreen: Nicht der Rede wert.

Ganze Wagen-Ladungen von den knackigen Läufern werden zum Startpunkt gekarrt. Eine Augenweide. Die Eichung der Sportgeräte erfolgt mit der Machete. Ist eine Bananen-Staude noch zu schwer, werden einfach ein oder zwei Hände abgetrennt. Fertig.

Wettkampf-Teilnehmer im Sportdress

Wettkampf-Teilnehmer im Sportdress

Die Plastikfolie um die Bananen-Stauden ist doof. Ging doch früher auch ohne. Dabei ist man auf der Insel um Umweltschutz und Recycling sehr bemüht. Seit dem ersten Januar gibt es keine Plastiktüten mehr in den Läden und Schilder mahnen vor Umweltsünden. Während des Festivals stehen überall Plastikflaschen mit Sand gefüllt, in die Raucher ihre Zigarettenkippen werfen sollen.

An die Banane - fertig - los

An die Banane – fertig – los

Das Tapati-Festival ist ein einziger Wettkampf. Jeden Tag können wir uns eine andere Veranstaltung ansehen. Früher ging es darum, wer den größten Moai vor seinem Dorf stehen hatte. Heute gibt es Wettbewerbe im Schwimmen, Speer-Fischen, Kochen, Schnitzen, Blumenkränze binden und in der Herstellung der ursprünglichen Kleidung auf der Insel.

Als die ersten Polynesier die Osterinsel erreichten, fanden sie keine Säugetiere und somit keine Felle zur Kleider-Herstellung vor. Also wurde Stoff aus Blättern hergestellt. Die Blätter wurden auf einen Stein oder Stamm mit einem Knüppel und Wasser solange bearbeitet, bis sich die Zellulose zu einem festen Tuch vernetzte. Der Stoff ist so stabil, dass er heute sogar mit einer Nähmaschine verarbeitet werden kann.

Blumenkranz-Wettbewerb

Blumenkranz-Wettbewerb

Te Tau’a Rapa Nui

Sa., 02.Feb.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1704, 15.744 sm von HH

Von der ersten Veranstaltung von ‚Tapati‘ zu berichten, kann nur sexistisch enden. Freundinnen und Freunde von knackigen Männerärschen, hier geht was – :mrgreen: – da wird alles andere zur Nebensächlichkeit. Tradition…pfft. Kultur…unwichtig. Wir wollen die Popos sehen.

Ein schöner Rücken
Ein schöner Rücken…



Anlass für so viel Freizügigkeit ist der Insel-Triathlon: Te Tau’a Rapanui. Die Disziplinen sind im Südsee-Style. Zuerst werden Schilfkanus gepaddelt, dann Bananenstauden geschleppt und zuletzt muss liegend ein Schilf-Floß vorwärts bewegt werden. Der Clou dabei ist die sparsame, traditionelle Bekleidung der Herren. Einige mit Körperbemalung, viele mit Tattoos in der klassischen, polynesischen Art.

So sieht Südsee also aus auf der männlichen Seite
So sieht Südsee also aus auf der männlichen Seite
Schilfkanu paddeln
Schilfkanu paddeln
Wechselstation der Sportgeräte - von Kanu auf Banane
Wechselstation der Sportgeräte – von Kanu auf Banane



Die Kanus werden von Fischerbooten vor die Küste transportiert. Von dort kommen die Jungs in ihren selbstgebauten Kanus zurück in den Hafen gepaddelt. Jetzt, schnell, schnell an Land und sich zwei Bananenstauden geschnappt. Die sind wie bei einem Wasserträger zusammengebunden und werden auf den Schultern getragen. Nach der Bananen-Disziplin kommen die Athleten zurück und stürzen sich mit ihrem Schilf-Floß, was die Form einer Banane hat, wieder in die Fluten.

Ein echter Mann kann auch Blumenkranz tragen
Ein echter Mann kann auch Blumenkranz tragen
Für die Motive kann ich nichts ;-)
Für die Motive kann ich nichts ;-)
Dieser Teilnehmer bekommt als Trostpreis einen Waxing-Gutschein
Dieser Teilnehmer bekommt als Trostpreis einen Waxing-Gutschein



Diese Aufgabe dürfte die anstrengendste sein. Auf dem Bauch liegend geht es bis hinter die Brandungszone. Zwei Felsen vor dem Hafen sind die Wendemarke. Der Gewinner, ganz einfach, ist der erste, der mit seinem Floß wieder im Hafen ankommt. Platz zwei wird durch ein hartes Kopf an Kopf Rennen entschieden.

