Leben in einer Real-Satire

So.,03.Juli 22, Neuseeland/Whangarei, Tag 2955, 24.696 sm von HH

In den 70er bis 80er Jahren war Ephraim Kishon der König der Satire. Kaum ein Haushalt in dem nicht das Buch „Drehen Sie sich um, Frau Lot“ gestanden hätte. Unsere Generation kennt den ‚Blaumilch-Kanal‘ und weiß mit wem  ‚die beste Ehefrau von allen‘ verheiratet ist. Heute wirken die überzogenen Kurzgeschichten vom Satire-Altmeister etwas angestaubt und altbacken. Aber halt! Von wegen altmodisch, wir leben mitten in diesen alten Satiren.

Ihre Zimmernummer , Sir! – In dieser Geschichte muss der Protagonist beim Aufenthalt in einem Hotel im Pauschalpreis nicht  beinhaltete Leistungen nicht sofort bezahlen, sondern nur durch die Nennung seiner Zimmernummer wird sein Konto belastet. Nach ein paar Tagen entdeckt er, dass er statt seiner eigenen nur eine fremde Zimmer-Nummer zu nennen braucht und schon kann er sich alles bestellen von dem er bislang nur im Opiumrausch geträumt hatte: ein indisches Bauchtänzer-Duo, eine Liliputaner-Gruppe  oder 29 Portionen gegrillte Kalbsleber – ohne bezahlen zu müssen.

Unsere Werft hat einen eigenen Shop. Das ist toll! Man braucht eben einen Pinsel oder Schleifpapier, dann landet man bei Holger. Statt der Zimmernummer gibt man seinen Schiffsnamen an. Holger notiert: „Atanga – Owner  –  Datum  – Pinsel und Schleifpapier“. Der Zettel wird auf einem Spieß aufgepickt und an die Buchhaltung weiter geleitet. ( :mrgreen: die „Buchhaltung“ überträgt Holgers Zettel übrigens mit der Hand in eine Tabelle und tippt dann mit der Hand die Positionen zusammen – es kann nur Satire sein. Und die krummen Beträge … damit man auch ja nichts im Kopf errechnen kann – würde ich genau so machen :roll: ). Die Preise im Shop sind nicht (kaum) höher als in den umliegenden Baumärkten, man hat keinen Fahrweg, sehr praktisch.

Die Unterlagen der Buchhaltung – als Anhang zur Rechnung

Seit wir in der Halle stehen, wissen wir, dass dieses Prinzip auch für die Arbeiter der Werft gilt. Jeder Arbeiter, der für Atanga einen Auftrag von seinem Vorgesetzten bekommt, startet seinen Arbeitstag bei Holger. Overall, Klebeband, Farben-Rührer, Schleifpapier, Handschuhe, Eimer, Becher – was das Herz begehrt, Holger hat es. Einen Tag gehe ich um halb neun zu Holger in den Laden – eine halbe Stunde nach Arbeitsbeginn – und sehe bereits drei gespießte Zettel für Atanga. Josh, Shane und Peter, alle waren bereits shoppen auf unsere Zimmernummer. Einige der Jungs schaffen es dreimal am Tag im Shop einen Zettel zu generieren.

Diese Selbstbedienung ist Mist. Keiner fühlt sich verantwortlich für das Material. Die Zimmernummer zahlt ja. Verschwendung in Reinperfektion.  Nichts gegen Arbeitsschutz – wichtig und wertvoll. Aber warum muss das der Kunde leisten? Handschuhe, Overalls, alles bezahlen wir. Ohrstöpsel für 0,55 NZ$ stehen auf der Rechnung. Fünfzehn Paar Atemschutzfilter gehen auf Atanga. Eigentlich halten die viele Tage – unsere eigenen schaffen es zumindest. Okay, ob es nur bei Norsand oder überall in Neuseeland so ist, können wir nicht heraus bekommen. Hier herrscht in jedem Fall extreme Verschwendung. Und ärgert diese Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt und natürlich gegenüber unserem Geldbeutel.
Wir finden nicht genutzte Schleifscheiben  (1,25 NZ$ das Stück) im Dreck . Overalls – einmal getragen – leicht angestaubt – liegen in der Ecke. 16,96 NZ$  das Stück – ihre Zimmernummer, bitte. Ich lege zwei für uns bei Seite. Die sind wie neu. Ein Paar Latex-Handschuhe – säurefest – Spitzenqualität – kostet 1,95 NZ$ das Paar. Nach acht Wochen in der Halle  haben wir 191 Paare auf der Rechnung. Diese unglaubliche Menge ist wie folgt zu erklären: Anziehen, Epoxy mischen – Handy klingelt – Handschuhe ausziehen – telefonieren – neues Paar aus der Box nehmen – weiterarbeiten. Oder auch: Bei uns den Job fertig haben – benutze Handschuhe in den Müll – ein neues Paar Handschuhe gegriffen (Zimmernummer Atanga) – zum nächsten Job gehen.

