Kategoriearchiv: An Land

Noch eine Runde La Palma

Sa., 21.Nov.15, La Palma, Tag 539, 2.895 sm

Unser Urlaubstag mit dem Mietauto* führt uns zunächst an die uns noch unbekannte Nord-Westspitze. Ein Abstecher nach Santo Domingo lohnt sich nicht unbedingt, aber die Etappe ist schön und wir sind zufrieden.
Den Rest der Strecke kennen wir bereits.
Jedoch noch einmal in den Schlund der Caldera zu staunen, ist eine Freude.
Wundervolle Wolkenformationen, perfektes Wetter, ein rundum gelungener Tag.

 

Beim Stopp im Lidl kaufen wir noch fünf Dosen Schwarzbrot.
Das ist der kümmerliche Rest, den es noch gibt. Wie wir abends in der Marina erfahren, alles aufgekauft von Reinhard von der SY Findus. 36 Dosen! Wir rechnen hoch…das reicht locker für 90 Tage. :mrgreen:
Karen nimmt es gelassen. Sie erzählt, dass es an Bord schon mal eine Kartoffel-Püree-Phase gab, als Reinhard davon 30 Pakete angeschleppt hat.
Boah, wenn Männer alleine einkaufen gehen. :roll:

 

*ein Dacia Logan – wohl eine der hässlichsten Karren, die man sich vorstellen kann. Der Innenraum ist mindestens genauso scheußlich, alles klappert, ist aus billigstem Kunststoff und fühlt sich richtig schlecht an. Der Blinker brüllt uns ein aufgeregtes Klackern entgegen, der Tacho versagt zeitweise seinen Dienst – von einem Kauf kann dringend abgeraten werden.

Nach der Werft ist vor der Abreise

Di-Fr.., 17.-20.Nov.15, La Palma, Tag 535-8, 2.895 sm

Die Wasserung von Atanga am Dienstag klappt ohne besondere Vorkommnisse, ohne Hafenkino. Allerdings benötigen wir zwei Tage, um das Schiff wieder sauber und staubfrei zu bekommen. Unser Kumpel, der Sandstrahler, hat gute Arbeit geleistet. :mrgreen:

Der eigentliche Hauptort von Tazacorte liegt zwei Kilometer oberhalb der Marina. Stramm bergauf. Es fährt regelmäßig ein Bus, wir entscheiden uns für einen kleinen Fußmarsch.

Tazacorte entpuppt sich als sehr hübsch, eine Art Hundertwasser-Ort der Kanaren. Überall stößt man auf Fliesen- und Mosaik-Bänke, Brunnen und Säulen. Schöner Ort, ohne gestylt, wie aus dem Katalog zu sein.

Im Juni wollten wir Tazacorte bereits einen Besuch abstatten. Aber ein, nun, wenig kooperativer Busfahrer vereitelte damals unseren Plan.
Umso erfreulicher, dass wir ungeplant noch die Gelegenheit haben.

In Tazacorte erledigen wir erneut einen letzten Großeinkauf. Nun aber wirklich den letzten vor der Abfahrt auf die Kap Verden.
Es passt auch nichts mehr rein, die letzte Lücke, unser gesamter Stauraum ist nun voll.
Gabi von der La Joya hat noch ein paar Tipps gemailt, was schlecht auf den Kap Verden zu bekommen sei. Nachbunkern von Nudeln, so lautet also der Auftrag.

Die Waage vom Travel-Lift hat übrigens 15,5 t Gewicht angezeigt. Dazu kommen noch 500 kg Frischwasser, weil die Tanks beim Wiegen fast leer waren.
Zum Glück gibt es kein zulässiges Gesamtgewicht. :roll:

Unsere Pläne
Am Samstag leihen wir uns noch einmal ein Auto, da uns La Palma so gut gefällt.
Wir wollen Achims Knie auch noch ein paar Tage Schonung gönnen.
Und mal so einen Urlaubstag nach der ganzen Arbeit… ;-)

Insgeheim haben wir La Palma bereits jetzt zu unserer Lieblings-Kanaren-Insel gekürt.
Ohne El Hierro zu nahe treten zu wollen, glauben wir das es so bleiben wird.
‚tschldigung El Hierro.

Am Dienstag geht es dann weiter.

Messe in der Provinz

Sa.,24. Okt.15, La Gomera, Tag 511, 2.829 sm

Achim entdeckt sie zuerst.
Die Plakate, für die Messe, die am Wochenende auf der Plaza las Americas sattfinden soll. Direkt gegenüber von der Marina.
Zwei Tage ist man damit beschäftigt ein großes Zelt aufzubauen.

Bereits beim Frühstück kommt Musik zu uns rüber geschallt und ab und an spricht jemand Komandos und Sensationelles in ein Mikrophon.
Da müssen wir hin.

Was sich uns dann bietet fällt allerdings eher unter die Kategorie ‚grober Unfug‘.

Im Zelt sind durch Trennwänden einzelne Parzellen abgeteilt in der Waren angeboten werden. Alles Neuware. Aber sorry, nur der letzte Ramsch.
Billigste Schuhe, Klamotten und Kleinstmöbel. Alles präsentiert auf denkbar unattraktive Art und Weise. Nichts will recht zusammenpassen. Wir können damit nichts anfangen.

Mit der Meinung stehen wir allerdings alleine da: Der Saal ist voll. Hier brummt der Bär. Ganze Familien strömen zwischen den Händlern hin- und her, wühlen in den Sachen und geraten in Kaufrausch.

