Danke!

So., 06.Jan.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1680, 15.744 sm von HH

Mit dem halb reparierten Außenborder kommen wir jetzt ganz gut zurecht und das bringt ein wenig Ruhe in den Laden. Ruhe und Muße im Internet-Café zu sitzen und Eure ganzen Kommentare, Mails und Gästebucheinträge zu lesen. Vielen Dank, dass Ihr unsere Überfahrt so mitfühlend verfolgt habt. Ihr habt die Klickzahlen zum Explodieren gebracht. Wow! Vielen Dank für jeden einzelnen Eintrag und jede Anmerkung. Es freut mich riesig zu lesen, dass ich Euch den Morgenkaffee versüßen kann. :-)

Gerne würde ich auf jeden Kommentar einzeln antworten, aber aufgrund der Fülle an Post und dazu das schwache Internet: das schaffe ich leider nicht. Daher hier ein kollektives fettes Dankeschön an Euch alle.

Wir haben das erste Mal seit tausend Monden kein Internet an Bord. Daran muss man sich auch erst mal gewöhnen. Blogeinträge mit Bildern muss ich jetzt an Bord vorbereiten und kann sie erst an Land veröffentlichen. Im Schneckentempo laden Fotos hoch, genau das richtige für meinen Geduldsfaden. Und es gibt auch nicht jeden Tag Internet… oder nicht fürs Handy… oder, oder, oder.
Leider funktioniert es mit dem bloggen per Funk auch nicht mehr so richtig gut. Bereits die letzten Tage auf See hatte Achim Probleme. Er findet noch einen einzigen Partner zum Verbinden. Und der sitzt in Costa Rica. Viertausend Kilometer entfernt.

Wir merken nun doch, dass wir uns am Arm der Heide befinden. Aber es ist wunderschön hier. Die Hibiskus-Blüten sind groß wie Essteller und von Bord aus können wir die ersten Moais sehen. Die drehen uns geheimnisvoll, wie es ihre Art ist, den Rücken zu. Berichte und Bilder folgen.

Versprochen. P.S. Ein paar Bilder von der Überfahrt habe ich zwei Berichte weiter unten eingefügt.


Moai von hinten
Moai von hinten
Hibiskus – groß wie eine Diskus-Scheibe

Vergaser Versager

Mi. bis Sa., 02.bis 05.Jan.19, Süd-Pazifik, Tag 1676-9, 15.744 sm von HH

Tag1: „Paddel als ob es um dein Leben geht“, schreit Achim mir zu. Ich gebe alles. Aber wir kommen Atanga nicht einen Meter näher. Wir sitzen zusammen in unserem Dinghy und benutzen die Riemen als Stechpaddel. Zwanzig Knoten Wind fegen über uns hinweg. Das Mutterschiff ist unerreichbar. Es sind nur lächerliche fünfundzwanzig Meter, aber wir stehen auf der Stelle. „Ich schwimme hin, kletter an Bord und werf dir eine Leine zu“, schlage ich zwischen zwei Stößen vor. „Keine gute Idee, die Badeleiter ist oben, du kommst nicht an Bord.“ Hinter uns kommt nur Wasser. Nächster Stopp Pitcairn, tausend Meilen entfernt. Es würde uns schon jemand finden, überlege ich so, während mir die Kraft ausgeht. Wir haben die Hand-Funke dabei und draußen fahren immer ein paar Fischer entlang. Da naht Hilfe herbei. Scottsman von der ‚Cool Change‘ ***hat uns gesehen. Es geht doch nichts über die Segler-Gemeinschaft. Einer passt immer auf.

Drei Minuten später sind wir sicher an Bord. Ich habe die Nase gestrichen voll. Der Tag fing schon bescheiden an. Am zweiten Morgen nach unserer Ankunft wollen wir etwas anderes als Wasser sehen. Ein ausgedehnter Landgang ist nicht geplant, wir wollen dem Anker noch etwas mehr Zeit geben, sich festzusetzen. Aber ein Blick in den ‚Hafen‘, den wollen wir uns gönnen.
Das Dinghy dümpelt im Wasser, der Motor ist montiert, ein Probelauf ist gemacht. Ich sitze erwartungsvoll vorne im Bug vom Dinghy. Der Motor stirbt, noch bevor ich die Leine losgetüttelt habe. „Klingt abgesoffen“, findet Achim. Alle Versuche den Motor erneut zu starten, schlagen fehl.