Am Ende der Arbeiten an Deck finden wir 18 angefangene Rollen mit Klebeband. Unbenutzte, aber abgeschnittene Bänder Schleifpapier: 40er – 60er – 80er -100er. Bis zum Ende unserer Tage werden wir versorgt sein. Sechs angefangene Rollen mit Folien zum Abdecke – nie werden wir diese für etwas benötigen. Wir sind nur froh, dass Holger im Shop keine Bauchtanzgruppen verkauft – wir wüssten nicht, wie wir diese ganzen Truppen ernähren sollten.

Die drei grünen Rollen im Hintergrund sind noch unbenutzt – die nimmt Holger zurück – dafür gibt es dann eine Hand geschriebene Gutschrift

 

Die zweite Satire in der wir leben, ist hausgemacht. In ‚Chamsin und Silberrausch‘  hat der Protagonist eine Dose mit Silberlack mit der er zur Freude der besten Ehefrau der Welt ein Ofenrohr streichen will. Am Ende des Ofenrohrs ist noch Farbe übrig. Das Drama endet in der Versilberung des gesamten Haushalts samt Garten.
Der mit der Silberlack-Dose das bin ich. Ich kaufe eine Dose weiße Bilgen-Farbe, um den Deckel unserer Backskiste zu verschönern. Von oben mit dem wunderbaren Flexi Teek beklebt, kann sie unmöglich von unten schmuddelig eitergelb bleiben. Am Ende des Deckels ist noch Farbe übrig. Es folgt die Bilge (der Keller im Schiff, befindlich unter den Bodenbrettern) im Bad und unter der Pantry-Spüle. Der Zeitpunkt zum Streichen ist günstig, ich habe viel Platz, weil ja noch nicht die neuen Ventile eingebaut sind. Nach Bad und Pantry ist noch Farbe übrig. Da passt es gut, dass ja die Bodenbretter zum Lackieren ausgebaut sind und unten in der Halle liegen. Ich streiche die Bilge im Salon und unter meiner Koje. Etwas Farbe ist noch übrig – mal sehen, was Morgen passiert.

Der Anfang allen Übels – der Deckel der Backskiste erstrahlt in frischem Weiß

Jetzt auch die Bilge im Salon wie neu – übrigens sieht es im ganzen Schiff so chaotisch und unordentlich aus

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Vielleicht in drei Wochen …

Mo.,27.Juni 22, Neuseeland/Whangarei, Tag 2947, 24.696 sm von HH

„Wann könnt ihr wieder auf Atanga ziehen?“ Die meist gestellte Frage. Wir wissen es selber nicht. Im März hatten wir noch gedacht, dass wir Ende Mai locker fertig sind. Für eine Hochzeit :cry: wollten wir Anfang Juni nach Hause fliegen (den Flug haben wir nur nicht gebucht, weil wir bei der Wiedereinreise nur drei Monate Aufenthalt bekommen hätten).
Seit Wochen lautet die Antwort, wann wir fertig sind: vielleicht in drei Wochen. Woran liegt es, dass wir dem Ziel nicht näher kommen? Es ist die schlechte Planung der Werft.

Peter, der Osmose-Fachmann, der versprochen hatte, dass er erst nach Fiji segelt, wenn die Ari B und Atanga fertig sind, hat nicht Wort gehalten. Die Ari B ist fertig, Atanga nicht. Peter ist seit gut zwei Wochen weg und mit dem Verschwinden des Projektleiters ist die Planung, wer unseren Rumpf fertig macht, fast zum Erliegen gekommen.
Es fehlte noch das Pin Hole Filling (kleine und kleinste Löcher im Epoxy-Spachtel), was Ben (ein Mitarbeiter von Peter) übernehmen sollte. Der junge Mann untersteht nun der Arbeitseinteilung von Lance  :evil: und erschien am 8. und 9. Juni, dann erst wieder fünf Tage später. Am 17. Juni war die Arbeit dann endlich abgeschlossen. Zehn Tage gingen ins Land, in drei hätte es fertig sein können.

Nach dem Pin Hole Filling fehlen noch zwei Arbeits-Schritte: die wasserdichten Lagen mit Interprotect streichen bzw. spritzen und ganz zum Schluss ‚Coppercoat‘ statt eines normalen Antifoulings.  Jetzt wird es etwas kompliziert, weil so ein Schiff an Land ja auf seinem Kiel steht, aber an diesen Stellen sollen natürlich auch alle Arbeitsschritte ausgeführt werden. Vor sechs Tagen also hat ein neuer Mitarbeiter  (Damian) die Mitte des Kiels, der in der Luft schwebt, mit Interprotect und Coppercoat fertig gestellt. Das hätte schon vor vierzehn Tagen erledigt werden können.

Die Mitte des Kiels ist fertig. Atanga muss nun umgebockt werden. Statt auf den Enden des Kiels soll der Kahn nun auf der fertigen Mitte ruhen. Dies erfolgt mit Hilfe von Wagenhebern und Böcken und Holzgestellen. Diese Tätigkeit kann aber nur ein Mitarbeiter der Werft. Und der hat diese Woche Urlaub. Grrrrr. Hätte man schon vor vierzehn Tagen die Mitte fertig gestellt … hätte … hätte.
Hat man aber nicht – wieder eine Woche im Land.

