San Blas – Ein Blick hinter die Postkarten-Idylle

Mi., 03.01.2018, Panama/Puerto Lindo, Tag 1313, 12.374 sm von HH

In einem muss man der Dumpfbacke Donald Trump Recht geben: Die Klimaerwärmung kann man komplett ignorieren. Daran wird die Menschheit nicht zu Grunde gehen, sondern wir werden in unserem eigenen Plastik ersticken.

Über verdreckte Strände sind wir ja schon häufiger gestolpert.
Aber in dieser unwirklichen Schönheit der San Blas Inseln fällt der Müll zehnfach auf. Es treibt einem die Tränen der Verzweiflung in die Augen.

Eine unserer Weihnachts-Inseln in Coco Bandero vom Masttop fotografiert: schöne, heile Welt.

Himmlischer Strand von oben

Himmlischer Strand von oben

Die Realität sieht leider so aus.

Die Realität

Die Realität

 

Ein beliebiger Ankerplatz in den Lemmon Cays. Von Land betrachtet werden hier Segler-Träume war.

Ankerplatz geschönt

Ankerplatz geschönt

Die Realität sieht leider so aus.
Alle auf dem Foto sichtbaren Müll-Teile habe ich eingekreist. Dazu kommen noch die Kleinstteile und die knapp unter der Wasseroberfläche schwimmenden.

Vorbei treibender Müll am Ankerplatz

Vorbei treibender Müll am Ankerplatz

 

Die Küste von Panama bei Nargana.
Hinter den Inseln beginnen die Mangroven. Unberührte Natur. Endlose Kilometer Urwald liegen hinter den Mangroven. Unbewohnt. Unberührt.

Küstensaum von Panama

Küstensaum von Panama

Die Realität!

Müll ohne Ende in den Mangroven

Müll ohne Ende in den Mangroven

 

Stop plastic now

Jeder von uns kann, sollte und muss sein eigenes Verhalten ändern. Dringend. Das neue Jahr ist doch ein guter Zeitpunkt dafür.
Jeder nicht benutzte Strohhalm ist ein guter Strohhalm.
Jeder nicht getrunkene ‚Coffee to go‘ aus dem Plastikbecher ist ein guter Kaffee.
Kein Plastikbesteck mehr, kein Essen aus Styropor-Boxen, keine Geschenkpapier-Folien mehr, keine unsinnigen Tüten am Gemüsestand mehr.
Und Wasser, Joghurt und Milch schmecken aus Glasflaschen sowieso viel besser. Es gibt hunderte Beispiele mit denen jeder sofort beginnen kann.

Und keine Ausreden mehr: „es ist ja nicht mein Müll, der dort in den Mangroven steckt“.
Doch, ist es unser aller Müll. Es geht uns alle an.
„Sollen doch die anderen erst mal anfangen“. Die ‚anderen‘ haben bereits angefangen.
Ausgerechnet einige der ärmsten Länder haben bereits ein Plastiktüten-Verbot ausgesprochen: Ruanda, Tansania, Papua-Neuguinea, Marokko, Malawi und Bangladesch.
Viele Länder erheben Abgaben auf Tüten. Das ist ein guter Anfang und die Erkenntnis, dass etwas geschehen muss, greift rasant um sich.
Sogar in den USA haben einige Bundesstaaten ein Plastik-Tüten-Verbot eingeführt.

Unsere Enkel und Urenkel haben einen Anspruch darauf Fische ohne Mikroplastik essen zu können und solche Strände sehen zu dürfen.
Fangen wir alle sofort an.

Der perfekte Strand

 

 

6 Gedanken zu „San Blas – Ein Blick hinter die Postkarten-Idylle

  1. Andrea

    Ich bin nicht sicher, ob es jedem Leser klar ist, dass dies nicht ein hausgemachtes Problem der Kunas ist, sondern ein Problem, das die Karibikanrainer, vor allem USA Festland, Mexiko, Puerto Rico etc. der Küste von Panamá bescheren, quasi ein Problem der Topografie am Ende einer Nebenmeer-Sackgasse. Man muss mal ein paar der Flaschen und Flipflops aufheben, um zu sehen, woher die kommen.
    Ich denke, wir Segler sollten uns in solchen Gegenden mit Sammelsäcken ausrüsten.

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  2. Sabine

    Liebe Andrea,
    es stimmt, der allermeiste Müll wird den Kuna aus anderen Ländern in ihre Sackgasse gespült. Die Säcke in den Mangroven stopfen die Kuna allerdings selber dort hinein. Auch sie haben, wie wir alle, eine Verantwortung.

    Mit Säcken Müll zu sammeln, ist sinnlos. Es ist zuviel Müll. Was uns Seglern bleibt, ist das Zeug zu verbrennen. Mit zu wenig Hitze schadstoff-intensiven Gestank erzeugend, der abends über der Bucht hängt.
    Ein gutes Gefühl erzeugt das auch nicht.

