Regenwetter

Heute war’s nun mal richtig scheußlich und nur Dank unserer Kuchenbude hatten wir etwas Freiraum.

Zum heftigen Dauerregen war es auch noch ziemlich kalt….brrr.

Da es gestern nicht viel besser war, hatte ich damit angefangen für unsere obskuren Bettenformen neue Spann-Bettlacken zu nähen. Damit bin ich dann heute fertig geworden. :-)
Wofür schlechtes Wetter gut sein kann.

Jetzt kann sich ein Nichtsegler fragen, warum man nicht schlichte Betttücher einfach um die Matratzen rumwickelt.
Das geht nicht so recht, weil zur Spitze hin viel Material übrig ist und sich dort immer ein wüstes Knäul bildet. Herkömmliche Spannlacken passen gar nicht. Aber der entscheidendste Grund für diese Mühe ist, dass sich ja unterhalb der Kojen noch Stauraum in nicht unerheblichem Umfang befindet.
Und jedesmal wenn man da ran muss, müsste man hinterher die Matratzen neu beziehen (spätestens beim dritten Mal würgt man).

Heute Abend ist das Wetter wieder sonnig und für Morgen ist auch wieder Wind aus der richtigen Richtung vorhergesagt, so dass wir planen Morgen Mittag auszulaufen Richtung Cherbourg.

Tour de France

Gestern haben wir eine kleine Radtour auf einem original Etappenstück der Tour de France gemacht.
Aber besonders Fahrrad-Fahrer freundlich ist die Strecke nicht: Kein Radweg, keine Nebenstrecken und Steigungen hat es auch noch…
Das anschließende Picknick am Strand (vor den beschriebenen Badebuden) war der beste Teil daran ;-)
Seit gestern Abend ist vorbei mit dauerhaft gutem Wetter, abends Regen, heute Vormittag bewölkt und heute Nachmittag hat es so dermaßen geschüttet, dass wir die Kuchenbude aufbauen mussten (Zeltverdeck über dem Cockpit).
Zum Glück hatte ich die Knurrhähne schon heute Morgen besorgt… Diese gab’s eben doch wieder bei Sonnenschein – mit Ingwer und Szechuanpfeffer, asiatischem Gurkensalat und Kartoffelpüree. Live can be so simple… :-)

 

 

 

 

Dieppe – zweite Dorfrunde

Dieppe ist auch noch auf den zweiten Blick sehr hübsch.

Auf dem Friedhof ist uns der Blumenschmuck aufgefallen:
Statt Schnittblumen, Blumentöpfen und Plastik-Gestrüpp werden die Gräber hier mit Keramikblumen dekoriert. Fast auf jedem Grab findet man, zum Teil in beträchtlichen Mengen, diese „Blumengebinde“.

Am Steinstrand (wirklich komplett ohne Sand) findet man vor der Promenade ganze Reihen von Badehäusern.
Diese gehören offensichtlich einzelnen Familien, die diese dann häuslich einrichten: Klappstühle, Liegen, sämtlicher Strandbedarf von Luftmatratze, Windfänger und Bällen bis hin zu Lenkdrachen, dann Geschirr, Vorräte für 14 Tage und zum Teil sogar einen Gaskocher befinden sich in diesen Butzen.
Die Familie sitzt vor den Hütten auf ausgelegten Holzbohlen – überwiegend braun, fast schwarz gebrannte, in die Jahre und Pfunde gekommene Familienoberhäupter und die gertenschlanke Jugend liegt auf Handtüchern davor auf dem Steinstrand.
La vie en rose.

Die besten Links zu unserem Standort

http://www.pangolin.co.nz/xtras/yotreps/tracker.php?ident=Dl2ej

http://shiptrak.org/?callsign=dl2ej

Und natürlich über AIS http://www.marinetraffic.com/de/ais/home/centerx:9.855865/centery:53.53681/zoom:8/oldmmsi:211467870/olddate:lastknown

Irgendwie wird dort ständig etwas geändert und ich komme nicht hinterher, das zu korrigieren. Nichts als Arbeit hat man auf so einer Reise.

Normandie

Alabaster-KüsteVon Boulogne nach Dieppe sind es 50 sm für die wir genau 12 Stunden benötigt haben. Am Wind und an der Performance von Atanga hat es nicht gelegen, aber hier kommt einem, gefühlt bei Ebbe und Flut, ein Strom mit 2,5 Knoten entgegen. Die Nordwindlage hält an, also hatten wir wieder achterlichen Wind bei anfänglich 3 später 4 Windstärken, Dauersonnenschein, nur der Wind ist sehr frisch. Entlang an der hübschen Kreidefelsen-Küste (in Frankreich heißt so etwas natürlich Alabaster-Küste ;-) hatten wir eine angenehme Fahrt. Zum Sonnenuntergang waren wir dann endlich angekommen – ein netter Stadthafen in einer hübschen Kleinstadt empfängt uns. Heute haben wir unsere erste „Dorfrunde“ unternommen. Es ist alles ein wenig abgeblättert, angeknabbert, rott und abgestoßen und angegammelt, macht dadurch aber seinen morbiden Charme aus. Häuser sind bezahlbar, wie beim örtlichen Makler ersichtlich, aber der beigefügte Energie-Pass treibt einem die Tränen in die Augen und jeder Fenster- und Isolierfirma die $-Zeichen in die Augen. Voraussichtlich bleiben wir bis Freitag… Einfahrt in den Hafen gestern