In der Mitte ist der Kiel komplett fertig – das rostrote ist das Coppercoat – vorne unten hinten liegt der Kiel auf – Atanga muss umgebockt werden

Diese Planlosigkeit macht uns ganz kribbelig, obwohl sie uns auf der anderen Seite zu Gute Kommt. Denn solange der Rumpf nicht fertig ist, steht Atanga in der Halle. Und solange Atanga in der Halle steht (kostet keine Extra-Standgebühren), können wir unser Tausend-Teile-Puzzle in aller Ruhe zusammen bauen. Es ist im Detail mehr Arbeit als erwartet. Achim hat in einem Blog gelesen, dass der Eigner dafür über dreitausend Euro bezahlt habe.
Es passt einfach nichts mehr von der Höhe, weil das neue Deck nur noch 5 mm dick ist. Schrauben müssen gekürzt und „Unterlegscheiben“ angefertigt werden. Unsere Relingsfüße hatten schon immer Abstandhalter aus Hartkunststoff. Diese verdoppeln wir aus Resten vom Flexi Teek. Umlenkblöcke bekommen handgegossene, handgeschliffene, super edle Scheiben aus Epoxy untergeschoben. Viel Maßarbeit, die Zeit frisst.

Nach dem Muster der alten Scheibe schneidet Achim zusätzliche Abstandhalter für die Relingsfüsse- gut für den, der Linoleum-Schnitt in Kunst gehabt hat

So soll es mal aussehen – nur noch einkleben und verschrauben

Das Loch für die Umlenkrolle ins neue Deck schneiden

In einer Form wird das Epoxy gegossen

Der fertig geschliffene Keks – genau 3,5 mm – bitte gleichmäßig

Nur damit die Rolle etwas erhöht über dem Deck endet

Klampen vorbereiten

Klampe gut in Sika eingesetzt – der Trick damit das Klebeband vom Druck des Sikas nicht hochgedrückt wird, lautet einen halben Millimeter Abstand zur Kante kleben

Sechs Klampen – ein halber Tag Arbeit das Sika komplett zu entfernen

Da in der Halle zurzeit nicht geschliffen wird, nutzen wir außerdem den Platz und die Zeit und lackieren unsere Bodenbretter und die Niedergangs-Schotten. Leider ist nun tatsächlich Winter. Häufig sind morgens nur knapp zehn Grad in der Halle. Sika und Lack, ja selbst Klebeband, mögen diese niedrigen Temperaturen nicht. Da heißt es warten bis 10:00 Uhr, dann kommt bei Sonnenschein die Halle auf Temperatur. Und für die Lack-Trocknung nehmen wir uns eine Wärmelampe, die in der Halle vergessen wurde. ;-) Da wir an der Situation nichts ändern können, suchen wir für uns den größten Nutzen daraus.

Dank Wärmelampe kann ich täglich eine neue Lage lackieren

 

Wir hangeln uns also von einem AirB&B zum nächsten House-Sitting. Wahrscheinlich haben wir schon in mehr Häusern in Whangarei geschlafen als so manch Einheimischer. Im Augenblick wohnen wir gerade für eine Woche bei Marley und Sally. Den beiden Hunden, die wir im Februar schon mal betreut haben. Diesmal sind wir im Obergeschoß im Gästezimmer einquartiert worden, weil es im Erdgeschoss zu kalt geworden ist.
Auch unser Outfit beim Spaziergang morgens um 7:00 Uhr, grad zum Sonnenaufgang, hat sich deutlich verändert. Dicke Jacken, Gummistiefel und Pudelmütze statt Flip Flops. Beste Klamotten, um gleich danach Zitronen und Mandarinen zu ernten. Die Bäume hängen voll – willkommen im Winter in Neuseeland.

Kalt – aber schön morgens

Der Winter bringt Zitronen- und Mandarinenernte – mehr als man verwerten kann

Wir dürfen uns bedienen – da freuen sich die Mitsegler auf dem Yard

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Abenteuer Air B&B

Di.,21.Juni 22, Neuseeland/Whangarei, Tag 2941, 24.696 sm von HH

Bei Air B&B bieten Privatleute ihr Wohnung (oder Teile davon) zur meistens kurzfristigen Miete an. Auf einer Internet-Plattform stellen sich die Vermieter und das Objekt detailiert vor. Zum Beispiel, ob ein eigenes Bad vorhanden ist, sich die Küche geteilt werden muss und ob Haustiere vorhanden sind.
Da wir ja keine Unterkunft mehr zum House-Sitting gefunden haben, wechseln wir zur Air B&B. Ein Selbsttest, was wir aushalten können. ;-)

Speziell für Neuseeland noch die Information, dass Neuseeländische Häuser keine Zentralheizungen haben. Meistens gibt es im zentralen Wohn-Ess-Kochbereich eine Wärmepumpe. Eine Art umgedrehte Klimaanlage an der Wand hängend, die für Wärme sorgt. Sorgen soll. Bad und Nebenräume haben in der Regel keine Heizung.

