Seit ueber 48 Stunden fahren wir nun mit ausgebaumter Genua unter Selbsteueranlage. Unsere Herta (Pacific Plus) macht einen tollen Job und benoetigt nur wenig Zuwendung. Der Himmel war den ganzen Tag grau in grau und der Wind hat von 5-6Bft auf 4 abgenommen, jedoch kommen wir noch gut voran (neue Position unter Route). Mal sehen was die Nacht und der naechste Tag bringen werden.
Tag 2
=1.Dez.14, auf dem Atlantik, Tag 184, 1.809 sm von HH Die ersten 95 sm liegen hinter uns. Im Augenblick machen wir mit ueber 6 kn gute Fahrt und liegen etwas ruhiger. Die ersten 24 Stunden waren, nun, gewoehnungsbeduerfig, da wir nur wenig Wind (zwischen 8 und 12 kn) hatten, konnte die alte Duenung prima mit uns spielen. Sonne scheint, Temperatur 20 Grad, Launenpegel zeigt nach oben.
Adeus Portugal
So., 30.Nov.14, Lagos/Portugal, Tag 183, 1.714 sm von HH
Die knapp 3 Monate, die wir in Portugal waren, haben uns extrem gut gefallen und uns sehr für dieses schöne Land begeistern können.
Allerdings klafft die Sozial-Schere hier schon ganz schön weit auseinander. Eben kommt man noch an einem öffentlichen Waschplatz vorbei und keine 500 m Luftlinie entfernt, steht ein Supermarkt der Extraklasse.
Seit Frankreich ist eine ständige Verbesserung der Supermarkt-Kassen-Kultur festzustellen. Diese findet nun ihren vorläufigen Höhepunkt in Portugal. Im Supermarkt gibt es vor einer Reihe von 20 Kassen für die Kunden Absperrungen, damit alle Kunden nur eine Schlange bilden. Am Kopf dieser Schlange ist ein Monitor, der anzeigt welche Kasse als nächstes frei ist. Die Kassiererin scannt und packt die Ware für den Kunden ein. Wenn nun kaum noch Waren auf dem Laufband liegen, löst sie das Signal aus, dass der nächste Kunde zu ihr kommen kann. Da man seine Einkäufe nicht selber verpacken muss, benötigt man kaum Vorlauf, um die Waren rechtzeitig vor dem Scan-Vorgang auf das Band zu legen. Bei so einem Kassen-System hat man nie mehr dieses quälende Gefühl sich mal wieder an der langsamsten Kasse angestellt zu haben.
Und dann Brot – das beste Brot seit Deutschland. Klar sind Baguettes und knusprigen Pans lecker… aber was so ein richtiger, kulinarischer Deutscher ist, der vermisst schon mal sein Grau- bzw. Vollkornbrot. Hier in Portugal an „jeder Ecke“ zu bekommen.
Die beste Info aus dem Lebensmittel-Bereich ist allerding die, der mehrwertsteuerlichen Begünstigung von Wein. Portugal hat drei MwSt-Sätze: 6, 13 und 23%. 6% sind ganz normal wie bei uns für Brot, Gemüse usw., Mortadella, Salami bekommen 23 % und Wein ist mit 13% begünstigt. ![]()
Portugal ist ein Paradies für die Fliesenleger- und Steinsetzer-Innung. In Viana und Porto sind es die Kacheln an den Fassaden, nicht immer unser Geschmack, aber in Summe wunderschön anzusehen. Und ganz Portugal hat diese wunderbaren Fußwege vorzuweisen, egal wie runter gewirtschaftet ein Viertel oder Ort auch sein mag, überall hat es diese tollen Gehwege. Egal ob schlicht oder mit den dunklen Ornamenten und Mustern, immer schön anzusehen.
Musikalisch stößt man in Portugal auf den Fado. Eine eigentlich sehr angenehme, melodiöse Musik. Wenn sie nur nicht so unendlich traurig wäre. Beim gelegentlichem Hören, schafft man es noch schwere Depressionen abzuwehren, aber als Fado-CD-Verkäufer, der den ganzen Tag diese leidende Musik hört, neigt man abends sicherlich dazu, sich die Pulsadern zu öffnen.
