Wir sind pleite

Mo., 13. Jun.16, Carriacou/Tyrrel Bay, Tag 744, 6.552 sm von HH

Pleite mit Käse, Wurst und Speck.
Die ganzen Köstlichkeiten, gebunkert in Martinique, gehören der Vergangenheit an.
Ade, Serano-Schinken, good bye luftgetrocknete Salami aus Spanien.
Kein Maasdamer mehr, kein Havati, null Camembert. Selbst Leberwurst in Gläsern, noch aus Las Palma, ist aufgebraucht. Das letzte Glas gar verschenkt.

Nur ein paar kümmerliche Schafskäsewürfel, eingelegt in Öl, haben noch überlebt.
Nachkaufen auf den Grenadinen? Kannst Du komplett vergessen.
Manchmal gibt es Emmentaler, ein 250g Stück kostet dann 12,50 EUR.
Ansonsten beschränkt sich das Angebot auf Cheddar. Als ob Cheddar nicht schon fragwürdig genug ist, haben sie dann noch das erfunden: analog Cheddar

Wir haben fast immer selbstgebackenes Misch-Grau-Brot zum Frühstück.
Mit Sonnenblumenkernen, Sesam oder Kürbiskernen (die kann man tatsächlich hier nachkaufen).
Und stehen beide nicht so sehr auf Süßes zum Frühstück. Mal Nutella (gibt’s hier auch nicht) oder Marmelade ist okay, aber nicht auf Dauer.

Herzhafte Alternativen müssen her.
Tomatenbrot, sehr gut.
Mit Humus (Kichererbsen-Mus) drunter, noch besser.
Guacamole zur Zeit nicht machbar, gibt grad keine Avocados.
Aus Sour Creme (das einzige Milchprodukt, außer Butter) hab ich schon eine Art Zaziki gemacht, geht ganz gut.
Thunfisch-Salat ist uns zum Frühstück etwas heftig….
Bananen-Brot als halbsüße Alternative gab’s auch schon.

Und gebratene Hähnchenbrust vom Vortag. Hähnchenbrust und Hack sind so ziemlich die einzigen Fleisch-Sorten, die man hier bekommt. Manchmal kleine Hähnchenkeulen (noch nicht getestet) und oft Packungen mit undefinierbarem Inhalt. Oder Hühnerfüsse.
Alles tiefgefroren, versteht sich.

Ich hab mal Hack versucht. Das hat eine Konsistenz von Fleischbrät, so oft wurde das durch den Wolf gehauen. Klopse kann man einigermaßen davon braten, aber richtig gut ist das nicht.

Leider gibt es  selten genug Fisch. Ab und an kommt ein Boat-Boy vorbei, nur nicht oft genug.
Fischmärkte scheinen einer Vergangenheit anzugehören.
Die meisten Inseln haben sowas nicht. Auf Carriacou haben wir noch gar keinen Fisch gesehen.

Zwei Gläser mit selbst eingekochtem Huhn und Hack haben wir noch, dann sind wir auch in dieser Hinsicht beet. Die Hoffnung liegt in Grenada.
Dort soll es Supermärkte geben, die haben fünf Sorten Philadelphia. :mrgreen:

Bis dahin kommen wir gut mit unseren Konserven und Trocken-Vorräten klar.
Eine gewisse Auswahl an Frischem ist ebenfalls verfügbar: Kohl, Möhren, Bananen, Mangos, Gurken, Salat. Die Basics, wie Zwiebeln, Knoblauch und Süßkartoffeln sowieso.

Uns somit gibt es auf einmal  Original Hamburger Labskaus an Bord.
Mit Gewürzgurken und Rote Bete. :shock:

Trotzdem, hat noch jemand gute Ideen, was es als herzhaften Brotaufstrich geben könnte? Lieben Dank für alle Vorschläge.

4 Gedanken zu „Wir sind pleite

  1. Beate

    Moin,
    Unsere „Brotaufstriche“ waren exakt die gleichen wie Eure. Aber Fisch gibt es! In Hillsborough gibt es eine kleine Fischhalle mit ständig wechselndem frischen Fisch. Mainstreet Richtung Kirche auf der rechten Seite ( Seeseite). Außerdem kommt da noch ein richtiger Gemüseladen mit grünen Bohnen und Blumenkohl und sowas.
    Guten Appetit

    Antworten
    1. Sabine

      …dann auf nach Hillsborough!
      Grüne Bohnen aus dem Glas sind einfach nicht das gleiche wie frische. Nur der Blumenkohl bekommt kein neues Heim und bleibt wo er ist, sehr unbeliebt an Bord.
      lg

      Antworten
  2. Regina Ahrens

    probiert es doch mal mit einer Thunfisch Rillettes:
    1 Dose Thunfisch
    1 Tomate, entkernt und kleingehackt
    1 El Creme fraiche oder Mayonaise o.ä.
    1 feingehackte Zwiebel oder Frühlingszwiebeln
    1 El Zitronensaft
    Kräuter falls man hat
    Salz und Pfeffer zum Abschmecken
    Alles mit einander vermischen.

    Wir haben übrigens seit der Atlantiküberquerung unser Frühstücksritual radikal geändert von Brot und Käse und Wurst zu Haferflocken mit Milch und Obst. Das hält sehr lange satt, man muss in der Wärme kein Brot backen und die Zutaten sind gerade auf den englisch beinflussten Inseln immer zu haben.
    Guten Appetit wünscht die Crew der Jasina (z.Zt. Guadeloupe im Paradies von Käse, Wurst und Baguette)

    Antworten
    1. Sabine

      Liebe Regina,
      vielen Dank für Dein Rezept, gibt’s gleich Morgen früh mit einer ‚wenig-Thunfisch-Variante‘.
      Lecker!
      Müsli und Haferflocken kann ich ganz gut essen, sogar Pulvermilch finde ich okay.
      Nach ein paar Tagen, wird mir das dann aber zu gesund…
      Und Achim verweigert diesen Ersatz, wenn mal kein Brot da ist, fast immer. Dann gibt es meistens Ei. ;-)
      Viele Grüsse nach Guadeloupe, vielleicht treffen wir uns ja mal persönlch. :-)
      lg

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