1.Unterkunft bei Michael
Michael ist Ende zwanzig und wohnt normalerweise mit seiner Freundin zusammen. Die ist aber zurzeit in Singapore und somit öffnet er uns alleine die Haustür. Das Haus ist nüchtern eingerichtet. Weiße kahle Wände, alles spärlich möbliert. Dunkelbraune Vorhänge, dunkelbrauner Fußboden.

Wir haben ein eigenes Zimmer, müssen uns allerdings Bad und Küche mit Michael teilen. Nach einem Schnelldurchlauf durch die Funktionen und Örtlichkeiten des Hauses halten wir mit ihm ein Schnupper-Schwätzchen am Tresen der Wohnküche. Dabei offenbart er uns, dass die beiden immer dann kein Air B&B anbieten, wenn sie keine Lust mehr haben aufzuräumen. :mrgreen:

Nach einer kurzen Unterhaltung verschwindet Michael in einem der anderen Räume. Uns „überlässt“ er wortlos die Wohnküche. Wir nehmen das stumme Angebot gerne an, denn in unserem Zimmer stehen nur ein Bett und ein Nachtschrank, da sitzen wir am Tresen oder Esstisch bequemer. Auf dem Laptop schauen wir Filme mit Basil, der Katze des Hauses, und vertreiben uns so die Abende.
Bei Michael sind die Decken meterhoch und die Wärmepumpe schafft nicht so recht ihre Arbeit. Zum Glück ist es in dieser Woche nachts noch nicht so kalt, so dass wir mit Doppel-Fleece noch ganz gut klar kommen.

Kleines Haus – unauffällig

Die Küche ist mehr als spärlich ausgerüstet. Der einzige unbenutzte Topf hat keinen Deckel. Der zweite Topf steht mit gebrauchtem Fett auf dem Herd. Dort bleibt er auch die gesamte Zeit unseres Aufenthalts stehen. Wir sind sowieso nur auf einfache Gerichte eingestellt, kommen somit die eine Woche schon klar damit. Die nicht schließende Ofentür (für eine Fertigpizza) sollen wir mit einem Stuhl verkeilen, schlägt Michael vor.
Ich will nicht sagen, dass die Küche versifft ist, aber es wäre prima, wenn Meister Propper der nächste Gast in dieser Unterkunft wäre. :-) Und der Badewannenvorleger hat unterm Schmuddel jegliche Farbe verloren. Damit die Handtücher im kalten Bad nicht anfangen zu müffeln, nehme ich sie mit in unser Zimmer zum Trocknen. Der gemütlichste Raum im Haus, der den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird.

Der Wohn-Essbereich – kalt und nüchtern

Der angrenzende Küchenbereich

Zum Glück haben wir (aus Sicherheitsgründen) nur eine Woche Aufenthalt bei Michael gebucht. Ich suche bereits am ersten Abend eine andere Unterkunft im Anschluss.
Leider wird der junge Mann im Laufe der Woche immer unfreundlicher. Dabei sehen wir uns nur abends, wenn wir von Atanga zurück kommen. Morgens warten wir mit dem Aufstehen, bis er um sieben Uhr das Haus verlässt.
Wenn ich ihn anspreche, tut er so als verstünde er mich nicht. Hallo? Bislang ist noch jeder mit meinem bloody german accent klar gekommen. Gut, Sympathie kann man nicht erzwingen – ich beschränke mich also aufs Hallo-Sagen und die Bitte, ob er vielleicht für den übervollen Mülleimer eine neue Tüte hätte. Er stellt nach ein paar Tagen auch den Smalltalk mit Achim weitestgehend ein. Er klappt nur noch die Tür zu seinem Raum geräuschvoll hinter sich zu. Seine ganze Art lässt uns wissen, dass er lieber alleine wäre und Air B&B nur wegen der Kohle macht.
Am letzten Abend belegt er zur Hauptkochzeit die Küche, um für eine ganze Woche ein Hühnchen-Curry vorzukochen. Fast zwei Stunden besetzt er den Herd, während wir am Tisch sitzen und warten dürfen. Unser anschließendes Rührei war nach zehn Minuten fertig.

63 NZ$ pro Nacht – keine Extras enthalten

Der Lichtblick des Hauses – Basil – eine echte Schoß- und Schmusekatze

Der Kater rettet den Aufenthalt

2. Unterkunft bei Dina
Von der Air B&B Hölle direkt in den Himmel. Diesmal haben wir ein eigenes Bad und einen eigenen Hauseingang in unser Zimmer. Schon der Eindruck von außen ist ein ganz anderer. Alles ist neu, geharkt und geschniegelt. Der Eindruck setzt sich drinnen fort. Im blitzblanken, weißen Bad bekommen wir von Dina einen elektrischen Vakuum-Duschkabinen-Wand-Trockner von Kärcher in die Hand gedrückt: „Bitte benutzen nach jeder Dusche.“    An den Badematten erkennt man noch die Abdrücke der Wäscheklammern. Es gibt Handtücher gestellt (schneeweiß – mit snug and cosy Aufsticker), Shampoo und Duschgel stehen zur Verfügung. Eine Wärmelampe and der Decke, mit zwei Hitze-Stufen einstellbar, heizt das Bad in Sekundenschnelle auf. Das ist wichtig, denn ein Hochdruckgebiet lässt arktische Luft über Neuseeland ab. Nachts fallen die Temperaturen bereits unter zehn Grad.

