Reif fuer die Insel

So., 23.Feb.20, Franz.Polyn./Gambier/Insel Totegegie, Tag 2093, 20.243 sm von HH
Noch drei Tage haelt nach dem Gewitter das norddeutsches Schiet-Wetter an: Dauerregen gepaart mit zu viel Wind und fuer die Jahreszeit zu kalt. Wir kommen nicht von Bord, es wird langweilig. So viele Filme kann man gar nicht gucken. Da kommt uns die Wettervorhersage gerade recht. Nach dem Durchzug der Wetterfront ist Flaute mit Sonnenschein vorhergesagt. Wir gehen Anker auf und fahren fuenf Meilen zur Nordseite des Atolls. Wir sind reif fuer eine Insel. :lol: Wir wollen nach Totegegie – der Flughafeninsel. Das ist eine lange, flache Insel, kaum breit genug fuer eine Landebahn. Die Insel ist unbewohnt (nicht ganz, beim Streifzug entdecken wir eine einsame Huette) und da nur alle drei Tage ein Flugzeug landet, haelt sich der Fluglaerm in Grenzen.
Der Anker faellt in einem See aus fluessigen Tuerkis. Vor uns blitzen weisse Straende von Totegegie herueber. Die Insel ist flach, wie die der Tuamotu. Bewachsen mit Palmen, Buschwerk und vor allem Nadelbaeumen. Aber hinter uns erheben sich kleine Eilande mit begruenten Huegeln. Wenig oder gar nicht bewohnt. Das Meer dazwischen schimmert in allen Blau-Toenen, die der Tuschkasten hergibt. Wir koennen uns nicht satt sehen. Zum Sonnenuntergang brennt ein Feuerwerk hinter Mangareva und den anderen Inseln. Der Himmel verfaerbt sich purpurrot, dann lila. Besser kann man es sich nicht ausdenken. Schoen, schoener, Suedseetraum.
Aber das Beste an Totegegie ist der ‚falsche‘ Pass an dem die Insel endet. Falsche Paesse nennt man Durchbrueche im Saumriff zwischen zwei Insel, die nicht oder nur mit kleinen Booten befahrbar sind. Ebbe und Flut sorgen fuer Stroemung an den Paessen. Und Stroemung ist gleichbedeutend mit Fisch. Wir packen unsere Schnorchel-Ausruestung in die Kajaks und paddeln zum Pass. Sandige Bereiche wechseln sich mit Korallenbloecken ab. Zum Teil reichend die Korallen bis zwanzig Zentimeter unter die Wasseroberflaeche. Fuer Kajaks kein Problem. Mit nur zehn Zentimeter Tiefgang gleiten wir ueber die Korallen hinweg ohne anzuecken. Flach und vorsichtig paddelnd, finden wir einen Weg durch das Labyrinth. Es schimmert und leuchtet in allen Farben. Das Wasser ist christallklar. Die ersten Rueckenflossen von Haien tauchen auf. Wir ziehen unsere Kajaks an den Strand und stuerzen uns mit Maske, Schnorchel und Flossen in den Pass. Doktorfische, Makrelen, bunte Fische, kleine Fische, Trompetenfische und dicke Fische. Alle da. Und Haie! Es handelt sich um Weissspitzen- und Schwarzspitzenriffhaie. Das sind recht kleinwuechsige Arten und man sagt ihnen nichts Boesartiges nach, aber die Anzahl macht’s. So manches Mal blicken wir uns beim Schnorcheln verstohlen um. Man weiss ja nie. ;-) Ein wunderbarer Ort zum Schnorcheln. So lange das gute Wetter anhaelt, bleiben wir hier. Kein Internet, keinen Laden, keine anderen Menschen und doch genug Unterhaltung für viele Tage.

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