An der Brandungszone vorbei
An der Brandungszone vorbei
Echte Kämpfer auf dem Floß
Echte Kämpfer auf dem Floß



Eine große Gaudi. Viel Gelächter, Gejohle und Applaus begleiten die Teilnehmer. Dann werden die Damen angekündigt. Achim freut sich schon auf den Dress, hält Ausschau nach leichtbekleideten Südsee-Schönheiten. Aber nix da, April, April. Die Damen kommen züchtig in moderne Sportklamotten daher. Zum Teil sogar mit Leggings. :lol:
Dies bleibt ein Tag der Männer-Knackärsche.

Eine Küstenwanderung und ‚Tapati‘ in Vorbereitung

Mi., 30.Jan.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1704, 15.744 sm von HH

Unsere Eintrittskarte für den Nationalpark ist längst abgelaufen. Aber amerikanische Mitsegler, die es grad eine Woche auf der Insel ausgehalten haben, sind so nett und geben uns ihre noch gültige Karte bevor sie abreisen. :-) 
Somit haben wir Zutritt zum Küstenabschnitt östlich von Hanga Roa. Natürlich treffen wir noch einen Moai. Dieser hat die breite Nase und bullige Figur der frühen Moai. So langsam können wir sie gut auseinander halten.

Moai der älteren Generation - noch mit breiter Nase und relativ klein
Moai der älteren Generation – noch mit breiter Nase und relativ klein



Zwei Höhlen in hohlen Lava-Röhren liegen ebenfalls auf dem Weg. Diese wurden früher für Zeremonien-Zwecke und als Wohnbehausung genutzt. Ansonsten besticht unsere Wanderung durch die Landschaft. Baumlos. Schattenlos. Die Sonne brennt. Wir sind früh unterwegs und treffen auf dem Hinweg nur auf die halbwilden Pferde und ein paar Kühe, die versuchen zwischen den Binsen etwas Futter zu finden.

Baumloses Rapa Nui mit Binsen in voller Blüte
Baumloses Rapa Nui mit Binsen in voller Blüte
Der letzte seiner Art
Der letzte seiner Art
Höhleneingang in eine Lava-Röhre
Höhleneingang in eine Lava-Röhre

Nachmittags wird es arg heiß, wir haben einen windlosen Tag erwischt. Nach fünf Stunden kommen wir ausgedörrt nach Hanga Roa zurück.
Es wird von Tag zu Tag wärmer auf der Insel. Wir gehen auf den Hochsommer zu. Nachmittags sind es locker dreißig Grad. Die täglichen zwei, drei Regenschauer der ersten vierzehn Tage sind verschwunden. Bestes Wetter jeden Tag. Nachts kühlt es ab, so auf 18 Grad, dass man prima schlafen kann. Das Wasser ist ebenfalls um 1,5 Grad gestiegen und hat jetzt knapp 26 Grad. Perfekte Bedingungen. Da kann ‚Tapati‘ kommen.

Tapati ist eine jährlich stattfindende zweiwöchige Feierlichkeit. Das Fest gibt es seit den 60er Jahren und wird für die Rapanui zur Aufrechterhaltung ihrer Kultur und von Traditionen veranstaltet. Tanz, Folklore, Wettkämpfe, Körperbemalung und Kulinarisches stehen auf dem Programm. Ein Fest für die Einheimischen, nicht für Touristen. Wir sind aber ebenso herzlich willkommen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Für die Anwohner vom etwas weitläufigen Hanga Roa (ca. 6000 Einwohner) wurden drei Busrouten eingerichtet, die kostenlos die ganze Nacht genutzt werden können. Für uns ist das nicht so wichtig. Die Bühne wird gerade direkt gegenüber von unserem Ankerplatz aufgebaut. Wir brauchen nur fünf Minuten zu Fuß gehen, wenn wir mit dem Dinghy angelandet sind. Wir sind gespannt, was wir da die nächsten zwei Wochen geboten bekommen.

Lavaküste ohne Strand und ohne Landemöglichkeit mit dem Dinghy
Lavaküste ohne Strand und ohne Landemöglichkeit mit dem Dinghy