Hauseingang zu Dina und Mann

Der Eingang zu unserem Zimmer

Leckerlies liegen auf jedem Kopfkissen und unser Zimmer hat einen geräumigen Schrank und Fernseher mit Netflix-Zugang. Zwei elektrische Heizdecken im Bett helfen die fehlende Heizung zu ersetzen.
Die Küche ist riesig und so fertig geputzt, um darin zu operieren. Ausgestattet mit scharfen Messern, tausend Töpfen, Pfannen und Schüsseln. Im Preis inbegriffen ist außerdem ein Frühstück – entweder Cerealien oder Toast mit süßen Aufstrichen. Cappuccino, Tee, Kaffe oder Kakao gehören ebenfalls dazu.

Dina und Ihr Mann – beide etwa Ende fünfzig – empfangen uns sehr freundlich und lassen uns die ersten zwei Abende alleine in ihrem großen Haus. Unser Zimmer ist zwar schön, aber noch lieber sitzen wir am Tresen in der Küche nach dem Abendessen.
Die weiteren Abende müssen wir uns die Küche teilen. Das klappt gut, da wir etwas später dran sind und unsere Gastgeber jeweils schon fast fertig sind mit Kochen als wir in die Küche kommen. Aber es ist für uns ein komisches Gefühl in der Küche zu wurschteln während die Hausherren noch am Esstisch sitzen oder vor dem Fernseher. Dina bekommt auch alles mit, was in ihrer Küche passiert. Wir suchen eine Plastikschüssel und ich öffne nach einander die undendlich vielen Schranktüren. „Sucht ihr was bestimmtes?“, fragt sie aus dem offenen Wohnbereich in die Küche und steht auch schon neben mir. Oder sie schaltet im Vorbeigehen schnell die Dunstabzugshaube an, obwohl Achim gerade erst den Herd angeschaltet hat und das Öl nicht mal lauwarm geworden ist. Wir fühlen uns etwas beobachtet und ziehen uns immer schnell nach dem Essen in unser Zimmer zurück.

 

57 NZ$ pro Nacht – preiswerter als die Hölle. Unbegreiflich. Warum wir das nicht gleich gebucht haben? Es stand nicht zur Verfügung! Ein Gast war kurzfristig für eine Woche abgesprungen und daher konnten wir sieben Tage ergattern.

3. Unterkunft  bei Stephen
Die Unterkunft hatte ich schon vor Michael gesehen. Da hat mich das Hochbett abgeschreckt und daher ist die Wahl auf Michael gefallen. Blöd! Ich hatte das Hochbett in Verdacht, dass noch weitere Menschen mit uns in einem Raum übernachten. Nein, das Hochbett ist dafür, falls eine ganze Familie sich einmieten möchte.

Das Hochbett hat mich abgeschreckt, aber das Zimmer ist besser als es aussieht

Wieder haben wir einen eigenen Eingang zu unserem Zimmer. Nicht so chic wie bei Dina – der Weg führt durch eine mit Gerümpel voll gestellte Garage. Und wieder haben wir unser eigenes Bad. Shampoo und das ganze Klimbim stehen zur Verfügung. Feuchte Handtücher haben einen beheizten Handtuchhalter – ähnlich den Handtuch-Heizungen in Deutschland.

Stephen und seine Frau sind Mitte dreißig und haben drei kleine Kinder. Von zwei bis sieben Jahre alt. Beide Elternteile sind tiefenentspannt. „Um 18:30 Uhr ist die Familie abgefüttert, dann können ihr die Küche nach Gusto benutzen“, erklärt Stephen uns. Das ist angenehm. Ab und an wuselt noch ein Kind hin und her und wird von einem Elternteil wieder eingefangen. Im Vorbeigehen macht Stephen die Dunstabzugshaube aus, die wir eingeschaltet haben. „Zu laut“.
Die Küche sieht aus wie nach einer Küchenschlacht.  Aber wir finden unseren Platz zwischen den vorgespülten Töpfen und halb gepackten Pausenbroten für die Kinder am nächsten Morgen. Die Familie weilt im separaten Wohnzimmer und versucht die Kinder ins Bett zu bekommen, während wir essen. Im Küchenbereich sorgt ein Holzofen für brauchbare Wärme.
Nur morgens, wenn die Familie schon ausgeflogen ist, friert das Wasser in der Spüle ein. Vierzehn Grad innen, sechs draußen, sind uns zu wenig. In unserem Zimmer steht ein brauchbarer Heizlüfter, den tragen wir zum Frühstück in die Küche.

