Di., 25.Okt.16, Franz. Guyana – St.Laurent, Tag 878, 7.629 sm von HH
Wenn Französisch Guyana neben dem Weltraumbahnhof noch mit etwas anderem in Verbindung gebracht wird, dann ist es die Fremdenlegion.
Vor dem geistigen Auge tauchen muskelbepackte Kerle auf, die durch Schlamm robben und sich mit einem Messer zwischen den Zähnen durch den Dschungel kämpfen.
Zum Klischee passt, dass tatsächlich US-Marines zur Ausbildung in die Urwald-Camps der Fremdenlegion geschickt werden.
Wir werden eines besseren belehrt. ![]()
Wie bereits in Suriname, kommen uns kräftige Haudegen mit zartem Vogelkäfig in Schlepp entgegen. Bereitwillig posieren sie wie junge Mädchen.
- Harte Schale, weicher Kern
Am Maroni ist ein Teil des 9. Regiment der Fremdenlegion stationiert.
Mitten zwischen Armutsvierteln steht gut im Lack ihre Kaserne. Komisch, für Militär ist immer genug Geld vorhanden.
Es reicht sogar dafür die Pirogen in Tarn-Farben zu bemalen. Während die Häuser der Marrons jeden Augenblick drohen einzufallen.
- Soldat mit Lametta
- Piroggen in Tarnfarben
Die Marrons sind die Nachfahren entflohener Sklaven, die zur Kolonialzeit im Urwald ihre ursprünglichen Lebensgewohnheiten wieder aufgenommen haben. Heute stehen sie in Französisch Guyana ziemlich am Ende der ‚Nahrungskette‘.
Ihre Ortschaften und Behausungen sind am stärksten heruntergekommen.
- Siedlung der
- Marron
Die mit Solar-Energie betriebene Straßenbeleuchtung passt dort hin wie ein Schwein auf einen Baum. Es ist schön, dass hier energiebewusst geleuchtet wird, aber gäbe es nicht sinnvollere Maßnahmen?
- Solar-Strassenbeleuchtung
Unser Weg führt uns weiter nach Apatou. Diese Kleinstadt kann man erst seit 2010 mit dem Auto erreichen. Vorherging das nur über den Maroni.
Dafür wurde beim Straßenbau keine Mühen gescheut eine Rennpiste in den Dschungel zu kloppen. ![]()
- Strasse nach Apatou
Hinter Apatou ist der Maroni nur noch schmal und kaum mehr beschiffbar.
Bei Ebbe kann man die vielen Steine kurz unter der Wasseroberfläche gut erkennen. Von hier aus werden Tagestouren unterschiedlicher Länge in den Urwald angeboten.
Wieder ist es so schade, dass Französisch Guyana bei seinen Touristen nur auf Französisch setzt. Wir können alle leider nicht lesen, was im Detail angeboten wird. Mal in einer Hängematte zu übernachten wäre cool.
- Der Maroni
- in
- Apatou
Das wäre auch bei „Beach und Relax“ möglich gewesen. Wir haben es nicht gewusst und müssen uns mit einem Picknick begnügen. Eine witzige Anlage mit Bühne, Bar und Übernachtungs-Buden.
Hier eine Nacht zu verbringen, hätte uns wohl gefallen. Schade.
- Übernachtungshütten im Hintergrund
- Beach an Relax
- Picknick mit Geburtstagskind Herwig