Er baut den Vergaser aus, reinigt, pustet und guckt wissenschaftlich. Eine halbe Stunde später höre ich den Motor brummen. „Kommst du?“ Schnell springe ich ins Dinghy. „Ich bleibe erst mal in der Nähe von Atanga.“ „Gute Idee, Skipper.“ Der Motor stirbt. „Klingt abgesoffen!“ Jedes Mal, wenn Achim etwas Gas zurück nimmt, füllt sich der Vergaser mit Sprit und säuft ab. Wir treiben direkt auf Atanga zu. Achim gibt mit den Riemen nur ein wenig Stützruder.

Das Cockpit wird erneut zur Werkstatt. Der Vergaser bekommt aus dem Reparatur-Kid eine neue Nadel und einen neuen Schwimmer.

Skipper gibt alles
Skipper gibt alles

Der Motor schnurrt wie ein Kätzchen. „Komm, wir versuchen es noch einmal“, fordert Achim mich auf. Nach ein paar gut funktionierenden Sicherheits-Schleifen um Atanga verrecken wir auf halber Strecke zum Hafen. „Klingt abgesoffen.“ Na, den Spruch kenne ich nun bereits. Achim beginnt zu rudern, aber das kann man bei unserem Schlauchboot und Wind komplett vergessen. Damit schaffen wir kaum einen Meter vorwärts. Die Stechpaddel-Methode kommt zum ersten Mal zum Einsatz. Mit Ach und Krach schaffen wir es, nicht vertrieben zu werden und erreichen Atanga.

Erneut liegt der Vergaser auf den OP-Tisch. Sogar ich werde zu Rate gezogen, ob ich an dem Ventil, dass von der neuen Nadel geschlossen wird, etwas erkennen kann. Nö, sieht gut aus. Beide schauen wir wissenschaftlich in das Gerät. Achim pustet, fummelt, probiert und baut den Vergaser erneut ein. „Jetzt aber“, freut sich der Skipper. Im Standgas läuft der Außenborder eine Viertelstunde neben dem Schiff. Achim dreht etliche Ehrenrunden, dann versuchen wir es noch einmal gemeinsam. Und, oh Wunder, wir kommen bis zu Hafen. Ein kurzer Blick und Orientierung, wie das hier wohl laufen mag und ein Schwätzchen mit unseren schwedischen Nachbarn. Der Außenborder springt danach problemlos an und wir düsen zum Schiff zurück. Hundert Meter davor säuft der Motor ab. Wir stechpaddeln bis Scottsman zur Hilfe eilt.

Tag2: „Mir reicht es“, lässt Achim mich wissen, „ich tausche jetzt noch alle Membranen und Dichtungen, die sich im Reparatur-Set befinden.“ Gesagt, getan und von Erfolg gekrönt. Achim düst durchs Ankerfeld, mit viel Gas, mit wenig Gas, alles super. Kurz bevor er stolz die ‚Cool Change‘ erreicht, ist der Ofen wieder aus. Allgemeine männliche Ratlosigkeit. Achims Diagnose lautet: die ‚Schwimmernadel‘ schließt nicht hundertprozentig das Ventil. Allerdings nur unter bestimmten Umständen, die noch im Dunkeln liegen.

Scottsman bringt Achim zu Martha. Martha ist eine junge Einheimische, die auf ihrem Segelboot wohnt und mit Touristen Sundowner-Segel-Touren unternimmt. Sie kennt zwei Mechaniker, die sie sofort anruft. Der eine lässt uns wissen, er habe keine Zeit, der andere ist gar nicht auf der Insel und wird erst am 11. Januar zurück erwartet. Wir sind ratlos. Mit unserem Dinghy können wir nicht an Land.
Scottsman fährt uns nachmittags mit seinem Dinghy. Wir sollen uns noch einmal bei der Armada (Marine) melden, wurde uns beim Einklarieren erklärt. Und einkaufen würden wir auch ganz gerne etwas. Bei der Armada läuft es super. Wir erklären, warum wir nicht bereits gestern vorbei gekommen sind. Da macht Señor Gomez ein wichtiges Gesicht. Drei Telefonate später strahlt er und erklärt er uns, dass Morgen Nachmittag im Hafen ein Mechaniker auf uns warten würde. Und, dass wir nun zwei Monate (statt nur 30 Tage) auf der Osterinsel bleiben dürfen. Na, das läuft ja! Ein erster Versuch, per Internet Kontakt mit dem Rest der Welt aufzunehmen, ist von kurzem Vergnügen. Es gibt ein öffentliches Netz, aber das so langsam, das kann man vergessen.

