Teakdeck Refit

Glücklicherweise hat sich Bines Vater bereit erklärt, uns zu helfen. Den ursprünglichen Plan, d.h. nur die schadhaften Fugen neu zu machen, mussten wir allerdings schnell fallen lassen. Nachdem Gert einige Fugen von Dichtmasse befreit hatte, war klar, dass die Fugentiefe nur noch 2-3mm betrug. Also müssen nun alle Fugen von Fugenmasse befreit und anschließend auf ca. 5mm vertieft werden. Erstaunlicher- und glücklicherweise ist unser Teakdeck nach 21 Jahren noch ca. 8-11mm dick. Somit haben wir noch genügend Substanz. Was nicht so schön ist, ist dass die Werft damals alle 30cm Schrauben in die Fugen gesetzt hat. Diese Schrauben haben allerdings beim letzten Schleifen des Decks ihre Köpfe eingebüßt und müssen somit weggeflext werden. Aufgrund der Größe des Schiffs ist das eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat.

Wie nicht anders zu erwarten war, sind insbesondere die Fugen unter den Relingsfüßen nicht mehr so schön. Wie es sich gehört sind die Relingsfüße mit 3 Schrauben befestigt, deren Muttern sich wunderbar versteckt über der Deckenverkleidung im Schiff befinden. Hier kam ich ins Spiel. Ich hatte keine Ahnung, wie die Deckenverkleidung angebracht war und somit gestaltete sich das Abnehmen der äußeren Decke als recht langwierig. Um es kurz zu machen – nun ist der Entschluss gefallen, die Fugen auch unter den Klampen und Schienen zu erneuern, was bedeutet, dass die gesamte Deckenverkleidung runter muss. Meine Hoffnung ist, dass ich nicht allzu viel beim Abnehmen der Decke kaputt mache.

Teil 1 – Freilegen der Relingsfussverschraubung

Wie oben erwähnt war das nicht so leicht – insbesondere dann, wenn man so recht keine Ahnung hat, wie die Decke aufgebaut ist. Mit Ausnahme einer Stelle ist dies aber gelungen.
Um zumindest etwas Sicherheit vorzutäuschen, haben wir eine Behelfsreling “gebastelt”

Unter den Relingsfüssen und den Genuaschienen sah es genau so aus, wie man es nach 20 Jahren erwarten würde.

Teil 2 – Entfernen der alten Fugenmasse und Flexen

Mit dem richtigen Werkzeug ist das Entfernen der Fugenmasse kein Problem – auch wenn es recht langwierig ist. Da die alten Fugen nicht mehr tief genug sind wurden alle Fugen mit der Flex auf ca. 5mm vertieft.

Teil 3 – Schleifen

Die vorbereiteten Flächen wurden dann mit dem Schwingschleifer (40er Papier) vorgeschliffen. Dadurch wurden auch die Schrauben, mit denen das Deck damals fixiert wurde, freigelegt.

Teil 4 – Schrauben entfernen

Die freigelegten Schrauben wurden mit Körner umgebogen und anschließend mit der Flex weggeschliffen.

Teil 5 – Deck schleifen und Fugen abkleben

Nun ja, das mit dem Schleifen ist wohl selbsterklärend

Das Deck haben wir mit Aceton abgerieben und anschließend die Leisten abgeklebt.

Teil 6 – Verfugen und Schleifen

Fugen wurden mit Pantera verfugt und anschließend mit einer Hutmutter abgezogen, um eine vertiefte Fuge zu erhalten.

Anschließend wurde das Klebeband abgezogen und geschliffen. Man kann hier nur empfehlen das Klebeband abzuziehen, solange die Masse noch nicht fest ist.

Teil 7 – Beschläge und Genuaschienen

Die Position der Genuaschienen wurde angezeichnet und anschließend abgeklebt. Die Schienen wurden dann in Pantera eingesetzt und verschraubt.

Das Wiederanbringen der Genuaschienen gestaltete sich nicht nur einfach. Leider waren 2 Gewinde nicht mehr zu retten und somit fehlen nun 2 Schrauben… Da diese Fehlstellen ganz am Bugseitigen Ende der Schiene sind und wir den Holepunkt für die Genua nie soweit vorne fahren, haben wir im Moment noch darauf verzichtet, die Reparatur durchzuführen.

Reparieren ließe sich dies nur indem man die Decke komplett abnimmt und die einlaminierten Muttern durch eine neue ersetzt.

Grundsätzlich sollte man es sich gut überlegen, wenn man die Beschläge entfernt und dann das Deck schleift. Vertiefungen passen nicht mehr und Schrauben können ggf. nach dem Schleifen zu lang sein. Das ist zwar alles reparabel, muss aber bei der Gesamtplanung berücksichtigt werden. Da ist schnell mal ein Tag weg, nur um Dinge wieder passend zu machen.