Die Küche am nächsten Morgen – alles auf- und weggeräumt – Überstunden nachdem die Kinder im Bett waren

In dem begehbaren Kleiderschrank in unserem Zimmer steht ein Kühlschrank. Das ist eine gute Idee. So brauchen wir unseren Käse, Butter und sonstiges nicht in den Familienkühlschrank quetschen.

Das Haus ist riesig. Die jungen Leute finanzieren es augenscheinlich großenteils über Air B&B. „Wenn wir in den Urlaub fahren, vermieten wir das ganze Haus – 200 Dollar die Nacht. Zack, ist der Urlaub bezahlt“, berichtet Stephen.
Die Einrichtung ist unterstes WG Niveau. Alles zusammengesucht und nicht wirklich in einem guten Zustand. Neuseeland ist teuer, die Gehälter nicht gerade großzügig – da bleibt schon mal was auf der Strecke.

57 NZ$ – nicht die schönste, aber die unkomplizierteste Unterkunft mit sehr netten Gastgebern.

Fazit: das teuerste muss nicht immer das beste sein. ;-) und AirB&B  ist etwas an das man sich gewöhnen muss. Wir finden es unterm Strich anstrengend und suchen wieder nach House Sitting.

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Das Tausend-Teile-Puzzle

Di.,14.Juni 22, Neuseeland/Whangarei, Tag 2936, 24.696 sm von HH

Am letzten Montag hat Pablo, wie versprochen, das Deck fertig gestellt. Wir sind absolut zufrieden, bis ins Detail. Die Fugen zum Cockpit und zur Scheuerleiste sind wie mit dem Lineal gezogen. Alle Kanten stimmen, das Muster ist symmetrisch, alles passt perfekt.
Auch die Decks-Vorarbeiten unserer Werft sind gut geworden. Streicht man mit der Hand über das Deck, sind keine Beulen oder Dellen fühlbar (die einzige bisher gefundene Delle neben einer Winsch … pppfft egal, drauf gepfiffen).

Es gibt aber doch ein paar Kleinigkeiten – okay Kleinigkeiten gibt es bei jedem Projekt.
Zum einen wurde das weiße Interprotect (das ist die wasserdichte, dreifach aufgetragene letzte Schicht auf dem Deck) zu weit an den Winschen hoch gezogen. Sobald wir die schwarze Dichtungsfuge aus Sika (Gummimasse) um die Winschen gezogen haben, würde ein schmaler weißer Streifen zwischen Fuge und schwarzem Metallzylinder der Winschen aufblitzen. Der Fehler ist niemandem aufgefallen und unschön.
Achim und ich beschließen, den schmalen Streifen von vielleicht einem Zentimeter schwarz zu lackieren. Das ist mein Job. Oh weh, jetzt bloß keine Farbe auf das neue Deck kleckern! Ich klebe alles sorgfältig ab und besorge mir Lack vom Yard. Der ist dünn wie Wasser, deckt aber gut. Nach zwei Anstrichen ist der hässliche weiße Streifen verschwunden. Ich brauche nur noch das Klebeband entfernen. :cry: Mama, Hilfe!!! Das Deck ist noch warm, keine zwei Tage alt und schon mit Farbe vollgeschmiert! Die dünne Plörre ist tatsächlich unter das Abdeckband gekrochen. Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich könnte Kuchen schreien. Dass das Flexi Teek so schnell einem Stress-Test unterzogen wird –  wer hätte das erwartet – aber hallo, das Zeug kann was. Mit 40er Schleifpapier kann ich einfach die übergelaufene Farbe weg „radieren“. Da strahlt die Malermeisterin erleichtert.

Soviel Mühe beim Abkleben gegeben

Mühe allein genügt eben nicht

Ein weiter Punkt ist die am erhöhten Cockpit-Deck zu weit zur Kante gezogene Spachtelmasse. Die ist ausgerechnet auch noch rot und somit von weit her sichtbar. Darüber wurde am letzten hektischen Wochenende als alles schnell, schnell, fertig werden sollte, bevor die Flexi Teek Jungs anreisen, einfach Farbe (?), Lack (?) oder Interprotect (?) gepinselt. Mit Laufnasen, übergeschmiert und wirklich hässlich. Ich schleife zwei Tage lang die Nasen weg und so weit es geht ans neue Teek Deck heran. Zunächst mit 230er Körnung, dann 800er und zum Schluss 2000er. Die Laufnasen sind weg, aber ein ätzender  roter Strich nahe am Teek verbleibt. Eine Reklamation beim Yard hat das Angebot zur Folge, dass die Kante gespritzt werden könnte. Not a big deal – keine große Sache, wird uns versichert. Gegen den Einwurf kleiner Münzen. Einen Fehler sieht die Werft auf ihrer Seite nicht. Grummel.