Tag3: Kein Mechaniker um 14:00 Uhr im Hafen. Ich warte am Dinghy, was Scottsman für uns in den Hafen geschleppt hat, um den Kerl nicht doch noch zu verpassen. Achim stiefelt zur Armada. Dreißig Minuten kommt Achim mit dem jungen Fabien zurück. Es stellt sich heraus, dass Fabien der Mechaniker der Armada ist und extra für unsere Reparatur ‚freigestellt‘ wurde. Er startet den Motor, fummelt an der Standgas-Schraube. Dann guckt er in den Vergaser, pustet, prüft, pustet wieder, spielt mit der Nadel und ist nach zwei Stunden der gleichen Meinung wie Achim: Die Nadel dichtet das Ventil nicht richtig ab.

Fabien gibt alles
Fabien gibt alles

Beherzt verbiegt er die Lasche am Schwimmer, um mehr/früher Druck auf die Nadel zu bringen. Eine gemeinsame Probefahrt läuft großartig. Fabien möchte für seine Arbeit 12,50 EUR. Alle sind happy: „Muchas gracias, amigo.“ Achim und ich kaufen noch etwas ein, finden ein Internet-Cafe mit sowas ähnlichem wie Internet. Vergaser gut, Ende gut.

Wir fahren mit schurrenden Motor durchs Ankerfeld und legen einen Stopp bei der ‚Cool Change‘ ein, um die frohe Kunde zu verbreiten. Nach einem kurzen Plausch, springt der Motor nur zögerlich an. Grrrrr. Und bei wenig Gas gibt es jetzt ein ungesundes Geräusch. Das ist neu.

Tag4: Achim dreht die Standgas-Schraube in die Ursprungs-Lage zurück. Jetzt springt das Baby wieder vernünftig an. Dieses Problem ist vom Tisch. Er schaut erneut wichtig in den Vergaser. Bei Probefahrten wird klar, der Vergaser säuft nicht mehr ab und funktioniert bei Vollgas hervorragend. Die Reparatur war erfolgreich. Bei Standgas und langsamen Tempo stirbt der Vagaser nun an Spritmangel. So als ob jetzt zu viel Druck auf das Ventil ausgeübt würde. Es ist zum Heulen. Wir brauchen einen verlässlichen Außenborder. Ausgerechnet am Arm der Heide stehen wir vor diesem Problem.
Plan A: wir wollen versuchen, einen neuen Vergaser zu bestellen. Fast täglich kommt ein Flieger auf die Osterinsel aus Santiago de Chile. Wir haben wenig Hoffnung. Hier fahren alle Yamaha, wir haben einen Tohatsu.
Plan B: Achim pumpt mit der kleinen Handpumpe vom Benzinschlauch manuell Sprit in den Vergaser, wenn der droht zu ersticken. Bei ersten Probefahren klappt die Methode gut. ‚Cool Change‘ ist ein halbes Jahr so durch die Gegend gefahren.
Plan C: gibt es nicht.

*** Kleine Nebengeschichte: Die ‚Cool Change‘ haben wir vor 2,5 Jahren auf Grenada kennen gelernt. Dort haben die beiden Filmemacher-Jungs unsere nagelneue Leine an der wir in der Marina an der Mooring hingen, kaputt gefahren. Dann haben wir uns aus den Augenverloren und vor zwei Monaten in Ecuador wieder getroffen.

Süßes Land nicht erreichbar
Süßes Land nicht erreichbar

Pacific Crossing – ein Fazit

Di., 01.Jan.19, Süd-Pazifik, Tag 1675, 15.744 sm von HH

Es waren 2.410 Seemeilen (4.463 km), die wir im Schneckentempo mit 4,2 Knoten gesegelt sind. Es lag im wesentlichen am schwachen Wind in der Anfangsphase und der Fast-Flaute von zwei Tagen in der Mitte. Aber wir sind auch sehr konservativ gesegelt. Bei hoch am Wind brauchen wir beide keine Schräglage von 30 Grad. Am theoretisch errechneten Punkt setzte tatsächlich nach einer Woche der Süd-Ost-Passat ein, der uns mit halben Wind eine angenehme Überfahrt bescherte.

Bereits heute sind die paar Squalls vergessen. Wer erinnert sich noch an die Rollerei? War da was mit der Mast-Kletterei? Alles Geschichte. Diese Tour wird uns als extrem wohlwollend in Erinnerung bleiben. Keinen Tropfen Regen, angenehmes Wetter. Das Aufregendste daran war die Aufregung vor dem Start. 24 Tage nur Wasser gucken, ist halt nicht sooo spannend. Ich würde nicht sagen, dass es langweilig war. Aber ermüdend. Der Schlafmangel setzt uns beiden zu. Und außer lesen, essen, abwaschen und schlafen gibt es nicht so viel zu tun. Zum Glück, denn gäbe es etwas zu tun, dann hat man schlechtes Wetter oder irgendein Teil ist kaputt.