Schwätzchen werden gehalten, Babies bekannt gemacht und herum gereicht. Überall stehen selbst gebackene Kuchen und Kekse stehen zum Probieren herum . Das ist nett.
Die Stimmung unter den Spaniern ist toll. Wir für unseren Teil ziehen enttäuscht von dannen.

Ich finde den Hinweis, dass sich der Gemeinderat traditionell an den Kosten für die Dekoration beteiligt. Da ist die Staatskasse zum Glück nicht so arg belastet worden.
Denn außer ein paar Luftballons und fünf Flattergirlanden konnte ich keine Deko entdecken. :mrgreen:

Horror bei Pincho Pincho

Do.,15. Okt.15, La Gomera, Tag 502, 2.829 sm

Es schüttet wie aus Eimern. Was als harmloser Nieselregen begann, steigert sich zu einem Dauerregen, wie wir ihn seit März nicht mehr erlebt haben.
Ausgerechnet heute, wo nicht an Bord gekocht wird, sondern wir essen gehen wollen.

Eine Art ‚Regenpause‘ nutzen wir, um in die Stadt zu sprinten. Direkt am Marktplatz einigen wir uns schnell: das Lokal soll es sein.

Es fängt ganz viel versprechend an, mit warmen Brot und zwei Mojos zum Dippen. Alles sehr lecker.

Michael wählt Thunfisch und Achim Schweine-Kotelett.
Beides kommt mit Pommes und Salat, wie der junge Kellner versichert.
Ich wähle zwei Tapas, die als halbe Portion eines Hauptgerichtes gereicht werden. Ich suche mir Kichererbsen aus, meine zweite Wahl gibt es heute leider nicht.
Gut, macht nichts, ich nehme ‚Fleisch mit Sauce‘.

„Nein, auch nicht lieferbar“, kommt der Kellner aus der Küche zurück.
Gut, macht nichts, ich nehme ‚Fisch mit Sauce‘.

Wenigstens ist es dem jungen Mann sichtlich peinlich als er zwei Minuten später die schlechte Nachricht aus der Küche übermittelt: Nicht vorrätig.

Gut, macht nichts, mir gehen langsam die Ideen aus, der Kellner rät mir zu ‚braunem Fisch‘. „Muy bien“, wie er versichert.

Als erstes kommen meine Kichererbsen. Lecker, wie ich feststellen muss. Anders als erwartet, aber gut: eine Art Eintopf mit Rindfleisch und zwei Stücken Chorizo drin.

Dann bekommen Michael und Achim ihr Essen. Die Pommes sind fettig und ranzig.
Der Thunfisch absolut trocken und tot gebraten und der Salat entpuppt sich als eine Scheibe Tomate an einem Blatt grünen Salat. Achims Schwein, ungenießbar.

Die Krönung ist dann allerdings mein ‚brauner Fisch‘. Ein in ‚irgend Etwas‘ panierter Fisch, der gruselige Haut mit viel Fett darunter hat und mich den ersten Bissen auf den Teller spucken lässt.*

Das ist für Achims Magen zu viel…er rennt zur Toilette und kommt erleichtert, aber etwas blass um die Nase wieder. In aller Fairness muss man sagen, dass er bereits angeschlagen zum Essen gegangen ist, weil ihm die Knie-Schmerztabletten auf den Magen hauen.

Michael ist der festen Überzeugung noch nie so schlecht in seinem Leben gegessen zu haben. Achim und mir fällt nur Lissabon vor ziemlich genau einem Jahr ein…

Noch im Lokal reservieren beide Brüder für Morgen einen Platz zum Abendessen auf Atanga. :cool:

 

*spätere Recherche ergibt, dass es sich um Muräne handelte. Mein guter Rat: Finger weg von Muräne, die ist widerlich… wirklich widerlich.

La Gomera – Lost Places

Do.,15. Okt.15, La Gomera, Tag 502, 2.829 sm

Das Wetter in den Bergen sieht auch heute verhangen aus, somit fahren wir gen Osten um die Insel. Heute biegen wir in Vallehermoso in eine schmale Straße ab, die in die Berge führt.

Was für eine gute Entscheidung. Über schmalste Serpentinen schrauben wir uns die Hänge hoch. Hoch und höher.
Einzelne Häuser stehen so eng an der Straße, dass wir zeitweise fast über die Fußmatte vor den Hauseingängen fahren. Links von uns eine wunderbare Landschaft mit kleinen Höfen in Pastell-Tönen gestrichen.

Der Weg nach El Carmen ist leider eine Sackgasse, nur wandernd kommt man hier noch weiter. Erneut sind wir traurig, dass Achims Knie uns einen Strich durch die Rechnung macht.

Nach der wunderbaren Bergtour finden wir den nächsten verlorenen Platz direkt am Wasser. Wir erreichen Alojera im äußersten Nord-Westen.
Ein verlassenes Kaff. Ganz verlassen? Nein, ein einziger Wirt hält in der leeren Stadt noch seinen Betrieb aufrecht und hofft auf seltene Gäste.
Ein Hotel-Komplex steht zum Verkauf. Der Makler wirbt mit dem Slogan ‚Luxury land and home‘. Na dann, viel Erfolg beim Verkauf.

Der Weg zurück nach San Sebastian ist, wie befürchtet, Wolken- und Regenverhangen, so dass die Strecke nicht nur anstrengend zu fahren ist, sondern Straßen bereits durch Erdrutsche gesperrt sind.
Wir können nur in den Nebel starren und haben nichts von der unglaublichen Landschaft.

Als wir in der Marina ankommen, fängt es sogar an wie aus Eimern zu schütten.