Übergeschmiertes Gelcoat bekomme ich mit viel Schleifeinsatz wieder hin

Roter Spachtel taucht an der Kante zum Teek auf – das soll weg

Wir verzichten auf das Angebot. Die Crew-Beratung beschließt, dass ich eine dünne Schicht Gelcoat auf den roten Streifen spachteln und dann soweit runter schleifen soll, dass man das Rote grade nicht mehr sieht, aber trotzdem niemand die Spachtelarbeit sehen kann (huch ??? – das ist hohe Meisterkunst – Achims Vertrauen ehrt, dass ich das hin bekomme).
Ich bin einverstanden. Und bekomme es nicht hin. Ich mische versehentlich zu wenig Härter unter das Gelcoat – es wird nicht hart. Ich könnte schreien (tue es dann auch ;-) ) Aber Gott ist dann doch mit den Dummen: während ich die halb hart gewordene Pampe mit einer Abzieh-Klinge abschabe, stelle ich fest, dass ich den roten Streifen ebenfalls rückstandslos abkratzen kann. Noch einmal mit 2000er nass überpoliert und die eben noch hässliche Kante strahlt uns ein schneeweißes Lachen entgegen.

Während ich vorne etwas aufbaue, um es hinten mit dem Hintern wieder einzureißen, spielt Achim mit Schrauben. Alles, was wir abgebaut haben, muss zurück aufs Deck geschraubt werden. Das klingt nach Akkuschrauber und gut ist. Leider nein. Erstmal muss Achim Löcher bohren. Möglichst an den richtigen Stellen  :mrgreen: Die ursprünglichen Löcher haben wir vor dem Aufbau des Decks mit einem dünnen Epoxydeckel geschlossen, damit von oben keine Spachtelmasse in das Loch laufen kann und es unrettbar verstopft. Solche Löcher können leicht von unten aufgebohrt werden. So die Therorie. Da einige Löcher aber nicht senkrecht verlaufen, muss der richtige Winkel zum Bohren gefunden werden. Ein Loch, dreißig Minuten – es sind ungefähr 200 Löcher, die fehlen.
Und dadurch, dass das neue Deck ungefähr 7 Millimeter dünner ist als das ursprüngliche Holzdeck, sind auch noch alle Schrauben zu lang. Da werden mal eben 220 Dollar für neue Schrauben fällig – nur sind nicht alle zu bekommen. Für die Klampen zum Beispiel, da sollen die Köpfe ja genau in ihre Aussparungen passen. Die Eisensäge zum Kürzen wird heraus gekramt.

Alle Teile auf die viel Belastung anliegt, dürfen nicht direkt aufs Flexi Teek geschraubt werden. Für Blöcke, Umlenkrollen und Klampen schneidet Achim entsprechende Ausschnitte ins neue Deck. Bei den ersten Schnitten zittert die Hand. Richtige Stelle, nicht zu groß? An Tag zwei läuft es besser, nach drei Tagen sind alle Löcher ins Deck geschnitten.

Löcher ins neue Deck bohren – wer traut sich

Alles, was aufs Deck geschraubt wird, muss mit Sika eingeklebt werden. Beim Arbeiten mit diesem widerlich klebrigen Zeug muss das Teil beim ersten Mal sitzen, also macht Achim für jeden Beschlag einen Trockenlauf. Passt das Schraubenloch, die Länge der Schraube? Sind eine Unterlegscheibe dabei und die Mutter? Beim Kleben darf nichts schieflaufen. Das Wiederrausziehen einer Sika verschmierten Schraube endet im schwarzen klebe-Chaos.

Das Sika-Kleben üben wir an den Hebe-Öffnern von unseren Klappen im Deck. Wieder kommt die Chefin und klebt ab. J Ich sollte was anderes machen. Am Beschlag quillt das Sika mit so viel Druck vorbei, dass es das Tape zur Seite drückt. Sika klebt auf dem neuen Teek Deck. Ich schreie wieder Kuchen, behalte aber die Nerven. Nicht noch das flüssige Zeug berühren. Und alles noch schlimmer machen. Am nächsten Morgen dann die Entwarnung. Das Sika lässt sich gut vom Teek abkratzen und der schwarze Rest verschwindet mit 40er Schleifpapier.
Mir scheint, wir brauchen einen großen Vorrat davon.

Festschrauben der Schrauben in Sika getränkt

Nächste Tücke – Sika ist am Klebeband vorbei gequillt

Zum Glück ist alles rückstandslos entfernbar – das lässt hoffen für weitere Sauereien

Lange Story, kurzer Sinn. Wir basteln, schneiden, verschlimm-bessern jetzt seit acht Tagen von morgens um 8:00 bis 17:00 Uhr an unserem Deck herum. Ist auch nur ein einziger Beschlag final installiert? Nein.
Fortsetzung folgt.

72

Hurra! Das Flexi -Teek -Deck ist da!