- Statt Hausnummern an der Wand
Die Kanaren rufen
Sa., 29.Nov.14, Lagos/Portugal, Tag 182, 1.714 sm von HH
Unseren Vorletzten Abend verbringen wir mit unserer Spaghetti-Bolognese-Gang auf der Max. Elke ist so nett, uns alle zum Essen einzuladen. Lecker gekocht, gut gespeist, viel gelacht, ein so gelungener Abend und doch auch Abschiedstreffen. Aber vielleicht sehen wir uns ja eines Tages wieder…man soll nie nie sagen.
Heute ist das Wetter ganz großartig und alle kommen aus ihren Schiffs-Kellern gekrochen. Kurze Hosen, Männer mit freiem Oberkörper und Mädels in Spaghetti-Tops sind zu sehen. Was ist passiert? Leute, es sind nur 20 Grad und der Wind ist deutlich frisch. Aber alle haben gute Laune, egal ob halb nackt oder noch in dicker Jacke.
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Unsere Grib-Files sehen prima aus, so dass es Morgen Vormittag los gehen kann. Die erste bewohnte Insel auf die man stößt, wenn man von hier aus die Kanaren anläuft ist La Graciosa (die Anmutige). Aber wir werden wohl dran vorbei fahren ![]()
Auf La Graciosa muss man sich nämlich anmelden, sonst wird man dort mit 50%iger Wahrscheinlichkeit wieder weg geschickt. Trotz Hilfe von Mitseglern hier am Steg und dem TO Leiter auf Lanzarote, haben wir es nicht geschafft, eine Anmeldung an den Mann zu bringen. Nicht per Mail, Telefon oder Fax…alles kommt zurück oder es laufen Bänder, dass die Nummer nicht mehr existiert.
Zwischen Lanzarote und Lagos liegen 550 tiefblaue Atlantik-Seemeilen (1.018 km), für die wir ca. fünf Tage benötigen werden. Mal wieder liegt der, für uns längste, Törn vor uns. Navigatorisch eine einfache Strecke und es gibt prima den Wind halb bzw. achterlich. Wir werden versuchen mit der neuen Funke per E-Mail den Blog hier mit Informationen über die Lage an Bord zu versorgen.
- Alle roten Teufel sind verschwunden
Neue Abdeckung für die Ankerwinsch
Fr., 28.Nov.14, Lagos/Portugal, Tag 181, 1.714 sm von HH
Immer, wenn es in den letzten zwei Wochen mal einen regenfreien Nachmittag oder gar einen ganzen Tag mit Sonnenschein gegeben hat, haben wir diese Stunden genutzt, um noch einmal an dieser wunderschönen Küste entlang zu spazieren. Die übrige Zeit vergeht mit ganz normalem Alltags-Programm wie einkaufen, kochen, Schwätzchen halten und sonstigen Dingen.
Ich habe aber auch noch etwas richtig Produktives hervorgebracht: Und zwar eine neue Abdeckung für unsere elektrische Ankerwinsch. Ohne Plan, wie man so ein Projekt angeht und an so einem unförmigen Objekt Maß nehmen kann, habe ich mir überlegt, dass ich ein Schnittmuster brauche. Mit Zeitungspapier ist ein solches Schnittmuster kaum zu erstellen, da jeder Windhauch Maß nehmen vereitelt. Also musste Pappe her.
Somit war die erste große Aufgabe, zwei Weinkartons á 5 Liter zu leeren…
Dann habe ich an den zwei Karton solange geschnippelt und geklebt, bis ich eine Art Ummantelung fertig hatte. Dieses habe ich dann wieder auseinander genommen und als Vorlage für den Stoff verwendet. Da sich Pappe nun etwas anders als Stoff verhält, musste die Passform leider mehrfach geändert werden. Ich weiß nicht, wie oft ich unter Deck zur Nähmaschine und wieder aufs Vorschiff geklettert bin.
Nun ja, wir sind mit dem Ergebnis ganz zufrieden, aber aus Pappe ein Schnittmuster zu erstellen ist nur eine mäßig gute Idee. Das nächste Mal würde ich ein Schnittmuster aus altem Stoff erstellen.
- Unförmige Winsch
- Pappkarton-Hülle
- Nach vielen Korrekturen…











