Das kann ja heiter werden

Die erste Seemeile hinaus in unbekanntes Gebiet –
und mir ist schlecht.
So lange wurde dieser Augenblick, Helgoland im Kielwasser zu haben, nun von mir herbeigesehnt und in den letzten Tagen ungeduldig erwartet – und dann das!
Absolutes Traumwetter, Schäfchenwolken, 20 Grad und eine schwache Briese (3 Windstärken = nicht der Rede wert), kleine, pupsige Miniwellen. Was für ein Start!
Aber sobald wir die Abdeckung von Helgoland verlassen hatten, fing unsere Atanga in einer alten Dünung so unglücklich an zu rollen, dass nach 30 Minuten Feierabend für mich ist.
Ich werde müde, mir ist kalt, mir ist schlecht und ich will zurück.
Da das außer mir keiner will, bleibt mir nur zu sterben, außenbords zu springen oder mich hinzulegen. Ich wähle Letzteres und nach zwei Stunden Schlaf, etwas Essen und noch zwei Stunden später ist alles wieder gut.
Dann, abends während des Kochens ein kleiner Rückfall, Joachim muss zu Ende kochen, aber mir schmeckt dann final mein eigenes Essen doch noch :-)
Dabei hatte ich bereits 1000 Mal gelesen, dass man besser vorkocht, aber man muss eben doch seine eigenen Erfahrungen machen.

Die erste Nacht auf See ist dann ganz entspannt. Wir haben zwar in der Vergangenheit schon Nachtfahrten unternommen, aber dies diente früher bei Charterfahrten und Touren mit Gästen immer der allgemeinen Unterhaltung und das Cockpit war voll mit Mitsegelern.
Diese Nachtfahrt war die erste mit Wachwechsel und alleine (also ganz alleine) im Dunkeln im Cockpit zurück gelassen zu werden.
Aber der Wind ist friedlich, dazu Vollmond und eine kurze Nacht (richtig dunkel ist es nur von 23:00 bis 4:00), und diese neue Erfahrung wird zum Angenehmen Erlebnis. Wir haben einen Rhythmus von drei Stunden gewählt. Mal sehen, ob sich das bewähren wird.
Das die Umstände am Mittag weiterhin so gut sind, beschließen wir an Den Helder vorbei zu fahren und
nach 36 Stunden und 187 sm (346 km) erreichen wir Ijmuiden in den Niederlanden.

Heute ist Pause, Ort erkunden, einkaufen, Internet suchen und Morgen geht es wahrscheinlich weiter nach Seebrügge.

P.S. WM? Was ist das?

 

Auf dem Weg nach Holland

Unter Motor haben wir Helgoland vor 24 Stunden verlassen und sind durch die Nacht gefahren. Zum Glück hatten wir Vollmond, sodass uns nicht gleich eine tiefschwarze Nacht erwartete. Gegen 10 Uhr tauchte dann ein Boot der Niederländischen Wasserschutz auf, ging längsseits und 2 außerordentlich freundliche Beamte kamen an Bord, um die Pässe zu kontrollieren und um sich kurz umzusehen. So lassen wir uns Kontrollen gern gefallen. Mehr, wenn wir wieder an Land sind und einen Internetzugang finden.

Helgoland – Besuch am Lummenfelsen

Liebe Ornithologen , leider kann ich nicht wirklich etwas wissenschaftlich verwertbares beitragen, außer, dass es am Lummenfelsen wirklich schoen ist (wenn auch geruchlich extrem intensiv). Die Toelpel haben bei dem leichten Wind nicht wirklich ihre wahren Flugkünste gezeigt, aber sind sind einfach schoen anzusehen. Wir hatten schon einmal das Glück auf Helgoland zu sein, als der Wind eher Sturmstärke hatte und dann zeigen die Toelpel wirklich was sie drauf haben. Selten kann man so elegante Flieger in Natur sehen. Ich finde die Insel immer wieder schoen, auch wenn Bine meine Begeisterung nicht immer teilt. Immerhin konnte ich sie ueberzeugen, einen Tag Länger zu bleiben, bevor wir nach Holland weiterfahren.

Helgoland

 

mit wunderbarem Segelwind, moderat und leicht von achtern, sind wir bei strahlendem Sonnenschein die 36 sm (ca. 70 km) nach Helgoland gereist. Wegen der guten Verhältnisse konnten heute gleich unseren Blister (Leichtwindsegel – die hübsche, bunte Blase, die immer vorne am Bug eines Segelbootes schwebt) einsetzen. Für uns neu war der Bergesack, den wir uns vor der Reise noch gekauft hatten. Das hat aber bestens funktioniert, die 120 qm Tuch in die 17 m lange Hülle zurück zu bekommen.

Als Abrundung für den perfekten Tag hat noch Seehund auf halber Strecke kurz guten Tag gesagt…

 

Nebel des Grauens…

…nach dem wunderschönen Sommertag zieht nun seit einer Stunde eine total dicke Nebelwand über uns hinweg. Kälte legt sich auf uns. Hinter der schützenden Mauer des Hafens hört man die großen Pötte draußen auf der Elbe jede Minute tuten…Joachim, der Scherzkeks, klopft permanent dreimal auf Holz…Nebel des Grauens…(die Älteren unter uns erinnern sich)…unser kleines Heim wird zur Höhle, zum Heim, bietet Schutz und Geborgenheit, Decken werden gereicht…Eine neue Seite zeigt sich nach all den schönen Tagen. Auch schön!