Mo.,06.Juni 22, Neuseeland/Whangarei, Tag 2928, 24.696 sm von HH

Wie verabredet, rücken Pablo und sein Kollege Andy morgens aus Auckland an. Fünf Tage sind veranschlagt für die Verlegung des neuen Decks. Die beiden haben für die Woche eine Unterkunft in Whangarei gemietet.
Im Grunde ist Flexi Teek wie Teppich verlegen – nur etwas aufwendiger. Entsprechend kommt das Deck in zwei großen Rollen. Schwere Rollen, Flexi Teek wiegt ungefähr 4,5 Kilo pro Quadratmeter bei einer Dicke von 5 mm.
Unser Deck besteht aus drei großen Teilen. Vom Bug an hälftig geteilt für die Backbord- und Steuerbord-Seite. Und einen Teil für den höheren Aufbau ums Cockpit herum. Nur das Stück für den Ankerkastendeckel und die Umrandung für die große Luke sind lose und nicht mit dem großen Teppich verbunden.

Die Rollen werden an Bord gehoben

Nachdem die Rollen erfolgreich an Deck gehievt sind, folgen noch ungefähr 250 Kilo Gewichte in handlichen Stücken. Das Teek wird ausgerollt, mit einem Föhn etwas geschmeidiger gemacht und die ersten Gewichte sorgen für einen Anti-Aufroll-Effekt. Anschließend werden die im Werk vorgezeichnete Ausschnitte für die Winschen, die Backs-Kiste usw. ausgeschnitten. Zur Freude aller Beteiligten passt das Deck wie der berühmte Arsch auf den Eimer.

Das Teek liegt ausgerollt da und wirkt schon sehr fertig

Hinten passt es noch nicht ganz – das soll sich aber noch zurecht rücken

Die Steuerbordseite wird wieder aufgerollt und Backbord zuerst verklebt. In langen Bahnen wird Klebeband auf das Deck geklebt und darauf werden mit einer Heißklebe-Pistole kleine Abstandhölzer befestigt. Einmal um das ganze Stück Teek herum. Daneben kommt ein weiter Streifen mit einer Art Kleber (elastische Knetmasse) über der noch eine Schutzfolie liegt. Das Teek wird angehoben, Klebstoff mit einem Zahnspachtel vollflächig verstrichen und mit einer Walze wird der Teek-Belag angepresst.
Im nächsten Schritt wird eine dicke Plastikfolie über dem Teek ausgebreitet, von der Knetmasse wird der Schutzfilm entfernt und die Folie darauf fest befestigt. In der dicken Folie befinden sich Ventile an die eine Vakuumpumpe angeschlossen wird. Über mehrere Stunden (über Nacht) wird jetzt unser neuer Decksbelag auf das Deck mit einem Vakuum gesogen und gleichzeitig verklebt. Das soll nicht nur ewig halten, sondern eine absolute Wasserdichtigkeit erzeugen.

Der weiße Streifen zwischen dem grünen Tape – das ist die Knetmasse unter Schutzfolie

Das Teek wird auf den Kleber angepresst

Die Vakuum-Folie befindet sich über dem Teek

Nachdem alle großen Teile verklebt sind, folgen die Details. Noch befindet sich eine Naht zwischen Backbord- und Steuerbord-Teppich. Diese Naht wird einfach verschmolzen. In eine Art Heißklebepistole kommt eine Wurst Flexi-Teek Material und diese wird in die Naht eingeklebt. Die Wulst, die übersteht, wird mit einem Messer abgeschnitten und mit 40er Schleifpapier die Naht unsichtbar gemacht. Mit dem gleichen Verfahren werden die fehlenden schwarzen Pseudo-Fugen an den Fensterumrandungen eingeschmolzen. Toll!

Die Mitte der beiden Teek-Hälften wird verschmolzen

Gleiches Prinzip für die schwarzen Fugen – Stellen wie die Fensterumrandungen

Das war’s dann auch schon. :lol:

Leider werden die beiden tüchtigen Arbeiter am fünften Tag nicht ganz fertig. Pablo muss am Montag noch einmal wieder kommen. Erst sollen wir um zwei Wochen vertröstet werden, aber das können wir zum Glück verhindern.
Wir dürfen das fast fertige Deck betreten, können und wollen aber noch nicht mit unserer Arbeit (jedes verfluchte Teil, was wir abgebaut haben, muss ja wieder angebaut werden) beginnen, so lange das Deck nicht komplett verlegt ist.

Wir sind total begeistert. Passform toll, das Muster toll, die Farbe toll. Da sind wir lange schwanger mit gegangen, welchen Ton wir wählen sollen. Wie bei dem Bezug eines neuen Sofas, wenn man anhand eines Handtellergroßen Stückes seine Entscheidung treffen muss. Wir haben uns für „weatherd“ entschieden –  ausgeblichene Teak-Optik, durch Sonne entstandene Patina.

noch nicht ganz fertig – aber schon fett geil

Theoretisch stehen noch mehr Farben Und Kombinationen mit weißen Fugen zur Verfügung – hier eine kleine Auswahl

Noch liegt viel Arbeit vor uns, aber ein großer Schritt zurück zu einem schwimmenden Schiff ist getan. :-)
P.S. Dieser Bericht ist eine verkürzte Version – für alle, die an mehr Details über die Deck-Verlegung interessiert sind, ein umfangreicher Bericht ist in Arbeit.

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