Gas-Alarm

Do., 30.Mai 19, Franz.Polyn./Tuamotu/Insel Hao/d’Otepa, Tag 1824, 17.889 sm von HH

„Biep-biep-biep“, leise äußert unser Gas-Warner seinen Unwillen. Ich bin allein an Bord. In der Zwischenzeit sind wir mit sechs Booten in der kleinen ‚Marina‘ und Achim hält ein Schwätzchen auf der anderen Seite des Hafens. Ich bin nicht beunruhigt. Achim hat mir mit einem Gasfeuerzeug demonstriert, dass Mikro-Mengen Gas ausreichen, um den Gaswarner zum Piepen zu bewegen. Ich drehe die Gasflasche ab und schließe das Ventil am Herd.
Es piept weiter. Riechen kann ich nichts.
Das Gepiepe nervt, also schalte ich einfach die Sicherung des Gaswarners aus. : mrgreen: Endlich Ruhe. Nach zwei Minuten schalte ich den Warner wieder ein. „BIEP-BIEP-BIEP„, gelt es mir entgegen. Huch, das klingt aber nicht mehr gut. Ich kontrolliere die Flasche. Die ist zu, wirklich zu. Aber warum bellt dann das Gerät wie verrückt? Riechen kann ich noch immer nichts.
Ich drücke erneut die Sicherung. Himmlische Ruhe. Was man nicht hört, kann nicht existieren. Dieser Selbstbetrug klappt nur bedingt. Vorsichtig schalte ich den Warner wieder ein: „BIEP-BIEP-BIEP„!
Jetzt werde ich entgegen aller Logik doch nervös. Ich setzte mich in Trab. Im Dauerlauf rüber auf die andere Seite, den Chef-Techniker holen. Der steht bei ein paar Amerikanern rum und sieht mich rennen. Ein seltener Anblick. „Sieht das nach etwas Ernsthaften aus?“, witzelt er mit Martin rum. Derweil fange ich an zu winken und zu rufen. Achim schwingt sich auf sein Rad und kommt mir entgegen. „Gas-Alarm“, brülle ich ihn an.

Natürlich schweigt der Gas-Warner als wir an Bord kommen. Achim wirft mir einen Blick zu. Ausschalten, einschalten. Ein verhaltenes Piepen ertönt. Ich bin rehabilitiert. Achim pustet in den Gas-Warner und bringt ihn so zum Verstummen… :roll:

Unsere Leitung von der Gasflasche zum Herd ist aus einem durchgehenden Edelstahlrohr. Der Verdacht fällt somit auf die Schlauch-Verbindung zum Herd. Achim baut den Herd aus. Heiliger Bimbam. Sehr eklig, was da zu Tage kommt. Ich bin eine schlechte Hausfrau, ein echtes Dreckschwein. Während der Techniker neue Schläuche installiert (was lapidar einfach klingt, ist eine Aktion von drei Stunden, weil natürlich nichts mal eben passt, Pressungen der Rohrleitung abgesägt werden müssen, danach zu kurz sind und daher vom Bodenbrett der Ausschnitt vergrößert werden muss), habe ich die Gelegenheit die Seiten vom Herd gründlich zu wienern.

Der neue Schlauch hat ein ‚best before 2021‘! Na bitte, geht doch.
Wenn wir an Bord sind, ist immer der Gaswarner an. Nachts drehen die Gasbuddel zu und wirklich jedes Mal, wenn wir das Schiff verlassen. Eine gute Angewohnheit, wie sich heute gezeigt hat.

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