Do.,18.Dez.14, Lanzarote/Spanien, Tag 201, 2.293 sm von HH
Auf Lanzarote gab es 1730 bis 1736 eine sechs Jahre währende Apokalypse. In dieser Zeit wurde mehr als ein Viertel der Insel durch Vulkanausbrüche, Lavaströme und Asche-Regen neu geformt. Am schlimmsten davon betroffen ist der Süd-Westen von Lanzarote. Hier kann man von oben prima die Lavawalzen erkennen, die sich Quadratkilometer groß ihren Weg bis ans Meer gebahnt haben. Dort sind sie meterhoch erstarrt und bilden eine bizarre, ja fast surreale Küstenlinie. Schwarz wie Kohle glänzt die, von der ungebremsten Atlantikdünung umspielte, Lava. Schwarz sind auch die feinen Strände. Schwarz sind die Steine, schwarz ist der Staub.
- Kratersee direkt am Meer
- Strandbeute eingetuppert
- Saline
Die gigantischen Lavafelder sehen aus wie, mit einem riesigem Pflug, umgebrochene Äcker. Aber kein Leben ist dort zu sehen, kein Vogel überfliegt diese Einöde. Jeden Augenblick läuft man Gefahr, einem Ork gegenüber zu stehen und man erwischt sich dabei, den Himmel nach Nazgûl abzusuchen. Lanzarotes Westen ist Mordor.
Wir machen einen Stopp auf der meerzugewandten Seite des Nationalparks und finden einen Weg, der offensichtlich zu einer kleinen Farm hinter den Bergen führt. Ein rot schimmernder Berg mit Resten von schwarzen Windschutz-Mauern stellt sich uns in den Weg. Achim kommt auf die Idee, direkt diesen Hang empor zu klettern. Gar nicht einfach, denn der komplette Berg ist mit Rollsplitt abgestreut. Aber die Mühe lohnt sich, die Überraschung ist perfekt, denn auf dem Gipfel schauen wir in den Schlund des Vulkans. Damit hatten wir nicht gerechnet, war doch unsere Erwartung ein einfacher Bergrücken. Dazu bietet sich eine phantastische Aussicht.
Der Vulkankrater ist früher mal landwirtschaftlich genutzt worden, wie alte Windschutzmauern im Inneren verraten. Dies ist auch leicht möglich gewesen, denn auf einer Seite ist der Krater zerbrochen und kann ohne Kraxelei, praktisch ebenerdig über einen Weg leicht erreicht werden. ![]()
- Sehr glatt durch Rollsplitt
- Wunderschön
- mit traumhaftem Rundblick
Es wird sich auf Lanzarote überall die fruchtbare Lava landwirtschaftlich zu Nutze gemacht. Trinkwasser, Grundwasser gibt es hier nicht (mehr), aber die feine Lapilli-Schicht, erbsengroße Lava-Steinchen, ist in der Lage den nächtlichen Tau so gut speichern, dass sehr erfolgreich Trockenfeldbau betrieben werden kann. Vor allem Wein wird im Zentrum von Lanzarote, bei La Geria, angebaut. Obwohl man es den kümmerlichen Reben in ihren Lavalöchern nicht ansieht, ist diese Anbauweise wohl sehr ertragreich. Um die Lapilli und Pflanzen vor dem allgegenwärtigen Nord-Ost-Passat zu schützen, wird um jedes Lavaloch eine halbkreisförmige Mauer aus Lava-Brocken errichtet. Bei Tausenden von solchen Mulden mit den dazu gehörigen Mäuerchen führt das zu so einem ungewöhnlichen Bild, dass das Museum of Modern Art in NY dieses Weinanbaugebiet zum Gesamtkunstwerk erklärt hat. Diese Wahl ist nachvollziehbar.
Auch einen Friedhof finden wir während unserer Fahrt. Hier gibt es Wände mit Nieschen in die der Sarg hinein geschoben wird. Die auffällige Besonderheit auf Lanzarote sind die vielen silbernen Vasen an den Grabplatten, häufig tatsächlich mit frischen Blumen.
- Letzte Ruhe in Traumlage
- Neubau bezugsfertig
Obwohl die Insel ja eher klein ist, haben wir doch knapp 300 km mit unserem Wagen zurück gelegt. Aber bei den Spritpreisen hier, wie sie in Deutschland in etwa zur EURO-Einführung herrschten, macht Tanken fast Spaß. Allerdings, ein 50 PS Ford Fiesta ist ein Ford Fiesta ist ein Ford Fiesta… ![]()
- Vom Weg abgekommen??






















