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Die Suche nach Gas
Auf Alderney hatte ich erwartungsgemäß keinen Erfolg, eine passende Flasche zu finden. Man war dort der Meinung, dass das auf Guernsey einfacher wäre. Also führte mich mein erster Weg zum Yachtservice am Hafen und tatsächlich stand dort eine Butanflasche, die mit meinem Adapterset harmonierte. Leider wollte man mir die Flasche aber nicht verkaufen, da Gas nur im Austauch abgegeben würde. Man gab mir aber die Adresse einer Tankstelle oben auf dem Hügel. Ich also den Berg rauf…..um dann an dieser Tanke zu erfahren, dass sie noch nie Gas verkauft haben. Nachmittags dann wieder zum Yachthöker, um vielleicht doch die Flasche zu bekommen. Statt der Flasche bekam ich aber nur den Tipp, einen Laden im Inland aufzusuchen. Wir haben dann eine Fahrradtour dorthin gemacht, um dann auch dort kein Gas zu bekommen. Man gab uns den Tipp, zum Energy Center zu fahren. Gesagt – getan….nein, auch hier gab es kein Gas für uns. Allerdings waren die Leute sicher, dass es ganz oben auf dem Hügel eine Tanke gäbe, wo wir Flaschen bekommen könnten. Mit letzter Kraft erreichte ich die Tankstelle und dort stand sie…. Natürlich habe ich das Baby sofort gekauft, notdürftig auf dem Gepäckträger befestigt und dann den steilen Weg zurück nach unten zum Hafen angetreten. Die Flasche erkauft uns weitere 6 Wochen warme Küche. Wir lernen auf jeden Fall gerade, das Vieles, was einst selbstverständlich war, für uns nun bedeutet die Extra Meile zu gehen.
Alderney race
Wir sind heute Morgen pünktlich um 6:30 losgekommen und hatten genau den Wind und Wetter, wie es vorhergesagt war: etwas Regen, Windstärke 3, genau gegen an.
Der Wind frischte nach 2 Stunden Fahrt auf Stärke 4 auf.
Und dann passierte das, was ich gestern schon erwähnte: es stand der Strom (in der Spitze etwas über 5 kn) gegen den Wind. Das Meer hat sich total unnormal verhalten, total spooky.
Die Wasseroberfläche hatte Halbfussballfeld große Flächen, die total glattgezogen waren, als ob eine Ölschicht auf ihr schwämme. Gleich daneben Flächen, mit kleinsten Miniwellen, ähnlich als ob starker Regen in eine Pfütze prasselt.
Alle Felder wechseln total unruhig ihr Aussehen, es bilden sich kleine Oberflächen-Wellen, die gegen den Wind laufen und über das ganze legte sich, aus dem Nichts, eine Welle, kapp einen Meter hoch, die uns wiederum entgegen kam.
Nach 30 Minuten war der Spuk, fast von jetzt auf sofort, vorbei und das Meer hörte auf zu kochen. Wir sind uns einig, dass wir so etwas auf keinen Fall bei 2 oder 3 Knoten mehr Strom und noch kräftigerem Wind erleben wollen. So war das schon unheimlich genug…
Um 10:30 haben wir dann bei strahlendem Sonnenschein wohlbehalten Alderney erreicht.
Wie hübsch, ist das erste was man denkt, wenn man in die von spitzen Felsen und Sandstränden gesäumte Bucht einläuft.
Hier gibt es keine Stege, sondern man macht an, in der Bucht am Boden verankerten, Bojen fest. Wenn die Anreise nicht schon etwas weltreisendes hatte, so vermittelt einem spätestens diese Art des Parkens, dass wir auf großer Tour sind…
Und wir müssen das erste Mal einklarieren, denn die Kanalinseln gehören nicht zu Scheng. Nach einem kurzen Mittagessen, haben wir unser Dinghi (Beiboot, in unseren Fall ein Schlauchboot) klar gemacht, um an Land zu kommen. Ein netter Ort, gar nicht mehr französisch, was sich leider auch in den Supermärkten bemerkbar macht. Ich hatte mir schon so etwas gedacht und wir sind mit französischen Köstlichkeiten eingedeckt ![]()
Heute Abend geht es dann mit Willi und Hanne zum Fußball gucken. Die beiden haben bereits in Cherbourg neben ins gelegen, sind super nett und wir haben schon einen feucht fröhlichen Abend miteinander verbracht. … kleine Korrektur zum Bericht von gestern, der Tidenhub beträgt hier max. 7 m! Meine Quelle war falsch!
Fussballfest mit und bei den Franzosen
Wir machten uns am 4 Juli auf, um eine Kneipe zu finden, in der das Spiel Deutschland gegen Frankreich gezeigt würde. Unterwegs kamen uns aber viele Leute entgegen, die eindeutig zum Public Viewing wollten. Also sind wir hinterher gegangen und siehe da, in der Nähe des Hafens war eine Leinwand aufgebaut und es versammelten sich bereits ein paar Hundert Fans (alle in Blau….), um das Spiel zu sehen. Als dann die Hymnen gespielt wurden, stimmte der Großteil der Anwesenden lautstark ein. Bei Deutschen Hymne blieb es allerdings ruhig. Die Begeisterung nahm genau genommen auch nicht wirklich zu, nachdem das Tor gefallen war. Außer vielleicht bei den beiden Deutschen, die quasi inkognito mitten drin saßen. Es war schon etwas eigenartig, dass es bei einem Tor der Deutschen Mannschaft bei einem Viertelfinale totenstill war.
Als das Spiel dann beendet war kannte die Freude keine Grenzen mehr… wenn auch nur bei 2 Leuten. Der Rest machte einen etwas bedröppelten Eindruck und somit war auch der Platz relativ schnell leer. Was für die Engländer stimmt, sollte man perspektivisch auch für die Franzosen einführen:
Deutschland spielt gegen Frankreich …und Deutschland gewinnt.
Das war leider nix
was dort gestern auf der Bühne stattgefunden hat.
Der erste Auftritt war für mich typisch französisch, etwas anstrengendes und bemüht ausdrucksvolles Gesinge. Dann hatten wir uns bei der zweiten Band (The Linskies) auf fiese Punk-Gitarren-Riffs gefreut und was war? Gitarristen, zwar ambitioniert, aber rotten schlecht und ein pummeliger Leadsänger mit Popperfrisur in weißem Hemd mit Möwen drauf. Das konnte man deshalb so gut erkennen, weil genug Platz vor der Bühne war, um ganz nach vorne zu kommen.
Punk war mal anders… Gleich gehen wir, aus Sicherheitsgründen als Engländer verkleidet, Fußball gucken – wir müssen dann nur noch aufpassen an den richtigen Stellen zu jubeln.



