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Gibb River Road – wir kommen!

08.06.24,  Australien/WA/Broome, Tag 191 Roadtrip, 13.686 km total

Selbst  für Australische Verhältnisse gilt die Gibb River Road als schwierig. „Leben prägendes Abenteuer“ oder „kultigste Schotterpiste Australiens“ lauten die Hinweise. Die ‚Dirt Road‘ ist 660 Kilometer lang und war früher eine Route auf der Rinder getrieben wurden. Während der Regenzeit ist die Straße nicht passierbar und gesperrt. Ein später Regen vor zwei Wochen hat alles durcheinander gewürfelt. Ein paar Flüsse stehen noch 40 Zentimeter hoch auf dem Fahrweg. Trotzdem, die Gibb ist als machbar deklariert. Vierradantrieb ist Pflicht.

Die Abzweigungen der Road führen zu den Hauptattraktionen: Schluchten, Wasserfälle und Wildbäche mit Krokodilen. Nimmt man alle Nebenstrecken mit, so kann man die zu fahrenden Kilometer leicht mehr als verdoppeln. Es gibt einfache Campingplätze und drei, vier Stationen an denen wir Wasser und Diesel nachbunkern können. Vielleicht kann man dort auch ein Brot ergattern.
Wir haben zehn bis vierzehn Tage für die Gibb geplant. Das Auto ist bis unters Dach mit Essen für diese lange Zeit vollgestopft. Eine kleine Herausforderung. Wie einfach ist dagegen eine Atlantik-Überquerung zu organisieren? Unser Kühlschrank an Bord ist doppelt so groß und vom Stauraum brauchen wir gar nicht erst sprechen.
Morgen geht es los. Internet ist Mangelware unterwegs, so dass es sein kann, dass wir uns erst in zwei Wochen wieder melden können. Bleibt dran! :-)

Gibb River Road in blau. Der asphaltierte Highway Richtung Osten ist die rote Linie. foto credit: mounthart.com.au

 

In den letzten sieben Tagen konnten wir uns wieder eingewöhnen. Allerdings hat die Rückkehr nach Broome überraschende Veränderungen parat. Bei der Abfahrt mussten wir uns noch im Pool abkühlen und hatten vier Wasserflaschen am Start, die wir abwechselnd im Camp-Gefrierschrank durchfrieren lassen haben. Jetzt-ist-es-plötzlich-bitter-kalt. Gefühlte 9 Grad, berichtet ‚Broome Weather‘.

Die Matratze vom Dachzelt (luxuriöse 3 cm) liegt auf einer Metallplatte. Achim steckt als Mumie in seinem Schlafsack. Wolldecke zusätzlich oben drauf. Ich mag so eingesperrt nicht schlafen und benutze den Schlafsack nur als Decke. Dann kann ich ein jederzeit ein Bein raus strecken und etwas überschüssige Hitze ableiten.
Das geht jetzt nicht mehr – die Kälte von unten kriecht in die Knochen. Da wir jetzt zwei Wolldecken haben (vorausschauend eine aus DE mitgebracht), können wir die alte Decke großzügig als Unterlage verwenden. Dazu passt Ski-Unterwäsche statt dünnen Pyjama. Das reicht zunächst. Prima.  Wir brauchen unbedingt Schafsfelle, so die Idee. Der Winter hat ja noch nicht einmal begonnen. Aber wo bekommt man in einem Kontinent mit 125 Millionen lebend Schafen die Felle her? Bisher haben wir erst zweimal einen Shop gesehen, der welche verkauft.

Kleinstadt Broome – sehr touristisch, aber gemütlich und hübsch im Zentrum. Die Touris kommen massenweise eingeflogen.

Der Anfang vom Cable Beach – trotz gebuchten Campingplätzen ist es nahezu leer am Strand.

Tagsüber ist es noch immer sommerlich warm. Aber die Tage sind kurz und die Sonne steht tief. Der Winter ist nah.

Cable-Beach in Broome. der hat seinen Namen, weil von Broome aus das erste Telegrafenkabel von Nordwest Australien nach Indonesien (Java) verlegt wurde.

Broome und die nördlich liegende Halbinsel Dampier punkten mit Farb-Explosionen.

So sieht die Küste von oben aus. Abfotografiert in einem Shop im Zentrum foto credit: yanè.com.au

Spektakuläre Farben. Nicht die eigene Drohne, sondern nur Bilder in einem Shop. Macht nichts, Landschaft mit der Drohne fotografiert, hat man ja auch nie mit den eigenen Augen gesehen.

Die zweite Veränderung ist der gefüllte Campingplatz. Vor fünf Wochen war der nur ein Viertel belegt, jetzt heißt es ‚fully booked‘ – ausgebucht bis auf den letzten Platz. Die Hauptsaison im Norden hat begonnen. Achtzig Prozent sind die berühmten ‚grauen Nomaden‘. Rentner, die mir ihrem Wohnwagen um die Insel reisen. Dachzelte gibt es praktisch keine mehr zu sehen.
Mal schauen, wie sich das auf der Gibb River Road ändern wird. Dort mit dem Wohnwagen zu fahren, mag nicht jeder.

Broome Campground – fast komplett ausgebucht

Dieser kleine Laubfrosch wohnt auf dem Campingplatz im Abfluss von der Wäscherei. Zusammen mit seinen drei Freunden.

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