No Safety – Smoking first

Mi., 20.Sep.17, Kolumbien/Santa Marta, Tag 1208, 11.850 sm von HH

Irgendwann musste es ja passieren: Wir müssen überströmen lassen. Gas von einer großen Flasche in unsere kleinen 5kg-Flaschen.

Auf dem Gas-Verkauf-Platz, den es in Santa Marta gibt, machen die auch nichts anderes.
Aber der ist weit weg und wenn da was in die Luft fliegt, dann nicht wir.

Am Gas-Platz muss man eine komplette 15 kg Flasche kaufen, auch wenn nur ein paar Kilo abgefüllt werden. Üblicherweise wird vorher/nachher gewogen und man bezahlt einfach die Differenz. In Santa Marta funktioniert das leider nicht.
15 Kilo kosten 38 EUR, aber wir bekämen nur 5 Kilo. Hm?
Das ist uns zu teuer.

Oder man macht es wie andere Schiffe, man gibt die Gas-Flaschen zum Füllen ‚weg‘. Bei der Abgabe gibt es die Versicherung: „Morgen gibt es die Flaschen gefüllt zurück“. :lol: :lol:
Denkste. Wer es so macht, dem kann passieren, dass er tagelang ohne Gas da sitzt, weil die Flaschen zwischen Cartagena und Santa Marta herum irren. Man muss endlos nachfragen und mit dem Taxi hin-und herfahren.
Das ist uns zu umständlich.

Also kauft Achim einfach eine 15kg Flasche. Die kostet inklusive Füllung weniger als nur die Füllung. Man muss das nicht verstehen, aber es sind einfach zwei verschiedene Orte. Die einen füllen ab, die anderen verkaufen volle Flaschen.

„Ich lass selber überströmen. Ganz simpel“, sagt der Chemiker an Bord. Die große Flasche kommt an Deck, die kleine zum Füllen auf die Badeplattform.
Meine Skepsis wird weg argumentiert: „Während meines Studiums verlief eine Kupferleitung mit Wasserstoff hinter meinem Arbeitsplatz lang. Die war nur mit ein paar Punkten festgelötet, da sie flexibel sein musste.“ :shock:
Na, wenn mich das nicht überzeugt, dass der Mann weiß, was er tut.

Mit ein paar Schläuchen und Ventilen wird ruck-zuck eine Anlage gebaut.

Wind kommt aus der richtigen Richtung? – check.
Große Flasche ist festgebunden? – check.
Kontrolle des Gewichts der kleinen Flasche durch made-in-China-Zugwaage? – check.
Kippe ist aus? – check.

Smoking first

Smoking first

 

Beide Flaschen sind nun randvoll gefüllt und wir verbrauchen jetzt den Rest aus der großen Flasche. Wenn wir Santa Marta verlassen, gibt Achim die Flasche zurück und vielleicht gibt es dann ja sogar noch Pfand dafür. Check!

Ein Gedanke zu „No Safety – Smoking first

  1. Marlyse

    Hallo Sabine und Joachim
    Ich muss mich nun endlich mal als heimliche Blogleserin outen: Hab mich krumm und bucklig gelacht waehrend des Lesens dieses Beitrags, der war echt erste Sahne!!! Du bist eine begnadete Schreiberin, Sabine!
    Kannte ein franz. Paar, deren Boot in Malaysia in die Luft flog. Der Wind war kam von der falschen Richtung (check!!), die Gauloise war aus :-). Zum Glueck war es ein Alukahn, „nur“ das Innere war ausgebrannt; die Skipperin sagte schulterzuckend, dass es eh Zeit war fuer eine Totalrenovierung! Haben die dann auch gemacht und sind weitergesegelt!
    Wir sind momentan in Dingle, County Kerry Ireland, auf dem Weg zurueck nach Portugal. Wir „machten“ dieses Jahr unter anderem die Shetlands, Lofoten und dann das highlight Svalbard und up to 80 Grad 41′ N bis das Packeis und stoppte.
    Btw: Ich bin auch ein absoluter Gruftenfan! Haette Bilder davon von Groenland bis Feuerland :-D

    Liebe Gruesse, Marlyse und Pete, SY Kiwi Roa

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