… und hier der ganze Verlauf in Bildern:

Einbau Bugstrahlruder

Unser Schiff ist wahrlich kein Manövrierwunder und insbesondere bei Wind in engen Häfen eine Herausforderung. Atanga wird daher im Laufe des Winters ein Bugstrahlruder erhalten. Geplant ist ein 8PS Vetus Antrieb mit einem 25cm Kanal.

Als wir dann Samstag zum arbeiten kamen, fanden wir Atanga mit einem beträchtlichen Loch im Bug vor.

BS (3)    BS (2)

Wirklich schön und sauber gemacht. Hätte ich es selbst versucht, wäre sicherlich das halbe Schiff in Harz getränkt worden.

BS (4)   BS (5)  BS (6)

Eine Woche später sah es dann schon so aus. Die Jungs hatten es noch vor dem großen Kälteeinbruch geschafft, die laminierarbeiten zu beenden.

BS (7)  BS (8)  BS (9)  BS (10)  BS (11)

Im Vorschiff hatte man sich viel Mühe gegeben. Um den Stauraum zu erhalten, verdeckt nun ein Kasten den neuen Motor.

Nimmt man den Kasten zur Seite, dann wird der Zugang zum Motor freigegeben. Wir sind zumindest nach Augenschein sehr mit der Arbeit zufrieden.

Kabel sind in der Zwischenzeit auch verlegt worden (immerhin 120mm² für die Stromzuführung).

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…und der Propeller befindet sich hinter Gitter.

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2 Wochen Ostsee im September

Eigentlich gibt es nicht viel zu berichten.

Abfahrt ab Hamburg, Giselauschleuse im NO Kanal, Schilksee, Bagenkop, Omö, Korshavn, Middelfart, Bagö, Söby, Schilksee, Giselauschleuse, Hamburg

Insgesamt ca. 440SM.

Zu bemerken ist allerdings, dass das Wetter in Dänemark super war. Viel Sonne, viel Wind und praktisch kein Regen.

Die Rückfahrt die Elbe hoch nach Hamburg hat uns dann auch unseren gegenwärtigen Geschwindigkeitsrekord unter Segeln beschert. Mit 8,32 Knoten “schnellte” Atanga durchs Wasser.

Kurztrip nach Helgoland

Zusammen mit Jürgen und Inge machten wir uns auf den den Weg nach Helgoland. Nach einigem motoren, dauerte es fast bis Cuxhaven bis wir die Segel setzen konnten. Um die Gelegenheit zu nutzen, beschlossen wir, nach Helgoland durchzufahren. Daraus wurde dann praktisch unsere erste richte Nachfahrt in Eigenregie. Alles ist super gelaufen und auch der Anleger auf Helgoland (im Päckchen) verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Die Rückfahrt nach Hamburg erfolgte dann fast komplett und Maschine….weil mal wieder kein Wind wehte

Kurztrip nach Helgoland

Im Juli erlaubten wir uns den Luxus eines verlängerten Wochenendes und sind nach Helgoland gefahren. Da der Wind nur mäßg wehte, haben wir die Gelegenheit genutzt, einmal unseren Blister auszuprobieren.

blister_klein

OK, bleiben wir ehrlich. Wir machten eigentlich ganz gute Fahrt – allerdings war da noch ein Schiff hinter uns. Als die Crew dort den Blister setzte hattten wir eine Regatta. Wir hatten das bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gemacht, aber alles hat gut geklappt und wir machten auch bei dem wenigen Wind gute Fahrt – wenn auch etwas langsamer als unser Konkurrent.

Über unser Erlebnis beim Einholen des Blisters schweige ich mich mal aus…aber Christo wäre stolz auf uns gewesen.Wir hatten es tatsächlich geschafft, dass Schiff mit dem Blister fast vollständig zu verpacken.
Der Hafen auf Helgoland war relativ voll, sodass wir ins Päckchen gehen mussten. Meine Sorge, nicht wieder heil rauszukommen haben sich letztendlich aber nicht bewahrheitet. Das Schiff läuft zwar rückwärts, aber leider nicht unbedingt in die Richtung, in die man fahren wollte. Wahrscheinlich stört die Windsteuer-anlage bei Rückwärtsfahrt so sehr, dass die Ruderstellung praktisch keine Bedeutung hat. Die Rückreise begann mit wenig Wind, der dann aber in der Elbmündung relativ stark auffrischte.

 

Die Rückreise fand übrigens an dem Tag statt, an dem Deutschland gegen Argentinien 4:0 gewann. Leider haben wir das Spiel nur im Radio verfolgen können.