Viele Grüße von Moorea

Mi., 30.Okt.19, Franz.Polyn./Moorea/Cook’s Bay, Tag 1977, 19.044 sm von HH

Bei der Ausfahrt aus der Marina haben wir Null Wind. Wir liegen im Windschatten der Berge, aber durchs Fernglas sehen wir weiße Schaumkrönchen weiter draußen. Da ist Wind.
Wir setzten Vollzeug und motoren auf die Windschneise zu. Beim Erreichen legt sich Atanga hart auf die Backe. Wir tauchen in die Wellen ein. Bereits die zweite Welle spritzt Gischt bis zum Cockpit. Ist wohl mehr Wind als erwartet. :mrgreen: Windstärke fünf – 16 bis 18 Knoten – hart am Wind.
Schön ist das nicht, aber auszuhalten, nur der Kurs ist bescheiden. Wir müssten 35 Grad fahren, schaffen knapp 20 Grad. Eine Viertelstunde später geht Achim reffen, Windstärke sechs in Böen. Der Kurs wird durch das Reffen noch beschissener. Nur noch zehn Grad jetzt. Aber mit Vollzeug hält das keiner aus. Also, wir Warmduscher halten das nicht aus.
Bald sind wir komplett aus der Abdeckung von Tahiti raus. Der Kurs wird nicht besser. Trotz Reff liegen wir schwer auf der Seite. Konstant haben wir jetzt über 21 Knoten Wind. Wahren Wind. Es ist ekelhaft. Schnell ist errechnet, dass wir bei dem Kurs maximal 30 Meilen am Tag nach Osten gut machen würden. Beanspruchung für Mensch und Maschine.

Ein Blick über die Schulter nach hinten links: Moorea im Blick! Süßes Eiland, verlockend nach. Oh, du wunderschöne Insel. Ruder hart Backbord und die Sache ist erledigt. Wir brauchen genau 50 Minuten für diese Entscheidung. Sofort ist Ruhe im Schiff. Den Wind haben wir jetzt achterlich und herrliches Kaffee-Segeln.
Wenn einem unterwegs so ein Wetter erwischt, dann muss man dadurch. Oder wenn man nicht anders kann, weil man irgendwo weg muss. Aber ohne Not – nein danke, das brauchen wir nicht. Wir haben genug Zeit, um auf ein Wetterfenster zu warten und uns Plan C und Plan D zu überlegen.

Drei Stunden später erreichen wir die Cook’s Bay. Ohne Wale heute, aber noch genauso schön wie letzte Woche. Und mein, zum dritten Mal, wichtig vorgekochtes Essen schmeckt auch am Anker.

Viele Grüße von Moorea,
Eure Weicheier von der Atanga

Die Softy-Crew der Atanga

6 Gedanken zu „Viele Grüße von Moorea

  1. Steffi

    Weicheier seid ihr bestimmt nicht. Wenn ich da an die Berichte von eurem Schlag von Mexico nach Kolumbien denke… Das muss man nicht haben wenns anders geht. Lieber im schönen Moorea auf ein besseres Wetterfenster warten.
    An dieser Stelle ein ganz dickes Lob zu eurem Blog. Nicht nur dass die Beiträge immer interessant und klasse geschrieben sind und das nun seit über 4 Jahren (?) auch Eure Tabellen über Reisekosten und Lebensmittelpreise sind super. Vielen Dank dass ihr (bzw. Sabine) euch die Arbeit macht.
    Gute Reise und fair winds
    Steffi

    Antworten

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