    Es gibt nur eine Lösung: stop plastic now!
    Und das gilt für jeden einzelnen Menschen, ob arm, reich, Deutscher oder Kuna.

    Viele Grüsse,
    Sabine

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  3. Judith belling

    Hallo Sabine
    Ich kann Dir nur Recht geben. Ich habe schon vor Jahren den Film Plastic Planet gesehen und war schon damals sehr entsetzt. Seitdem versuche ich Plastik so gut es geht zu vermeiden. Habe in meinem Haushalt bereits lange auf Glas umgestellt. Leider werden uns zu wenig dieser Bilder, die Du gemacht hast gezeigt. Und wir sind so gestrickt, das was wir nicht sehen gibt es nicht. Es werden zwar in regelmäßigen Abständen Reportagen gezeigt, aber nichts davon in den ’normalen‘ Nachrichten ! Die letzte Reportage, die ich gesehen habe, hat auch gezeigt, daß in günstigen Cremen, Dusch- und Badezusätzen, Nanomikroplastikteile verwendet werden ! Ich finde es toll, daß Du auch solche Bilder machst, auch wenn diese nicht von der ganzen Welt gesehen werden, ist es genau wie Du schreibst: jeder einzelne von uns kann für sich etwas tun.
    Leider hängt soviel an der Plastikindustrie, daß die Politik da nicht so aktiv wird, wie bei vielen anderen Dingen. Ich wünsche Euch trotzdem weiterhin eine gute Fahrt und sehe mir sehr gerne weiter Deine Berichte an. Liebe Grüße von Jule

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  4. Wolfgang

    Ihr habt soo recht! Die Industrie Nationen, die in erster Linie dieses Plastik herstellen, hätten das Geld Meeres Staubsauger zu Bauen und einzusetzen. Ideen dafür gibt es und im Kleinen / Häfen, funktioniert das schon.
    Währen die Regierungen nicht so abhängig von diesen Industrien, könnten sie die Hersteller dazu zwingen, etwas dagegen zu Unternehmen.
    Wäre ein leichtes ein paar Großschiffe dieser Art zu Bauen. Geld genug gibt´s auf dieser Welt. Aber eben, der Zwang fehlt!

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  5. Ralph Thomas

    Hallo Sabine,
    Wir haben die gleichen Beobachtungen hier auf den Bahamas gemacht. Alle Strände welche zum Atlantik hin offen sind, sind von Plastik Müll übersäht. Das ganz große Problem der Menschen ist ihre Dummheit. So haben wir auf unserer Rundreise durch den Süden der USA in keinem einzigen Hotel zum Frühstück etwas anderes als Plastik Geschirr bzw. Plastik Besteck bekommen. Eine Familie mit 3 Kindern erzeugt nur beim Frühstück eine volle Mülltüte von 20 Litern. Hier auf den Bahamas trinkt jeder Urlauber, genau wie auch auf den BVIs, seinen Rumpunsch für 9 Dollar aus einem Plastikbecher.
    Wenn wir in unserer Marina in Georgia zum abendlichen Umtrunk unsere Gläser mitgenommen haben würden wir von der versammelten Seglergemeinschaft wie Aliens bestaunt. Solche Beispiele könnte ich noch unendlich viele aufzählen. Das traurige ist, dass sich mit der Vermeidung von Müll kein Geld verdienen lässt und somit auch kein Aktionär vor Freude an die Decke springt.
    Vielen Dank für deine Bilder und viel Spaß im Pazifik!

    LG, Ralph

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  6. Elke

    Sicherlich hilft jedes vermiedene Stück Plastik. Und wir bemühen uns redlich, nehmen noch nicht mal unsere Einkäufe in den Plastiktüten (obwohl wir die immer als Mülltuten wieder verwendet haben). Doch wenn man sieht, wie sorglos hier mit Plastik umgegangen wird und was alles doppelt und dreifach in Plaste gepackt wird. Die unendlich vielen „Tinto’s“ (starker Kaffee) in den kleinen Plastikbechern – hopp und ex. Essen im Restaurant gibt es auf vielen Karibikinseln im Styroporpack. Glasflaschen sind hier in der Karibik die Ausnahme, Bier in Dosen preiswerter (vielleicht ein Grund, warum ich eher Wein und den aus Glasflaschen trinke)??). Und achtet mal auf euren Flügen darauf, was da auf dem Tablett alles aus Plastik, Folie etc. ist! Es ist wahrlich Zeit, umzudenken, handelnd mit gutem Beispiel voran zu gehen. Manchmal fühle ich mich dabei aber wie Don Quijote beim Kampf gegen die Windmühlenflügel.

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