Wenn es auch nicht aufregend war, so hat mich der Törn doch beeindruckt. Dieses Alleinsein fasziniert. Abseits sämtlicher Schifffahrts-Ruten unterwegs. Kein anderes Boot weit und breit. Ja, nicht mal einen Kondensstreifen eines Flugzeugs haben wir gesehen. Am Ende brach sogar die Funkverbindung zur Alrisha auf Galapagos ab. Und Achim hatte Mühe die Blog-Beiträge per Funk senden zu können. Allein. Einsamer als allein. Gemeinsam allein. Gemeinsam zweisam. Abgeschnitten von der Welt. Wenn etwas passiert wäre, wäre eine Hilfe erst nach Tagen zu erwarten gewesen. Die Größe der Welt ist mir auf dem endlosen Pazifik klar geworden. Wie klein wir doch sind. Und du lieber Himmel, wir haben erst ein Drittel dieses großen Wassers hinter uns. Was mag da noch an philosophischen Erkenntnissen kommen? :lol:

Drei Personen haben unseren Ankunftstag richtig getippt. Sabine, Stephan und Robert. Sabine ist Achims ehemalige Chefin. Ihr Tipp war besser als der vom Skipper. Das macht dann auch klar, warum sie die Chefin war. :mrgreen: Stephan hat nur zwei Stunden daneben getippt, eine saubere Punktlandung hingelegt. Super. Die Postkarten an Euch sind jetzt nur noch eine Frage der Organisation. Denn an Land können wir nicht. Aber das ist eine Geschichte, die ich Morgen erzähle. ;-)

Essen: Wir haben unglaubliche 50 Kilo Lebensmittel in uns rein gestopft. Ich habe mit geschrieben, was wir alles verdrückt haben: 24 Kilo Obst und Gemüse und nur 5,3 Kilo Fleisch und Wurst. Das wird das Herz eines jeden Ernährungsberater höher schlagen lassen. Brot, Tortillas und Kuchen: 6,1 Kilo – wir haben fünf Brote unterwegs gebacken.
Nudeln und Reis 3,4 Kilo. Konserven und sonstiges (unter anderem  43 Eier): 4,5 Kilo. Milchprodukte 3,4 Kilo. Bleibt ein Rest von 3,3 Kilo, der auf Schnöcker-Kram entfällt: Kekse, Kräcker, Nüsse, Gummibärchen und Schokolade. Getrunken haben wir 75 Liter, fast ausschließlich Wasser, Kaffee und Tee, 4 Liter Cola (Achim) und 4 Liter Milch. Eine Tube Zahnpasta und 10 Rollen Klopapier sind ebenfalls weg.

Irgendwo auf dem Pazifik
Irgendwo auf dem Pazifik
bei optimalen Bedingungen
bei optimalen Bedingungen
Blau, blauer, Pazifik
Blau, blauer, Pazifik
Sie haben ihr Ziel erreicht
Sie haben ihr Ziel erreicht

Tag 24 =>Osterinsel – Prost Neujahr

Di., 01.Jan.19, Süd-Pazifik, Tag 1675, 15.747 sm von HH
Das war wohl das leiseste, trockenste und einsamste Silvester an das ich mich erinnern kann. Keine Böller, keine Raketen, kein Sekt um Mitternacht und Achim hat mit unter Androhung von Strafe verboten, ihn um Mitternacht zu wecken. lso sitze ich allein im Cockpit und proste mir selber mit Wasser zu: „Happy New Year, altes Haus. Same procedure as last year?“ Kurz überlege ich, ob ich einen Limetten-Schnitz in mein Wasser geben soll. Nein, ohne Papier-Schirmchen ist das auch nur der halbe Spaß. Also setze ich mir ein lustiges Hütchen und eine rote Pappnase auf und schaue mir den Sternenhimmel an. Auch schön. Friedlich. Und garantiert keinen dicken Kopp Morgen früh. :lol:
Die letzte Nacht und der Vormittag sind sensationell. Als ob Engel segeln gehen. Keine Böen, fünf Windstären, Passat-Wolken-Schäfchen am Himmel. Halleluja! In meiner Schicht dann, um 7:07 Uhr, die Erlösung: Laaaaand in Sicht! Mein Herz macht einen Hüpfer. Huch, das hätte ich nicht gedacht, dass es mich so berührt, aber es ist einfach schön, Land zu sehen. Achim verpennt den Big Moment. Das tut mir wirklich leid für ihn.
Um 15:00 Uhr fällt der Anker. Auf 20 Meter. Alle Ankerplätze sind so tief auf der Osterinsel. Dazu kommt ein legendärer Schwell, der viele Segler davon abhält hierher zu kommen. Heute ist es jedoch sehr ruhig, wie uns das Zoll- und Immigration-Team erzählt, was zu uns an Bord kommt. Trotz Feiertag sind sie zwei Stunden nach unserer Ankunft zur Stelle. Ein formloser Akt. Es werden keine Vorräte kontrolliert und keine Gebühren erhoben. Wir dürfen 30 Tage bleiben. Für mich wird ein Traum wahr. Wir liegen, aus meiner Sicht, vor einer der abgefahrensten Inseln der Welt. Dass wir fast 24 Tage gebraucht haben, macht sie natürlich noch wertvoller. ;-) So wunderbar! Besser kann das neue Jahr nicht beginnen. Ich wünsche Euch allen so ein wunderbares Jahr 2019! :-)
Essen: Abendessen: Gemüsepfanne mit Kartoffeln, Zwiebeln, grünen Bohnen und Speck und etwas Frischkäse Frühstück: Brot mit Käse und Mortadella Mittag; Schnelle Pfanne: Ein paar Bratkartoffeln, etwas Kohl plus Würstchen. Schmeckt überraschend gut.
Meilen: Tagesmeilen 100 – Rest auf direktem Weg: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“

Tag 23 =>Osterinsel – Endspurt

Mo., Silvester 2018, Süd-Pazifik, Tag 1674, 15.647 sm von HH
Den Abend und die Nacht haben wir nervigen Wind. Boenfelder mit 25 Knoten Wind für eine Stunde, gefolgt von drei Stunden Flaute, gefolgt von einem neuen Boenfeld. Seit dem Morgen läuft es flüssiger. Wir haben dauerhaft 18 Knoten, Windstärke 5. Gespannt schauen wir auf die Ankunftszeit. Werden wir Morgen im Hellen ankommen? Oder müssen wir uns noch eine Nacht mit angezogener Geschwindigkeit hier draußen die Zeit vertreiben? in jedem Fall hat sich die Frage erübrigt, was wir Silvester machen.
Die viertausend Kilometer, die wir uns weiter Süd-westlich befinden, machen sich in den Tagesstunden deutlich bemerkbar. Es wird erst um 21:00 Uhr dunkel, was uns eine gute Reserve bei der morgigen Ankunft gäbe. Gemäß Längengrad-Überschreitung hätten wir die Uhr um mindestens zwei Stunden zurück stellen müssen. Das haben wir allerdings nicht gemacht, da wir vermuten, dass auf der Osterinsel die Zeiten an Chile Mutterland angepasst wurden. Leider haben wir versäumt, dies vor der Anreise zu prüfen.
Die letzten zwei Nächte waren von Schlafmangel geprägt, da wir in den Schwachwind-Phasen heftig in der Dünung rollen. Es wird nun Zeit, dass wir ankommen. Die ersten Nerven fangen an blank zu liegen. Eine klappernde Flasche oder rutschendes Geschirr in der Spüle wird zum Staatsakt. Schuld hat nicht das System, sondern das jeweils andere Crew Mitglied.
Essen: Abendessen: Ich hab keine rechte Lust zu kochen, daher Türkische Woche: Humus (Kichererbsen-Püree, ich hatte extra welche beim Veggie-Curry drüber gekocht), Joghurt-Ricotta-Mix mit Kreuzkümmel und Koriander, Krautsalat (jaaa :roll: … das war aber dann auch schon der letzte Kohl) mit Ingwer und Tortillas, die wir als Fladenbrot-Ersatz dazu essen. Frühstück: Brot mit Käse und Mortadella Mittag: Türkische Reste und als Seelentröster und weil es wenig Schokolade an Bord gibt: Schokoladenpudding (aus dem besten Kakao der Welt gekocht – Eigenwerbung Ecuadors für seine Kakao-Produktion). Der wird noch warm direkt aus dem Topf gelöffelt. :-) Die frischen Vorräte sind aufgebraucht. Vier Äpfel, ein Kilo Zwiebeln und ein paar Kartoffeln ist alles, was wir noch haben.
Meilen: Tagesmeilen 110 , Rest 99 sm, Stand 16:00 Uhr Bordzeit – es sieht so aus, als ob wir Morgen schaffen können. Wir nehmen auf jeden Fall keine Geschwindigkeit raus.